
Nach den Berichten über die Aktionärsversammlung blieb mir heute nichts anderes, als diese Bühne amüsant zu finden.

Welcome to my Reality!

Nach den Berichten über die Aktionärsversammlung blieb mir heute nichts anderes, als diese Bühne amüsant zu finden.


In Frankreich gibt es keine Schulpflicht, keine Anwesenheit in Schulgebäuden. Eltern werden dort weder verwarnt noch bestraft, wenn sie ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Vielleicht ist das der Grund, warum es so anmutende außerschulische Orte gibt, an denen Jungen und Mädchen sich messen und so gemeinsam lernen – unweigerlich.

„Diese ganze monströse Maschine ist Jahr für Jahr in Tätigkeit, um den Willen zu zerstören, die Energie zu vermahlen udn die Lebenskraft des Kindes in Rauch aufgehen zu lssen. Um der Zukunft willen wird gering geachtet, was es heute erfreut, traurig macht, in Erstaunen versetzt, ärgert und interessiert. Für dieses Morgen, das es weder versteht, noch zu verstehen braucht, betrügt man es um viele Lebensjahre.“ * (Janusz Korczak) 1995
* (Janusz Korczak) 1995, Wie man ein Kind lieben soll 11. Auflage, Göttingen S. 45
….gefunden in einem äußert empfehlenswerten Buch zur inklusiven Lernkultur von André Frank Zimpel Einander helfen. Vandenhoek &Ruprecht
„Wer viel hat, dem wird gegeben; wer wenig hat, dem wird genommen. Fairer als dieses Matthäus Prinzip ist im Bildungssystem das Normalisierungsprinzip: Starke helfen Schwachen. Gibt es einen dritten Weg? JA. Den Hyperzyklus: Allen wird geholfen, alle helfen. Der Nobelpreisträger Manfred Eigen untersuchte ihn in Computersimulationen: Rot fördert Grün, Grün dafür Gelb, Gelb wieder Rot, etc.
Aber: Wird Hilfsbereitschaft nicht häufig ausgenutzt? Inklusive Lernkultur in der Praxis zeigt: Helfen stärkt die Helfenden in ihrem Selbstwertgefühl, Hilfen beim Lernen zu verkraften, kostet dagegen Kraft, manchmal mehr als das Helfen selbst.“
Auch wenn André Frank Zimpel sich aus der Sicht des „Förderschwerpunktes Geistige Entwicklung“ dem Thema nähert, ist die aufmerksame Lektüre eine Einladung, die eigene Haltung zu Lernen, Helfen, Lehren zu reflektieren, zu be – oder überdenken. Das eine oder andere AHA – Erlebnis inklusive.
Ich frage mich, wieso die Lektüre von André Frank Zimpel nicht eh Pflichtlektüre für ALLE Helfer und das gesamte dienende und bestimmende Bildungs- und Erziehungspersonal ist.



Die Maske Bildung
Vorhin kam mir kurz, ausnahmsweise mal wieder, der Begriff „Bildung“ in den Sinn: Mir stellten sich die Nackenhaare hoch; ich bekam einen Kotzreiz und konnte mich kurz nicht darüber einkriegen, dass so viele Menschen, Organisationen, Gesetzgeber, Projektentwickler, NGO, Stiftungen, überhaupt Wichtigtuer damit momentan solche Unsummen an Geld umsetzen. Projektitis vom Feinsten. Offensichtlich ist „Bildung“ als DAS Manipulationsinstrument schlechthin ausgemacht worden.
Mich graust es gerade. Sehr. So ähnlich, wie es mich vor dreißig Jahren gegraust hat. In der Schule war ich damals noch. Schon auf der anderen Seite des Pultes.
Ich habe es einfach nicht länger ertragen. Diese Abrichterei von Kindern. Heute muss Mensch nicht mal mehr Lehrer sein. Bessere Geschäfte macht er gar außerhalb der Schule. Indem er sich über sie beschwert, das System angreift, sich zum Experten erklärt, weiß, was für andere gut ist, Geige, Ballet und Chinesisch unterrrichtet, Angst macht, Glück verspricht und Erfolg, Ratgeber schreibt, etc….
Ich höre ja schon auf…..
und abgeregt hab ich mich auch schon wieder.Vor allem, nachdem ich vernommen habe, dass Reto Friedli die Peter Gläsel Schule in Herford übernommen hat. 🙂 Es gibt eben doch Gute .-)


