Als ich gestern Morgen diese Satz postete, war mir noch nicht so recht klar, was an dem Tag geschehen könnte. Schon ein paar Minuten später entdeckte ich im Veranstaltungskalender des „THE EGG“ in Albany, NY, dass Richard Dreyfuss am Abend eine Ehrung für seine „The Dreyfuss Initiative“ bekommen sollte. Schnell eingelesen stellte ich fest, dass diese sich um politische Bildung dreht. Dreyfuss und seine Mitstreiter vermissen diese bei den jungen Menschen samt deren Interesse an der Politik des eigenen Landes. Und ebenso fehlt sie wohl als Gegenstand des Unterrichts an vielen amerikanischen Schulen.
Offiziell durfte nur FOX 23 für die Nachrichten drei Fragen stellen. Ansonsten schien er, verständlich, eher genervt im Vorfeld der Veranstaltung. Dieser kleine, bestimmte, geistvolle Mann – „Celebrity, VIP, notable actor, award winning … whatever.“ wie auch immer er genannt wurde. Eine einzige deutsche Meldung habe ich im Netz heute dazu gefunden – bei yahoo .
Einem Fotografen, der ihm mehrfach ins Gesicht geblitzt hatte, streckte er hinter dessen Rücken die Zunge heraus. Das Bild hätte ich natürlich zu gern geschossen. Er sah, dass ich sah… und er lachte – bis dahin hatte ich dann die Kamera gezückt – und das war es dann…
Maybe he is singing, because he has a song. Maybe he is a bird! .-)
…ganz schön Herbst. Als wir am Sonntag durch die Lande fuhren, wurde mir plötzlich klar, dass ich in meiner Begeisterung für die ersten zwei Indian Summers in NYS ganz schön viele Bilder gemacht hatte. Plante ich also, über den Herbst zu erzählen: Die könnte ich glatt zücken – wieder verwenden – zweitnutzen – wiederholen… Und so lehnte ich mich einfach zurück und genoss.
Indian Summer
Für dieses Foto hat mir mein Lehrer Sam Abell großes Lob ausgesprochen. Das hat sich angefühlt wie ein Ritterschlag. Thanx again for that. That was one of the kicks for the next steps .-)
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Reykjavik 2010 – Der Himmel war grau. Ab und zu regnete es. In der Fußgängerzone tummelten sich vorwiegend Besucher der Stadt. Auf seine große Chance hoffte er wohl, als die mehr als zweitausend Touristen vom Schiff kamen, auch um ortsübliche Souvenirs zu finden. Als ich vor zwei Jahren das erste Mal in dieser Stadt war, hatte ich mich in sie eingelesen.
Kristof Magnussons Roman „Zuhause“ lieferte mir so starke Bilder, dass ich in einem der Cafes, in denen sich die Romanfiguren trafen, ebenfalls einen Milchkaffee trank. Ich hatte Appetit auf Lakritz umhüllt mit Schokolade. Die Autos hörte ich durch die enge Hauptstraße fahren. Wenn sie auch nicht den Stau verursachten, von dem er berichtet hatte. Björk trafen wir in einer Boutique. Die Enten fand ich auch. Auf dem großen Teich am Rathaus. Und es war hell – ganz lange hell.
Passend zum Outfit
Sogar farblich passend zueinander zeigen sich am dem Ort auch Möwen und Touristen.
`08 schlenderte ich im Norden durch die nach faulen Eiern riechenden Schwefelfelder, tollte am Mückensee entlang und hörte lustige Geschichten am Godafoss. Im letzten Jahr habe ich mich in der Blauen Lagune geaalt, die Geysire spucken sehen und am Gullfoss die Wassermassen herunter donnern. Gefühlte unendlich viele Kilometer in einem Bus unterwegs lauschte ich den Geschichten der eingewanderten Reiseleiterin über die große Pleite des Landes. Für den Euro bekamen wir das Doppelte an Kronen als im Jahr zuvor. Fühlte sich nicht gut an, wenn es auch für uns günstiger war. Und in diesem Jahr steckten in den Postkartenständern Fotos vom Eyjafjallajökull. Aschewolke als Konsumgut. Heiterer wirkten die Isländer schon als im letzten Jahr.
Hallgrimskirkja ohne Gewand
Die Hallgrimskirkja war `10 wieder ohne Gewand und der Bau des Opernhauses läuft weiter. Kopfschüttelnd nehmen viele Bewohner das hin. Den einen oder anderen zynischen Blick oder Kommentar haben sie schon parat.
Er kann den Kopf nicht schütteln
Und als ich einen Enddreißger fragte, was seine Lehre aus der Pleite sei, antwortete er: „Ich habe drei Kinder – und die sollen jetzt in dem Bewusstsein aufwachsen, dass man Dinge erst dann kaufen soll, wenn man das Geld dafür hat.“ Vor der Pleite hehörten ihm mal 40% seines Hauses. Jetzt sind es gerade mal noch 10%.
Auf den Schiffen, die uns `08 und `09 dort hin brachten, las ich aus dem Buch „Elfe im Schlafsack“ von Wolfgang Müller vor. Diese Geschichten eignen sich großartig , wenn all die Eindrücke und Informationen, die einen auf der Reise durch dieses Land ereilen, einen wirklich originellen Kontext brauchen. Und wer sich dann noch zum Thema „Gender“ Gedanken machen möchte, kann hier erfahren, wie sich das Odinshühnchen seinen Job eingehandelt hat 🙂
Sollte sich jemand über diese Stadt und dieses (Is)Land anders als über einen Reiseführer schlau machen wollen: Für alle, die hin wollen oder die von da zurück kommen!
Wir lagen vor Qaqortoq und warteten auf die Freigabe des Schiffes. Die Wolken dienten noch Blindfahrten der kleinen Boote, mit denen die Grönländer ihren Alltag stemmen. Sie lassen sich nicht abhalten 🙂
Ich weiß nicht, warum – aber mir fällt gerade das „Vater unser“ ein. Mein Vater hat mir mal erzählt, dass er die Formulierung: „Führe uns nicht in Versuchung“ für eine falsche Übersetzung hält. Vielmehr solle es heißen: „Führe uns durch die Versuchung!“ Klingt irgendwie logischer – oder?
Nicht ganz so oft ergab sich die Gelgenheit , eine fast menschenfreie Zone auf dem Schiff zu finden. Dazu musste ich schon mal früh aufstehen. Wenn dann das Wetter dann noch mitspielte, wie an diesem Morgen vor Grönland, schmeckte der Kaffee besonders gut – draußen!