

Welcome to my Reality!



Draußen scheint die Sonne durch die Bäume und wirft Schatten auf den pur weißen Schnee. Der Wind pfeift scharf und räumt die Äste frei. Das Squirrel hat inzwischen auf der Suche nach Futter die Balkonbalustrade fast leer gefegt. So viel Schnee dämmt die Geräusche, lässt alles so friedlich aussehen. Ich starre einfach mal für eine Weile Löcher in denselben. Und sollten mir die Augen zufallen, schlafe ich. Einfach so. Mal aus. Vielleicht.
Ich habe ja gedacht, dass ich mich nicht traue, auch innerlich mal die Beine-wenigstens für ein Wochenende – hochzulegen. Doch gestern auf dem Weg hierher bekam ich die Vorabmails für zwei Briefe vom Landschaftsverband Rheinland. Tja, wer hätte das gedacht! Ich bin sehr, sehr dankbar, dass dort AUCH Menschen arbeiten, die sich eindenken, sogar mitfühlen und helfen. Gleich vier an der Zahl. Wie schon gesagt: Sehr dankbar!
Jetzt kann ich ruhig das Wochenende (ver)schlafen.
…zusammen.

Eingecheckt bin ich schon für morgen früh. Extra Beinfreiheit inclusive. Ich freue mich auf eine andere Umgebung, auf andere Begegnungen, auf andere Nutzung von Zeit, auf das andere Zuhausegfühl – und auch auf Wald, Huftiere, Squirrels, Enten, Freunde und die Berge in Upstate New York! 🙂 Und Zeit zum Schreiben!
Ab morgen gibt es dann wieder den Weather Report… die 2017 Variante. 🙂
…..sagte meine Sohn am Telefon. Mit wem telefonierte er da ? Eine Stunde zuvor war er aufgewacht aus der Narkose. Eine Notfall OP. Kein Spaß. Wahrhaftig nicht. Ich ging davon aus, dass er noch eine Weile schläft nach der Dosis an Schmerzmitteln und Narkosepräparaten und war kurz rausgegangen. Hatte Menschen informiert, dass er heile wieder in seinem Zimmer ist. Und als ich reinkam, hörte ich.“Ihr müsst gewinnen!!!! Es geht um Gesundheit – Mei ne!“ Er erwähnte auch noch einen Freund, dem es gerade sehr schlecht geht. Aber egal. Ich war fassungslos oder erstaunt oder so etwas. Hatte er wirklich gerade mit dem 1.FC Köln telefoniert? Naja, ich hätte es mir ja denken können.
Auf dem Weg in den OP musste das Kissen von Bayern München unterm Kopf liegen und das Kölner Haie Trikot auf der Bettdecke. Der Schal vom 1.FC Köln flatterte am Fußende. Als ich das OP Hemd „Krankenhaus- Trikot“ taufte, zog er es bereitwillig an und fiel schnell in den gewünschten pränarkotischen Tiefschlaf. Er wird sich an nichts erinnern, hatten sie vesprochen.
Das Mittel schien gewirkt zu haben.
Am Nachmittag verfolgte er auf dem Tablet seines Zimmernachbarn sechs Fußballspiele gleichzeitig. Und? Der 1. FC Köln hat gewonnen. Wenn die wüssten, was sie für eine Wirkung haben. Ich glaube, sie bemühten sich an jedem Spieltag noch mehr. Ich bedanke mich mal bei den Jungs des 1. FC Köln. Schneller gesunden konnte meine Sohn nicht. 🙂
Heute sollen sie bitte auch wieder gewinnen, wenn sie gegen den HSV spielen. Morgen wird mein Sohn nämlich aus dem Krankenhaus entlassen – und soll bitte innerhalb von zwei Wochen wieder komplett hergestellt sein. Also Jungs….. bitte! 🙂 Danke!
Und den Link hier poste ich NUR meines Sohn zuliebe !!! Werd schnell gesund! Bitte.

Vielleicht ist mein Leben doch ein Pilgerweg. Ich weiß nur noch nicht, wohin er führt. Herbergen habe ich gesehen, Stempel bekommen, Mitpilgerer getroffen, Menschen gerettet, Wege gemeinsam gegangen, Pausen – freiwillige und erzwungene – gemacht, erschöpft zusammen gesackt, stolz Etappen gemeistert, bin gerettet und versorgt worden, habe Erkenntnisse gewonnen, mir Blasen an Füßen und der Seele erwandert, bin durch Hitze und Kälte über Höhen geklettert, durch Tiefen gerobbt. Bisher habe ich mehr gewonnen als verloren- keine Frage. Danke dafür. Bin gespannt, wie es weitergeht.Vor ungefähr 25 Jahren habe ich mal einen Feuerlauf gewagt. Nachdem ich barfuß über die glühenden Kohlen gelaufen war, stellte ich fest: DAS machte ich bis dato schon sehr lange.
Und als mir gestern bei einem unverhofften Spaziergang in der Nähe von Warendorf ein Pilgerzeichen am Laternenpfahl entgegen leuchtete, dachte ich: Genau. DAS ist es. Wer muss schon nach Santiago de Compostella? .-)

