Das Leben spinnt…

Hannah Arendt, Ich selbst, auch ich tanze, Die Gedichte, Piper München Berlin Zürich, 2015, 157 S.

Solange schon kenne ich dieses Gedicht. Und so lange schon genieße ich die Gedanken der Hannah Arendt. So wunderbar komplex. Nachhaltig. Klug. Politisch. Berührend. Zum Eintauchen.

Mindestens so lange wie sie und ihre Gedanken begleitet mich diese Musik:

Viel versprechend

„Versprechen sind die einzigartige menschliche Art, die Zukunft zu ordnen, sie vorhersehbar und zuverlässig zu machen, soweit dies menschlich möglich erscheint.“    Hannah Arendt

In den letzten Monaten werde ich überschwemmt von Mails, die Angebote bergen, mich „gefragt“ zu machen. Mir zu helfen. Ungefragt übrigens. Von: Gewinnen Sie Follower! Wenn Sie mich nur gut genug bezahlen, werden sooooooo viele Ihrem Profil folgen!!!!! Bishin zu: „Ich bringe Ihnen das Glück, das Sie verdienen!“ Geldanlagen nicht zu vergessen. Riskomanagement könne ich lernen, Grundstücke kaufen, in Immobilien investieren, Autos leasen. Mich mit meinen Finanzen beraten lassen. Nicht zu vergessen, wer mir alles Kredite anbietet. Coachen wollen mich auch viele. Online. Kostenfrei. Meine Texte sollen besser werden, wenn ich die meinen nur erst einmal habe richtig unter die Lupe nehmen lassen. Der Diversität der Angebote scheint keine Grenze gesetzt.

Was mich wirklich amüsiert: Die Algorithmen können nicht gut funktionieren. 🙂 Sonst hätte ich wahrscheinlich keines dieser Angebote bekommen.

Wenn die wüssten! 🙂

Mich inspirieren meine Assoziationen zu diesen Angeboten. Die zwischen Genervtsein und der Frage, wie sie auf mich kommen. Und der Erkenntnis, dass es den Anbieter:innen NICHT um mich persönlich gegangen sein kann.

Beruhigend: ehrlich gesagt.

Fühlt sich so an, als wenn mir doch ein bisschen Privatsphäre bliebe. 🙂

UND: Wieder und wieder wird mir klar, dass ich als Person, mit dem was ich bin, kann und tue, wirke(n möchte). Nicht „nur“ mit dem Bild von mir.

Auf ein Neues!

Alt und Aktuell

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»Im Kulturellen und im Politischen, also in dem gesamten Bereich des öffentlichen Lebens, geht es weder um Erkenntnis noch um Wahrheit, sondern um Urteilen und Entscheiden, um das urteilende Begutachten und Bereden der gemeinsamen Welt und die Entscheidung darüber, wie sie weiterhin aussehen und auf welche Art und Weise in ihr gehandelt werden soll.« Hannah Arendt

Als säße sie hier um die Ecke und rauchte in Ruhe ihre Zigarette, während sie uns beobachtet. Und als mahnte sie uns noch immer: Hannah Arendt. Welch eine vorbildlich mutige Denkerin. Dachte halt ohne Geländer. Und ermutigte auch mich schon früh dazu.

 

 

 

Der Baum

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„Eine Welt, die Platz für die Öffentlichkeit haben soll, kann nicht nur für eine Generation errichtet oder nur für die Lebenden geplant sein; sie muss die Lebensspanne sterblicher Menschen übersteigen.“ Hannah Arendt

„Tief und radikal ist immer nur das Gute!“

Happy Birthday! 108 Jahre……

Der Tagesspiegel gratuliert

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So lange schon befasse ich mich mit den Denkweisen Hannah Arendts. Nicht zuletzt klebte ihr Zitat: „Keiner hat das Recht zu gehorchen“ schon seit meinem Referendariat auf meinem Kalender. Die Karte wandert von Jahreskalender zu Jahreskalender- wirkt nie neu, erinnert mich aber immer wieder an die Chuzpe, die diese Frau hatte, „ohne Geländer“ zu denken und ihre Meinungen zu vertreten.

