Freundlichkeit…

…ist eine Sprache.

„Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.“
Mark Twain

Die neue alte Welt

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„Je kleiner das Sandkörnlein ist, desto sicherer hält es sich für den Mittelpunkt der Welt.“
Marie von Ebner-Eschenbach

Schon ganz schön lange tummele ich mich auf und in dieser Welt. Ich habe viel von ihr gesehen. Meiner Motivation und meinem Glück sei Dank. Nicht zu vergessen: Meine Wurzeln: Gestern war ich nochmal in NRW – am östlichsten Rand und ohne großen Kontakt zu Menschen – um eine vorerst letzte Fuhre Erinnerungen an meine verstorbenen Eltern abzuholen. So eine Wohnung hat es in sich. Die Begegnung mit meiner eigenen Geschichte in all dem Aufbewahrten ist schon immens. Einige meiner grundlegenden Annahmen sind erschüttert. Annahmen, auf denen Verhalten von mir fußten und fußen. Und: Es rückt sich was zurecht. Versöhnt. Klärt.  Güte, Humor und Demut bestimmen mein Handeln – und der unbändige Respekt für die Privatheit dessen, was meine Mutter dann auch noch von meinem Vater gehütet und dann hinterlassen hat.

Bei mir entstand im Gegenzug die Frage an mich selbst: Was genau möchte ich noch behalten von dem, was ich selbst geschrieben, abgebildet, gemalt, geschaffen habe, von dem die Welt noch nicht weiß? Spricht aus meinem erneut aufgeflammten Entsorgungswahn auch Misstrauen?

Ich erinnere mich gut, dass ich zu meinem 40. Geburtstag alle Tagebücher vernichtet habe, die ich seit meinem 13. Lebensjahr geschrieben hatte. Da ich viel schreibe, waren das drei Koffer voll. Inzwischen hat sich schon wieder das eine oder andere angesammelt. Da ich seit der Zeit auch selbstständig bin, haben sich die Meinungen, Erlebnisse und Inhalte für meine Arbeit vermischt.

Ich bin verführt, mal wieder Tabluarasa zu machen.

Die avisierte Reise, deren Vorbereitung mich die letzten Wochen am Schreibtisch gehalten hat, ist am Freitag abgesagt worden. Gesundheit und Sicherheit gehen vor.

Also: Zeit ist da. Langweilig wird es hier nicht.  🙂

Mal sehen, was sich in den nächsten Woche noch so nach oben wühlt.  🙂

Euch eine erhellende Zeit mit Euch selbst. 🙂

(Be)Longing

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„Ein tiefes Gefühl der Liebe und Zugehörigkeit ist ein unwiderrufliches Bedürfnis aller Menschen. Wir sind biologisch, kognitiv, physisch und spirituell dazu bestimmt, zu lieben, geliebt zu werden und zu etwas oder zu jemandem zu gehören. Wenn diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden, funktionieren wir nicht so, wie wir es sollten. Wir brechen. Wir fallen auseinander. Wir sind taub. Wir schmerzen. Wir verletzen andere. Wir werden krank.“ ~ Brené Brown

 

Back again

61JbrZQNadL._SL1400_War ein paar Tage komplett außer Gefecht. War nicht wirklich schön. Nun bin ich aber wieder gesund. Zumindest halbwegs. Seit gestern bin ich wieder auf den Beinen. Und meine Laune war heute morgen schlagartig besser, als ich dieses Video entdeckte.

For you! Make the best of it.   🙂

Weil Angst die Antwort frisst

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„Wir leben nur einmal, und wer weiß schon, was morgen ist… Wir trauen uns nicht fragen, weil die Angst die Antwort frisst…..“

 

Ja, ich habe es getan. Nachdem meine Professorin mir das Buch geschickt, mein Sohn mir die Musik kredenzt und eine Freundin mir den Film empfohlen hat: Ich habe ihn mir angeschaut. Den Film: Dieses bescheuerte Herz. Ja, auch das Buch habe ich bislang zur Hälfte gelesen – und das Hörspiel gehört. Mein Sohn und ich haben ihn sogar zusammen gesehen. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, die Szenen mehr als gut zu kennen. Wenn es mir auch lieber wäre, nicht um das Leben meines Kindes bangen zu müssen. Und diese Streitereien zwischen Mutter und Sohn – oh je… habe mich schon das eine oder andere Mal erkannt oder erwischt gefühlt.  Humor….usw…..  🙂

 

 

Da wir so selten zusammen ins Kino gehen können, haben wir an dem Tag gleich zwei Filme angeschaut. Vorher nicht wissend, dass in beiden Mütter rührend gewertschätzt wurden.  🙂

„Wunder“ war der andere Film – mein Sohn saß schniefend neben mir. Nein! Nix: Schnupfen! – Gerührt war er. 🙂

So einen coolen Vater hätte er gern gehabt, sagte er.   🙂 Tja, Leben.

Meine Professorin hatte angekündigt, dass sie, wenn ich „Dieses bescheuerte Herz“ gesehen oder das Buch gelesen habe, sie mit mir sprechen möchte. Na, dann werd ich sie bald mal besuchen. Sobald……    Ach. Einfach: Sehr bald.