„Ich bin nicht nur überzeugt, dass das, was ich sage, falsch ist, sondern auch das, was man dagegen sagen wird. Trotzdem muss man anfangen, davon zu reden. Die Wahrheit liegt bei einem solchen Gegenstand nicht in der Mitte, sondern rundherum wie ein Sack, der mit jeder neuen Meinung, die man hineinstopft, seine Form ändert, aber immer fester wird!“
Robert Musil, Das hilflose Europa? oder Reise vom Hundertsten ins Tausendste, 1922

Heute Morgen um sieben Uhr. Laut. Ich hatte vergessen, den Wecker abzustellen. Der Anblick nach dem Augenaufschlag jedoch war schön. Licht ist was Schönes. Was richtig Schönes. Habt einen guten Tag.

„Erst hat das Auto das Pferd verdrängt. Jetzt sind wir an der Reihe.“ unbekannt
Ich war schon neugierig – habe glatt gefragt., ob ich mich da mal hineinsetzen darf. Wollte ausprobieren, ob der BUDD E was für Menschen mit langen Beinen ist. Durfte nicht. „Nur die Ingenieure.“ Sagten sie. Na, dann ist das so. Wenn das der Bulliersatz werden soll………
Vielleicht erlebe ich das ja nicht mehr. 🙂


Der Verkehr in Hamburg war so zäh, dass erst der eine oder andere Blick in den Himmel zur Beruhigung half. Oh. Oh. Ich vergesse oder verdränge das eben mitunter.
Gottseidank kenne ich meine Beruhiger. 🙂
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Es war mal alles anders in den letzten Tagen. Heilsam anders. Drei Tage an der Ruhr, bei Sonne und Miniregengüssen, im Schatten der riesigen Bäume. Das Wasser plätscherte, Schafe kommentierten lauthals, Hühner gackerten, der Wind wehte leicht durch die dunkelroten Blätter einer Blutbuche, Stimmen von Menschen aller Generationen. Mutige Experimente gab es. Und das alles im Dialog – mit uns selbst, mit den anderen, mit dem, was uns umgab.
Egal: Ich habe lecker gegessen, mich in diesen Tagen innerlich tragen lassen – anders eben, als herkömmlich. Gelassen hinnehmen können, dass es ganz schön unruhig sein kann im Leben. 🙂
Und mich zu freuen, dass sich unter den Teilnehmern eines solchen Seminars auch ein Meister der Haarkunst tummelt.

Im Garten. unter den Bäumen, an der Ruhr, unter freiem Himmel bin ich so zu einem neuen Haarschnitt gekommen. Schon witzig, wenn einem jemand die Haare schneidet, der mich gerade an drei Tagen erlebt hat. Das Ergebnis: Er hat mich erfasst. Der Schnitt ist nicht nur gut, er passt auch zu mir. 🙂
Das Leben ist schon gut zu mir. 🙂
In vielerlei Hinsicht aufgeräumt, zurechtgerückt, reflektiert und aufnahmebereit sortiere ich jetzt mal meinen Alltag in Hamburg.
Auf den Hin und Herfahrten habe ich im Auto Udo Lindenbergs „Stärker als die Zeit“ lauthals mitgesungen.“Konsequenz hat einen Namen, und der fängt mit U…. an!“ Laut gelacht! Danke Udo – auch für Wörter wie „Lebensänderungsschneiderei“. Oder Sätze : „Ich habe tausend Pläne, aber einen Plan B hab ich nicht.“

