Back to the Garden

„And we’ve got to get ourselves
back to the garden “ Joni Mitchell

Keep on Rockin`

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Meine erste LP ever war von Neil Young –  und das war nicht die letzte Musik, die ich mir angeschafft,  der ich gelauscht, die ich beklatscht,  bei der ich mitgegröhlt,  die ich vertanzt habe und  sogar auch selbst gemacht habe. 🙂 Letzteres weit aus seltener.  🙂

Aber: sie hat mich immer energetisiert, getröstet, angestiftet, inspiriert, unterstützt, begleitet und aufrecht gehalten und mitunter sogar gesund gemacht.  🙂

 

Mal wieder Woodstock

No comment

Wörtlich Genommen

„Oberflächliche glauben an Glück und Zufall. Tatkräftige glauben an Ursache und Wirkung.“ Ralph Waldo Emerson

Full impact – Über die Begegnung mit Sam Abell

Als ich heute meine Bücher für die anstehende Reise zusammen suchte, meine Kamera und Zubehör vorbereitete, fiel mein Blick wieder auf das Buch: The Life of a Photograph von Sam Abell.

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass ich an einem Workshop teilnahm, in dem ich mehr über Fotografie lernte als je zuvor. Es waren nicht „Technik“ und „Tricks“  als vielmehr die unschlagbare Motivation und der „Inner attitude“ des Sam Abell, die mich aufrüttelten.

Als ich während des Workshops damals meine Zweifel an meinem geplanten Foto-„Ratgeber“ äußerte, meine Ängste formulierte, dass der eine oder andere Fachmann der Fotografie das nicht „richtig“ finden könne, was ich da schreibe, ging er kurz in sich.

Als Ergebnis: Der Titel des Buches könnte sein: „What would Ulla say?“ In dem Moment legte sich ein Schalter um. Ich gebe zu: Selten habe ich mich so „empowered“, so bestärkt gefühlt wie durch diese Begegnung. Ich habe zwar nie dieses Buch gemacht – doch seither blogge ich. Und ich habe mich ermutigt gefühlt, MEINEN Blick auf die Welt, Gedanken und Emotionen in den Aufnahmen sichtbar zu machen. Auf der letzten Reise sagte mir eine Teilnehmerin der Fotoworkshops, ich habe ihr „den Zahn gezogen“, perfekt sein zu müssen, technisch einwandfreie Fotos produzieren zu müssen. Sie fühle sich befreit und habe wieder Lust zu experimentieren, sei wieder bei sich angekommen. Dafür sei sie dankbar. DAS Gefühl kenne ich gut. Ebenso „befreit“ fühlte ich mich durch den Dialog mit Sam Abell. Danke dafür.

Wenn ich heute über Bildkomposition nachdenke, dann höre ich auch immer noch mal seine Stimme, seine Hinweise, erinnere seine Passion für das, was er tut.

Wenn das mal nicht das Wichtigste ist, was ein Mensch haben muss, wenn er etwas gut machen will: Leidenschaft.

Für die, die Englisch verstehen, teile ich gerne den Vortrag und auch das Interview. Beides von National Geographics produziert. Sein Buch und seinen Vortrag  finde ich persönlich brilliant. Und wer das Interview genau anhört (und mich ein wenig kennt), wird wissen, wieso es mich so (be)rührt. Viel Freude damit!

 

 

 

Es war schon mal…

…ganz schön Herbst. Als wir am Sonntag durch die Lande fuhren, wurde mir plötzlich klar, dass ich in meiner Begeisterung  für die ersten zwei Indian Summers in NYS  ganz schön viele Bilder gemacht hatte. Plante ich also, über den Herbst zu erzählen: Die könnte ich glatt zücken – wieder verwenden – zweitnutzen – wiederholen…  Und so lehnte ich mich einfach zurück und genoss.

Indian Summer

Für dieses Foto hat mir mein Lehrer Sam Abell großes Lob ausgesprochen. Das hat sich angefühlt wie ein Ritterschlag. Thanx again for that. That was one of the kicks for the next steps  .-)

