Oh, schon wieder Ostern!

•1. April 2021 • 4 Kommentare

Wer anderen eine Grube gräbt, legt sich selbst ein Ei.  

Barbara Berckhan hat mir – vor sehr vielen Jahren – empfohlen,  Sprichwörter zu kombinieren. So könne ich herausbekommen, ob mir mein Gegenüber überhaupt zuhöre, sich dessen bewusst sei, was ich sage, wenn wir miteinander sprechen. Reichlich geübt kann ich aus Erfahrung inzwischen sagen: Es nimmt die Schärfe aus vielen – vor allem absurden – Diskussionen, ist eine gute Antwort auf abstruse Anschuldigungen, und vieles mehr. Die schönste Erfahrung: Es tröstet. Auch. Mitunter.

Damit bin ich bei Ostern!  Der Wind weht durch die frischen Bäume, das Grün der Knospen und jungen Blätter wirkt satt. Der Löwenzahn blüht, Narzissen tummeln sich auf Verkehrsinseln. Tulpen zieren Fensterbänke und Vorgärten.

„You say you’re sorry / But you failed to recognize / There never was a need to apologize/ If you try to get by, then with time they will understand.“ from All is well Arstidir

Für mich hat dieses Fest noch immer eine Bedeutung: Zuversicht, Hoffnung, Vergebung.

Und es ist auch eine Erinnerung daran, dass ich genug bin. Und sollte mir DAS Gefühl abhanden kommen – und das tut es immer mal wieder – weiß ich, dass ich Menschen in meinem Leben haben, die das vorübergehend für mich mit glauben.  Danke dafür. 

Ich wünsche Euch wunderbare Ostertage, erhellendes  und wärmendes Wetter, inspririerende Begegnungen und eine gehörige Portion Güte. 

Stay strong

•31. März 2021 • Kommentar verfassen

Ulla Keienburg s Blog

IMG_20200331_194906_589.jpg Ein wirklich großer Mensch wird weder einen Wurm zertreten noch vor dem Kaiser kriechen. Benjamin Franklin

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Vakuum

•25. März 2021 • Kommentar verfassen
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„Ein Vakuum, geschaffen durch fehlende Kommunikation, füllt sich in kürzester Zeit mit falscher Darstellung, Gerüchten, Geschwätz und Gift.“
Cyril Northcote Parkinson

The Hiring Chain

•21. März 2021 • Kommentar verfassen
It`s YOUR day, too. 🙂

Dass uns Sting mal zur Seite springt…… 🙂 Danke dafür!

Back to the Garden

•18. März 2021 • Kommentar verfassen
„And we’ve got to get ourselves
back to the garden “ Joni Mitchell

Mitten durch die Wirklichkeit

•17. März 2021 • Kommentar verfassen
„I am seeking for the bridge which leans from the visible to the invisible through reality.“ Max Beckmann „Ich bin auf der Suche nach der Brücke, die vom Sichtbaren zum Unsichtbaren durch die Wirklichkeit führt.“

I sing You an Embrace

•11. März 2021 • Kommentar verfassen

Das erreichte mich heute. Wie gerufen. Ich sage: DANKE!!!! Und teile es gerne!!!!!!!

Das Leben spinnt…

•9. März 2021 • Kommentar verfassen

Hannah Arendt, Ich selbst, auch ich tanze, Die Gedichte, Piper München Berlin Zürich, 2015, 157 S.

Solange schon kenne ich dieses Gedicht. Und so lange schon genieße ich die Gedanken der Hannah Arendt. So wunderbar komplex. Nachhaltig. Klug. Politisch. Berührend. Zum Eintauchen.

Mindestens so lange wie sie und ihre Gedanken begleitet mich diese Musik:

Dann lass die Leute überlegen…

•8. März 2021 • Kommentar verfassen
„Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Traubensaft daraus. Dann lass die Leute überlegen, wie du das wohl hingekriegt hast.“ Priyanka Chopra

Dieses Zitat fiel mir in die Hände. Immer wieder habe ich es angesehen. Es gelesen. Und habe gedacht: Das tun wir Frauen doch jeden Tag. Jeden verdammten Tag. In diesem Leben. Alle verlassen sich drauf. Auf diese „Zauberkünste“. Ein geradezu abständiges „Wie Sie das alles schaffen!“ kommt vielleicht noch mal über ihre Lippen. Carearbeit. Erziehung. Bildung. Pflege. Führung. Zumindest un- oder schlechter bezahlte. 🙂

Ob Männer UND Frauen in unseren Landen es wohl schaffen, Frauen zu würdigen UND sie ANGEMESSEN zu honorieren für das, was sie sind und leisten?

