Darüber hinaus

„Schick‘ nicht ins Leben spähend deine Blicke, das Glück erwartend mit der Sehnsucht Pein. Bau dir zum Glück mit eig’ner Hand die Brücke. Beglücke du, so wirst du glücklich sein.“ (R.M.Rilke)

Gestern auf meinem Spaziergang habe ich diesen Aufkleber an einem Stromkasten auf der Hoheluftchaussee entdeckt. Auf den Ohren das Liebes-Lied aus dem neuesten Rilke Projekt. Und dann war sie wieder ganz präsent. Meine Mutter. Die Liebe zur Lyrik haben wir geteilt. 🙂

Es ist zwei Jahre her. Mein Sohn war in Hamburg bei mir. Lange hatten wir mit meiner Mutter, seiner Oma gesprochen. Es war so viel passiert. Wir warteten gerade auf seine Untersuchungsergebnisse. Gespannt wie ein Flitzebogen waren wir. Bestimmt eine Stunde haben wir mit ihr verhandelt am Telefon, erzählt, geplaudert, miteinander und übereinander gesprochen. Rückblickend ein wichtiges Beisammen- und Miteinandersein. Außergewöhnlich gelassen hatte sie reagiert darauf, dass mein Sohn den Heiligen Abend lieber mit seiner Freundin als mit ihr verbringen wollte. Das war neu. Das mit der Gelassenheit. 🙂 Verabredet haben wir uns für den folgenden Freitag. Zuversichtlich, dass schon alles gut sein werde. Auf dem Rückweg zur WG meines Sohnes wollten wir uns sehen. Bei ihr. Es war alles gut. Aber das Telefonat an dem Abend war das letzte Mal, dass wir uns gehört haben. Am nächsten Morgen ist ihr Herz stehen geblieben. Damit hatte niemand gerechnet.

…..

Wir konnten da noch mit sehr vielen Menschen gemeinsam den Schrecken verdauen, trauern, weinen, uns erinnern, uns gegenseitig trösten, feiern, was wir mit ihr hatten.

Noch immer zutiefst dankbar für alle, mit denen wir darüber (wieder) zusammengerückt sind. Und noch immer die Erinnerungen an sie (und das mit ihr) teilen.

Muttern, Du fehlst! Immer wieder. Immer noch. Danke für alles!

Die Adventszeit wird wohl für meine Lebzeiten immer damit verbunden sein.

Weather Report 2017 – Cruise News – Donau two (19) – Das war es mit dem Fluss!

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Einunddreißig Tage auf der arosa silva. Achttausend Stromkilometer Donau. Dreimal Wien, dreimal Budapest, sechsmal Mohacs, zweimal Sulina, einmal Braila, einmal Bukarest, dreimal Belgrad, zweimal Tulcea, einmal Rousse, einmal Bratislava, viermal Katarakten, viermal Eisernes Tor, einmal Pecs, dreimal Thaimassage, drei Welcomes und drei Farewells, zweimal For Sale Gulaschsuppe, zweimal Lavendeleis, unzählige Regenbögen, Blitze und Donner, diverse Gigabite Datenvolumen voller Bilder von Wolken, Brücken, Spiegelungen, Licht, Sonne, Schleusen. Es gab viele reiche Begegnungen mit Menschen, viele neugierige Gäste, viel Humor, viele Geschichten, viele Kameras und Smartphones, deren Potenzial neu entdeckt uznd genutzt wurde.

 

wp-1502188949396.jpgLeider hat meine kleine Lumix sich das Genick gebrochen. Sie ist mir beim Besuch des Felsenklosters bei Rousse aus der Hand gerutscht, als ich ein wenig Geld für eine Kerze spenden wollte. War nichts mehr zu machen.

