So ist das wohl

„Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge // und keine Heimat haben in der Zeit. // Und das sind Wünsche: leise Dialoge // der armen Stunden mit der Ewigkeit.“
Rainer Maria Rilke

In This World

„Aus unendlichen Sehnsüchten steigen endliche Taten wie schwache Fontänen, die sich zeitig und zitternd neigen. Aber, die sich uns sonst verschweigen, unsere fröhlichen Kräfte—zeigen sich in diesen tanzenden Tränen.“ — Rainer Maria Rilke

Meister beobachten…

Die Meister beobachten die Welt,
vertrauen aber ihrer inneren Sehkraft.
Sie lassen die Dinge kommen und gehen.
Ihr Herz ist offen wie der Himmel.
Laotse

Gegen das Grau des heutigen dritten Advents lade ich Euch ein auf den Blick aus dem Zug von Oslo nach Bergen an einem sonnigen Wintertag. Nein, ich habe es LEIDER selbst noch nicht erlebt – doch ist ein neuer Wunsch geboren. Sobald es geht… See you in Norway. Einen besinnlichen dritten Advent wünsche ich Euch.

Sehnsucht oder so

„Was andere uns zutrauen, ist meist bezeichnender für sie als für uns.“Marie von Ebner-Eschenbach

Sehnsucht – ein Begriff, ein Phänomen, mit dem ich in diesem Jahr häufig konfrontiert bin. Immer wieder kommt das Gespräch darauf. Ja, nach was eigentlich? Eine gute Frage. Dass mir gerade viel wirklich fehlt…… kann ich momentan nicht überzeugend behaupten. Es gibt da diese namenlose Sehnsucht. Weniger bestimmt als ein Wunsch. Ein breiteres Gefühl aber. Umfassender und gleichzeitig konkreter als eine Hoffnung. Es ist die Sehnsucht nach dem, was ich mir in den letzten knapp vierzig Jahren beruflich erkämpft und gepflegt habe. Selbstbestimmtheit. Beweglichkeit. Maximale Bewegungsfreiheit. Und mit Corona ändert sich das gerade.

Besser gesagt: Mit den Wirkungen von Corona.

Bezahlte Aufträge fehlen mir. Es ist nicht so, dass es nichts zu tun gäbe: Die ersten Monate habe ich damit verbracht, Vorträge zu schaffen. Ich wusste ja, dass ich mit den fertigen Präsentationen auf die Schiffe gehen sollte – um entlang Norwegens Westküste Polarlichter zu „jagen“. Und später im Sommer die Destinationen zu erklettern, erwandern, erfahren. Dass ich meine geliebte Donau entlang hätte schippern sollen, dürfen. Und auch der Rhein wäre in diesem Jahr mal dran gewesen. Das am liebsten natürlich: gesund. Und eine tiefe Sehnsucht von mir: sorgenfrei. Sorgenarm reichte mir schon.

Die Vorträge werden leider nicht gebraucht. Anders als im letzten Jahr. Deshalb gibt es die eine oder andere Hilfe vom Staat. Überraschungen durch kurzsichtige Planungen staatsseitig inbegriffen. 🙂

Jetzt ist die Zeit dunkel. Der Tag kurz. Der Boden noch von goldenen Blättern verklebt. (Wenn ihn nicht mit Laubbläsern Bewaffnete dieser Pracht berauben.)

Gesund bin ich: soweit ich das selbst beurteilen kann. Ganz sorgenfrei natürlich nicht. Und das wird sich irgendwann legen. Habe ich beschlossen. 🙂

Für mich ist die Sehnsucht wohl etwas, was, kaum ist sie gefühlt, bemerkt oder benannt, mich wie eine Kompassnadel auf die Zukunft ausrichtet. Immer wieder mich neu erfinden lässt. Immer wieder mit anderen Teilen von mir in Kontakt bringt.

Wie eng sie mit Erwartungen verbunden sind zeigt sich, wenn aus der Hoffnung ein Wunsch wird – der ggf. auch nicht erfüllt wird. Ein dynamisches Geschehen eben. Und ich kann lernen, welche Erwartungen ich an andere hege, um zu realisieren, was für Pläne entstehen – aus der Sehnsucht, den Hoffnungen, den Wünschen. Eine Erkenntnis gibt es schon: Wenn ich andere brauche, um was zu verwirklichen, schrumpft ein Wunsch schnell. Hingegen bin ich zutiefst dankbar, wenn sich Unvermeidbares dank anderer leichter erledigen lässt. Ich fühle mich wirklich reich beschenkt mit Freunden und Freundinnen, mit denen gelingt, was sich sonst schwer oder schwierig anfühlt.

Spannend! Wirklich erhellend. Selten so viel Zeit gehabt, das zu reflektieren. 🙂

Und lausche derweil:

Über alle Berge

„Über alle Berge, aus dem Staub auf und davon
Über alle Berge, zu wild blühendem Klatschmohn
Über alle Berge, bis ein anderer Wind weht
Einer der das Glück säht, bis die Seele barfuß geht“
Pe Werner

Genau danach wäre mir heute.