Wann wirkt etwas?

•6. März 2021 • Kommentar verfassen
„Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist.“
Christian Morgenstern

Leise statt Weise

•4. März 2021 • 2 Kommentare
„Ich bin die Zeit Mein Reich ist klein und unabschreitbar weit. Ich bin die Zeit. Ich bin die Zeit, die schleicht und eilt, die Wunden schlägt und Wunden heilt. Hab weder Herz noch Augenlicht. Ich trenn die Gut‘ und Bösen nicht. Ich hasse keinen, keiner tut mir leid. Ich bin die Zeit. Da ist nur eins, – das sei euch anvertraut: Ihr seid zu laut! Ich höre die Sekunden nicht, Ich hör‘ den Schritt der Stunden nicht. Ich hör‘ euch beten, fluchen schrei’n, Ich höre Schüsse zwischendrein; Ich hör‘ nur Euch, nur Euch allein … Gebt acht, ihr Menschen, was ich sagen will: Seid endlich still! Ihr seid ein Stäubchen am Gewand der Zeit, – Lasst euren Streit! Klein wie ein Punkt ist der Planet, Der sich samt euch im Weltall dreht. Mikroben pflegen nicht zu schrei’n. Und wollt ihr schon nicht weise sein, Könnt ihr zumindest leise sein. Schweigt vor dem Ticken der Unendlichkeit! Hört auf die Zeit!“ Erich Kästner

Miniatur einer Seelenreise

•4. März 2021 • Kommentar verfassen
„Es ist unglaublich, wie viel Kraft die Seele dem Körper zu leihen vermag.“
Wilhelm von Humboldt

Breaking the Rules

•2. März 2021 • Kommentar verfassen
Nur Regeln, die ich kenne, kann ich auch brechen. Alltagserfahrung

Also suche ich vor allem die unausgesprochenen und nicht explizit niedergeschriebenen Regeln in Systemen.

Eines meiner Hobbies.

Diese enstandenen Regelwerke.

zu finden: oft zwischen den Zeilen!

Sturm und so…

•1. März 2021 • Kommentar verfassen
„Ich spiele schon alle möglichen Noten, aber nicht zwangsläufig in der gewünschten Reihenfolge.“ 🙂 frei nach Eric Morecambe

You can close your eyes

•28. Februar 2021 • Kommentar verfassen
„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Victor Hugo

Glorious Leader

•25. Februar 2021 • Kommentar verfassen

Als Kyle sein vorletztes Album herausgebrachte, habe ich mir via Kickstarter ein Wochenende in seiner frisch errichteten Cabin in den Bergen von Vermont er“spendet“. Leider sind wir aus Upstate NY weggezogen, bevor ich das in Anspruch nehmen konnte. Ein Unfall folgte. Und kaum war ich genesen, kam Corona. No travel possible. Wir haben uns einst auf einem der Konzerte der Arstidir in Deutschland kennen- und schätzen gelernt. Dass diese Männer mir so schöne, heilsame Musik bescheren, freut mich immer wieder. 🙂

Ich liebe diese Musik!!!! Wenn Ihr sie auch mögt, freue ich mich.

