Wieder genauso – Diesmal anders

„Am Ende bin ich immer wieder startklar…“ Udo Lindenberg 🙂

Reden UND Zuhören

„Wenn es so einfach wäre, Gespräche miteinander in einer Weise zu führen, die uns mit einem Gefühl von Zufriedenheit erfüllt, die uns als ein Stück Begegnung erscheinen, die Kreativität fördern und nicht ersticken, brauchten wir den Dialog nicht neu zu entdecken und zu üben“. (aus: Das Geheimnis des Dialogs – Miteinander denken, Hartkemeyer und Freeman Dhority)

Konstruktion

„You always build it better the second time.“

Mein Leben fühlt sich gerade tatsächlich an wie eine Baustelle. Eine, von der ich gefühlt nicht weiß, zu was sie je werden soll oder will. Eine neue Erfahrung. Nicht das „Nichtwissen“. Das liebe ich ja. Aber die gefühlte Fremdbestimmung. Grrr. Zusätzliche Fremdbestimmung. So werke ich. Einfach immer weiter. Konstant im Dialog mit mir selbst. Mitunter in Begegnung. Mal mit anderen. Mal unter Klängen. Mal in Bewegung. Mal im Schlaf. Mal wild träumend. Mal lernend. Mal belehrt (eines Besseren). 🙂

Spannende Zeit auf jeden Fall.

Nie Genug

„Persönlich bin ich immer bereit zu lernen, obwohl ich nicht belehrt werden möchte.“
Winston Churchill

You learn

„Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, der hat keinen zu verlieren.“
Gotthold Ephraim Lessing

Denken und Erleben


„Nur der Denkende erlebt sein Leben, am Gedankenlosen zieht es vorbei.“
Marie von Ebner-Eschenbach

Oh, schon wieder Ostern!

Wer anderen eine Grube gräbt, legt sich selbst ein Ei.  

Barbara Berckhan hat mir – vor sehr vielen Jahren – empfohlen,  Sprichwörter zu kombinieren. So könne ich herausbekommen, ob mir mein Gegenüber überhaupt zuhöre, sich dessen bewusst sei, was ich sage, wenn wir miteinander sprechen. Reichlich geübt kann ich aus Erfahrung inzwischen sagen: Es nimmt die Schärfe aus vielen – vor allem absurden – Diskussionen, ist eine gute Antwort auf abstruse Anschuldigungen, und vieles mehr. Die schönste Erfahrung: Es tröstet. Auch. Mitunter.

Damit bin ich bei Ostern!  Der Wind weht durch die frischen Bäume, das Grün der Knospen und jungen Blätter wirkt satt. Der Löwenzahn blüht, Narzissen tummeln sich auf Verkehrsinseln. Tulpen zieren Fensterbänke und Vorgärten.

„You say you’re sorry / But you failed to recognize / There never was a need to apologize/ If you try to get by, then with time they will understand.“ from All is well Arstidir

Für mich hat dieses Fest noch immer eine Bedeutung: Zuversicht, Hoffnung, Vergebung.

Und es ist auch eine Erinnerung daran, dass ich genug bin. Und sollte mir DAS Gefühl abhanden kommen – und das tut es immer mal wieder – weiß ich, dass ich Menschen in meinem Leben haben, die das vorübergehend für mich mit glauben.  Danke dafür. 

Ich wünsche Euch wunderbare Ostertage, erhellendes  und wärmendes Wetter, inspririerende Begegnungen und eine gehörige Portion Güte. 

Menschentränen

Ich fühle mich in der ganzen Welt zu Hause, wo es Wolken und Vögel und Menschentränen gibt.Rosa Luxemburg

Heute habe ich mal auf den Link geklickt, der mir die Fragen versprach, die in einem Vorstellungsgespräch heutzutage gestellt werden. Und auf die ich im Falle eines Falles vorbereitet sein müsse. Das war fast so schön wie die Einladung :“Werde Transformationscoach und verdiene sechs – bis siebenstellig!“ Man werde mich sicher fragen: „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren.“ Ach echt? Na, die Antwort kenne ich: Wenn ich nicht gestorben bin…… hoffentlich IN RENTE!

