Was wir uns wirklich wünschen! Aktion #muttertagswunsch

Ich selbst bin alleinerziehend. Inwzischen seit mehr als 30 jahren. Und immer habe ich mich mit der Steuerklasse 2 / 0.5  zufrieden gegeben, geben müssen. Habe den halben Kinderfreibetrag an den Vater überschreiben lassen. Der hat auch auf Anordnung eines Gerichtes bis vor Kurzem seinen Obulus an uns entrichtet. Um Missverständnissen vorzubeugen: Bei behinderten Kindern sind Väter auch schon mal lebenslang verpfichtet, ihren Teil beizutragen. (anderes Thema)

In den letzten Jahren könnte ich mich schreiend mit Plakaten auf die Straßen stellen und Mütter anflehen, nie ihre Ansprüche aufzugeben, um langfristig vor Altersarmut geschützt zu sein. Ich habe in jüngeren Jahren gedacht, ich schaffe das allein. Oder mir gedacht, dass ich eh nicht alt werde unter den Belastungen. Nun werde ich bald 60 – und der Rentenbescheid vespricht mir sehr wenig „Return of invest“. Sehr, sehr, sehr wenig.

Unlängst habe ich mit der Rentenkasse telefoniert, da ich einen Antrag auf den „Pflegepunkt“ stellen wollte. Wollte wissen, wie ich das genau machen muss. Erst erklärte sie mir, dass ich nachweisen müsse, dass ich zehn Jahre lang mein Kind gepflegt habe. Kein Problem. Dann hielt sie inne. Oh, sagte sie, ich sehe gerade, dass Sie ja gearbeitet haben in den Jahren.   Ja, sage ich, wie sonst hätte ich mit dem Kind leben sollen?  Ich habe beides gestemmt, Pflege und Erwerbstätigkeit.       Ja, nee, das geht doch gar nicht, entgegnete sie. Zumindest nicht für sie. Sowas sehe die Rentenversicherung gar nicht vor. Keine Chance.  Ende des Gespräches.

Erwische mich immer wieder dabei, mir selbst Vorwürfe zu machen, mich selbst zu fragen: Wie blöd warst Du eigentlich?  Heute weiß ich: Ich nähme den Vater mehr in die Pflicht. Geld ist zwar nicht alles. Aber ohne (genug) Geld …….

So eine Steuerklasse 3 hätte mir sehr weiter geholfen. Und das könnte sie auch jetzt noch! Muss schließlich arbeiten, bis ich sterbe. Und sie kann all den Müttern helfen, die jetzt den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder (mit)sichern.

Deshalb: Bitte teilt das!

Familiy unplugged

„Die Idee hatte Mutterseelesonnig www.mutterseelesonnig.wordpress.com, wir haben sie verbreitet und nun nimmt sie auch www.mama-arbeitet.de auf. Unter #muttertagswunsch sammeln sich  seit einigen Tagen Eure echten Wünsche zum Muttertag. Jetzt soll eine richtig große Aktion daraus werden: Schreibt drauf los, was Ihr statt Blumen, selbst Gebasteltem oder Frühstück ans Bett wirklich zum Muttertag (oder Vatertag) gebrauchen könnt.

Wir wünschen uns zum Beispiel, dass Eltern-sein nicht weiter zum Armutsrisiko für so viele wird, sondern auch bei der Rente endlich mit mehr Rentenpunkten berücksichtigt wird.

Macht mit, damit wir ganz viele Stimmen von Eltern zusammen bekommen und damit der Aktion Schlagkraft verleihen.

Und übrigens: Der Muttertag ist keine Erfindung der Nazis, auch wenn sie den Tag instrumentalisiert haben. Eigentlich stecken zwei Amerikanerinnen dahinter: Eine von Ihnen Ann Maria Reeves Jarvis (1832 – 1905), hat das erklärte Ziel Arbeiterfamilien mit Medikamenten und Haushaltshilfen zu unterstützen und so gegen die hohe Kindersterblichkeit zu kämpfen. Ursprünglich ging es beim Muttertag also um aktive Unterstützung von Familien! Vielleicht ist das Jahr 2016 der richtige Zeitpunkt, um an diese Ursprünge zu erinnern?

Das letzte Wort hat wie bei mama arbeitet auch bei uns Mutterseelesonnig:

„Das geht doch ALLE an, die Mutter oder Vater sind! Und by the way: auf wikipedia steht ja, dass der Muttertag ganz ursprüglich aus der Frauenbewegung kommt. Dann wurde er von der Blumenindustrie benutzt, später von den Nazis. Wir bringen ihn jetzt zu seinem Ursprung zurück und stellen politische Forderungen. Und weil’s inzwischen auch den Vatertag gibt und weil Familie und Kinder keine Frauensache sind, sollen die Väter bitte auch mitmachen: Statt Blümchen + Bollerwagen!“

Also los: flutet am Vatertag (5. Mai) und Muttertag (8. Mai) das Netz auf facebook, twitter und wo Ihr Euch sonst noch rumtreibt, mit Euren Wünschen unter den Hashtags #muttertagswunsch und #vatertagswunsch. Dann sind wir sind nicht mehr zu übersehen.

~ von ullakeienburg - 3. Mai 2016.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: