Sometimes…

•17. Oktober 2017 • 3 Kommentare

…the fastest way to get there is to go slow.

bärenstark

Dann will ich mal……. l a n g s a m    werden. 🙂

 

Schatten – Freund oder Feind?

•17. Oktober 2017 • 4 Kommentare
icy2

„Misstraue deinem Urteil, sobald du darin den Schatten eines persönlichen Motivs entdecken kannst.“ Marie Ebner- Eschenbach

Da habe ich doch wirklich geglaubt, meine Schatten erkannt und sie mir zu Freunden gemacht zu haben. Doch scheint meine Haut dünner zu werden. Mit jedem Jahr, das ich älter werde.

Heute wird mein Sohn vierunddreißig Jahre alt. Immer dankbar bin ich – für jeden Tag mit ihm. Auch wenn es mitunter ganz schön schwere davon gibt.

 

Als ich heute dieses Musikstück aus dem Mozart Musical fand,  diese mächtige Frage zum Thema – musste ich glatt an das immer wiederkehrende Hadern denken. An meines, an das anderer. Und an die Ohnmachtsgefühle, und die Schuldgefühle, mit denen ich die Ohnmacht zu überdecken versuchte. Was für eine ewiger Kampf mit dem und gegen das, was uns und mir im Leben so widerfahren ist. Unlängst habe ich ein wunderbares Wort gelernt: rigmarole oder auch rigamarole: Eine Übersetzung ist tatsächlich: Brimborium. Ich habe mich in dieses Wort verliebt.

Mein Sohn war mir der deutlichste Spiegel für meine Schatten. Seit es ihn gibt, hatte und habe ich keine Chance, mir selbst aus dem Weg zu gehen, mir zu entkommen. Das war und ist nicht immer bequem oder gar schön, ist aber extrem nützlich.  🙂 Ich konnte und kann ihm nichts vormachen – bis heute geht das nicht. 🙂 Mir entsprechend ebenso wenig.

Deshalb gehen die Schatten nicht weg – aber es gibt tolle Menschen,  die sie mit mir gemeinsam aushalten. 🙂 To whom it may concern: Danke dafür!

Danke, dass es Dich gibt, mein Sohn! Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag.

Running with the Wolves

•15. Oktober 2017 • Schreibe einen Kommentar
patenkind

„Der Furchtsame erschrickt vor der Gefahr, der Feige in ihr, der Mutige nach ihr.“  Jean Paul

Ich habe vor knapp zwei Wochen in Alaska diese Wölfin adoptiert. Deshka- für ein Jahr. Als sich  die Chance bot, MUSSTE ich zugreifen.   Nicht nur, dass ich seit den neunziger Jahren die Wolfsfrau immer wieder lese. Irgendwas habe ich mit diesem Tier. Es macht mich stark. Ich vertraue seiner Energie.

 

 

 

Brandwunden

•13. Oktober 2017 • Schreibe einen Kommentar
brandwunden

„Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen.“

Der Spiegel und der Balken

•11. Oktober 2017 • Schreibe einen Kommentar

Die Geschichte hatte ich schon ganz vergessen.

Ulla Keienburg s Blog

Neulich fragte mich ein Volunteer vor der St. Patricks Church in NYC, ob es etwas gäbe, dass ich mir wünschte und was er in sein Gebet einschließen könne. Ich antwortete: „Ich wünschte, dass jeder den Mut hätte, in den Spiegel schauen und die Kraft, auszuhalten, was er dort entdecke.“ Erschrocken schaute er mich an: „Meinst du das mit… dem Balken?“

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Weather Report – Ausgerechnet Alaska (7) – Endlich Licht

•11. Oktober 2017 • 2 Kommentare

20171006_234231-01.jpegTatsächlich ausgeschlafen. Kaffee war schon gekocht, Frühstück schon bereitet und die Pläne für den Tag von den Freunden gemacht. Da wir erst gegen Mitternacht Anchorage wieder gen Osten verlassen sollten, hatten wir noch einen ganzen Tag vor uns. Es ging noch mal gen Norden – eine andere Richtung als am Tag zuvor. Auf dem Weg zum Hatcher Pass mal wieder die Wolkendecke durchbrechen, und endlich auf die ersehnte Erleuchtung treffen. Die Sonne. Blauer Himmel über Tundra und der Blick auf die Bergspitzen. Termination Dust nennen es sie Alaskaner. Das eindeutige Zeichen für das Ende des Sommers. In diesem Jahr sehnlichst erwartet. Der Sommer war wohl nass und kalt.  Wenn der „Termination Dust“, dieser leichte Schnee, auf den Bergspitzen liegen blieb,  rüsteten sich die Goldgräber für den Winter.