Und dann die sinnigste aller Fragen, die ich bislang gehört habe – und das meine ich tatsächlich ernst, das mit der sinnigsten aller Vorstellunsggesprächfragen: „Was haben Sie zuletzt gelernt?“ Die Antwort wüsste ich jetzt noch nicht zu beantworten. Ich lerne ja schließlich jeden Tag dazu. Momentan sogar – behaupte ich – lerne ich noch mehr als sonst. Über Menschen. Über Politiker:innen. Über Haltungen. Über Freundschaften. Über Auftraggeber. Über Kooperationsbereitschaft. Über Werte – die meinen wie andere. Und überhaupt…

In solchen Momenten kommt mir dann Ina Müller zur Hilfe. Mit ihren Texten, ihren Harmonien, ihren Melodien. Danke dafür. Herzlichst.

Lass uns…

„Du kannst die Wellen nicht anhalten, aber Du kannst lernen, auf ihnen zu reiten.“
Joseph Goldstein

Alles ist jetzt

20181222_183355-01.jpeg
„Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen.“ Astrid Lindgren

 

Hoffen lernen

20181201_153506-01.jpeg
„…Hoffnung ist der Widerstand gegen Resignation, Mutlosigkeit und Zynismus. Die Hoffnung kann lesen. Sie vermutet in den kleinen Vorzeichen das ganze Gelingen. Sie stellt nicht nur fest, was ist. Sie ist eine wundervolle untreue Buchhalterin, die die BIlanzen fälscht und einen guten Ausgang des Lebens behauptet, wo dieser noch nicht abzusehen ist. Sie ist vielleicht die stärkste der Tugenden, weil in ihr die LIebe wohnt, die nichts aufgibt, und der Glaube, der den Tag schon in der Morgenröte sieht.“ Fulbert Steffensky

 

When we were young

20171201_151303-01.jpeg
„Man bleibt jung, so lange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann.“
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

 

 

 

 

Nachgedacht und Nachgefühlt

20171104_154553-01.jpeg
„Die kürzesten Wörter, nämlich „ja“ und „nein“, erfordern das meiste Nachdenken.“
Pythagoras von Samos

Nützlicher als Latein

maske
„Man muss lernen, nein zu sagen. Das nützt einem mehr, als Latein lesen zu können.“  Charles Haddon Spurgeon

Über das Zuhören

wp-1462218172601.jpg
„Lerne zuzuhören, und Du wirst auch von denjenigen Nutzen ziehen, die dummes Zeug reden.“ Platon

 

Ganz der Papa! – Habits are learned

san francisco 2010
challenge

 

Wir können über das Lernen sagen, was wir wollen. Kinder haben Vorbilder – und diese Vorbilder haben sich ihres Einflusses bewusst zu sein oder zu werden. Vorbilder sind nicht nur Eminem und Merkel – das sind Eltern, an – oder abwesend, das sind Erwachsene, die bestenfalls verhandlungsfähig und respektvoll, bindungsfähig – resp. willig sind,  neugierig und friedfertig. Das sind  aber auch die Unglücklichen, die Erfolgreichen, die Gestrandeten, die Abgehobenen, die Unehrlichen, die Kreativen, die Überforderten, die Fröhlichen, die Geächteten, die Kämpferinnen,  die Gierigen, die Schul(d)zuweiser, die Gütigen, die Defektfinder, die Friedlichen. die Frustrierten, die Regisseure fremder Leben,  die Singenden, die Bedenkenträger, die Zutrauenden, die Mutigen, die Lebensfrohen, etc….

VORBILDER BILDEN!!!

Flughafen-Imperativ

image

Fehlerkultur

fehler
„Ich habe so viel von meinen Fehlern gelernt… Ich denke darüber nach, noch mehr zu machen.“ „I have learned so much from my mistakes… I am thinking about making more.“ Tattva Viveka

Habe in den letzten Tagen mehrfach diesen Spruch gelesen. Und mich jedesmal amüsiert – oder war gerührt. Oder dachte: Wie richtig!  🙂  So fühlte ich mich berufen, diese Überlegung hier einzureihen. 🙂

Lernen erlaubt!

gauss klein

Der Herr Gauß und die Normalverteilungskurve, Fehlerfortpflanzung und Der Kleine Gauß. Sicher hat jeder schon  davon gehört. Am letzten Wochenende haben wir uns in Braunschweig getummelt. Als wir in das Zimmer kamen, in dem wir nach dem geselligen Abend unser Haupt in die Kissen legen wollten, begrüßte uns dieser Spruch an der Wand.