Ich nutze die Zeit, um den Himmel zu betrachten, suche Gestalten in Wolken. Den Wind kann ich von da aus nicht hören. An der Tür des Notausgangs ist es auch innen kalt. Unfassbar schön und viel – da oben, da hindurch, darunter.
Jetzt werde ich mich mal wieder eine Weile auf festem Boden aufhalten, gehen und fahren. Werde die Wolken von unten betrachten, den Vögeln lauschen und den Menschen.
Ganz schön viel Wasser kam von oben, nicht nur in Deutschland. Hier in Bresse rechnen sie mit solchen Wettern. Drei Winzer werden dieses Jahr keinen Wein anzubieten haben, Bauern haben Ernten verloren. Straßen wurden schon vor langem höher gebaut, Kanäle angelegt. Die Gegend ist unglaublich schön. Die Straße führte vorbei an Gemüsezwiebelfeldern, flachgelegtem Getreide, an aus Ton und Holz gefertigten Häusern. Ziel war heute der Hühnermarkt in Louhans. Ich steh ja nicht so auf eingesperrtes Federvieh. Aber faszinierend war es schon. Hier bekommt nur ein Huhn das Qualitätssiegel, wenn es wählen kann, ob es drinnen oder draußen laufen will, wenn es nachweislich mindestens zehn qm Auslauf hat. Lecker war sie, die gegrillte Poularde Bresse. Und Ziegenkäse gab es wieder. Auf den Wein dazu habe ich verzichtet. 😉
Mehr später 😉
Bei blauem Himmel habe ich mich auf den Weg gemacht. Wollte noch Mandelmilch erstehen. Ein wunderbare Gelegenheit, diese Stadt rund um ihre Universität zu erkunden. Mit meinem Englisch bin ich zunächst nicht weit gekommen. Zumindest nicht, was mein Anliehen betraf. Rumgekommen aber bin ich. Und vorbeigekommen an: Tatooshop, indischen, afrikanischen, türkischen, ja auch französischen Läden, Kneipen und Restaurants, Hostels und Treffs. In einem französischen Lokal spielten drinnen wie draußen Kinder und Männer aller Nationen und Hautfarben Schach. Die Männer zahlten für ihren Einsatz. Mädchen und Jungen, der jüngste muss so um die sechs Jahre alt gewesen sein, habe ich nichts zahlen sehen. Dieser besagte Sechsjährige hat jeden Gegner geschlagen. Habe mich dort festgeguckt. Schön, für so was Zeit zu haben.
Überall roch es gut und frisch und nach frisch gebackenem Brot. Die Menschen, denen ich auf diesem Rundgang begegnet bin, schienen so mit sich zufrieden.
In einem Biomarkt fand ich noch meine Mandelmilch. Als der Himmel zu grollen begann, habe ich mich gen Schiff bewegt. Besser war das.
Gleich geht es los. Richtung Tournus und Chalon-sur-Saone.
6:20 Uhr Lufthansaschalter Helmut Schmidt Airport Hamburg.
Langer Rede kurzer Sinn:
„Dann können Sie eben nicht fliegen, wenn Sie da nicht reinpassen! “
Sie hatte mich gefragt, wieso ich denn unbedingt Notausgang sitzen möchte. Weil ich nicht mal in die Businesssitze passe auf den nationalen Flügen, habe ich ihr höflich geantwortet.
Tja. So ist das. Habe ihr gewünscht, dass die Sitze so weit zusammen geschoben werden, dass Sie nicht mehr sitzen kann. Und noch ein schönes Leben natürlich. Ich bin ja nicht unhöflich.
Morgens um halb sieben kann ich das nicht gut aushalten. Das gebe ich zu.
Ich weiß schon, warum ich die Lufthansa meide, wenn es eben geht.
“ I can be wrong. My own beliefs are in my song“ ……

Es ist so leise jetzt, und am Schreibtisch ist mir schwindelig. Die Reise war schon sehr bewegt. Mal wieder dankbar bin ich heil daheim angekommen. Wenn auch der Rückflug äußerst unbequem war. airberlin ist nicht meine Fluglinie. 🙂
Nun genieße ich die Ruhe, die Vögel in den Bäumen, die paar Tage, die ich in meinem Nest habe.
Danke – mal wieder – für Eure Begleitung.
Für zwanzig Sekunden war ich auf dem Oberdeck. Zum Fönen. Gestaltungsfreiheit für die Frisur gab es keine. Der Wind gebärdete sich gar stürmisch. Das ‚Frembewegen“ durch die doch tüchtigen Wellen ist auf dem gesamten Schiff fast so anstrengend wie Sport. Da werden vor allem wenig genutzte Muskeln herausgefordert. 😉 Sonnige Grüße auch von den Schaumkronen.