Vergangenheit bleibt – doch.

Es sieht so aus, als wenn Schreddern ein sinniger Weg wäre (mal wieder), um mich im wahrsten Sinne des Wortes von meinen Altlasten zu befreien.

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Aber eben auch nur von meinen eigenen, ganz persönlichen. Ansonsten macht diese Aktion mehr als deutlich, dass das Leben mit einem schwerbehinderten Kind immer ein gemeinsames Leben bleibt. Da ist dieser mönströse, bis zum Anschlag gefüllte Ordner, dieser rote, auf dem steht: Johannes bis 96. Ich könnte eine Doku schreiben, oder so. Besser wäre es die Geschichte einer fremden Familie. SO grauselig fühlt sich das an, was darin dokumentiert ist: Briefwechsel mit Behilfestellen, Versorgungsämtern, Landschaftsverband, Sozialämtern, Krankenkassen, Versicherungen, Schulämtern, Anwälten, Gerichten, Schulen, Ärzten, Arbeitgebern, Medizinischen Diensten, Einrichtungen, Vereinen. Änderungsmitteilungen, Ablehnungen, Regulierungen: Kampfansagen, Widersprüche, Klagen. Und DEN Ordner kann ich nicht wegwerfen, da bis dato NIEMAND außer mir diese Entwicklung so kennt. Um das nachvollziehbar oder verstehbar zu machen, lasse ich den so, wie er ist – und die zwanzig folgenden Jahre verteile ich auf vier weitere Ordner. 🙂 Wäre das ein Roman, müsste ich noch eine Titel finden. So etwas wie: „Wir kommen so nicht vor!“ oder :“Das hatten wir so noch nicht“. Ich habe mich ja schon oft gefragt, wie ich das alles so „verpackt“ habe. Und noch immer habe ich keine Ahnung! Und es stellt sich mir lauter denn je die Frage: Was ist, wenn mir was passiert?
Mit einem Dank an alle bisherigen Mitstreiterinnen und Mitstreiter klopf ich mir doch trotzdem glatt mal eben selbst auf die Schulter. 🙂

~ von ullakeienburg - 9. Januar 2016.

4 Antworten to “Vergangenheit bleibt – doch.”

  1. Hat dies auf Ulla Keienburg s Blog rebloggt und kommentierte:

    Seit diesem Jahr gibt es einen weiteren Ordner. Und mehr Mitwissende. Und geklärte Verhältnisse. Und Verhältnisse, die erneut geklärt werden wollen oder müssen. Neue Pflegegrade, neue Unterhalstbedingungen, eine aktuelle Krankengeschichte, die viele, viele offizielle Stellen auf den Plan gerufen, Zuständigkeiten geklärt, Verantwortung bewusst gemacht hat. Als ich die Zuordnung zum neuen Pflegegrad gelesen habe, musste ich sofort zum Hörer greifen und nachfragen, wer sich das denn wohl ausgedacht habe. Die Antwort sind sie mir noch schuldig. „Kann dauern. Wir sind inzwischen papierlos. Und der Ordner steht irgendwo in Düsseldorf oder Dortmund.“ Aha…. so ist das. Gut zu wissen.
    Es bleibt spannend.

  2. Ja, guck!

  3. super 🙂

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