Mir gingen Kinder durch den Kopf, denen Lernschwierigkeiten aller Art unterstellt werden, weil sie die Ergebnisse nicht zufriedenstellend für andere „bringen“.  Wie sollen sie Freude am Lernen haben, wenn sie nur an dem abgefragten Ergebnis und an dem geforderten Verhalten gemessen werden????

Wer Lust hat auf ein paar Fakten oder Anekdoten zu Carl Friedrich Gauß….  der/die stöbere bei wikipedia: Carl Friedrich Gauß.  

Ein echter Fundus…..  auch über den Umgang mit besonderen Menschen…. 🙂

„Wer Angst hat, weicht aus!“ und andere Zärtlichkeiten

Das habe ich begriffen:

In Moskau fahren die Menschen so Auto, wie sie laufen oder gehen.

Alles hetzt und drängelt hier auf der Straße und in der Metro frei nach dem Motto:

Wer Angst hat, weicht aus!

Ich lerne dazu!

hetze

 

Zeitgleich postet jemand auf Facebook diese wunderbaren Worte von Konstantin Wecker.

Ja, davon schriebe ich auch gern.

Herausforderungen – Resilienz

Meine ganz persönliche Meinung:

Kinder sollten täglich selbst ein Problem lösen, das größer ist als sie selbst. Daran wachsen sie – auch in sich hinein!

Challenge! :-)
Challenge! 🙂

 

 

 

rein und durch und drunter und drüber und herum – und raus :-)

Meine ersten sechs Wochen Moskau neigen sich rasend dem Ende. Eine Menge Eindrücke, verdauliche und unverdauliche – inspirierende und erschütternde, amüsante und beeindruckende – zu viele, um sie alle hier zu dokumentieren.

patterns moscow metro shops
Ohne Worte Moskau 2012

Am Sonntag geht es wieder Richtung Westen – Hamburg. Mein Kopf und mein Herz voll! In meinen Sachen hängen noch Reste des Pappelflaums, der Moskau im beginnenden Sommer „quält“. 

Meine Notizbücher gefüllt mit Zetteln,  anhand derer meine Liebe zur russischen Sprache weiter wachsen soll. Die Koffer sind leerer als zuvor. Kaufen werde ich hier wohl nie was. Alles ist teuer- viel teurer als in Deutschland, Faktor 1.5.

Den Geschmack der Borscht noch Munde. Das dunkle Bier im Кафе-клуб „Фронт“   ist auch nicht übel. Danach schläft es sich auf jeden Fall gut.

Dachte ich anfangs noch, die sechs Wochen seien eine nicht enden wollende Zeit, bin ich heute wehmütig. Habe ich doch gerade erst richtig Anlauf genommen. 🙂 Die Pflicht für Highheels scheint auch vorüber; die Moskaviterin steigt gerade um oder ab auf Ballerinas. Meine Metrokarte hat noch genau so viele Fahrten, wie ich benötige, um zum Flughafen zu kommen. 🙂

So vieles im Vorbeigehen - Moskau Sommer 2012
So vieles im Vorbeigehen – Moskau Sommer 2012

Das Ministerium für Reiseangelegenheiten  of Germanys Next  – auch genannt `Urlaubsministerium` – werde ich in den nächsten Monaten mit Bildern und Berichten aus (dem Norden) Skandinaviens „füttern“, vielleicht auch mal mit Gemengelageberichten aus deutschen Landen.

Aber da ich ja sicher weiß, dass es in Moskau Enten gibt, werde  ich da wieder hin reisen, dort wieder sein.  🙂 Ganz bestimmt. 🙂 Ganz bald!

Danke für die Zeit hier an…  wer auch immer sich angesprochen fühlt. 🙂

Hoch hinaus!

Ich erinnere mich gerade an das Gespräch mit einem 6-Jährigen. Auf einem Kreuzfahrtschiff saßen wir am Pool und betrachteten die Menschen. Er erzählte mir von seinem Kindergarten und dass er sich auf die Schule freue.

Als ich ihn fragte, was er denn da gerne lernen wolle, antwortete er spontan: „Chef sein“

hoch hinaus
hoch hinaus        

Kosmonautenmuseum Moskau

Na dann! 🙂

DAD – I am watching you!

“Dad, you don’t know it right now…But I am watching you…Watching the things you do…I am watching the way you treat people, the way you treat me and my mom and my sister…The way you live your life is having a big impact on me.

