Einverstanden

„Leben wird nicht gemessen an der Zahl der Atemzüge, die wir nehmen, sondern an den Momenten, die uns den Atem rauben.“
Maya Angelou

Vakuum

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„Ein Vakuum, geschaffen durch fehlende Kommunikation, füllt sich in kürzester Zeit mit falscher Darstellung, Gerüchten, Geschwätz und Gift.“
Cyril Northcote Parkinson

Der Drang

Gestern hatte ich einen für mich vor allem emotional extrem anstrengenden Tag. Auf einem meiner Wege fand ich dieses Schild. Geklebt auf einen Altpapiercontainer.

Kluge Entscheidung! Dachte ich so bei mir – es an einem Ort zu platzieren, an dem sich regelmäßig Menschen einfinden, die gerade damit befasst sind aufzuräumen. Ihr Dachstübchen, ihren Keller, vielleicht sogar ihr Leben. An Empfehlungen zwecks dieser Art der Selbstoptimierung mangelt es ja momentan nicht wirklich. Egal wo. Und nachmittags sandte mir dann jemand, der mich sehr gut kennt, den Link zu folgendem Beitrag der Minimalisten. Volltreffer! 🙂 Zumindest bei mir! 🙂

Der Drang, andere zu überzeugen, ist überwältigend.
Oberflächlich betrachtet erscheint es tugendhaft, zu helfen,
zu instruieren, zu coachen, zu führen, zu motivieren.

Ratschläge zu erteilen, erweckt den Eindruck von Erhabenheit,
als ob wir die Pflicht hätten, die Misere der Welt zu mildern,
Menschen zu helfen, die auf dem „falschen“ Weg sind,
Menschen in die „richtige“ Richtung zu weisen.

Wir sind alle Zwischenhändler inmitten einer Selbsthilfe-Epidemie.

Schauen Sie nur mal in die sozialen Medien.
Experten, die über Nacht Ratschläge verkünden:
Du solltest früh aufstehen.
Du solltest das nicht essen.
Du solltest Veränderungen annehmen.
Du sollst nicht ängstlich werden.
Du solltest deine Gewohnheiten ändern.
Du solltest keine Socken mit Sandalen tragen.
(Okay, vielleicht haben sie mit dem letzten Punkt recht.)

Aber in Wirklichkeit gibt es kein „sollte“.
Das gab es noch nie.
Und ohne diese Sandburg aus „sollte“.
beginnen alle Ratschläge im Wind zu zerbröseln.

Jedes Mal, wenn wir jemandem einen Rat geben,
mag es sich so anfühlen, als käme es von einem Ort der Liebe,
aber in Wirklichkeit ist es das Ego, das sagt.
Ich weiß, was das Beste für dich ist.

Die Implikation davon ist beunruhigend:
Ich habe recht, du hast unrecht,
und wenn du dich mir unterordnest,
werde ich dich in Ordnung bringen.

Wie kann das liebevoll sein?

Es gibt kein größeres Ego als das des Helfers.
Der hilfsbereite Mensch kann einfach nicht anders.
Er fühlt sich verpflichtet, einen Adler vom Himmel zu holen, um ihn vor dem Absturz zu retten,
einen Delfin ans Ufer zu zerren, um ihn vor dem Ertrinken zu retten.

Das ist das Gegenteil von hilfsbereit.
Ich weiß das, weil ich es schon tausendmal getan habe.
Und das tut mir leid – tausendmal.

Meine erste Versuchung ist es, das alles ungeschehen zu machen.
Jede Ermahnung, Empfehlung, Anregung und Meinung.
Alles aus den letzten 39 Jahren.

Aber wir können nicht neu beginnen, indem wir die Vergangenheit auslöschen.
Wir können uns nur im ewigen Jetzt nach vorne bewegen.

Vielleicht habe ich eine Allergie gegen Ratschläge entwickelt.
weil das Erteilen von Ratschlägen nur das Ego füttert.

Das Ego ist keine „schlechte“ Sache.
Genauso wie Feuer nicht „gut“ oder „schlecht“ ist.
Es kann dich wärmen; es kann dich verbrennen.