Eine Woche habe ich es ausgehalten. In Linz habe ich sie noch mal gefunden. Dieses kleine Wunderwerk gab es als Ausstellungsstück. Ich konnte nicht widerstehen. Den Vorgängerbody werde ich rahmen. So viele Geschichten hängen an dieser kleinen Kamera. Die neue ist schwarz.   🙂

 

Ich bin dankbar für die Chancen, Erlebnisse, Erfahrungen, die Zeit und die Räume, die Fürsorge, die Feedbacks, all die postiven Rückmeldungen, Begegnungen, die vielen An-, Ein-, Um-, und Aussichten, Gelegenheiten, Suppen ohne Beine, all die Freundlichkeit und den Humor. Und ich bin sogar „erleichtert“. Minus vier Kilo. Sagt die Waage. 🙂

Flusskreuzfahrten sind wirklich die Königsklasse der Erholung! Danke arosa für diese Aufträge.

Und ich danke Euch – fürs Mitlesen, Mitreisen, Mitfreuen, Mitsehen.

Bis demnächst – dann mal wieder auf hoher See.

Am Freitag bin ich morgens in Passau in meinen Diesel gestiegen ( ja, ich liebe ihn! :-)) und hab mich auf den Weg gemacht. Entlang der A3 – in Würzburg habe ich entschieden: Ich fahre dann mal durch bis zum Veluwemeer- nach Holland. Den Stau, der mich 208 Minuten Verzögerung gekostet hätte, habe ich umfahren können. Und bin so mit nur dreißig Minuten Verspätung in Hoophuizen gelandet. Unter blauem Himmel, bei moderaten Temperaturen. Intensivstation für die Seele. Wunderbar.

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900 km nordwestlich von Passau – am nächsten Tag. Rücklings am Veluwemeer, NL – Freundinnenzeit 🙂

She ..

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„Man merkt nie, was schon getan wurde, man sieht immer nur, was noch zu tun bleibt.“ Marie Curie

 

Ton an Ton

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Ton in Ton

„Die Farbe ist der Ort, wo unser Gehirn und das Weltall sich begegnen. Darum erscheint sie den wahren Malern durchaus dramatisch.“

Paul Cézanne
(1839 – 1906), französischer Maler

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Colorful

„Wenn es die Farbe wär`, wäre der Esel eine Nachtigall.“

Deutsches Sprichwort

Das bisschen Mond – Hey Joe

das bisschen mond

Okay, am Tage war der Himmel grau – und in der Nacht schwarz mit dieser Sichel.  Das bisschen Mond! dachte ich. Er rührte mich. Plötzlich hatte ich Lust auf „Hey Joe“.  Dank Youtube war es schnell gefunden. Wenn auch eine andere Version, als ich dachte.

Was soll ich dazu sagen? Seit bestimmt vierzig Jahren kenne ich den Gitarristen und den Sänger.Ich weiß nicht mehr, wie oft ich verzückt am Bühnenrand oder am Tresen im Henkelmann oder im Onkel Pö`s, im Logo oder sonstwo im Sauerland, Fehmarn oder Kiel stand, wenn Thomas seine Gitarre klingen ließ. Den Kopf hätte ich dann immer leicht schräg gehalten, hat er mir mal gesagt. Das tue ich selbst heute, wenn ich am Rechner hocke, tausende von Kilometern entfernt, und der Musik lausche. Und immer noch gibt es die Gänsehaut- Momente.

Einen Monat, bevor mein Sohn auf die Welt kam, stand ich bei einem Konzert (gut vor den Bässen geschützt) hinter Menschen und rockte noch mit bei der Aufnahme der Absolutely Live LP ( ja, hahaha, daaaaaaaaaaaaaamals)…. und drei Monate später schenkte die Patin ihrem Täufling Johannes eines der ersten Exemplare. Ich hab schon bis nach dem Gottesdienst gewartet, bis ich ihm die Pee Wee Bluesgang Variante von „Hey Joe“ vorgespielt habe…. Er hatte richtig Spaß. Zumindest erweckte er ein wenig den Eindruck, als kenne er es. 🙂 Wunschdenken? .-) EGAL….. Ich liebe es. Noch heute.

Happy Anniversary- Richard! Das 50. Bühnenjahr ist ja noch etwas länger.

