Freundschaft(lich)

Fundstück

In der letzten Woche ist mir beim Aufräumen eine Buchhülle in die Hände gefallen. Diesen Einband habe ich viele Jahre genutzt – und bei einer der Umräumaktionen ist sie mir abhandengekommen. Die Buchhülle. Nicht die Freundschaft. 🙂

Immer noch liebe ich dieses Gedicht von Eva Strittmatter. Es mag alt sein – aber es ist aktuell. Für mich so wertvoll wie immer, seit ich es kenne. 🙂

Und ich kenne es schon lange. Sehr lange.

🙂

Freundschaft

„Freunde sind mir die, mit denen ich

Essen und trinken und reden kann.

Die mich in meiner Küche kennen,

Und denen ich sage: Komm setz dich ran.

(Keine Probleme und Komplikationen:

Wie füttert man den? Ist der Schnaps gut genug?)

Mit denen ich gemeinsam in den Jahren

Meine und ihre Lasten abtrug:

Krankheit der Kinder und Weltüberdruss.

Mit denen ich die Nächte zerrede.

Und doch kommt es nie zu einem Schluss.

Das kann auch über Fernen bestehen.

Auch wenn man sich lange Zeit nicht sieht:

Halten wir nur aneinander fest,

Was immer sonst auch mit uns geschieht.

Freundschaften sind wie Abenteuer,

An die man sein ganzes Leben setzt.

Versagt man oder wird man verraten,

Hat man sich mehr als die Haut verletzt.“

Eva Strittmatter

Danke, dass ich solche Freundinnen und Freunde habe!

In diesem Sinne wünscht Euch von Herzen
eine gute Adventszeit

Was wir allein nicht schaffen

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Heute ist mir nicht wohl. Ich vermisse meinen Sohn. Erlaubt wäre mir, ihn im Garten für zwei Stunden auf zwei Meter Abstand mit Maske zu sehen. Ich kenne gerade keine schlimmere Strafe, als mir eine Umarmung verkneifen zu müssen bei einem Treffen mit ihm. Dafür fahre ich mal nicht vier Stunden mit dem Auto hin und die gleiche Zeit noch mal zurück.

Nein, das ist nicht das erste Mal. Nur das erste Mal habe ich das Gefühl, dass ich es auch schreiben möchte. Hier. Einfach mal teilen.

Gefühle sind schließlich keine Krankheit. Sie entladen sich eben mitunter. Und bevor dafür ein großer Anlass geschaffen werden muss, schaue ich in den Spiegel und frage mich: WAS genau stimmt mich denn nun eigentlich traurig oder wütend oder zuversichtlich? Kein einfaches Unterfangen. Denn Gründe für schlechte Gefühle gibt es ja aktuell genug. Ich mag aber nicht auf die Straße gehen, Schilder hoch halten, Schreien, Klatschen. Ich mag dafür sorgen, dass in mir Ordnung ist. Die Ordnung außen ergibt sich erfahrungsgemäß dann fast von allein.

Und dabei Hilfe zu haben durch einen Gedankenanstoß, ein Lied, Klänge, Bilder, Support, Erlebnisse, Anregungen aller Art…..   genieße ich.  Es lebe der Dialog mit dem Außen. Vielleicht ist er so inspirierend, weil er so anders ist als noch vor Corona. Wer weiß das schon.  🙂

Ich wünsche Euch – was oder wen auch immer – mit dem Ihr „dat schaffe“ könnt.

Vergehen

Und trotzdem fühlt es sich so an…… 🙂

Ulla Keienburg s Blog

vorbei schnell„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“ George Orwell

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Große Trauer und ein Hilferuf #einBuchfuerKai | ChiliConCharme

http://www.chiliconcharme.de/2015/05/20/grosse-trauer-und-ein-hilferuf-einbuchfuerkai/

Danke an Bianca und allen, die helfen.
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Die Krankheit ist Challenge genug! #ALS

In den letzten zwei Jahren sind vier mir bekannte Menschen an ALS gestorben. Bei Debbie dauerte es vier Jahre von der Diagnose bis zum Tod. Bei Frank und den beiden anderen hatte es die Krankheit besonders eilig.

beginning new hope
Für Debbie und Frank

ALS ist unheilbar. Niemand kann sagen: So, jetzt machen wir mal Chemo oder operieren, bestrahlen oder medikamentieren.  Da sagt einem der Arzt nur: „Es tut mir leid!“

Um die Nöte aller Beteiligten zu lindern, braucht es wohl noch eine Menge Ideen – und Geld, um sie zu finden. Damit Diagnostik und Therapie in Deutschland vorangetrieben, die Kenntnisse um die Symptome verbreitet werden können, habe ich an die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. gespendet.
Es muss kein Wasser im Agregatzustand Eis (mehr) über jemandem ausgeschüttet werden. Anstelle dessen lässt sich auch direkt die Überweisung tätigen. An wen auch immer – Bedarfe gibt es wohl genug.

ALS kann jeden treffen.

Danke an die 3 Liköre aus Köln.

„Warum tust du das?“

„Weil ich es kann!“ „Weil ich es will!“

Bewegt hat offensichtlich die Deutschen, Frauen mehr als Männer, der Auftritt der Monica Lierhaus. Zwischen „Anrührend“ – „Heldin des Tages“ – „Tabubrecherin“ – und dann auch noch der Heiratsantrag!

Wohin es mich, das lesend, trieb?  Zum Thema: „Verantwortung“…  Sie hat sie offensichtlich für sich übernommen!

Ist es das, was Menschen (an ihr) bewundern?

Fühlen sie sich aufgefordert, das auch zu tun?

Oder reicht es ihnen, zu Tränen gerührt zu applaudieren und zu bewundern?

Oder fühlen sie sich klein, weil sie sich  selbst nicht zutrauen, so etwas zu schaffen?

Mysterium Mensch!

 

 

 

 

Wir haben das Recht, Verantwortung zu übernehmen! Tun wir es doch! 🙂

 

 

 

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