Der Wunsch, zu helfen, ist auch nicht gut oder schlecht.
Er entsteht aus unzähligen Gründen,
die alle zum Ego gehören.
Und das Ego zu stärken ist ein todsicherer Weg, den Frieden zu verringern.

Ratschläge zu erteilen bedeutet, sich selbst auf ein Podest zu stellen,
einen Sockel, auf dem kein aufrichtiger Mensch ruht –
Es erfordert, dass wir auf andere herabschauen,
was eine verabscheuungswürdige Position für jeden Menschen bedeutet.

Ratschläge? Nein!
Ich will Dir nicht helfen;
Ich will Dir auch nicht nicht helfen.
Ich möchte Dich lieben.

Liebe erfordert, die Wahrheit zu sagen
unabhängig davon zu sein, ob es jemandem „hilft“.

Wenn es hilft, ist das in Ordnung.
Wenn nicht, ist das auch in Ordnung.
Die Annahme ist Sache des Empfängers.

Die Wahrheit wird durch ehrliche Beobachtung offenbart,
durch Suche und Gewahrsein,
durch eine Erforschung von Widersprüchen
und durch ein tieferes Verständnis der Art und Weise, wie Dinge sind.

Um es klar zu sagen: Dies ist keine Empfehlung.
Ich denke nicht, dass Du irgendetwas tun „solltest“.
Ich vertrete in diesem Text nicht meinen „Standpunkt“.
Ich dränge Dich auch nicht dazu, meine „Botschaft“ zu verstehen.
Ich hoffe nicht, dass ich Dich von irgendetwas überzeugen kann.

In dem Moment, in dem wir versuchen, jemanden zu überzeugen, haben wir den Sinn verloren.

Überzeugen, beeinflussen, sich beweisen…
das sind alles Stränge, die denselben Schirm spannen.

Die Wahrheit erfordert keine Überzeugungsarbeit, kein Zureden, keinen Zwang –
sie ist die Wahrheit, ob man überzeugt ist oder nicht.

So wie die Liebe.

By Joshua Fields Millburn

https://www.theminimalists.com/convince/

Nicht erst einmal habe ich mich mit anderen ausgetauscht über meine Reaktionen auf Imperative, Ratschläge, Aufforderungen. Die „Sie sollten!“ „Du musst!“ Problemlösungsempfehlungen. Die „Ich weiß, was für Dich gut ist!“ Angebote. Laut werde ich deshalb nicht, aber zurückhaltend. Ich beobachte mich. Spüre, was mich sauer macht, was mich rührt, was mich aufbringt, was mich erheitert oder amüsiert, was mich befriedet. Wann ich mich „genötigt“ fühle, zu raten, zu helfen, einzuspringen, zu erledigen. Wann ich selbst gern Hilfe hätte. Begleitung. Obhut. Fürsorge. Was mich das Fürchten lehrt. Was mich erleichtert. Was mich erschrickt. Was mich zurückweichen lässt. Was mich antreibt. Eines ist klar: Wenn ich Rat, Empfehlungen oder Hilfe will – bitte ich darum.

Im letzten Jahr habe ich mich viel im Netz getummelt. Dass es kein Ersatz für die echte Begegnung ist, war klar. In den letzten drei Monaten war es für meine Verhältnisse viel. Zu viel sogar. Neben sehr wertvollen Begegnungen bin ich auch erneut damit konfrontiert, wie viel Zeit ich für mich brauche. Für mich allein. Und wie schnell ich das Gefühl entwickle, mich abgrenzen zu müssen. Besonders im Netz. Mein Leben lang war/ ist es mein oberstes Gebot, mich nicht zu verraten, mich nicht zu verstellen, mich nicht zu unterwerfen. Und mich nicht zum Handlanger machen zu lassen. Und das werde ich auch im Netz nicht tun! Das erfordert neben Wachsein und Aufmerksamkeit auch eine Menge Humor. Und Geduld – mit mir selbst. Und mit meinen eigenen inneren Reaktionen auf die Einlassungen anderer. Diese Reaktionen positiv zu nutzen – DAS ist mein Auftrag an mich selbst. 🙂

Thank you for talking about TRUTH – dear Minimalists!!!! I am deeply touched. https://www.theminimalists.com/convince/

Eine der Aufforderungen, die ich richtig gut haben kann, ist eine musikalische dieser Art! Danke an Felix Meyer!