The time you spend with me even doing simple things will give me a sense of security. There will be times in my life where I maybe not sure what to do, but I will look how you stood up for what was right. Please don’t be afraid to show me your failures, to show me your mistakes… I will learn from them.

Dad, are you listening? I am watching…Watching to see if you really believe what you say about God. You need to help show me the way. Show me how to live like that isn’t sin, but is good.

So I am watching you dad…every day. You are teaching me how to live, whether you know it or not.”

Do fathers realize this kind of impact?

father and son  (c) ulla keienburg 2011
father and son (c) ulla keienburg 2011

Take a moment to contemplate the roles that Dads play in their children’s lives. 

Challenge and uplift fathers, acknowledging their importance in shaping the lives of future generations as role models.

the original

 

Labels – Another life another me

Heute erreichte mich dieses Bild mit dem Kommentar:

„Ich dachte, das interessiert die Ulla!“ 🙂

Was mich unter dieser URL erwartete, hat mich sehr berührt.

Wenn Ihr Euch die  Zeit nehmen mögt…

Deeply impressed by this documentary: „Labels“

——————————————————————————————————–

„Labels“ was produced by the Art Video Studio in the framework of the project „Mobilizing the Disability Community to Speak out for the Rights of Persons with Mental Disabilities,“ implemented by the Russian Disability NGO Perspektiva, with support from the Open Society Institute. Financial support to produce, translate and subtitle the film was also provided by the UN Russia office. „Labels“ premiered in Moscow on October 18 to a crowd of nearly 600 people. It will also be screened in Moscow in November and December, 2011, at two prestigious documentary film festivals.

„Labels“ is a film about people who are on the edge of the Universe — persons with mental disabilities, who are ignored, insulted and even feared by many. Through poetry and the words of family members, viewers are drawn into the rich world of four individuals with disabilities and their families.

Viewers learn about the struggle of these families to enrich the lives of their children who have been rejected by the rest of the community. Most importantly, viewers learn about four individuals and their amazing abilities and desire to belong. Finally, this film presents us with a different way to look at people with mental disabilities that is unbiased and free from stereotypes and labels.

Some feedback after the premiere:
„The film lasted only 20 minutes, but I felt like I had spent a lifetime with its main characters. Films like this can move people to take action.“
„The authors managed to make a film that you want to watch over and over and show your friends, family and, most importantly, children. It’s amazingly optimistic.“
„I was so surprised by this film. There was no pity in it. Those last comments about the meaning of life left such an impression on me. Everyone will learn from and love this film.“

——————————————————————————————————–

Ich bin sehr froh, dass mein Sohn hier in Deutschland lebt. Immer wieder! Danke an alle, die daran mitwirken, dass er so eigenständig sein kann.

Tiefer Respekt und höchste Achtung für jeden Beteiligten an diesem Werk.

Bin gespannt auf Eure Reaktionen.

Der Fotograf des Fotos oben weiß auf jeden Fall, wie er mich „treffen“ kann. Danke, Henning!  .-)

UNITED …

…wird als Name gebraucht, als Ziel formuliert, als Wunsch geäußert. Es wird damit viel Geld verdient. Verbundenheit gilt als gute Qualität und als erstrebenswert.

Noch viele Menschen fürchten sie – die Verbindlichkeit und Verbundenheit – vor allem in ihrem engsten Kreise.

Vielleicht lässt sich an den länger werdenden Abenden in der Adventszeit solche genießen:

Geschichten vorlesen, gemeinsam backen, essen, sprechen, singen, musizieren, zuhören, trösten, einander ermutigen, vieleicht nur sein. Da sein.

Ich wünsche Eltern und Kindern, Lehrern und Schülern, Männern und Frauen, Chefs und Mitarbeitern, dass sie sich weder unterwerfen noch gegeneinander auflehnen müssen, dass sie gemeinsam lernen – was auch immer es über sich selbst und andere zu lernen gibt.

Ich wünsche eine besinnliche und ermutigende Adventszeit.

 

Die Herdprämie: Gebären Sie doch bitte, bitte einen produktiven Erwachsenen!

11.2011:

Die Herdprämnie ist beschlossen.  DAS IST ZYNISCH!!!!

