Spiegel und so….

„Bei Jaspers lernte Hannah etwas, das sie vorher noch nicht kannte. Man könnte es eine vorbehaltlose Vernunft oder Offenheit nennen. Hannah hat sich im Umgang mit Menschen bisher immer eine letzte Fremdheit bewahrt, es gab immer einen Winkel in ihrem Inneren, der für andere nicht zugänglich war und der sie auch von anderen trennte. Jaspers dagegen versucht, seine Gedanken möglichst klar und deutlich ohne Vorbehalte zu äußern, er gibt sich preis, und das erwartet er auch von seinen Gesprächspartnern. Diese Haltung ist natürlich nur möglich, wenn man sowohl den Mut hat, sich zu öffnen, als auch das Vertrauen, dass der andere diese Offenheit nicht missbraucht, sondern erwidert. Erst dann wird, wie Jaspers das ausdrückt, die „Kommunikation“ der „Raum, in dem wir uns alle treffen können.“ – aus „Hannah Arendt“ von Alois Prinz –

In dem neuen Buch von Jutta Wieser und Benno Kapelari Dialog – Kraft der Veränderung fand ich dieses wunderbare Zitat.

Gefolgt von der Frage: Was bedeutet Offenheit? Welch machtvolles Ansinnen!

So offen zu sein, wie es eben geht. Das wäre zumindest meine Antwort.

Und wenn ich einen geschützten Raum dafür benötige, wähle ich den Dialog. Wenn er sich anbietet. Was genau Dialog ist, sein soll, sein kann, welche Bedingungen und Wirkungen diese Haltung impliziert: Das haben die zwei ausführlich aus ihrer Sicht beschrieben. Reich an Ideen, Erfahrungen, Sachgeschichten, Arbeitsmitteln und Erklärungen wird klar:

Der Dialog ist eine Grundhaltung und eine erlernbare Fähigkeit, um auf leichte und aufmerksame Art Veränderung ins eigene Leben zu bringen.

Dialoge eröffnen Gesprächsräume, in denen emotionale Berührung geschieht und Beziehung zu sich und anderen gelingt!

Vielleicht eine Chance, all die Gruppen, die gerade aktuell zur Identifikation angeboten werden, wieder ins Gespräch zu bringen. Um einander zu verstehen, bevor bewertet wird? Um zu erkunden, ohne gleich Schuldige ausmachen zu wollen?

Wer weiß das schon?

Ich stöbere jedenfalls gern in dem Werk und fühle mich oft „erwischt“. 🙂

Neugierig?

Von Zeit zu Zeit…

Ich wende mich mir zu
„Give me one more year to get back on track.“

Dieses Lied hat mich direkt nach meinem Friseurbesuch erreicht. Und, um ehrlich zu sein, mit der neuen Frisur bin ich auch mal wieder einer Ulla begegnet, die ich lange nicht gesehen habe. Und ich finde sie gut. Ich mag sie. Die ein bisschen unordentlich aussehende. Mal sehen, was sich aus der Begegnung wird. 🙂

Und das Lied ist wie eine Bitte and diese, doch ein bisschen zu bleiben. Damit ich mich wieder mit ihr anfreunden kann. 🙂

Älterwerden rocks. 🙂