Da war dieser Frauentag. Dieser 8. März. An dem ich auf ein wenig Sonne wartete. Am Nachmittag wenigstens. Grauhimmelbeschäftigung: Gegenüber weht seit fünf Tagen eine Plastiktüte im noch winterlichen Baumwipfel. Immer wieder wollte ich die Kamera in die Hand nehmen und es festhalten. Heute habe ich es mir gegönnt. Fotos aber waren – ob des schillernden Graus – nicht aussagekräftig, befand ich. Ich filmte. Und während ich dem Rhythmus der Tütenbewegung folgte kam mir der Beat der Musik von Arstidir mal wieder in den Sinn.
Um sieben Uhr am Abend dann, die Sonne war wohl schon, noch unter grau, hinter den Häuserreihen verschwunden. Der Himmel war dann wolkenfrei. Und noch leicht blau.
Also: nichts wie vor die Tür. Im Brauhaus gab es dann BUNT: An Frauen, Zigarettenschachteln, Früchten und Getränken. Nicht zu vergessen: Handycover!
Unter den Klängen deutscher Musik von Modern Talking über Drafi Deutscher, Extrabreit und ähnlich befremdlich anmutendem wollte man uns wohl auf die „Wiesn“ einstimmen. 🙂
Netter Versuch.
Der Rechnung lagen Gewinncoupons für die Lufthansa, Hansa- Haushaltslüfter und Spatenbier bei.
Und am nächsten Abend in der nächsten Kneipe gewann ich obiges Lebenkuchenherz. Mit Rumtata, Karaoke und Dirndltragenden Zopfträgerinnen ( nein das ist kein Intelligenzbeweis) haben wir „Fettige Kartoffeln“ und Schwein auf Russisch probiert. Platz mussten wir auf dem Tisch noch schaffen. Neben all dem Wiesn- Gedöns stand nämlich auch noch ein Aufsteller von FRÜH Kölsch. Wie schon gesagt, uns bleibt hier nichts erspart. 🙂
Sollte irgend jemand aus Bayern vor der Wiesn nach Moskau geflüchtet sein: Ganz schlechte Karten. 🙂
Meine ersten sechs Wochen Moskau neigen sich rasend dem Ende. Eine Menge Eindrücke, verdauliche und unverdauliche – inspirierende und erschütternde, amüsante und beeindruckende – zu viele, um sie alle hier zu dokumentieren.
Meine Notizbücher gefüllt mit Zetteln, anhand derer meine Liebe zur russischen Sprache weiter wachsen soll. Die Koffer sind leerer als zuvor. Kaufen werde ich hier wohl nie was. Alles ist teuer- viel teurer als in Deutschland, Faktor 1.5.
Den Geschmack der Borscht noch Munde. Das dunkle Bier im Кафе-клуб „Фронт“ ist auch nicht übel. Danach schläft es sich auf jeden Fall gut.
Dachte ich anfangs noch, die sechs Wochen seien eine nicht enden wollende Zeit, bin ich heute wehmütig. Habe ich doch gerade erst richtig Anlauf genommen. 🙂 Die Pflicht für Highheels scheint auch vorüber; die Moskaviterin steigt gerade um oder ab auf Ballerinas. Meine Metrokarte hat noch genau so viele Fahrten, wie ich benötige, um zum Flughafen zu kommen. 🙂
So vieles im Vorbeigehen – Moskau Sommer 2012
Das Ministerium für Reiseangelegenheiten of Germanys Next – auch genannt `Urlaubsministerium` – werde ich in den nächsten Monaten mit Bildern und Berichten aus (dem Norden) Skandinaviens „füttern“, vielleicht auch mal mit Gemengelageberichten aus deutschen Landen.
Aber da ich ja sicher weiß, dass es in Moskau Enten gibt, werde ich da wieder hin reisen, dort wieder sein. 🙂 Ganz bestimmt. 🙂 Ganz bald!
Danke für die Zeit hier an… wer auch immer sich angesprochen fühlt. 🙂