Patientin am Ende einer Sitzung: „Sie sagen, ich hätte das alles gewusst? Sie trauen mir aber viel zu, viel zu viel!“ Yalom: „Das glaube ich nicht. Ich sympathisiere nur mit derjenigen Seite von Ihnen, in der die Wahrheit wohnt!“ ( Denn alles ist vergänglich, Irving D, Yalom S.61)
Was für eine grandiose Formulierung. Besser könnte ich mir die Beschreibung meiner Haltung als Therapeutin, Coach und (Dialog)- Beraterin – ja, überhaupt als Mensch gar nicht vorstellen. Wunderbar.
Diese Freude, wenn jemand Worte für etwas findet, was ich noch unbeschreiblich finde. Das kann der Herbert Gönemeyer schon fast mein ganzes erwachsenes Leben lang. 🙂
Es ist die Stille der Gefühle, ein lauer Sommer, der durch mich fährt.
„Geduld bedeutet nicht, einen Pakt mit dem Teufel der Verleugnung zu schließen und unsere Emotionen und Wünsche zu ignorieren. Es bedeutet, sich von ganzem Herzen an dem Prozess zu beteiligen, der sich gerade entfaltet, anstatt eine knospende Blume aufzureißen oder eine Raupe aufzufordern, sich zu beeilen, das Puppenstadium zu bewältigen.“ Sharon Salzberg
„Dein Sinn ergibt sich aus dem Sinn der anderen, du magst wollen oder nicht. Deine Neigungen ergeben sich aus den Neigungen der anderen, du magst wollen oder nicht. Dein Tun ist Bewegung eines Spiels. Schritt eines Tanzes.“ Antoine de Saint-Exupéry
Was haben wir übersehen, vergessen, nicht mitbekommen, verdrängt, aufgeschoben, ignoriert, vernächlässigt, genossen, gebilligt, genutzt, konsolidiert, hingenommen, abgewehrt, geschluckt, verdaut, gescheut, genehmigt, gekauft, verramscht, geglaubt, geleugnet, abgesegnet, unterstützt, deligiert, missverstanden, zugelassen, dass wir so manipulierbar geworden sind, und es so vieles gibt, was bei uns heute Trauer, Ohnmacht, Wut und Ärger schafft? Was genau müssen wir […]
„This is not about disability. This is about crazy talent. And ability we`ve all been blessed with. And to shwocase it. It`s an honor, it really is, to be able to do this. Is not about us, it`s about the bigger picture.“
„If you change the way you look at things, the things you look at change.“ Wayne Dyer
Dieses Bild ist im Spätsommer 2016 entstanden. Als wir unterwegs waren auf der AIDAdiva, um von Hamburg nach New York zu fahren. Die letzte große Reise meines Freundes Klaus, bevor er seine allerletzte angetreten hat. In Bergen hat er mich dabei beobachtet, wie ich beobachte. Das Bild wird immer eine Erinnerung sein daran, dass er mich und wie er mich sah. Er ist im April `17 gegangen – für immer. Ich habe Erde von seinem Grab in Berlin mit nach Upstate New York genommen – und sie zu der Friedenspagode gebracht, die wir zusammen besucht haben. Er hat hier noch unsere Freunde kennengelernt, genossen, durch New York City zu rennen. Er hat seine Bucketlist abgearbeitet mit der Reise. Er war nie zuvor in Norwegen, Oakland, Island oder gar auf dem amerikanischen Kontinent. Wir hatten schon einige Urlaube zusammen gemacht, vor allem in unserem Gleitschirmfliegerleben. Aber diese vier Wochen Schiffsreise plus Upstate NY waren unschlagbar für uns alle. Wir wussten, es würde unser und sein letzter großer Urlaub sein. Bis zum Sommer `18 stand noch die Dose Rituals Duschgel „Happy Buddha“ in unserem Bad in Guilderland. Er hatte sie vergessen. Einfach zur Erinnerung. Wunderbarer Mensch und Freund – er fehlt – immer noch und immer wieder. Ich bin dankbar, dass es uns gab.
„Die Kunst des Fortschritts besteht darin, inmitten des Wechsels Ordnung zu wahren, inmitten der Ordnung den Wechsel aufrechtzuerhalten.“ Alfred North Whitehead
Im Nebel ruhet noch die Welt, noch träumen Wald und Wiesen; bald siehst du, wenn der Schleier fällt, den blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt in warmem Golde fließen. Eduard Mörike
„From journalism I learned to write under pressure, to work with deadlines, to have limited space and time, to conduct and interview, to find information, to research, and above all, to use language as efficiently as possible and to remember always that there is a reader out there.“ Isabel Allende
„Ich fühle mich in der ganzen Welt zu Hause, wo es Wolken und Vögel und Menschentränen gibt.“ Rosa Luxemburg
Ja, es gibt sie. Diese Momente, in denen ich denke, ich säße gern am Küchentisch, vertieft in eine Gemeinsamkeit, bei einem Getränk, eingehüllt in Fürsorge.
Bin dankbar. Bin alles: bedacht, versorgt, geliebt.
Mögen meine Füße mich bald wieder selbst tragen können. 🙂
Es ist gepackt. Es kann losgehen. Ein letztes Mal. Weg von Upstate New York.
Hab Dank, Du Landstrich, mit Deinen Gewässern, Bergen, Wäldern, Vögeln und anderen Tieren, Deinen Himmeln und Winden und Wettern, und diesen Menschen – die gar zu Freunden geworden sind. Du Ausgangspunkt und Abflughafen für viele Roadtrips auf den Straßen der United States, für Deine Nationalparks, Mammutbäume, Küsten, Höhlen, Eigenarten, Nebel und Sonne.
Habe hier viel gelernt – über Lebensweisen, Haltungen, Politik, Kaufverhalten, Wünsche, Selbstverständlichkeiten, Weißbrot, Zucker, Bier und Steaks. Über Yoga, Gyms, Gefahren, die lauern, wenn ich allein über die Straße gehen will, über Gewohnheiten.
Es war gut hier. Und jetzt ist es gut, dass es wieder komplett in heimatliche Gefilde geht.
Ich weiß zwar noch nicht, wie ich den eigens nur Pink Floyd spielenden Radiosender ersetzen soll oder die Sendung „Free beer and hot wings in the morning“, oder wo ich die Galonen Cashewmilch kaufen kann.
Ich freue mich auf guten Kaffee zuhause, Vollkornbrot vom Biobäcker um die Ecke, Öffis, meine Familie und Freunde.
Das klingt, als wäre ich ganz weg gewesen – das war ich nicht – bin aber zehn Jahre lang gependelt. Und nun soll Ruhe einkehren.