Der Stoff ist schon was Besonderes.

Mal Ander(e)s Denken, Mal Ander(e)s Fühlen

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Die Sonne scheint auf meinen Arbeitsplatz. Mich beschäftigt die Auswahl der gesendeten Nachrichten der letzten zwei Tage. Dreimal Tagessschau gesehen – dreimal  wurde sie aufgemacht mit der Katastrophe auf den Philipinen, dreimal abgschlossen mit der Info, dass irgendein Kunstgegenstand bei Sothebys für rekordverdächtig immenses Geld ersteigert wurde.

Könnte nicht Sothebys mal einen Kunstgegenstand versteigern und das komplette Geld für Rettungsmaßnahmen spenden?

Was liegt zwischen diesen dramatischen Ereignissen? Was ist mit den als mindestens so schlimm empfundenen Gegebenheiten hier in unseren Gefilden, in den kleineren Kontexten?

Als Beraterin weiß ich nur zu gut, dass die „großen“ Ereignisse als Symbol für einen eigenen Taifun und seine Wirkungen, eigene Kunst und eigene Konflikte stehen können. Die aus Ohnmacht resultierende Gefühlslage aus den persönlichen Angelegenheiten aber wird oft schamhaft nicht geäußert. Das erschöpft, macht krank und instabil. Wenn dann etwas in der Welt geschieht, was sich vergleichbar schrecklich anfühlt, kann endlich diesem Ärger oder Schmerz darüber Platz gemacht werden.

Ich erinnere mich gut daran, dass während des Prager Frühlings – und ich war gerade mal zehn Jahre alt- ich abends mit sehr viel Angst im Bett lag. Mein Vater kam zum obligaten „Gute Nacht“ und registrierte mit einem Blick, dass mich etwas umtrieb. In mir tobte die Angst vor dem damals propagierten „Feind“. „Ich habe Angst, dass die Russen mit den Panzern auch hierhin kommen!“ antwortete ich, als er mich nach meinem Kummer fragte.  „Ach Ursula“ sagte er damals mit seiner tiefen Stimme. „WENN sie kommen, dann bleiben sie spätestens am Kamener Kreuz stecken!“

Ich kann heute selbst kaum glauben, dass mich das beruhigt hat. Aber ich glaube: Auch er hat Ohnmacht empfunden. Und er hat sich klug auf unser gemeinsames Wochenenderlebnis: „Wir stehen im Stau auf dem Weg zu den Verwandten“ bezogen – und mir damit die Ruhe für den Schlaf beschert. Während ich das so schreibe, frage ich mich: Was hätte er wohl zu mir gesagt, wenn ich ihm erzählt hätte von meiner inneren Unruhe über Taifun, Kunstdeals und NSA, Koalitionsverhandlungen, Umgang mit Vielfalt, Willkürentscheidungen und anderen Machtkämpfen in unseren Gesellschaften?

Staus und Verspätungen gäbe es genug, auf die er sich beziehen könnte. Weit mehr als am Schnittpunkt der A1 +A2.

Nicht mitunter zynisch zu werden finde ich gerade schwierig.

Einen effizienten und guten Tag wünsche ich Euch.

Uund immer einen Menschen, der Euch so gut kennt, dass er weiß, wie er euch beruhigen kann. 🙂

Ausgebrannt….

Während in Moskau gerade in Massen die extrem leicht entzündlichen Pappelsamenwölkchen Kontaklinsenträger nerven und die Feuerwehr auf Trab halten, „rückt“ brandeins online schon am Tag vor dem ersten Juni den neuen Wolf Lotter „Selbstzünder“ „raus“. Er hat mit Manfred Lütz  gesprochen. Dessen Bücher ich sehr mag, dessen Vorträge ich kurzweilig und klar finde. Von ihm lerne ich jedes mal was Neues, wenn ich ihn lese oder höre.

Etwas spitzfindig könnte ich bemerken, dass der Name der Klinik falsch genannt wurde. Aber Herrn Lotter verzeihe ich das – irgendwie. Und außerdem hört sich ja Alexandria  statt Alexianer Krankenhaus auch nicht schlecht an.  Schließlich ist in Alexandria mal die Bibliothek ausgebrannt. Wer weiß schon, ob Lotter das nicht vielleicht im Kopf hatte, als er über Burnout schrieb. 🙂

Die Leistungsgesellschaft führt zum Burnout-Syndrom, heißt es. Wirklich?“

Nö, Tom. Da mach‘ ich nicht mit.“
Huckleberry Finn zu Tom Sawyer

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mit freundlicher genehmigung der redaktion “ brandeins“

http://www.brandeins.de/magazin/motivation/selbstzuender.html

Gerne gelesen, verschlungen habe ich den Artikel geradewegs. Leider bekomme ich das Heft hier nicht zu kaufen. Aber das wird es auch sicherlich noch Mitte des Monats geben, wenn ich wieder nach Hause komme.

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In  den Sinn kommt mir dazu ein wunderbarer Song von Ulla Meinecke:

Wer will schon Becky Thatcher sein?

„Wenn du mich fragst, wer ich wirklich bin.

dann war ich meistens Tom Sawyer, der träumt, er wäre Huckleberry Finn.“