„You don’t make a photograph just with a camera. You bring to the act of photography all the pictures you have seen, the books you have read, the music you have heard, the people you have loved.“ Ansel Adams
Beate Knappe – Das Trenchcoat Projekt #7
Danke Beate! Mal wieder!
🙂


„Der Grund, warum Menschen hier gern leben. Weil die Leute hier erst fühlen, dann denken, dann reden. Das Leben ist nicht dasselbe. Hier im Norden. An der Elbe!“


Immer wieder schön, wenn die Musik aus alten Tagen einem zur Seite springt. Da fühlt sich das Geschehen gleich ein bisschen leichter an. 🙂 Danke Kathrin, dass Du nicht nachlässt, (für mich) heilsame Klänge zu empfehlen. 🙂



(Wolfgang Borchert 1921-1947)

Endlich habe ich „Toni Erdmann“ gesehen. Ein wirklich beeindruckender Film.
Zwischen Tränen und Applaus hat es alles gegeben: Schmunzeln, Genervtsein, Fremdschämen, Schmunzeln. Lautes Gelächter habe ich vergessen.
Und so vieles, was mir aus der Seele gespielt war.
Mir war er zu kurz. 🙂
Wunderbar.
Highly recommended. Unbedingt anschauen.
Clue: Ich kauf mir jetzt ein Gebiss und eine Perücke. Und ´ne Käsereibe. 🙂

Ein guter Samstag. Spiegelglatt die Bürgersteige, glatt und nass die Straßen. Vorsicht lassen alle walten, wenn sie unterwegs sind. Es brauchte bei den Minusgraden heute schon eine Ganzkörperdrehung , um nach hinten oder zur Seite sehen zu können. Ansonsten wäre der Blick in der Kapuze gelandet. Inzwischen ist es dunkel. Ich genieße, heute nicht mit dem Auto auf die Straße zu müssen. Beruhigendes hat Platz. Schöne Stimmen. Gleichmäßiges. Heilendes. Wunderbar.

Zur Ruhe kommen – das ist eine schöne Idee und eine nützliche dazu.
Dann will ich mal. 🙂

Und ganz plötzlich ist das Jahr vorbei.
Auf einem meiner vielen Wege in den Norden hörte ich unlängst folgenden Satz:“Wenn Du traurig bist, hältst Du Dich mit Vergangenem auf. Ängstigst Du Dich, bist Du wohl in der Zukunft unterwegs. Wenn Du Dich einfach mal sechs Sekunden lang Deinem Atem widmest, bist Du für diesen Moment ganz frei.“
Ein – und ausgeatmet habe ich ausgiebig auf meinen Reisen des letzten Jahres.Mit den Weather Reports berichtete ich darüber via Bild und Wort. Mitunter habe ich auch die Luft angehalten, um nicht aus der Haut zu fahren. Geholfen haben in solchen Momenten Freunde, und auch bin ich darüber mit Menschen zusammengewachsen und daran zusammen gewachsen.
Ich war in den USA, und wir haben uns drei Roadtrips gegönnt. Einen durch die Nationalparks im Südwesten, den zweiten durch Washington State und Oregon und den dritten rund um den Lake Michigan. Meine Arbeit auf den Schiffen brachte mich nach Costa Rica, in die arabischen Länder, durch den neuen Suezkanal, nach Frankreich zwischen Carmaque und der Ardeche, von Hamburg nach Amerika via Island und Grönland und Kanada, und gekrönt wurden diese Reisen mit dem Trip nach Tokyo, Sapporo und Otaru – und durch schwerste Wetter bis Manila.
Rückblickend kann ich nur sagen: All die neue Luft, die anderen Kulturen, die wunderbaren Begegnungen mit neuen und bekannten Menschen, die lustigen Mietwagen, die Erkundungen, Überraschungen, Erkenntnisse, die Pflege von Freundschaften und das Verändern toxischer Verbindungen haben mir die Kraft gegeben, die Herausforderungen meines letzten Jahres zu meistern.
Z.B.: Einen Kindsvater, der ums Verrecken nicht zahlen will, Ämter, denen ich nach einem Jahr Bearbeitungszeit für einen Widerspruch nachweisen konnte, dass auch sie einen Fehler gemacht haben, Behörden und Einrichtungen, die mich für dumm verkaufen wollten, Ärzte, Krankenkassen, Verbände, Gerichte, Einrichtungen, Versicherungen aller Art, die mir eine m.E. fast unmenschliche Geduld abverlangten. Eingesehen habe ich: nur ich finde es unerträglich langsam – und demütigend. Ich lasse mich nicht durch „Arbeitszeit“ regulieren. Ich arbeite, bis ich fertig bin! Ich nehme auch nicht einfach hin, was mir so geschrieben wird. Ich akzeptiere nicht einfach Entscheidungen – ich kämpfe, bis die Umstände und Gegenheiten so sind, wie ich es für fair, gesund, rechtens, rechtlich möglich oder machbar halte. Ablehnungen sind nur eine Aufforderung zum Neuversuch. Ja, das kostet Zeit und Nerven – vor allem in einem Behördendschungel, wo die eine Stute nicht weiß, wie der Hengst in der anderen Abteilung wiehert. Aber: selbst in dem Dschungel habe ich Mitstreiterinnen gefunden. Der Ton macht halt mitunter die Musik. 🙂
Dank meiner Freunde und meiner Familie, dank verständnisvoller Kunden und Kollegen habe ich es vor allem in den letzten zwei Monaten letztlich doch geschafft, dass bis Ende des Jahres mein Sohn wieder weitgehend hergestellt und gesund und guter Dinge ist, dass ich gesund und heile bin, und dass ich bei Kräften bin, um das nächste Jahr anzugehen. Da warten dann noch ein paar Gerichtstermine, Klärungen und Veränderungen zugunsten meines Sohnes auf uns.

