Beim Schlafengehen Nun hat der Tag mich müd gemacht, soll mein sehnliches Verlangen, freundlich die gestirnte Nacht wie ein müdes Kind empfangen. Hände, laßt von allem Tun, Stirn, vergiß du alles Denken, alle meine Sinne nun wollen sich in Schlummer senken. Und die Seele unbewacht will in freien Flügen schweben, um im Zauberkreis der Nacht tief und tausendfach zu leben. (Hermann Hesse)
Nach einem langen Tag konzentrierter Arbeit habe ich mir gestern den Film „Systembrecher“ angeschaut. Danach hatte ich Albträume. Ich kann trotzdem nur empfehlen, diesen Film anzuschauen. Auch wenn er anstrengend ist, wütend und traurig macht, zweifeln lässt und Ohnmacht und Bedürftigkeit als Folgen traumatischer Gewalterfahrungen spürbar und erlebbar macht. Auf allen Seiten. Was für eine (system)- erschütternde Kraft und Macht diese beiden kapitalen Gefühle haben. Unfassbar. Ein Muss für alle, die mit Kindern arbeiten. Und mit Familien. Finde ich. Er arbeitet. In mir. Mit mir. Der Film. Wahrscheinlich wieder lange.
Meine erste LP ever war von Neil Young – und das war nicht die letzte Musik, die ich mir angeschafft, der ich gelauscht, die ich beklatscht, bei der ich mitgegröhlt, die ich vertanzt habe und sogar auch selbst gemacht habe. 🙂 Letzteres weit aus seltener. 🙂
Aber: sie hat mich immer energetisiert, getröstet, angestiftet, inspiriert, unterstützt, begleitet und aufrecht gehalten und mitunter sogar gesund gemacht. 🙂
„Eines Tages wird dich jemand so umarmen, dass all deine Bruchstücke sich wieder zusammenfügen.“ „One day someone is going to hug you so right that all of your broken pieces will stick back together.“
„Einen guten Freund zu haben ist von allen Gaben die reinste, denn diese Art Liebe kennt keine wechselseitige Belohnung. Sie ist nicht ererbt wie bei der Familie. Sie ist nicht zwingend wie die zu einem Kind. Und sie verfügt nicht über das Mittel körperlicher Freuden wie in der Ehe. Deshalb ist sie eine unbeschreibliche Bindung, die eine weit tiefere Hingabe mit sich bringt als alle anderen.“ ―Jean Paul
„Verantwortung für Dich selbst bedeutet, Dich zu weigern, andere Dein Denken, Reden und Benennen für Dich tun zu lassen; es bedeutet, zu lernen, Dein eigenes Gehirn und Deine eigenen Instinkte zu respektieren und zu benutzen; also mit harter Arbeit anzupacken.“ – Adrienne Rich
„There are two ways of spreading light: to be the candle or the mirror that reflects it.“ „Es gibt zwei Möglichkeiten, das Licht zu verbreiten: die Kerze oder der Spiegel, der es reflektiert.“ Edith Wharton
„A champion doesn’t become a champion in the ring, he’s merely recognized in the ring. His “becoming” happens during his daily routine.“ „Ein Champion wird nicht im Ring zum Champion. Nur im Ring beweist der sich als solcher. Sein „Werden“ geschieht in seiner täglichen Routine.“ Joe Louis
Zwei Wochen war ich auf Tour. Und ich durfte mal wieder feststellen, dass ich „im Ring“ tatsächlich gut funktioniere. 🙂 Und dass es gar einige Ringe gibt, in denen ich mich mitunter auch selbst gefordert habe. 🙂
„Behandle ab heute jeden, den du triffst, so, als ob er bis Mitternacht tot wäre. Lass ihnen alles zu kommen an Fürsorge, Freundlichkeit und Verständnis, was du aufbringen kannst, und tue es ohne Rücksicht auf irgendeine Belohnung. Dein Leben wird nie wieder dasselbe sein.“ Og Mandino
„Ich bin nicht ich. Ich bin jene, die an meiner Seite geht, ohne dass ich sie erblicke, die ich oft besuche, und die ich oft vergesse. Jene, die ruhig schweigt, wenn ich spreche, die sanftmütig verzeiht, wenn ich hasse, die umherschweift, wo ich nicht bin, die aufrecht bleiben wird, wenn ich sterbe.“
frei nach Juan Ramón Jiménez Der große spanische Dichter erhielt 1956 den Nobelpreis für Literatur.
„Schaffen begrenzt das Gesichtsfeld, Betrachten erweitert es.“ Oscar Wilde
Der Himmel riss auf, die Sonne leuchtete uns für diesen sagenhaften Moment der Einfahrt in den Nordfjord. Es ist“ schon“ drei Wochen her. Und ich bin noch gleichermaßen berührt. Inzwischen bin ich mir sicher, dass kein Bild wiedergeben kann, was diese Gegend mit ihren unfassbaren Phänomenen bei mir bewirkt. Wenn ich es nur zulasse. Vorträge zu halten über diese Wirkung ist schwer, wenn auch gefragt. Einlassen muss ich mich – auf die Formationen von Felsen, die Fjorde, auf die Wucht der Wasser, die Ruhe und das Aufgebrachtsein gleichermaßen, auf die Bräuche und Rituale der Norweger, auf Jahreszeiten, auf deren Wetter, deren Lichter, die Wiesen, den Schnee, die Gletscher, die Serpentinen, die Tunnel, die Baumgrenze, auf Trolle, mystische Wesen. Und auf die Wirkung der Kombination aus allem – und nicht zuletzt auf die Begegnung mit den Menschen. Wenn ich welche antreffe. 🙂
Freue mich auf das nächste Jahr. Ich werde insgesamt 65 Tage lang an Norwegens Westküste entlang- wasserseitig – unterwegs sein. 2020: I´ll do it Norway. 🙂
Highly recommended. Eine liebevolle Regiearbeit. Eine beeindruckende Dokumentation verschiedener ( auch menschlicher) Krisen. Ein Film, für den Mensch ins dunkle Kino MUSS!!!!!!!!!!!!
Gedicht von Mario de Andrade (San Paolo 1893-1945) Dichter, Schriftsteller, Essayist und Musikwissenschaftler.
Einer der Gründer der brasilianischen Moderne.
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*Meine Seele hat es eilig.*
Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.
Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat: die ersten isst sie mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, begann es, sie wirklich zu genießen.
Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.
Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen , die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.
Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen.
Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren.
Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.
Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.
Meine Zeit ist zu kurz um Überschriften zu diskutieren. Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile. Ohne viele Süssigkeiten in der Packung.
Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind.
Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden.
Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen.
Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.
Es ist das, was das Leben lebenswert macht.
Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren.
Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.
Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.
Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden.
Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden, als die, die ich bereits gegessen habe.
Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.
Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.“
In den Kommentaren zu Megs Post kam die Überlegung auf, einen anderen Terminus als den der „Eile“ zu finden. Ich für mich formulierte es wohl so: „Meine Seele drängt es“
„Mögliche Gründe, warum man jemanden nicht mag: a) Man neidet dieser Person eine gewisse Eigenschaft b) Diese Person tut etwas, das man an sich selbst verachtet c) Diese Person ist ein Arschloch“ Thomas Meyer