Ich hatt130328_poster_gross_200e entschieden, allein ins Kino zu gehen. Die Karte hatte ich vorbestellt. Zum Glück! Die vielen Enttäuschten, die das Passage Kino am Nachmittag wieder verließen, hatten mit einem solchen Ansturm wohl nicht gerechnet. Das Durchschnittsalter lag gefühlt bei über 65. Egal. Bepackt mit Einkaufstüten drängelten sie sich zu ihren bestellten Sitzen.

So sehr ich mich auf diesen Film gefreut habe, so gespannt war ich auch auf die filmische Umsetzung. Auf die Dialoge, auf die Szenen,  Sprache und  Schnitte, die Margarthe von Trotta wohl wählte, um die Dichte und den Mut, die Inhalte, die Beziehungen, die Freundschaften, die Enttäuschungen, die Angriffe zu bebildern. Die Originaldokumente vom Eichmann Prozess einzubinden, war sicherlich eine kluge Entscheidung.  Ich war so gefangen, dass ich nicht weiter auf technische Dinge geachtet habe.  DAS ist für mich ein gutes Zeichen. Ich kann diesen Film nur empfehlen, weil er mich berührt, meine Phantasien bestätigt, etc hat. Es ist sicherlich kein „Event“ Kinofilm, eher eine Dokumentation im Spielfilmcharakter, Fernsehfilm vielleicht. Ich hätte ihn lieber in Schwarz Weiß gesehen, so trist, wie ich die Farben des 60er Jahre Ambientes empfand. Es war aber gut, ihn mit Anderen, wenn auch vor allem Fremden, zu sehen.

Fazit: Den Film auf jeden Fall anschauen!     http://www.hannaharendt-derfilm.de/

Der Film wirkte so vor sich hin. In den Abend hinein, durch die Nacht hindurch.  Auch heute morgen noch wusste ich nicht, was ich wirklich zu dem Film sagen oder gar schreiben soll. Die Themen Antisemitismus, Eichmann, Judenräte etc  sind sehr komplex. In mir war  die Neugier entfacht, mich mal wieder mehr mit Hannah Arendts Denkprozessen zu beschäftigen.

In einem Interveiw mit dem WDR schilderte Margarethe von Trotta ihre Zugänge:

„WDR.de: Ihr Film macht im besten Sinne den Kinosaal zum Hörsaal. Am Ende macht er bei den Zuschauern vor allen Dingen eins: Lust, sich mit Hannah Arendt auseinanderzusetzen. Welches Buch von ihr empfehlen Sie besonders?

von Trotta: „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ ist in der Tat ein guter Einstieg, weil dieses Buch am einfachsten zu lesen ist. Da erfahren wir auch viel über uns selber und unsere Geschichte.“

Schade, dass heute Sonntag ist. Alle Buchläden sind geschlossen. Ansonsten läse ich wohl schon den ganzen Tag in dem Buch:

31ieWHgJTKL._SL500_AA300_ Verlernen: Denkwege bei Hannah Arendt

Marie Luise Knott + Nanne Meyer

15.September: International Day of Democracy

Die UN hat den 15.9.  zum „Internationalen Tag der Demokratie“ erklärt. Ich hoffe inständig, dass der nie abgeschafft werden muss.

Der Freitag:         Kluge Gerdanken von Magda:             Eine Ermutigung

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Ansonsten fand ich darüber heute weniger geschrieben als über die Landtagswahl in Bayern, die Automesse und den PromiBB.  Ich hoffe schwer, dass in der nächsten Woche etwas geschieht, das ich gutheißen kann, das ich demokratisch finde.  Ansonsten könnten wir unsere Regierung ja mal zum „POLIT – BB“ anmelden. Garantiert gute Quoten. Oder doch nicht??

So etwas wäre sicher aufschlussreicher als das, was wir gerade so zu spüren, zu hören und zu sehen bekommen. Wir sollten mal hinter deren Kulissen schauen dürfen. Wer weiß schon, wie viele gänzlich Ungewählte und uns Unbekannte eigentlich regieren.

Hat jemand eine Idee, welche Figuren dieses Schmieren-theater moderieren könnten oder sollten ?

Info:

International Day of Democracy will be held on September 15th. The word ‚Democracy‘ comes from two Greek words: ‚Demos‘, which means ‚The people‘, and ‚Kratein‘, which means ‚To rule‘. Throughout history, democracies have flourished, been threatened or replaced by authoritarian rule only to re-emerge in societies all over the world today. The UN strives to achieve its goals of peace, human rights and development. It believes that human rights and the rule of law are best protected in democratic societies. The UN also recognizes a fundamental truth about democracy everywhere – that democracy is the product of a strong, active and vocal civil society.