Kyle Dougsson persönliche Anmerkung zu November Gloom:
Auf meiner kommenden EP geht es um das Konzept von Zuhause – der Ort, an dem wir im letzten Jahr festsaßen. Viele von uns haben mit Depressionen, Angstzuständen, Unruhe und dem allgemeinen Gefühl, gefangen zu sein, gekämpft und dabei zugesehen, wie das, was ein produktives Jahr unseres Lebens hätte sein sollen, wie ein verpasster Zug vor unseren Fenstern vorbeigerollt ist.
„November Gloom“ war für mich in dieser Zeit das wichtigste Stück der Heilung. Meine eigenen düsteren Anfälle manifestieren sich oft als verzweifeltes Verlangen zu reisen, etwas Chaos in mein Leben zu bringen, mich selbst aufzuwecken, indem ich in ein unbekanntes Land fliehe. Ich fange an, mich selbst als langweilig und unscheinbar zu sehen. Dieses Gefühl scheint ziemlich zuverlässig im Spätherbst aufzutreten, während dieser feuchten, braunen Periode zwischen Laub und Schnee.
Das Schreiben dieses Textes war aus zwei Gründen schwierig. Zum einen versuchte ich, Dankbarkeit zu üben, als meine Reserven erschöpft waren – ich schrieb darüber, die Welt außerhalb meines Fensters so zu lieben, wie sie ist, anstatt darauf zu warten, dass sie so wird, wie ich sie haben wollte. Zweitens wurde mir erst Monate später klar, dass ich eigentlich über mich selbst schrieb.
Schwermut und Traurigkeit sind ein Teil von uns allen, und manche haben damit mehr zu kämpfen als andere. Für mich persönlich war es das erste Mal in meinem Leben, dass ich versucht habe, damit Frieden zu schließen – und nicht, sie einfach auszutreiben, indem ich sie mitteile. Es ist das erste Mal, dass ich etwas geschrieben habe, das auch nur annähernd so lautet: „Liebe dich selbst, wenn du wütend, verloren und langweilig bist.“ Ich glaube, dass dies wahr ist und werde versuchen, es in Zukunft zu praktizieren.
Und so präsentiere ich November Gloom, live aufgenommen am 5. Dezember 2020 von mir und Holly Lillis
mit meinem Bruder Grant hinter der Kamera.
Hinzufügen zu Ihrem Spotify: bit.ly/3aMNDmA
Holen Sie sich die EP im Hardcover: bit.ly/3smBpqN
Green Mountain Sun (erste Single) auf Spotify: bit.ly/3tfeUFw

Sturmerprobt

•20. Februar 2021 • Kommentar verfassen

Ulla Keienburg s Blog

sturmerprobt „Nur wer ein Auge dafür hat, sieht etwas Schönes und Gutes in jedem Wetter. Er findet Schnee, brennende Sonne, Sturm und ruhiges Wetter schön, hat alle Jahreszeiten gern und ist im Grunde damit zufrieden, dass die Dinge so sind wie sie sind.“ Vincent van Gogh

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Die Verbform von Glück

•19. Februar 2021 • 1 Kommentar

Nur zu gerne reblogge ich das 🙂

Ulla Keienburg s Blog

Glück

“Finden ist die Verbform von Glück, es ist das, was mir, einem Erfinder ohne Genie, den Alltag putzt. Egal, ob Pilze, Schlüssel oder die Frau fürs Leben – Finden ist das, worum es im Leben geht.

Für Einsteiger empfehle ich das gezielte Finden. EC-Karte, Ostereier, Feuilleton-Teil? Je geringer die Hoffnung, desto größer der Jubel; Qual ist Teil des Fiebers. Aber Finden ist auch eine Frage der Haltung.  >Ich muss die Schlüssel suchen< oder >Ich will sie finden!<

Mein Schwiegervater etwa ist der Finde-Fachmann, nimmt Körbchen und Messer: >Ich gehe in die Pilze.> So jemand muss gar nicht erst suchen. Finden schenkt Kraft für zwischendurch: Der gewaschene Zwanziger in der hinteren Hosentasche, die Brille in der Duplokiste. Das unverhoffte Finden überrumpelt, rettet ganze Tage und ist leider viel zu selten. Ich habe  für mich das Fremd-Finden entdeckt. In der Bahn bleibt ein Bibliotheksbuch liegen. Natürlich nehme ich es mit, recherchiere den…

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Zwischen

•18. Februar 2021 • Kommentar verfassen
„Music is the silence between the notes.“ Claude Debussy

Still…

•16. Februar 2021 • 1 Kommentar

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„Ein guter Rat ist wie Schnee. Je sanfter er fällt, desto länger bleibt er liegen und desto tiefer dringt er ein.“
Simone Signoret

Es gibt einfach Menschen, die wissen das. Und können sowohl einen Rat als auch Hilfe so geben, dass sie annehmbar sind.