Und tolle Aufträge, neue Schiffsreisen, Jubiläen, Feste, Neuerungen – und für gute Überraschungen bin ich auch immer zu haben.
Ich wünsche Euch ein wunderbares Jahr 2017. Viel Kraft und gute Energie, inspirierende Begegnungen, verlässliche Beziehungen, respektvollen Umgang, humorvolle und nährende Erlebnisse, immer eine Hand am Herzen und ein Ohr, wenn ihr es braucht, oder auch tröstendes Zuhören, wenn andere das von Euch erbitten. Passt auf Euch und Eure Lieben auf – und auf das, was Euch mit Euren Lieben verbindet.
Habt Dank, Ihr Treuen, für Eure Begleitung, Eure Kommentare, Eure Fragen, Eure Geschichten, Eure Freundschaft, Eure Kunst, Eure Rezepte, Eure Inspirationen, Eure Neugier.
Ich mache gern weiter: Ich werde weiterhin Bilder machen, Worte suchen und finden, schreiben, berichten, mich und manchmal auch Euch erinnern. Denn : In mir „jubeln“ weiter: Neugier, Güte, Durchhaltevermögen, Dialog, Achtsamkeit und mein Humor und die Fähigkeit, auch aus dem, was mich ärgerlich macht oder sauer, Kraft zu schöpfen.
In diesem Sinne:

Was mir wirklich fehlt? Neue, kluge, respektvolle, warme, ehrliche, klare Worte von Roger Willemsen.

Diese Gedanken brauchen nicht nur eine Weihnachtszeit.
Vielleicht mag sich der eine oder andere über die Weihnachtstage den Luxus gönnen und eine kleine Bestandsaufnahme bezüglich seiner Freiräume wagen…
Grenzbereiche … Gedanken von Wolf Lotter in brandeins 1 2011
Eine wirksame Verteidigung der Freiheit muss (…) notwendig unbeugsam, dogmatisch und doktrinär sein …
Friedrich August von Hayek, Ökonom

Thanx to Rosella 🙂

Mein ganz persönlicher Old Man hat mir mal wieder Musik geschickt. Wenn ich den nicht hätte. 🙂 Danke!

„Schreiben ist eine köstliche Sache; nicht mehr länger man selbst zu sein, sich aber in einem Universum zu bewegen, das man selbst erschaffen hat.“
Gustave Flaubert (1821 – 1880)


„Geschrieben steht:Im Anfang war das W o r t.
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das W o r t so hoch unmöglich schätzen,
Ich muss es anders übersetzen.
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin,
Geschrieben steht: Im Anfang war der S i n n .
Bedenke wohl die erste Zeile,
Dass Deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der S i n n, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehen: Im Anfang war die K r a f t!
Doch auch, indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, dass ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh` ich Rat
und schreibe getrost: Am Anfang war die T a t!“
J.W.v.Goethe
gefunden im: Der andere Advent 2016 – 2017

Hat auch
Die Sterne
Und den
Mond
Mascha Kaléko
Die Zuversicht ist bei mir eingewachsen. Gottseidank.

Kraft macht keinen Lärm, sie ist da und wirkt.
© Albert Schweitzer
