Eine Hand voll Rosen, die Sonne, die die Ränder der weißen Wolkenberge silbern glänzen lässt, in einem großen, sehr warmen Pullover versunken, das kühle Licht, eine heiße Suppe, selbstverloren zubereitet, dazu Musik. Gemeinsam gegessen, still genossen. Meine kleinen Glücke heute. Ungestört. Zu Ende fühlen. Ungebremst. Sonntag halt. Gedanken reisen, ohne, dass ich irgendein Gefährt, Schiff oder Flugzeug entern muss. Einfach sein. Da. Wo. Ich. Gerade. Bin.
In diesem Sinne musste ich mich immer wieder zu den großen Gedanken aufschwingen, die mich stärken.
Was für ein Tag das war, dieser 21.3. Morgens macht eine abschließende Bemerkung zur Steuer 2017 das Fass „Kindsvater verweigert sich jeglicher Verantwortung für sein Kind und verdient auch noch dran.“, es jährt sich der Todestag meines Herzensfreundes, es ist WDSD18, World Down Syndrome Day, ich starte heute eine längere Reise – nein, keine Schiffsreise. 🙂
Mal sehen, wie gut ich von all dem lassen kann. 😉
Drückt mir die Daumen bitte, dass alles gut läuft. America, see you soon. 🙂
„Zu mancher richtigen Entscheidung kam es nur, weil der Weg zur falschen gerade nicht frei war.“ Hans Krailsheimer
Wie dankbar bin ich heute, dass diese falschen Wege versperrt waren. 🙂 Tja, eines ist mir klar: Erfahrenes ist wie ein Licht am Hinterkopf – es erhellt den Weg, den wir bereits gegangen sind. Zukunft liegt nun mal im Dunkeln. .-)
„Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum.“ Jane Fonda
Heute ist ein Tag, an dem mir mal wieder mehr als ein Licht aufgeht. Nicht nur die Sonne, die vom Himmel strahlt. Eine Freundin schenkte mir ein starkes Bild zum Thema Geduld. „Denk immer dran“, schrieb sie, „die meisten Ausbruchsversuche aus dem Gefängnis finden kurz vor Ende der Haftzeit statt.“ Erinnerungen sind wunderbare Fluchtpunkte, wenn die Geduld nicht so will, wie sie soll. 🙂 Also wenigstens in Gedanken: Auf nach Alaska. 🙂
„Wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Tränen des vergangenen Jahres des Menschen Seele reifen.“ Aus China
„Alles hat seine Zeit! Ein Spruch, dessen Bedeutung man bei längerem Leben immer mehr anerkennen lernt; diesem nach gibt es eine Zeit zu schweigen, eine andere zu sprechen.“ Johann Wolfgang von Goethe
„Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgend etwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind.“ Sir Arthur Conan Doyle
„Freunde sollten nur bei glücklichen Gelegenheiten und nur nach einer Einladung erscheinen. In Augenblicken der Not – ohne Aufforderung.“ Isokrates (436 – 338 v. Chr.), griechischer Redner
„Wenn uns einmal ein höheres Wesen sagte, wie die Welt entstanden sei, so möchte ich wohl wissen, ob wir imstande wären, es zu verstehen. Ich glaube nicht.“ Georg Christoph Lichtenberg
Hab ihn endlich gesehen, den Film : Aus dem Nichts. Alles an Gefühlen da: Ekel, Verständnis, Wut, Berechenbarkeit, Ärger, Bewunderung, Anerkennung. Sollte jedeR gesehen haben. Finde ich.
„Wichtig ist nicht, wie wir uns bewegen, sondern was uns bewegt.“ – Trudi SchoopDer wahre Engel 🙂
Das war wieder einer dieser Tage – einer dieser Tage, an denen ich sicher weiß, WARUM und WOZU ich in Hamburg lebe.
Wenn ich mich allein fühle, kann ich fast nirgends anders schneller wieder froh sein. Nirgends schneller an der Elbe. Fast nirgends schneller bei mir selbst. 🙂
„Wenn uns ein Übel trifft, so kann man entweder so über dasselbe hinwegkommen, daß man seine Ursache hebt, oder so, daß man die Wirkung, welche es auf unsere Empfindung macht, verändert: also durch ein Umdeuten des Übels in ein Gut, dessen Nutzen vielleicht erst später ersichtlich sein wird.“ Friedrich Nietzsche
„Wir leben nur einmal, und wer weiß schon, was morgen ist… Wir trauen uns nicht fragen, weil die Angst die Antwort frisst…..“
Ja, ich habe es getan. Nachdem meine Professorin mir das Buch geschickt, mein Sohn mir die Musik kredenzt und eine Freundin mir den Film empfohlen hat: Ich habe ihn mir angeschaut. Den Film: Dieses bescheuerte Herz. Ja, auch das Buch habe ich bislang zur Hälfte gelesen – und das Hörspiel gehört. Mein Sohn und ich haben ihn sogar zusammen gesehen. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, die Szenen mehr als gut zu kennen. Wenn es mir auch lieber wäre, nicht um das Leben meines Kindes bangen zu müssen. Und diese Streitereien zwischen Mutter und Sohn – oh je… habe mich schon das eine oder andere Mal erkannt oder erwischt gefühlt. Humor….usw….. 🙂
Da wir so selten zusammen ins Kino gehen können, haben wir an dem Tag gleich zwei Filme angeschaut. Vorher nicht wissend, dass in beiden Mütter rührend gewertschätzt wurden. 🙂
„Wunder“ war der andere Film – mein Sohn saß schniefend neben mir. Nein! Nix: Schnupfen! – Gerührt war er. 🙂
So einen coolen Vater hätte er gern gehabt, sagte er. 🙂 Tja, Leben.
Meine Professorin hatte angekündigt, dass sie, wenn ich „Dieses bescheuerte Herz“ gesehen oder das Buch gelesen habe, sie mit mir sprechen möchte. Na, dann werd ich sie bald mal besuchen. Sobald…… Ach. Einfach: Sehr bald.
„Die Vernunft ist, wenn sie unmittelbar wirkt, machtlos gegen die Leidenschaften, sie muß versuchen, die Leidenschaften gegeneinander auszuspielen. Darin besteht die Weisheit.“ Leo N. Tolstoi
„Worte können zerstören oder aufbauen. Achtsames Sprechen kann Glück erzeugen; unachtsames Sprechen kann töten. Achtsames Sprechen ist eine tiefgehende Übung.“ – Thich Nhat Hanh
„Wenn es einen Weg in was Besseres geben soll, erfordert es einen umfassenden Blick auf das Schlimmste.“ Thomas Hardy „If way to the better there be, it exacts a full look to the worst.“ Thomas Hardy
Schneeregen pladdert auf die Straßen, Autos und die Schirme, mit denen Menschen sich vor diesem kalten Nass zu schützen versuchen. Nicht sehr einladend. Auf dem Rasen hinterm Haus bleibt ein wenig davon liegen. Ganz ungestört. Als ich die Dokumenation über Irvin Yalom gesehen habe, brannte sich mir ein Satz ein: „Wenn es einen Weg in was Besseres geben soll, erfordert es einen umfassenden Blick auf das Schlimmste.“ Von Thomas Hardy. Ich habe mich sooooo bestätigt gefühlt. Und habe noch einmal neu begriffen, was Mut bedeutet. Nämlich: Genau das anzublicken. Das Schlimmste. Puuuuh. In einem Satz beschrieben hat Thomas Hardy, wofür andere ganze Abhandlungen verfassen. Sehr beeindruckend. Und aufs Neue inspirierend. Be or stay brave.