 

Heimatkunde – Da habe ich wohl nicht aufgepasst…

…damals in der Schule, im Heimatkundeunterricht an der Grundschule – und sollte jemand versucht haben, mir das in der weiterführenden Schule noch einzutrichtern, war wahrscheinlich der Lehrer schlecht. 🙂

Vergaß ich es vielleicht? Ist es gar nicht angekommen? Whatever!

Jedefalls habe ich bis heute nicht geahnt, dass auf dem Ski- und Rodelberg meiner Jugendzeit ein solch geschichtsträchtiger Mast, eine gar länderverbindende, technische Innovation installiert wurde.

Chapeau Iserlohn! 🙂

 

Danke an

Bea Servais-Renfordts für die Nachhilfe.

 

sie sagt, die nächste Station sei dann in Menden. Eine ebensolche Metropole  🙂

 

 

 

Wenn Heiraten wirklich eine Hochzeit ist!

Tja, da habe ich mich unlängst darüber  ausgelassen, dass die Mormonen in SLC scheinbar so viel mehr Spaß am Heiraten haben als die Deutschen. Auf der Hochzeit meiner besten Freundin hier in Deutschland am letzten Wochenende dann fand ich genau diesen Spaß daran – und noch viel mehr. Schon komisch – vielleicht habe ich auch anders geschaut- geradezu danach gefahndet.

Ich jedenfalls teil(t)e die Freude beider Brautleute.  Es hat die „Weddingplanner“ wohl einige Anstrengung gekostet, Menschen von Spielchen, Darbietungen, Entführungen und anderem  das Fest störenden Kasparkram abzuhalten. Das hat sich gelohnt. Schließlich hassen wir ja unsere Freunde nicht. 🙂

Immer wieder hat mich die Frage ereilt,  warum es so viel lustiger war als auf anderen Hochzeiten. Nicht, dass in der Kirche nicht ein ernstes Gesicht gezeigt wurde – beim Standesamt kurzfristig auch der Ernst der Entscheidung  präsent war. Deutlich auch: Beide woll(t)en! Ohne Druck ohne Ansprüche! Einfach, weil es ihnen gut miteinander geht.

Der ganze Samstag war ein rauschendes Heiratsfest. Zum Standesamt eine andere Garderobe als für die Kirche – morgens noch selbst geschminkt, wurde nach dem erfolgreichen behördlichen Akt der kirchliche vorbereitet. Friseurin und Freunde halfen beim Ondulieren, Föhnen, Ankleiden, Aufhübschen – zwischendurch gab es Pizza und Salat. Der eine oder andere schlief noch mal eine Runde – in der Sonne oder im Schatten. Pünktlich zum Kirchgang dann in die Roben gestiegen – und für den Rest des Tages und bis in die Tiefe der Nacht mit gefühlten 200 C° unter dem langen Kleid gesungen, gelacht,  in der Kirche gebetet, gegessen, getanzt, gratuliert, gedrückt, geladen, gedankt, sich gefreut und genossen, gesprochen. Oh ja, getrunken haben wir auch. 🙂

Was für ein wunderbares Fest, wenn glückliche Erwachsene heiraten 🙂  Es gab kein Muss auf dieser Hochzeit – lediglich hatte die Braut dem DJ verboten das Lied „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ zu spielen. Als zu fortgeschrittener Stunde sich dann Gäste über das DJ Pult her machten konnte er nur noch resigniert den „Verzeih mir- Gang“ zur Braut antreten.

Das Schlimmste daran? Für mich? Die Tanzfläche war voll! Wie würde mein Sohn sagen: „Geht ja gar nicht!“ 🙂

Als wir am Tag danach dem spannenden Fußballspiel  folgten, kursierte folgende kleine Geschichte  🙂

🙂  Es lebe die aufgeklärte Braut!   🙂

Ich weiß bis heute nicht, was die Mormonen so glücklich ersscheinen lässt. Ich weiß aber, was diese Hochzeitsgesellschaft glücklich gemacht hat: Jeder hat das, was er getan hat, auch wirklich gewollt.  🙂