Was wir allein nicht schaffen

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Heute ist mir nicht wohl. Ich vermisse meinen Sohn. Erlaubt wäre mir, ihn für zwei Stunden im Garten für zwei Stunden auf zwei Meter Anstand mit Maske zu sehen. Ich kenne gerade keine schlimmere Strafe, als mir eine Umarmung verkneifen zu müssen bei einem Treffen mit ihm. Dafür fahre ich mal nicht vier Stunden mit dem Auto hin und die gleiche Zeit noch mal zurück.

Nein, das ist nicht das erste Mal. Nur das erste Mal habe ich das Gefühl, dass ich es auch schreiben möchte. Hier. Einfach mal teilen.

Gefühle sind schließlich keine Krankheit. Sie entladen sich eben mitunter. Und bevor dafür ein großer Anlass geschaffen werden muss, schaue ich in den Spiegel und frage mich: WAS genau stimmt mich denn nun eigentlich traurig oder wütend oder zuversichtlich? Kein einfaches Unterfangen. Denn Gründe für schlechte Gefühle gibt es ja aktuell genug. Ich mag aber nicht auf die Straße gehen, Schilder hoch halten, Schreien, Klatschen. Ich mag dafür sorgen, dass in mir Ordnung ist. Die Ordnung außen ergibt sich erfahrungsgemäß dann fast von allein.

Und dabei Hilfe zu haben durch einen Gedankenanstoß, ein Lied, Klänge, Bilder, Support, Erlebnisse, Anregungen aller Art…..   genieße ich.  Es lebe der Dialog mit dem Außen. Vielleicht ist er so inspirierend, weil er so anders ist als noch vor Corona. Wer weiß das schon.  🙂

Ich wünsche Euch – was oder wen auch immer – mit dem Ihr „dat schaffe“ könnt.

 

~ von Ulla Keienburg - 6. Juni 2020.

Eine Antwort to “Was wir allein nicht schaffen”

  1. Da kann ich dir leider keinerlei Support anbieten. Nur „Scheiße“ schreien. Das Umarmungsverbot fühlt sich so falsch, so unmenschlich an. zumal jetzt, wo wir doch alle schon seit zwei Monaten in einer Quasi-Quarantäne leben und es keine wirkliche Gefahr mehr gibt. Ich weiß freilich nicht, wie du das siehst.

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