Das Recht auf frühkindliche Bildung scheint billig abgekauft zu sein. Ein aufgeregter, mehr als nachvollziehbarer Kommentar :

Kita-Plätze statt Betreuungsgeld  Das Recht auf frühkindliche Bildung ist nicht verkäuflich

Von Frank Capellan, Deutschlandfunk 8.11.11

am 17.8.11 hatte das Statistische Bundesamt auch Zahlen im Angebot:

„Nur noch“ 1,34 statt 1,36 Kind(er)  vor zehn Jahren in Deutschland. Ein Scherbenhaufen, auf den Familienpolitik jetzt blickt?“

Meine Reaktion auf diese(n) Artikel und die Aktionen:

if the truth is told the youth can grow

Das kommt dabei heraus, wenn die „Politik“ und der „Staat“ nur potenziell funktionierende und produktive Fachkräfte, Wähler, Renten- und Steuerzahler im Sinn haben, wenn sie „Nachwuchs“ „produzieren lassen“ wollen, damit ihre alte „Rechnung“ aufgeht. Mich wundert nicht, dass die “ Eltern“ fordern, dass der „Staat“ sich an „Aufzucht und Pflege“ des „Humankapitals“ bitte beteilige.
Mit Schutz,  dem Recht auf frühkindliche Bildung, Arbeit, Fürsorge, Liebe, Leben, Abenteuer, Gesprächen, Verbundenheit, Lernen, gegenseitiger Verantwortung füreinander, miteinander Wachsen, Gemeinsamkeiten etc hat das doch nichts zu tun.
Am Umgang mit den „noch nicht und nicht mehr Produktiven“  möge man die „Politik“ oder „Gesellschaft“ erkennen.
Nun haben wir wieder was erkannt  🙂
Wieso kommt mir in dieser Diskussion nur der Gedanke an „Missbrauch“?

„Will you let us in?“

21. März –  Down Syndrom Day International

Für mich ist er jeden Tag  – seit mehr als 27 Jahren.

Noch stolzer kann ich nicht sein. 🙂  Thanx to my son!

Wir haben zusammen laufen gelernt, uns jetzt geht jeder seiner Wege.

 

Spot:

2003 gedachte Europa gleich ein ganzes Jahr lang der Menschen mit Behinderung.

Da haben Kreative die Welt ein bisschen anders gedacht…

Der Kellner 2003

Diese Szene aus „Glee“ genießend, wünsche ich, in Deutschland passierte  etwas Fortschrittlicheres als nur, dass Verantwortliche  sich rühmen, weil sie statt Integration plötzlich Inklusion sagen.

 

 

„Edelstein und Pokern – Zwei Stühle eine Meinung“ – Wie nützlich ist Schule für den Alltag?

Deutschland wird gerade befragt. Wenn auch auf diskussionswürdige Weise. „Deutschland will es wissen“ heißt es in der Headline der Umfrage.  WER ist in diesem Fall „Deutschland“ und vor allem WOZU wollen sie die konfektionierten Antworten? Nicht mal ein „anderes“ oder „sonstiges“  oder gar ein leeres Feld, in dem ich meine eigene Idee hätte kundtun können – nur ein „Ich weiß nicht“ stand als Alternative, wenn ich mich mit nichts von dem befassen wollte, was sie mir dort anboten.

Dann kam mir in den Sinn, dass ich 2007 dazu zwei Menschen persönlich befragte. An sich sollten es zwei getrennte Texte werden. Allerdings:

Edelstein und Pokern – Zwei Stühle, eine Meinung!

Selbstwirksamkeit als Voraussetzung für Engagement

Ulla Keienburg

Mona Pokern (20), jetzt Schülerin an der Herman- Nohl- Schule für Ergotherapie

Umgezogen war sie in eine neue Stadt. Deshalb stimmte die Adresse nicht mehr, unter der sie hätte erreichbar sein sollen. Mona Pokern , einzige Tochter einer alleinerziehenden Mutter, ist jetzt in Hildesheim und besucht dort die dritte Schule ihres Lebens. Nachdem sie ihre ersten zehn Schuljahre an einer Gesamtschule verbracht und ihre Fachhochschulreife erworben hatte, hatte sie nicht mehr viel Hoffnung, dass sie in einer Institution wie der staatlichen Schule Wissen so erwerben könnte, dass es ihr für ihren Alltag wirklich nützt. Hatte sie Schule doch jahrelang so erlebt, als wenn die Lehrer bestimmten, was sie an Wissen zu lernen hatte.