 

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Der Straße zum Hatcher Pass war schon gesperrt. September bis April ist da Ruhezeit. Auch der Weg zum Ort „Independence“ – einst Goldgräberstadt – war für Autos verboten. Doch Fußgänger  sind immer willkommen. Ganz schön dünn war die Luft – aber die Sonne wärmte beim Aufstieg – durch den Schnee.

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Auf dem Weg zurück zum Auto rief uns eine Familie zu: „Hey guys, we think we shared the trip on the train yesterday!“ Großes Gelächter. Woran sie uns nur erkannt haben? 🙂 Sie waren so vermummt, dass ich sie nicht erkannt hätte – wäre da nicht der Zwerg gewesen, der bei unserer Nachbarin ( einer des Trios, die die Bucketliste ihrer Mutter abarbeiteten) im Zug einen Apfelsaft abgestaubt hatte.  🙂

 

Independence – Gold Mining für Anfänger und Fortgeschrittene. Einen ausgiebigen Spaziergang bei Sonnenlicht war es wert. Nach der Woche Wolken ein Genuss. Am Horizont aber türmten sich schon wieder Wolken zwischen den Bergen auf. Es war klar. Wir werden wieder durch diese müssen, um nach Anchorage zurück zu kommen. Während einer kurzen Pause am Straßenrand

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beobachteten wir einen Läufer, der sich auf sein Training vorbereitete. Hier rennt keiner im Wald, ohne eine Waffe bei sich zu tragen. Läufer sind nicht so laut wie Züge.

Und Bären sind nun mal gefährlich. Vor allem, wenn sie Hunger haben. Erst am Morgen war die Nachricht verbreitet worden, dass eine Hauptstraße gesperrt worden ist, damit ein Bär ungestört seinen eigens erlegten Elch verspeisen kann. Schließlich steht der Winterschlaf vor der Tür.  – Andere Staaten andere Sitten.

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Auf dem Weg zum Anchorage Museum fuhr Kim uns noch an DEN Aussichtspunkt für Sonnenuntergänge. Die Wolken hatten sich verzogen. Vor uns lag nicht nur der gold glühende Horizont sondern auch die angestrahlte Seite des – ja genau- des Denali. Zumindest seine Spitze. Der Berg, den laut Statistiken nur 30% der Touristen zu sehen bekommen. Wir gehören nun zu diesen. Was für ein Abschluss!!! Vor uns dann NUR noch der Weg zurück. An die Bagelfront an der EastCoast. 🙂

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Thanx to our dear friends in Anchorage for guiding us through Alaska Central South East. For having us as guests, for being perfect and heartful and supporting companions. We`ll be back. 🙂

 

 

Weather Report – Ausgerechnet Alaska (6) – Hurricane Turn Train

•9. Oktober 2017 • 1 Kommentar

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Morgens um sechs Uhr ging der Wecker schon wieder. Wir hatten uns versprochen, erst nach dem Weckruf zu entscheiden, ob wir wirklich diese Reise mit dem Zug gen Norden machen wollen. Den Denali wollten wir sehen. Zehn Minuten später waren wir auf den Beinen, in der Küche wurde schon Kaffee gebrüht und Brote geschmiert. Ab Oktober gilt nämlich der Winterfahrplan – und der Hurricane Turn Train fährt nur am ersten Donnerstag des Monats einmal bis zur Hurricane Bridge und zurück nach Anchorage.  Wir fragten am Abend zuvor die Locals, ob man auf dem Weg zum Bahnhof noch Bages erstehen könne. Es wurde nämlich dringend angeraten, sich etwas mitzunehmen. Die Gastronomie in diesem Winterzug war außer Betrieb. Die mussten richtig überlegen. „Bagels are sooooo EastCoast!“ Ein Satz, der mir heute noch ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Wir sind also gut gerüstet zum Bahnhof: Mit Bloody Mary im Gepäck, Besteck und Broten, Bagles, Obst und Kameras, Wasser und Pfefferminz. Jetzt mussten wir nur noch Tickets bekommen. Die Dame am Schalter erfreute sich an der Chance, mal wieder Deutsch zu sprechen und buchte uns auch nach einem Pläuschchen zwei Sitze mit genügend Beinfreiheit. Als kultig wurde uns die Fahrt angekündigt, als schräg. Und als voll.  🙂

Bis Wasilla war es noch relativ ruhig. Bis auf eine Frauentrio – Mutter mit zwei Töchtern, die Mutters Bucket List abarbeiteten – und das auch alle im Abteil wissen ließen.