Die Flut ist auf dem Weg hierher

I do my very best... always!
Der Weg ist weit bis Nimmerland…..

Schnee von Gestern

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„Alles geht immer weiter, nur die Zeit bleibt immer gleich“ F. Meyer

Die Gaben der Unvollkommenheit

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„Wie genau wir uns selbst kennen und verstehen, ist von entscheidender Wichtigkeit. Wenn wir aber den Wunsch haben, ein Leben aus tiefstem Herzen zu führen, dann gibt es etwas, das noch bedeutsamer ist: nämlich uns selbst zu lieben.“ Brene  Brown

 

Ich sage einfach mal DANKE – für einen wunderbaren Geburtstag, scheinbar unendlich eintrudelnde Glückwünsche, wunderbare Spiele, ebenso so entspannte Gäste, sinnige Mitbringsel, hochprozentige Geschenke, helfende Hände, kalorienreiche Kuchen, ein Blumenmeer – und soooo viel Liebe. Danke.

Auf ein Neues!

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„Jeder hat eine geheime Welt in sich. Alle Menschen dieser Welt, ich meine alle. Egal wie stumpf und langweilig sie nach außen hin auch sein mögen, in sich haben sie alle unvorstellbare, großartige, wunderbare, verrückte, erstaunliche Welten. Nicht nur eine Welt. Hunderte von ihnen. Tausende vielleicht.“ Neil Gaiman

Möge das neue Jahr Euch diese Welten bereisen lassen.

Ich danke Euch für alle Hilfe, Begleitung, Tipps, Liebe, Freundschaft, Einladungen, Herberge,  Zuhören, Antworten, Fragen, Aufträge, Vertrauen und Fürsorge im letzten Jahr. Mit Euch war Schweres einfacher, Schönes schwerwiegender, Kompliziertes lösbarer, Erfolgreiches besser zu teilen, Gelungenes erkennbarer, Verzweiflung auszuhalten, Unabänderliches akzeptieren. DANKE!

Euch wünsche ich jede Menge Gesundheit, Geduld, Humor, Gelassenheit, wertvolle Einsichten und gute Absichten. Und Freunde, die an Euch glauben, wenn Ihr es selbst gerade mal nicht könnt. Menschen, mit denen Ihr lachen, essen, singen, sprechen, schweigen und genießen, einander zuhören und Euch spiegeln wollt. Oder mit denen Ihr einfach mal gehen, was wegschaffen, schleppen, aushalten oder erdulden könnt.

Es gibt viel zu tun!

 

Ein frohes, neues Jahr! Happy 2019!

 

 

 

 

Zeichen der Weihnachtszeit

 

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„Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.“ Aldous Huxley

 

Gestern war ich eingeladen in die Elphi – kurz vor dem Konzert habe ich mal gefragt, was ich mir so vorstellen darf. Noch nie hatte ich etwas gehört von Felix Meyer.  Eine Überraschung war es für mich. Kontrabass, Akkordeon, Hanpan, Banjo, Cajon, Flüstertüte, diverse Gitarren, Bässe, gigantische Stimmen, kluge Texte, excellente Arrangements – alles, was mein Herz begehrte. Und die Kombi erst. Ich liebe es einfach, wenn Menschen können, was sie leidenschaftlich tun. Aber das wisst Ihr ja schon. 🙂  Ich sag mal so: das war mein Weihnachtskonzert.

Gerade stehen die Zeichen eben auf Weihnachten.  Möge der versprochene Friede Euch beseelen, die ersehnte Ruhe leicht zu finden sein. Mögen gute Töne Euch tragen, und Ihr in die eine oder andere schützende Umarmung fliehen können. Vielleicht kocht Ihr für jemanden, oder werdet fürstlich bewirtet. Mögen Euch Freundschaft, Liebe, Verbindlichkeit, Vertrauen, Geduld, Gesundheit, Fürsorge und ein Mindestmaß an Humor und Gelassenheit auch zum Ende des Jahres noch als Polster dienen.

Happy Holidays!

 

 

 

 

 

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