Integration!?! Dazwischen ist am meisten Platz…

Diesen Beitrag habe ich 2011 verfasst. Leider ließ er sich nicht einfach rebloggen.

Hier also der Link:

https://ulla-keienburg.com/2011/07/04/integration-dazwischen-ist-am-meisten-platz/

Gedanken von einer, die schon immer  außen, drüber, drunter, neben oder hinter war.

Trotz deutscher Staatsangehörigkeit war ich für meine Landsleute besonders im eigenen Land schon viel ZU:

Die Wünsche der Chefs painted by UK

Zu lang, zu alleinerziehend, zu aufmüpfig, zu wenig angepasst, zu berufstätig, zu schnell, zu genial, zu bunt, zu unabhängig, zu ungehorsam, zu groß, zu früh, zu kritisch, zu allein, zu klug, zu frech, zu ehrlich, zu Frau, zu…  was auch immer.

Als mein Sohn mit seiner Behinderung das Bild dann noch vervollständigte, erfand ich die Marke: Personifizierte Ansammlung von Randgruppen.

Lange kämpfe ich für „Integration“ – schon seit den Zeiten, in denen `man` darunter noch die „Gemeinsame Erziehung Behinderter und Nicht Behinderter“ verstand.  Ein wenig sprachpingelig empfand ich den Begriff immer schwierig. Integrieren muss ich nur, was ich zuvor aussonderte. „Teil des Ganzen zu sein“ wäre meine Wahl gewesen. Oder „Inklusion“. Am Besten gar nicht drüber reden – einfach SEIN. Dazu musste erst mal die UN- Menschenrechtskonvention verordnen, dass man sich ihren Regularien widme.

Irgendwann habe ich mir eingestanden, dass ich damit auch versucht habe, selbst „Teil des Ganzen zu werden“, meinen unauffälligen Platz in dieser Gesellschaft zu finden, wollte auch mal „normal“ sein. Bis ich feststellte, dass dieses „Normal-Sein“ oft unglücklich stimmt, abhängig macht. Die Menschen  sind verführt, ihre Nerven und Bankkonten bis zum Anschlag und darüber hinaus dafür zu belasten, dass sie „gut“ dastehen. Ihre Moral belasten sie anscheinend auch ( siehe Plagiatsaffären). Ich wollte aber nicht stehen, nicht im Garten nach vierblättrigen Kleeblättern suchen, währendessen evtl. verpassen, wenn Gelegenheiten und Chancen an die Tür klopfen. (um Herrn Chrysler zu zitieren) Und ich traf  in den Kontexten sehr viele Menschen, die sich selbst nicht leiden können und nicht mögen, was sie tun.  Sie buhlen um Anerkennung von Kollegen oder Chef, bangen um ihre Jobs, beherrschen und nutzen das jeweilige „Bull Shit Bingo“ – aber beim ersten Funken Leben kapitulieren sie.

Und nach dem X-ten Versuch, mich zu „normalisieren“, mich selbst in eine Schublade zu stecken, mich selbst meiner gefühlten Freiheit zu berauben, habe ich mich auch beruflich (wieder) selbstständig gemacht. Endlich!!!

Wenn ich sehe, wer sich heute diesen Themen wie „Integration“ und „Inklusion“ widmet: Dann sind es doch Organisationen, deren Personalverantwortliche und Führungskräfte nicht einmal Diversität in den eigenen Reihen dulden,  (h)aushalten oder sie gar nutzen könnten oder wollten. Naja: Vielleicht suchen diese ja nur eine Daseinsberechtigung. Problembeschaffungsmaßnahmen: Damit sie alle wichtig bleiben.

Zwischen all den Grenzen, die ich sah, erlebte, setz(t)e,  die „andere“ so zogen, entstand dann ein Profil, was mir gefiel. Wie ein Bild von Wilhelm Busch gemalt – zeichnete  und zeigte sich meine Existenz. Die entdecken zu können, habe ich meinen Wurzeln, meinem Sohn und all den Auseinandersetzungen mit Menschen zu verdanken, die mich gern kleiner oder anders oder gehorsamer oder auch klüger oder flexibler gehabt hätten.

Danke! Das hat mich stark und beweglich gemacht.

Und ebenso dankbar bin ich den Menschen verbunden, die heute meinen Blick von außen, oben, unten, hinten, durch sie hindurch manchmal, zu schätzen wissen, meine Ideen  und Begleitung honorieren. Sogar bezahlen.

DAZWISCHEN ist am meisten Platz.

Ich frage mich

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Ein Mann rannte auf Sokrates zu.

„Sokrates, Sokrates! Weißt Du, was ich gerade über einen Deiner Schüler gehört habe?“

„Warte einen Moment“, sagte der Philosoph. „Bevor Du mir davon erzählst, möchte ich, dass Du einen kleinen Test machst, den ich ‚die drei Siebe’ nenne.“

„Die drei Siebe?“

„Ja. Bevor Du aussprichst, was Du sagen willst, prüfe es. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast Du absolut sichergestellt, dass es wahr ist, was Du mir erzählen willst?“

„Äh, naja, nein … ich hab eigentlich nur davon gehört.“

„Gut. Du weißt also nicht, ob es wahr ist oder nicht. Lass uns zum zweiten Test kommen. Das Sieb der Güte. Ist, was Du mir über meinen Schüler erzählen willst, etwas Gutes?“

„Nein, im Gegenteil.“

„Aha, Du willst mir also etwas Schlechtes über meinen Schüler erzählen, obwohl Du nicht weißt, ob es wahr ist.“

Der Mann zuckte die Schultern. Er wirkte inzwischen etwas betreten.

Sokrates fuhr fort: „Vielleicht besteht das, was Du mir sagen willst, ja den dritten Test. Das Sieb der Nützlichkeit. Ist, was Du mir mitteilen möchtest, hilfreich für mich?“

„Also … nein, nicht wirklich.“

„Wenn es weder wahr ist, noch gut oder zumindest nützlich, warum solltest Du es mir dann überhaupt erzählen?“

Der Mann verstummte, er schämte sich und ging fort. Er hatte verstanden.

gefunden bei My Monk

Kluge Fragen! Finde ich.

Ist es wahr?

Ist es gut?

Ist es nützlich?

Die Antworten schaffen in der Regel Platz für Neues.  🙂

 

Klug

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„Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Antworten. Ob ein Mensch weise ist, erkennt man an seinen Fragen.“ ©Nagib Mahfuz

Danach

 

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„Am Abend ist man klug. Für den vergang’nen Tag.  Doch niemals klug genug für den, der kommen mag.“ Friedrich Rückert

 

Antworten oder Fragen?

Das bleibt wohl gültig 🙂

Ulla Keienburg s Blog

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„Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Antworten. Ob ein Mensch weise ist, erkennt man an seinen Fragen.“ Nagib Mahfuz

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