Part of the Art

•14. Februar 2021 • Kommentar verfassen
“Art consists of limitation. The most beautiful part of every picture is the frame.”
― G.K. Chesterton –
„Kunst besteht aus Begrenzung. Der schönste Teil eines jeden Bildes ist der Rahmen.“

Storm is all around

•7. Februar 2021 • Kommentar verfassen
Stürmischern Atlantik vor der Atlantikküste Argentiniens Januar 2020
„Nur wer ein Auge dafür hat, sieht etwas Schönes und Gutes, in jedem Wetter, er findet Schnee, brennende Sonne, Sturm und ruhiges Wetter schön, hat alle Jahreszeiten gern und ist im Grunde damit zufrieden, daß die Dinge so sind wie sie sind.“
―Vincent van Gogh

Die Gaben der Unvollkommenheit

•6. Februar 2021 • Kommentar verfassen

Gerne noch einmal bedanke ich mich für einen wunderbaren Geburtstag!!! Nicht so umtriebig war es wie sonst – doch mindestens so herzlich bedacht, beschenkt, geherzt und geliebt fühle ich mich.

Ulla Keienburg s Blog

20180223_130525-01.jpeg „Wie genau wir uns selbst kennen und verstehen, ist von entscheidender Wichtigkeit. Wenn wir aber den Wunsch haben, ein Leben aus tiefstem Herzen zu führen, dann gibt es etwas, das noch bedeutsamer ist: nämlich uns selbst zu lieben.“ Brene  Brown

Ich sage einfach mal DANKE – für einen wunderbaren Geburtstag, scheinbar unendlich eintrudelnde Glückwünsche, wunderbare Spiele, ebenso so entspannte Gäste, sinnige Mitbringsel, hochprozentige Geschenke, helfende Hände, kalorienreiche Kuchen, ein Blumenmeer – und soooo viel Liebe. Danke.

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Freundlichkeit…

•4. Februar 2021 • Kommentar verfassen

…ist eine Sprache.

„Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.“
Mark Twain

Lost in her Longing – Shed a little Light

•3. Februar 2021 • 1 Kommentar

kluge mädchen

“She was lost in her longing to understand.”
—Gabriel Garcia Marquez, Love in the Time of Cholera

wasserschaden

Mein Vater wäre vor zwei 97 Jahre alt geworden. Fast 35 Jahre ist er schon nicht mehr da.

Zu lange. Ihm hätte die Musik Freude bereitet. Mich erinnert sie an ihn.

Wieso ich gerade an ihn denke, wenn ich über „Verstehen wollen“ sinniere? Na, diese Neugier, diesen Drang habe ich wohl meiner Sozialisation zu verdanken. Mein Vater ist daran nicht ganz unbeteiligt gewesen.  🙂 Ohne Wurzeln halt keine Flügel.  🙂 Thank you Mom & Dad!!!

Wendepunkt

•2. Februar 2021 • Kommentar verfassen
„Wir finden immer wieder, daß solche Wenden zugleich Aufgang und Untergang sind, zugleich die Abenddämmerung des alten und die Morgendämmerung des neuen Zeitalters.“ — Ernst Jünger

Nebel

•1. Februar 2021 • Kommentar verfassen
„Nebel war aufgekommen, ein feiner, eisiger Nebel, der einem die Lungen mit Frische füllte, dass man glaubte, in der Luft zu schweben.“ — Patrick Modiano


Aufschub

•31. Januar 2021 • Kommentar verfassen
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„Zukunft: die Ausrede all jener, die in der Gegenwart nichts tun wollen.“ Harald Pinter

 

Dear Brain…

•28. Januar 2021 • Kommentar verfassen

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„Erinnerungen können schwimmen. Wie auf `ner Fünfzigmeterbahn schlagen sie zur Wende an“ `Pe Werner

Ich will gerade mal gar nicht denken müssen.  Urlaub vom Denken erlaube ich mir. Noch will mein Gehirn das nicht einsehen. Aber das wird schon.  🙂

Ein Effekt, von dem ich sicher weiß: Wenn ich aufhöre zu denken, kommen Fragen – ganz von alleine. Es denkt mich dann. Ganz schön spannende Fragen mitunter, denen ich garantiert ganz lange ausgewichen bin. Nee, die sind nicht immer angenehm.  Aber mitunter nützlich.

Während ich das schreibe, fällt mir ein Lied ein, dass ich Anfang der Neunziger Jahren rauf und runter gehört habe.  Ja, schon da habe ich solche nützlichen Fragen aufkommen lassen.

Und sie mir gut beantworten können.

„Erinnerungen können schwimmen – wie auf ner Fünfzigmeterbahn schlagen sie zur Wende an……“  Noch heute kann ich mich an diesen Worten freuen   🙂

 

 

Ja, ja. Die alten Programme und vor allem die noch immer wirksamen. 🙂

Unsere Psyche ist schon trickreich und klug. Sie mutet uns im „Normalfall“ ( falls es so etwas geben sollte) nicht mehr zu, als wir aushalten können.  Stelle ich fest.