Was müssen wir erst wieder verlernen?

Was haben wir

outside
Sitzen wir drin oder draußen?

übersehen,
vergessen,
nicht mitbekommen,
verdrängt,
aufgeschoben,
ignoriert,
vernächlässigt,
genossen,
gebilligt,
genutzt,
konsolidiert,
hingenommen,
abgewehrt,
geschluckt,
verdaut,

gescheut,
genehmigt,
gekauft,
verramscht,
geglaubt,
geleugnet,
abgesegnet,
unterstützt,
deligiert,
missverstanden,

zugelassen,

dass wir so manipulierbar geworden sind, und es so vieles gibt, was bei uns heute Trauer, Ohnmacht, Wut und Ärger schafft?

Was genau müssen wir wieder verlernen?

„Niemand hat das Recht zu gehorchen“ – Hannah Arendt

ilovemyjournals

Hannah Arendt:

Inhaltsangabe & Details

FSK ab 6 freigegeben

„Hannah Arendt (Barbara Sukowa) arbeitet als Reporterin für „The New Yorker“. 1961 nimmt sie im Auftrag der Zeitung am Eichmann-Prozess in Jerusalem teil. Die anerkannte Philosophin und Schriftstellerin will anhand des Prozesses den Charakter des verantwortlichen Nazis verstehen. Zu diesem Zweck protokolliert sie akribisch das Verfahren, das weltweit für Aufsehen sorgt. Sie verarbeitet ihre Erfahrungen in mehreren Artikeln. Dadurch entsteht ihr berühmtestes und zugleich umstrittenes Werk „Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht von der Banalität des Bösen“, das bei vielen aufgrund ihrer Darstellung des Angeklagten auf ein zwiespältiges Echo stößt. Arendt sieht in Eichmann nicht das große Monster, für das ihn die Menschen halten. Vielmehr sieht sie in ihm einfach nur einen Täter, der seine Befehle bestmöglich ausführen wollte. Ihre Sicht und Erkenntnis hat für die Frau weitreichende Konsequenzen – Freunde lösen sich von ihr und im Alltag erfährt sie Ächtung und Ausgrenzung. Jedoch bleibt sie standhaft, denn sie will verstehen, auch wenn dies heißt, die Gedanken dahin zu führen, wo sie wehtun.“ Quelle http://www.filmstarts.de/kritiken/198292.html

Ich freue mich sehr auf den Film über eine der mutigsten Frauen, von denen ich weiß.

Habe nicht zu hoffen gewagt, dass sich jemand an die Verfilmung traut.

Rezension folgt nach dem Besuch des Films.

 

 

 

 

 

„Stupid is as stupid does“ Bubba Gump

„Nobody has the right to obey“  Hannah Arendt 1906 – 1975

I love my journal, my calendar – daily reminding me of what`s important to and for me!  🙂 I keep on putting this mark on the U1 of my journal each year,  since I found this card – 10 years ago. A long time before I started to look for it., and even longer ago than searching for this card I got this message!!! Early childhood maybe. 🙂

I know: The biggest part of my consciousness is the unconscious one. (nearly 85%). But whatever: I like to stretch out the part of consciousness a little bit by reflecting, asking for stories behind stories, by being  deeply interested in people.

It seems logical to me, becoming a journalist, photographer and an analytic and systemic orientated therapist. 🙂

So I never stopped asking ( myself): WHAT FOR or WHOM SHOULD I OBEY? If there is a good effect or impact of „obeying“ or following an advice or an idea: I (will) do that! Very important for me: I have to trust the persons or ideas, who are offering or asking me to do that.

 

I like to spread these words….   I  like too, that more  and more people  have the chuzpe to think and act like that and stop complying -unreflected -with others (more or less helpful) regulations – especially in the the field of organized education and employment. We should be more. I would never connotate this with „independence“. One effect: It makes me more aware of the „interdependences“ between a lot of what happens in my life and the world I am living in.

Bubba Gump pointed it out!  „Stupid is as stupid does!“  Shrimps Co. 🙂

Sorry for my „No-native-speaker“-English – I did my very best  .-)

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