Alöerdings hätte ich keine Lust, mich heute in den Stau gen Norden zu stellen, um über die Grenze nach Dänemark zu kommen. Das versuchten heute wohl sehr viele. Staumeldungen – auch von Freunden, die es gewagt haben – geben mir recht. Ich bleibe einfach Zuhause und singe mich mit Pe Werner ….. über alle Berge. Have a nice day!

Best Part

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„Ein jeder Klang aus voller Seele ist eine wirkungsvolle Tat.“
Lorenz Kellner (1811 – 1892)

Crossing Waters

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„Deine Kinder sind nicht deine Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Sie kommen durch dich, aber nicht von dir und obwohl sie bei dir sind, gehören sie dir nicht. Du kannst ihnen deine Liebe geben, aber nicht deine Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Du kannst ihrem Körper ein Heim geben, aber nicht ihrer Seele, denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen, das du nicht besuchen kannst, nicht einmal in deinen Träumen. Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein, aber suche nicht, sie dir gleich zu machen. Denn das Leben geht nicht rückwärts und verweilt nicht im Gestern. Du bist der Bogen, von dem deine Kinder als Pfeile ausgeschickt werden. Lass deine Bogenrundung in der Hand des Schützen Freude bedeuten.“ — Elisabeth Kübler-Ross

My Heart Still in New York

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Hab heute zufällig die Musik gehört und bin umgehend in Tränen ausgebrochen. Ein Teil meines Herzens ist wohl immer noch dort.

 

Unwiderstehlich

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„Die Freiheit ist wie das Meer: Die einzelnen Wogen vermögen nicht viel, aber die Kraft der Brandung ist unwiderstehlich.“ Václav Havel

Sehnsucht mal anders

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Noch mal versuchen – Lion

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„Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sicherste Weg ist immer, es noch einmal zu versuchen.“ Thomas Edison

Habe den Film „Lion“ gesehen. Mich oft erschrocken, war gerührt, hab selten gelacht, war aber beeindruckt. Ich habe noch immer den Ruf des kleinen Jungen im Ohr: „GUDDU!!!!!!!!“ Unfassbar. Suchen ist kräftezehrend. Und kostet. Freunde. Liebe. Schlaf. Nerven.Verletzt. Auch de Lieben. Finden ist beglückend und offensichtlich befriedend.

Am Ende des Tages…

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„Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.“ (Epiktet)

„Ache“

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„Die Sehnsucht läßt alle Dinge blühen, der Besitz zieht alle Dinge in den Staub.“ Marcel Proust

Es ist viele Jahre her, dass ich diesen Song das erste Mal gehört habe. Von James persönlich. 2008. Im August. Auf der Hochzeit seiner Schwester. In Frankreich. Dieser Song bleibt soooo schön, egal, wie er ihn vorträgt, performed, singt, spielt, egal, was in der Zwischenzeit passiert ist. Oder wird er gar besser?  Thanx James Carrington

James Carrington – „Ache“ from Rowly Dennis on Vimeo

The music video for James Carrington’s hit song ‚ Ache‘ featured in six national American television shows.

The song is an emotional reflection on how we deal with pain and grief, and how we can turn it into a positive emotion.

Label – Stop the clock productions

Director – Rowly Dennis

Bank (9)

Am Samstag Mittag saß ich nach dem Check In für den ersten der drei Flüge nach Hause auf der Bank gegenüber. Happy, dass sie mal wieder gnädig mit mir waren. Ein Platz mit Beinfreiheit, ohne draufzahlen zu müssen, wird mir immer Anlass für Freude sein. Jedenfalls saß ich auf der Bank – und trotz des Gewusels in der Halle blieb diese Bank gegenüber frei. Gefühlt lange.

Erst als ich überlegte, die große Kamera zu bemühen, besetzte sie ein Mensch,  auch nur noch „bewaffnet“ mit Handgepäck.

bank (9)

Sehnsucht nach Stille kam durch. Einfach nach Stille. Na gut – zumindest nach vertrauten Geräuschen.

Wieder Zuhause. Schön.

Nachts…

… ist es schön, an das Licht zu glauben.  Edmond Rostand, Cyrano de Bergerac

lichtblicke
Lichtblicke

 

Seit ich wieder in Deutschland bin, habe ich mich durchweg der „Kommunikation“ von Angesicht zu Angesicht gewidmet. Erst habe ich den heimatlichen Ort der Evangelischen Akademie in Villigst für eine intensive Arbeit zum Thema: „Dialog und Präsenz“ besucht, genutzt, genossen.

Der Dialog ( D. Bohm, M. Buber) erscheint mir nachwievor als Quelle, und die Arbeit mit Freeman Dhority verdient mal wieder das Qualitätssiegel „Intensivkur für die Seele!“

Still sein lässt sich im Netz ganz gut.

Meine Augen sind offen, mein Herz auch 🙂

Den Büchern widme ich mich nun wieder und der Photographie. Viel Chance auf Licht habe ich, wenn es am Samstag wieder auf große Fahrt geht. Diesmal nach Spitzbergen – mit  dem Schiff, versteht sich. Ich freue mich sehr auf die Momente, wenn die Sonne am Horizont entlang scheint, um  gar nicht ganz unterzugehen.

Möchtet Ihr von da sehen und hören? Lasst es mich wissen!

Werden Menschen anders, wenn sie Eltern werden?

sometimeswearethree

nur mal so zwischendurch….

 

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