Habt es einfach gut mit Euch selbst. 🙂

 

 

Ulla und die Kunst – Island

•27. Januar 2021 • 2 Kommentare

Es ist schon eine Weile her, dass ich den Beitrag unterhalb des Bildes verfasst habe: 2016. Ich stand unter dem akuten (Ein)Druck der Behörden, die zuständig sind für die Fürsorge/ Finanzierung/ Beschäftigung meines schwerbehinderten Sohnes. Und mir kam damals die Begegnung mit dem Kunstwerk „Der arme Bürokrat“ in Reykjavík in den Sinn.

Nun ist durch die Pandemie eine Situation eingetreten, in der wir vor allem als Soloselbstständige extrem viel mit Ämtern zu tun haben, um die wir bislang einen großen Bogen machen konnten. Nun haben sie uns. Und ich, die ich glaubte, ich sei ämtertechnisch mit reichlich Wassern gewaschen, stehe mitunter fassungs – und ratlos mit Schreiben in der Hand, die vor allem Warnungen beinhalten. Mitwirkungspflicht, Offenlegung, Sanktionsandrohungen. Und je nach Tagesform reagieren mein Hirn und mein Herz auf die Anschreiben, VorSCHLÄGE, die Empfehlungen und Aufforderungen mit einem beherzten „Wow! Stoff für ein abendfüllendes Kabarettprogramm“ oder sie sind im anderem Falle gekränkt, gedemütigt, demotiviert, fühlen sich falsch gesehen. Manchmal staunen Herz und Hirn auch: Eine gute Geschichte für Monitor. Oder sie empfinden Mitleid mit den Recruitern, die sich dann mit mir beschäftigen müssten. Mit der, zur Bewerbung genötigten, die so GAR NICHTS von dem kann, was ich da machen soll. Ich lerne und lerne und lerne und lerne.

Positives, Antreibendes, Ermutigendes, Entwürdigendes, Belastendes, Ermächtigendes: immer mit dem Zusatz: für mich. Wie das für andere ist, kann ich nicht sagen. Ich stelle mir aber vor, dass auf Nachfrage eine Menge Geschichten zusammenkämen. 🙂 Von beiden Seiten. 🙂

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Óþekkti Embættismaðurinn

„Ein Bürokrat einmal aus einer ganz anderen Sicht“ – die Skulptur von Magnús Tómasson aus dem Jahr 1973 wurde ursprünglich mit Bedacht in einem Hinterhof versteckt, denn durch diesen Standort sollte die versteckte, weltfremde Existenz der Bürokraten dargestellt werden, die sich in ihrem kleinen isolierten Eck des Universums verstecken. Inzwischen steht sie direkt am Stadtsee Tjörnin neben dem Rathaus. Der Felsblock ist nicht nur eine Metapher für die Last des Alltages, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf die gesichtslosen Beamten, die für die meisten Menschen nur als Rädchen im Getriebe in Erscheinung treten, aber nie als Mensch…“

Ja ja, und weil sie so „unsichtbar“ scheinen, müssen sie wohl auch die Menschen, mit denen sie meist per Post tun haben, über deren Schicksal sie entscheiden, auch als unsichtbar behandeln. Mitleid habe ich mit diesen Bürokraten nicht, das gebe ich zu. Schon eine abstruse Welt. Ein paar Textbausteine aneinanderreihen zu müssen und zu hoffen, dass sich die Betroffenen davon beeindrucken lassen – sich ihren Urteilen fügen. In der Regel bekommen sie ja nicht mit, welche Lasten sie den „Kunden“ aufbürden, welche „Klötze“ sie verursachen.

Ich habe in den letzten 37 Jahren häufig(er) mit Sachbearbeiter:innen zu tun (gelinde gesagt) – und durfte feststellen: Sie haben eine Meinung und auch Gefühle. Und sie sind es nicht gewohnt, freundlich angesprochen zu werden. Sie wissen sogar, dass ihre Textbausteinkompositionen eher als Drohung als als Information empfunden wird. Und sie sind weisungsgebunden. Darauf berufen sie sich.

Und trotzdem: Ich wünsche einfach nur so vielen Menschen, wie es eben geht, dass sie solchen Staatsangestellten nie existenziell ausgeliefert sind.

 
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