Woodstock

Woodstock. Das Woodstock in New York State. Meine Jugend war bestimmt von Musik, Film und Geschichten über diesen legendären Ort. Als wir vor vier Wochen die Autobahn gen New York City unterwegs waren und das Hinweisschild „Woodstock / Saugerties“ erschien, bogen wir ungeplant ab. Da wollte ich schon immer mal sein. That`s what Sundays are for. Einfach gondeln. Anhalten, wenn einem danach zumute ist. So landeten wir in diesem sagenumwobenen Dorf. Die Zeit schien zurück gedreht. Jeder zweite Laden mutete wie ein Souverniershop aus den Siebzigern an: Batik T-Shirts mit Rockstars, von denen glaube ich keiner eines natürlichen Todes gestorben ist. Buddhas, Regenbogenflaggen, Räucherstäbchen- sogar Strampler mit Peacezeichen. Galerien mit esoterisch angehauchter Kunst. Mindestens drei Geschäfte auf der einkilometerlangen Hauptstraße durch das Centrum boten Gesundheitsschuhe an. Auf dem Marktplatz hockten Menschen mit Rucksäcken und Zelten. Im „Landau“- Restaurant stand ökologisch hergestellte Kartoffelsuppe auf der Karte. Nicht zu vergessen: Chicken Wings von freilaufenden Hühner. Kaum hatten wir uns zum Kaffee vor der „Whole Food“ Eisdiele niedergelassen, sprachen uns Einheimische an. „Übriggebliebene“ tauften wir sie. Eine Dame führte Kunststücke mit Kazoos vor, der nächste empfahl eine Wanderung in den umliegenden Bergen, in denen er seit vierzig Jahren herumstreife. Um den von ihm favorisierten Sonnenaufgang erleben und ein entsprechendes Bild schießen zu können – er hatte unsere Kameras gesehen – hätten wir um drei Uhr morgens aufbrechen müssen.Viermal links, dreimal rechts, dann geradeaus und dann den Berg wieder runter stapfen müssen. Vorsicht gebot er beim Aufstieg an der elften Kreuzung – demonstrierte, wie er aus eigener Spucke Blasen produzieren kann. Ahhhhhhhhhhhh ja! Innerlich den Kopf schüttelnd resümierten wir: Was so ein Festival aus einem machen kann.

Einfach da sitzen und schauen.
Wir sollten sie auch alle wieder sehen! So viele schräge Gestalten, scheinbar happy, während eines Kaffees in der Sonne zu entdecken – oder besser von ihnen entdeckt zu werden-, hatten wir uns nicht ausgemalt.

Es war sehr erhellend.

Gewürdigt wird hier auch an jeder Ecke jemand. Hundert Meter weiter dann entdeckten wir das Center for Photography. Der Fund des Tages. „Open“: Einladung genug, um die laufende Ausstellung noch zu sehen. Kunstwerke waren ausgestellt, die seit Jahren die Prospekte des Centrums als Deckblatt geschmückt hatten. In dem aktuellsten dieser Veranstaltungskalender fand ich auf der Rückfahrt den Hinweis auf den Workshop mit Sam Abell. Aufgeregt entschloss ich, gleich am nächsten Tag anzufragen, ob sich wohl noch ein Platz, bestenfalls zwei, darin frei sind. Immer nach dem Motto: Sprechenden Menschen kann geholfen werden, lautete die Antwort: „Yes! You wonna sign in?“ Ja, ich wollte. Und unsere geplante Reise in den Wilden Westen verkürzte sich um zwei Tage – allerdings um zwei wichtige! Ich liebe es, die Freiheit zu haben, zugreifen zu können, wenn sich Chancen bieten. #Chancenfinderin 🙂 Life is good!

Wendy Ewald

woodstock juni 2010 net cpw

Kaum Luft geholt von der einen Begegnung, schon steht die nächste beeindruckende an. Wieder im CPW , diesmal „nur“ auf einen Sonntag Abend, begegne ich Wendy Ewald. Klar, ich habe vorher, brav wie ich bin, recherchiert. Ich wusste, dass sie seit 40 Jahren durch die Welt reist, mit Kindern zusammen arbeitet, mit Familien und Kommunen. Als Fotografin, als Lehrerin, als Künstlerin. Dass sie mit Indianern und Indern, in England und Tansania, in Kentucky und Dover, in den Niederlanden und Israel Projekte begleitet hat. Ihr sind Natives genau so vertraut wie Flüchtlingskinder, Migranten so wert wie alle Hautfarben.  Auch war herauszufinden, dass ihre Bilder in Stuttgart ausgestellt wurden – um die Jahrtausendwende. Warum sie in Deutschland kein Projekt gemacht hat bisher? Das weiß ich bis jetzt noch nicht. Sie hat mich eingeladen. Ich werde noch mehr von ihr hören und sehen als bei dem Vortrag, dem ich gelauscht habe und dessen Bilder mich umgehauen haben – nicht weil sie fotografisch so brilliant waren – sondern weil sie die Aufnahmen der Kinder sind: Die Aufnahmen einer Wirklichkeit, die mit einem romantisierenden Bild der „schönen Kindheit“ nichts zu tun haben. Wendy Ewald arbeitet gemeinsam mit den Kindern: Ihre Wirklichkeiten, Träume, die guten und die bösen, lässt sie die Kinder in deren Umfeld, ihren Familien mit der Kamera abbilden und macht ihnen Mut, sich so auszudrücken.

Mehr über den besonderen Weg der Wendy Ewald gern, wenn ich sie getroffen habe.

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