Als wir in Wasilla einen ganze Schulklasse ähnlich aussehender Teenies im Zug aufnahmen, meldeten sich ehemaliger Bewohner dieser Stadt zu Wort. Hielten einen Vortrag über die verpassten  Arzttermine, wenn man das Pech hatte, vor der Schranke warten zu müssen, wenn der Zug so lange steht. Auf dem Weg nach Talkeetna war dann reges Gerenne der Jugendlichen Richtung Panoramawagen. Dort hatte der Schaffner sich einen Nebenerwerb orgnaisiert und verkaufte Wasser und Snacks für je einen Dollar. Wir gönnten uns derweil mal einen „Tomatensaft“. 🙂

Gary, der Schaffner, hatte zwei Fenster offen stehen lassen – damit die Fotoverrrückten ihre Bilder schießen können. Es gab so manche – und in dem Verbindungsstück zwischen den beiden Waggons kamen sie sich dann näher. Wenn Köpfe und Kameras aus dem Bummelzug ragten, um den grauen, heulenden Himmel und die triefend nasse Herbstlandschaft zu knipsen. Man, war das dunkel, nass und kontrastfrei. Furchtbar. Und wieder kein Elch. Gary erklärte, dass die Tiere alle Angst vor dem Zug hätten – und kaum, dass sie ihn hörten,  ergriffen sie die Flucht.

Auf dieser Strecke hätten wir das erste Mal den Denali sehen können sollen. Wäre da nicht die geschlossene Wolkendecke gewesen. Noch aber hatte wir die Rückfahrt vor uns. Die Hoffnung….   etc.

In Talkeetna spuckte der Zug die Jugendlichen aus – für ein paar Stunden. Und dann änderte er seine Funktion. Von Talkeetna aus verläuft die Bahnlinie entlang der Serpentinen des Susitna Flusses. An klaren Tagen bieten sich hier Blicke über den Fluss und viele Möglichkeiten für Fotos. Wie schon gesagt: an KLAREN Tagen. Von Talkeetna bis Hurricane betreibt die Alaska Railroad einen der letzten Flaggenzüge Amerikas. In dieser Gegend gibt es einige abgelegene Cabins und alte Gehöfte, die nur mit der Alaska Railroad erreichbar sind, zu denen man viele Kilometer weit wandern oder in den Wintermonaten mit dem Motorschlitten fahren muss. Auf der 55 Meilen langen „Haltestelle“ zwischen Talkeetna und Hurricane können Outdoor-Abenteurer überall aussteigen und den Zug anhalten, indem sie mit einer Fahne (Handtuch, Hemd etc.) in der Nähe der Strecke stehen. 20171005_155422-2.jpeg

An dem Tag hielt der Zug acht Mal an. Beim ersten Mal stieg eine Familie zu. Im Nachbarwaggon sammelten sich Menschen, tranken gemeinsam, aßen Kuchen und Sandwiches, Salate, hatten Spaß, kannten sich offensichtlich. Und hatten sich zu einem Treffen der besonderen Art versammelt.  Diese Menschen verließen tatsächlich auf dem Rückweg wieder an der selben Stelle  den Zug, um gestärkt und bespaßt wieder in ihre Domizile zu verschwinden. Bei Temperaturen um die fünf Grad Celsius – eine Entscheidung.

IMG-20171005-WA0009.jpgDiese Zugfahrt scheint aber für viele einfach etwas Besonderes zu sein. Als wir die Hurricane Gulch Bridge erreichten, öffnete der Schaffner für die ganz Mutigen im noch letzten für die Rückfahrt ersten Waggon die Türen nach rechts und links. Das war der Point of Return. Auf dieser Brücke wechselte der Lokführer zur zweiten Zugmaschine, der er bislang hinter sich hergezogen hatte.

Der Weg gen Süden war somit wieder frei. Ein paar sehr persönliche Geschichten wurden noch zum Besten gegeben, einige dabei beobachtet, wie sie Hab und Gut in die Wälder schaffen. Eine Dame wanderte mit einer riesigen Dose selbst gebackener Kekse durch den Zug und bot sie allen Fahrgästen zum Verzehr an. Die nächste häkelte Handschuhe. Die ersten machten schon ein Nickerchen. In Talkeetna strömten die Jugendlichen wieder in den Zug.  Heller wurde es auch nicht mehr. Und zwölf Stunden nach Abfahrt landeten wir tatsächlich wieder in Anchorage gelandet. Ohne Denali gesehen zu haben, aber zwei Elche auf der Flucht vor dem Zug wurden noch gesichtet.

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Am Abend gab es von den Gastgebern selbstgefangenen und selbst gegrillten Lachs. Mmmmmmhhhhh. Und dann eine Nacht mit Ausschlafen am Ende. Auch wenn es der Abreisetag sein sollte – so war es noch nicht das Ende der Abenteuer. Da ging uns nämlich endlich (ein) Licht auf. 🙂

 
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