„Es war eher fremdbestimmt, und ich wusste ehrlich gesagt nie so richtig, wofür diese Zahlen, Texte und Fakten gut sein könnten, die ich dort auswendig lernen und begreifen sollte. Ich habe sie fast nur mit dem Ziel gelernt, sie in einem Test oder in einer Arbeit wieder abfragen zu lassen. Gute Zensuren waren das Ziel.“ Mona Pokern ist Mitglied im Jugendbeirat des Projektes „mitWirkung“ der Bertelsmann Stiftung, und das auch deswegen, weil sie sich bereits mit zwölf Jahren für soziales Engagement entschieden hatte und im Kinderwaldprojekt Hannover aktiv wurde.

„Nein, das hatte nichts mit der Schule zu tun. Ich führte eine Art Doppelleben. Während unserer Pubertät fanden meine Mitschüler ehrenamtliche Arbeit eher uncool, also hing ich mit denen ab. An der Schule konnte uns zu der Zeit nichts so richtig motivieren. Die Lehrer planten zwar Projekte mit uns, aber realisieren sollten wir sie dann allein und in unserer Freizeit. Und so verliefen viele Ideen im Sand. Sie schienen  aber nicht bereit, ihren Unterricht dafür „opfern“ zu wollen. Oft hatten wir den Eindruck, dass es ihnen eigentlich zu viel Arbeit war, mit uns gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.“

Verstanden hat sie die Lehrer und auch das Korsett der Schulordnung – aber nicht immer gut ausgehalten. „Warum“, fragt sie sich,  „konnten wir nicht im Deutschunterricht die Texte für einen Flyer produzieren, oder in Mathe die Kalkulation am Beispiel des Kinderwaldprojektes lernen? Wir haben sogar Computerunterricht gehabt und hätten dort eine Webseite für das Projekt herstellen können. Ich hätte üben können, wie man präsentiert, ich hätte gern die Hilfe eines Lehrers gehabt, wenn es um das Argumentieren geht oder gern mal vor Mitschülern ausprobiert, wie das wirkt, wenn ich beim Amt für das Projekt um Geld bitte.“ Das wichtigste Handwerk habe sie wohl bei der Moderationsausbildung „Kidfit“ (Deutsches Kinderhilfswerk) und bei „mitWirkung“ gelernt. „Im Kinderwald konnten wir damit das Projekt weiterentwickeln und auch sichern, haben sogar Zukunftswerkstätten selbst moderiert und durchgeführt.“ Aber rückblickend sei es wohl ihre Mutter, die ihr das Rüstzeug dafür vermittelt habe. Etwas nicht Messbares, aber sehr Wirksames. Ihre Mutter hat ihr vertraut, und sie ist dankbar dafür, dass sie ihr nicht nur die Unterschriften gab, die sie brauchte, sondern ihr auch Mut zusprach und sie einfach hat machen lassen. „In der Schule haben sie mich zwar auch freigestellt, aber sie haben sich nie wirklich für das interessiert, was ich da eigentlich tue. Der Unterricht musste laufen und die Lehrpläne und die Schulordnung eingehalten werden.“ Sie fragt sich selbst, wieso eine Schulordnung nicht hergibt, dass Lehrer mehr zusammenarbeiten, sich absprechen und mal etwas von außen, auch außerhalb einer Projektwoche, zum Unterrichtsinhalt erklären können. „Dann hätte ich mehr Lust gehabt, noch mehr zu lernen.“

Nach ihrer Fachhochschulreife arbeitete sie ein Jahr lang in einer Behindertenwohngruppe in Luxemburg, probierte sich aus, war in der Verantwortung und entschied sich in dieser Zeit für den Beruf der Ergotherapeutin. Das bedeutete auch: Umzug nach Hildesheim. Sie packte ihre Sachen, richtete sich ihren eigenen Haushalt ein und ist verwundert darüber, dass viele ihrer jetzigen Mitschüler nicht einmal eine Lampe angebracht bekommen, ohne nach ihren Eltern zu rufen. „Wahrscheinlich haben die Eltern denen alles abgenommen, und die konnten gar nicht lernen, sich allein zurechtzufinden, Konflikte zu lösen oder mit Stress oder Frust umzugehen. Die wünschen sich auch häufiger mal den Frontalunterricht zurück. Da konnte man sich so prima raushalten aus dem Unterricht, ohne dass es auffiel. Das geht an unserer neuen Schule nicht mehr. Hier sind lauter engagierte Lehrer, die uns in Gruppen erarbeiten lassen, was wir lernen müssen. Das ist viel effektiver und viel anstrengender, wie ich abends feststellen muss. Aber es macht einfach mehr Spaß. Denn so behalte ich die Sachen, und ich weiß, ich mache es für mich, mit anderen zusammen, und nicht für die Lehrer. Und diese Lehrer haben offensichtlich nicht nur gelernt, was auch wir wissen müssen, sondern sie haben auch noch die Methoden, wie sie es gut bei uns anbringen können.“

Mona Pokern spricht aus Erfahrung – es wäre sicherlich spannend gewesen, wenn sie das Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Edelstein geführt hätte. Er hat alles, was sie als Wunsch und Wirkung beschreibt, während seiner langen Laufbahn in verschiedenen Ländern und deren Bildungssystemen beobachten und wissenschaftlich nachweisen können.

Sozialisationsforscher und Bildungsreformer Prof. Dr. Wolfgang Edelstein, Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 

Es trennen sie 58 Jahre Lebenserfahrung, es trennen sie Lebenswelten, aber sie eint das Motiv ihres Handelns – die Demokratie, die Partizipation –, „nicht nur verstanden als repräsentative Beteiligung an der Verwaltung von Schule –, sondern auch als Gesellschafts- und Lebensform. Unter dieser Prämisse müsste Schule Schüler in allen Bereichen an der Gestaltung der gemeinsamen Lebenswelt Schule beteiligen, der Welt des sozialen Lebens wie der Welt des Unterrichts. In den vorbildlichen nordischen Ländern gelingt Schule deshalb so anders, weil dort das Kerngeschäft der Institution Schule nicht, wie in Deutschland, der Unterricht ist, sondern das Lernen der Schüler“.

Den Unterschied kann Wolfgang Edelstein deshalb so konkret formulieren, weil er schon zwischen 1954 und 1963 als Lehrer und später als Studienleiter das mit entwickeln konnte, was er heute „die erste deutsche Gesamtschule“ nennt. Und weil er z.B. in Island die Schulreform begleitet hat. In Island hatte der gebürtige Jude schon seine Jugend verbracht. Der emeritierte Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin bleibt aktiv. „Wissen kann man sich besser handlungsorientiert aneignen.“ Er handelt noch immer nach dieser Maxime, auch für die „Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik“, die er mit engagierten Bildungsverantwortlichen gründete.

„Das Engagement von Schülern entsteht von ganz allein, wenn sie ihre Selbstwirksamkeit erleben, Selbstwirksamkeit im Sinne einer optimistischen Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Ganz von innen kommen dann das Bedürfnis und der Mut, Verantwortung zu übernehmen. Sie schauen dann von selbst über den Tellerrand von Schule hinaus. Dafür brauchen sie Vorbilder, und sie wollen geführt werden – und das ist die Aufgabe der Lehrer im System – sie müssen die Initiatoren von kooperativem Lernen sein.“ Um das hinzubekommen, sollen sie sich Verbündete suchen, denn allein ändert kein Lehrer etwas. „Es gibt die ,erweckten Pädagogen’, keine Frage – noch sind sie Einzelgänger. Könnten sich Schulleiter heute die Lehrer aussuchen, mit denen sie eine solche ,Community’ bilden könnten, sähe die Schulrealität wohl anders aus.“

Wolfgang Edelstein ist erfahren und zuversichtlich. Er verweist z. B. auf die Arbeit der Yehudi Menuhin-Stiftung und auf die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden. „Dort wird Lehrern der Prozess der Demokratisierung zugetraut und anvertraut – und dort lernen Lehrer, gemeinsam mit den Schülern ,demokratisches Lernen’ zu praktizieren.“

Die Frage war eigentlich, was Schule tun kann, damit Schüler sich engagieren. Heraus kam, dass die Wirkung des Systems Schule (noch) nicht so ist, dass Schüler ihre Selbstwirksamkeit erleben und sie aus dieser Erfahrung heraus selbst Initiative ergreifen. Mona Pokern kennt die Wirkung dessen, was sie ist, was sie tut und wie sie daraus lernt. Und Wolfgang Edelstein gibt keine Ruhe, „Orte sinnerfüllten Lernens und Handelns“ zu schaffen.

– Bundesbüro -Chausseestraße 2910115 Berlin

Tel.: +493028045134

http://www.degede.de

erschienen im „podium schule 2/2007“ bertelsmann stiftung

%d Bloggern gefällt das: