

Welcome to my Reality!





Vergangenes kann viel sein, bunt, mächtig, schmerzlich, ermutigend und heiter. Es gibt noch immer viel zu schreiben. Und ganz oft hilft mir Musik, Ordnung in die Geräusche dieses Lebens zu bringen. Worte und Klänge schaffen Bilder aller Art, die das bewirken, was ich mein persönliches Gefühl nenne. Das, was ich überall spüren kann, hören, schmecken, riechen und sehen. Nicht immer nur Wohlgefühle. Aber immer öfter. 🙂

be free…..
Ich war mal wieder auf dem Dachboden. Diesmal habe ich meine Staffelei von Spinnweben befreit, meine Malutensilien entstaubt und bin die alten Mappen durchgegangen. Mal ab davon, dass sich darin ein Original von Annie Sprinkle befand, hatte ich selbst auch eine kreative, wohl eher durch Leid inspirierte, produktive Zeit. Ich kann mich erinnern, während einer bedrohlichen Krankheit 2005 sehr viel geschaffen zu haben. Mir hatte es damals die Sprache verschlagen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich konnte nicht mehr auf meine Sprache zugreifen. DAS war für eine Leistungswortlerin wie mich ein Anschlag auf mein gesamtes Leben, meine berufliche Existenz, meine Gesundheit. Der Verdacht auf Gehirntumor und Schaganfall wurde gerätemedizinisch ausgeschlossen. Die Symptome wurden mit Arbeitsabwesenheit und Distanz zu meiner damaligen Arbeitsstelle kuriert. Hat ein bisschen gedauert. Und das Gleitschirmfliegen musste ich aufgeben. Es gibt auch davon noch ein paar Reste auf dem Dachboden. Den Schirm und das Gurtzeug habe ich an Greenpeace gespendet. Und die Gründe für die Erkrankung habe ich successive entsorgt. Ein Jahr später war ich frei – sowohl von den Ursachen als auch von den Symptomen. 🙂
Seitdem lebe ich in Hamburg! 🙂 Muss ich mehr sagen? 🙂 Seither hatte ich selten Zeit zu Malen. Ich habe mich auf mein fotografisches Auge besonnen, mir meine erste digitale Kamera gekauft und mir ab da wieder auch mit der Kamera mein Bild von der Welt gemacht. Meine Gedanken und meine Sprache waren bald wieder zugänglich und voll verfügbar. Und bis heute hüte ich diese Schätze und werde sie nie wieder einsperren (lassen). Von nichts und niemanden und für nichts und niemanden. 🙂
Ich behaupte nicht, unabhängig zu sein. Sehr bewusst ist mir aber die Anbhängigkeit von dem System, das das Leben meines Sohnes sichert. Ja, und um für ihn jederzeit verfügbar zu sein, empfiehlt es sich, soloselbstständig zu sein. Momentan nicht soooo einträglich. Das ist wahr. Ich aber lasse mir die Laune nicht (dauerhaft) verderben!
Auf bessere Zeiten!! 🙂




We shall overcome: das war der Song, den ich gefühlt singen konnte, bevor ich Mama und Papa sagen konnte. Damals gesungen von Pete Seeger.
Das ist über sechzig Jahre her. Dass sich seither so wenig geändert hat….. #kopfschüttel

Wie oft habe ich in den letzten Jahrzehnten gedacht: Lauft doch mal in meinen Schuhen! Lebt doch mal für eine Weile mein Leben! Schaut doch mal durch meine Augen auf die Welt! Und das bitte, BEVOR Ihr Entscheidungen fällt, die die empfindlich fragile Konstruktion meiner Existenz und der meines Sohnes berühren.
Personalchef:innen, Sachbearbeiter:innen, Politiker:innen, Auftraggeber:innen, Richter:innen . Ja! Frauen wie Männer.
Danke!


Heute ist mir nicht wohl. Ich vermisse meinen Sohn. Erlaubt wäre mir, ihn im Garten für zwei Stunden auf zwei Meter Abstand mit Maske zu sehen. Ich kenne gerade keine schlimmere Strafe, als mir eine Umarmung verkneifen zu müssen bei einem Treffen mit ihm. Dafür fahre ich mal nicht vier Stunden mit dem Auto hin und die gleiche Zeit noch mal zurück.
Nein, das ist nicht das erste Mal. Nur das erste Mal habe ich das Gefühl, dass ich es auch schreiben möchte. Hier. Einfach mal teilen.
Gefühle sind schließlich keine Krankheit. Sie entladen sich eben mitunter. Und bevor dafür ein großer Anlass geschaffen werden muss, schaue ich in den Spiegel und frage mich: WAS genau stimmt mich denn nun eigentlich traurig oder wütend oder zuversichtlich? Kein einfaches Unterfangen. Denn Gründe für schlechte Gefühle gibt es ja aktuell genug. Ich mag aber nicht auf die Straße gehen, Schilder hoch halten, Schreien, Klatschen. Ich mag dafür sorgen, dass in mir Ordnung ist. Die Ordnung außen ergibt sich erfahrungsgemäß dann fast von allein.
Und dabei Hilfe zu haben durch einen Gedankenanstoß, ein Lied, Klänge, Bilder, Support, Erlebnisse, Anregungen aller Art….. genieße ich. Es lebe der Dialog mit dem Außen. Vielleicht ist er so inspirierend, weil er so anders ist als noch vor Corona. Wer weiß das schon. 🙂
Ich wünsche Euch – was oder wen auch immer – mit dem Ihr „dat schaffe“ könnt.

Heute vor zehn Jahren habe ich mich bei WordPress registriert. WP gratulierte mir bereits. Die Idee zu bloggen kam mir, nachdem ich einen Workshop bei Sam Abell gemacht hatte. Ansich hatte ich vor, mich schlau zu machen, wie ich ein Buch erstelle. Einen Ratgeber für neugierige Kreuzfahrtgäste zum Thema Urlaubsfotografie. Ein Begleitwerk zu meinen Fotoworkshops. Doch der Markt ist voll von Ratgebern. Irgendwann sagte Sam zu mir: „Ulla, I see you teaching these people. They don`t wonna read something about right or wrong in photography – they want to have YOU and YOUR attitude. So I have a title: What would Ulla say?“ Das hat lange gewirkt. Das wirkt noch immer. Die Idee mit dem Ratgeber habe ich verworfen. Mich anstelle dessen für das Bloggen entschieden. Seit drei Jahren gibt es die Fotoworkshops auf den großen Kreuzfahrtschiffen nicht mehr. Den Blog aber gibt es immer noch. Und es bereitet mir noch immer Freude. Meine Art mich zuzumuten. Habt Dank für Eure Treue und den Dialog mit Euch.

Musique : Jerusalem Master FG Feat. Nomcebo Zikode 🙂
Und wer den Ohrwurm wieder loswerden möchte, ….
….hat leider Pech gehabt. 🙂 Hochinfektiös 🙂 Dieser Rhythmus

Positiv aus dem Takt hat mich ein Post bei Facebook von Matze Brodowy heute morgen. Da zitiert er doch einfach etwas von einem meiner Herzenskabarettisten, dem guten alten Hanns Dieter Hüsch. Dem schwarzen Schaf vom Niederrhein, der auf Du und Du ist mit dem lieben Gott.
Ich setze auf die Liebe
(von Hanns Dieter Hüsch)
Wen der Himmel retten will
Dem schenkt er die Liebe
Ich setze auf die Liebe
Wenn Sturm mich in die Knie zwingt
Und Angst in meinen Schläfen buchstabiert
Ein dunkler Abend mir die Sinne trübt
Ein junger Mensch den Kopf verliert
Ein alter Mann den Abschied übt
Das ist doch das Thema
Den Hass aus der Welt zu entfernen
Und wir bereit sind, zu lernen
Dass Macht, Gewalt, Rache und sogar Sieg
Und sogar Sieg
Nichts anderes bedeuten als ewiger Krieg
Auf Erden und dann auf den Sternen
Die einen sagen, es läge am Geld – gut, das ist sicher nicht ganz falsch
Die anderen sagen, es wäre die Welt
Sie läg in den falschen Händen – da ist auch manches richtig dran
Aber jeder weiß es immer besser, woran es liegt
Nur es hat noch niemand
Noch niemand
Den Hass besiegt
Ohne ihn selbst zu beenden
Er kann mir sagen, was er will
Und kann mir singen, wie er’s meint
Und mir erklären, was er muss
Und mir begründen, wie er’s braucht
Ich setze auf die Liebe
Schluss
Danke Matze.




Ich liebe Alin Coens Rückschau. Ihr Blick, ihre Worte, ihre leisen, deutlichen Töne. Wieder mal ein Lied, das sich eignet, es an mich selbst zu richten. 🙂


🙂 Warte mal!

Zen – der Weg des Fotografen ist eine Einladung. Eine Einladung, tatsächlich zu betrachten, bevor ich etwas festzuhalten versuche. Mit den Übungen des Fotografen David Ulrich bietet sich die Chance, neu sehen zu lernen. Sich des eigenen Blicks zu versichern – immer wieder. Das Beobachten zu favorisieren. Bildhaft zu beschreiben, indem ich festhalte, was da ist. So wie es ist. Ohne den Anspruch an Perfektion. Am besten ohne zu werten. Und wenn das nicht geht, sich der Wertungen für das bewusst zu werden, was ich erblicke. Mir klar zu werden, wozu ich festhalten möchte, was ich entdecke, was ich feiere, was ich später entfremde. Das Kopfkino zu zelebrieren, das losgeht, wenn mir Dinge, Menschen, Wetter, Landschaften, Kompositionen und Geschehnisse in den Blick geraten. Es ist egal, ob es eine Profikamera oder ein Smartphone als Handwerkszeug ist: Dieser Prozess hat fünf Etappen: Beobachtung, Achtsamkeit, Identität, Übung und das Beherrschen. Wer sich auf diesen Weg einlässt, erfährt eine Transformation des eigenen Sehens. Für Beratende und Therapeuten die etwas andere Intervision. Sehr empfehlenswert- besonders für Kolleg*innen, die mit der Fotografie in Beratung und Coaching arbeiten.

©Hippokrates

Als säße sie hier um die Ecke und rauchte in Ruhe ihre Zigarette, während sie uns beobachtet. Und als mahnte sie uns noch immer: Hannah Arendt. Welch eine vorbildlich mutige Denkerin. Dachte halt ohne Geländer. Und ermutigte auch mich schon früh dazu.

Darüber mag jede:r denken, was sie:er will und kann. Hauptsache, es denkt mal wieder jede:r drüber nach.

In diesen Zeiten sicherlich eine gute Gelegenheit, mal nachzufühlen, wie verbunden sich Menschen so fühlen.