
(Charles Darwin, englischer Naturforscher, 1809 – 1882)

Welcome to my Reality!
Dieses Lied ist vielen Menschen vertraut. Was sie denken, wenn sie es anlässlich Silvester, Hochzeit oder Beerdigung singen, wissen wir nicht. Was Dietrich Bonhoeffer selbst mit diesen guten Mächten im Sinn hatte, beschrieb er seiner Braut in dem beigefügten Brief vom 19. Dezember 1944.

Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, je stiller es um mich herum geworden ist, desto deutlicher habe ich die Verbindung mit Euch gespürt. Es ist, als ob die Seele in der Einsamkeit Organe ausbildet, die wir im Alltag kaum kennen. So habe ich mich noch keinen Augenblick allein und verlassen gefühlt. Du, die Eltern, Ihr alle, die Freunde und Schüler im Feld, Ihr seid mir immer ganz gegenwärtig. Eure Gebete und guten Gedanken, Bibelworte, längst vergangene Gespräche, Musikstücke, Bücher bekommen Leben und Wirklichkeit wie nie zuvor. Es ist ein großes unsichtbares Reich, in dem man lebt und an dessen Realität man keinen Zweifel hat.
Mich tröstet es – immer. Egal, ob ich es lese, ihm in verschiedenen Versionen lausche oder selbst singe.

Weihnachten naht. Samt aller seiner Auflagen. Die Ahnung von Frieden, den dieses Fest (mir) jedes Jahr verspricht, können mir diese Regelungen nicht nehmen. Die Zuversicht, ein Leben lang mit diesem Ereignis verbunden, bleibt. Die inneren Bilder sind stärker als die äußeren Bedingungen. In diesem Sinne: Möge es besinnlich zugehen – wo immer Ihr auch seid.


Gegen das Grau des heutigen dritten Advents lade ich Euch ein auf den Blick aus dem Zug von Oslo nach Bergen an einem sonnigen Wintertag. Nein, ich habe es LEIDER selbst noch nicht erlebt – doch ist ein neuer Wunsch geboren. Sobald es geht… See you in Norway. Einen besinnlichen dritten Advent wünsche ich Euch.
Rebekka Reinhard, praktizierende Philosophin, hat mich mit einem Titel eingefangen, der vielversprechender nicht hätte sein können. Für mich zumindest.
In Cellophan verpackt erreichte das Buch meine Adresse in der letzten Woche, als ich noch unterwegs war. Seit Samstag lag es, nachwievor in seiner Schutzhülle, auf meinen Schreibtisch. Und heute Abend – in einem Gespräch mit meiner Freundin Elke, seit jeher Sparringspartnerin zwecks Denken, Fühlen und Verstehen und Erklären, Genießen und Inspiration – fiel mein Blick auf den Untertitel. „Für einen zeitgemäßen Vernunftgebrauch“. Ich habe es ausgepackt. Ich habe die Widmung gelesen. #nobullshitfeminismus
Aufgeblättert. Während des Telefonats vorgelesen, als säßen wir am Küchentisch. Jede auch noch so kurze Passage ist – selbst aus dem Kontext gerissen – Anregung, Inspiration zum Selberdenken. Jene, die das gerne tun, leidenschaftlich selbst denken, sich gerne durch virtuose Wortkompositionen, prägnante Rückschlüsse animieren lassen, sollten sich dieses Werkes annehmen. R. Reinhard versprüht Zuversicht und traut den Menschen eben noch zu: Selbst zu denken, anzuzweifeln, zu hinterfragen, eben „WACH zu denken“, sich auf die Unberechenbarkeit des Lebens einzulassen – weiter zu glauben als das, was sie „Computer -Logik“ nennt. „Es begegnet der Vereinfachung mit einer Lust am Spiel, am Experiment, am Wagemut. Wer wach denkt, schaut frei, kreativ und vorurteilslos auf die Welt. Und das brauchen wir heute dringend, um zu neuem Wissen zu finden, zu einer intelligenten Verbindung von Verstand und Emotion, von Hirn und Herz.“ Sie widerspricht sich. Mit Absicht. Wenn ich sie recht verstehe, erhebt sie nicht den Anspruch, mehr zu wissen als andere. Sie lädt allerdings ein, WACH zu sein. Angstlust zu genießen. Spannungsfelder auszuloten. Sich aus dem Gefängnis des Vereinfachens zu befreien. Mir kommt es vor wie die Aufforderung meines Vaters – damals in den 60ern, 70ern und 80ern an mich, alles zu hinterfragen, nichts einfach hinzunehmen. Es erfreut mich zutiefst, dass es wieder ein Plädoyer dafür gibt.
Mitten aus ihrem performanten Schreiben heraus melde ich mich schon mal.
Und ich bin sooo neugierig auf sie als Person geworden.
Ihr Plädoyer für zeitgemäßen Gebrauch der Vernunft: ÄUßERST ERHOLSAM!
https://www.koerber-stiftung.de/mediathek/rebekka-reinhard-wach-denken-2102
Sehnsucht – ein Begriff, ein Phänomen, mit dem ich in diesem Jahr häufig konfrontiert bin. Immer wieder kommt das Gespräch darauf. Ja, nach was eigentlich? Eine gute Frage. Dass mir gerade viel wirklich fehlt…… kann ich momentan nicht überzeugend behaupten. Es gibt da diese namenlose Sehnsucht. Weniger bestimmt als ein Wunsch. Ein breiteres Gefühl aber. Umfassender und gleichzeitig konkreter als eine Hoffnung. Es ist die Sehnsucht nach dem, was ich mir in den letzten knapp vierzig Jahren beruflich erkämpft und gepflegt habe. Selbstbestimmtheit. Beweglichkeit. Maximale Bewegungsfreiheit. Und mit Corona ändert sich das gerade.
Besser gesagt: Mit den Wirkungen von Corona.
Bezahlte Aufträge fehlen mir. Es ist nicht so, dass es nichts zu tun gäbe: Die ersten Monate habe ich damit verbracht, Vorträge zu schaffen. Ich wusste ja, dass ich mit den fertigen Präsentationen auf die Schiffe gehen sollte – um entlang Norwegens Westküste Polarlichter zu „jagen“. Und später im Sommer die Destinationen zu erklettern, erwandern, erfahren. Dass ich meine geliebte Donau entlang hätte schippern sollen, dürfen. Und auch der Rhein wäre in diesem Jahr mal dran gewesen. Das am liebsten natürlich: gesund. Und eine tiefe Sehnsucht von mir: sorgenfrei. Sorgenarm reichte mir schon.
Die Vorträge werden leider nicht gebraucht. Anders als im letzten Jahr. Deshalb gibt es die eine oder andere Hilfe vom Staat. Überraschungen durch kurzsichtige Planungen staatsseitig inbegriffen. 🙂
Jetzt ist die Zeit dunkel. Der Tag kurz. Der Boden noch von goldenen Blättern verklebt. (Wenn ihn nicht mit Laubbläsern Bewaffnete dieser Pracht berauben.)
Gesund bin ich: soweit ich das selbst beurteilen kann. Ganz sorgenfrei natürlich nicht. Und das wird sich irgendwann legen. Habe ich beschlossen. 🙂
Für mich ist die Sehnsucht wohl etwas, was, kaum ist sie gefühlt, bemerkt oder benannt, mich wie eine Kompassnadel auf die Zukunft ausrichtet. Immer wieder mich neu erfinden lässt. Immer wieder mit anderen Teilen von mir in Kontakt bringt.
Wie eng sie mit Erwartungen verbunden sind zeigt sich, wenn aus der Hoffnung ein Wunsch wird – der ggf. auch nicht erfüllt wird. Ein dynamisches Geschehen eben. Und ich kann lernen, welche Erwartungen ich an andere hege, um zu realisieren, was für Pläne entstehen – aus der Sehnsucht, den Hoffnungen, den Wünschen. Eine Erkenntnis gibt es schon: Wenn ich andere brauche, um was zu verwirklichen, schrumpft ein Wunsch schnell. Hingegen bin ich zutiefst dankbar, wenn sich Unvermeidbares dank anderer leichter erledigen lässt. Ich fühle mich wirklich reich beschenkt mit Freunden und Freundinnen, mit denen gelingt, was sich sonst schwer oder schwierig anfühlt.
Spannend! Wirklich erhellend. Selten so viel Zeit gehabt, das zu reflektieren. 🙂
Und lausche derweil:
Es ist mal wieder soweit. Mein kleiner Bruder OldMan schickt wieder Seelenmusik. Diesmal ein ganzes Konzert. Highly recommended!

Einen wunderbaren Auftakt der Adventszeit wünsche ich Euch!!!! Friedlich möge es sein und bleiben. Erbaulich und beruhigend. Warm und gut versorgt möge es sich anfühlen. All the best for you!
Danke an alle, die sich so fürsorglich bemerkbar machen in meinem/unseren Leben. 🙂

In diesem Jahr habe ich meine ehrenamtliche Aktivität mal um etwas Neues erweitert. Ich habe Kollegen aus dem Stiftungssektor dabei geholfen, die #Wohnzimmerspende zu starten und habe gerne an vielen der Zoomveranstaltungen teilgenommen. Ich bin Menschen begegnet, die ich anders nie kennengelernt hätte. Und es fühlte sich äußerst ermächtigend, nützlich und erbaulich an. Für mich jedenfalls.
Mitten im ersten Lockdown startete die erste #Wohnzimmerspende. Und nun sind wir mitten im zweiten Lockdown und diese kreative Form des #givingcircle gipfelt für 2020 im #GivingTuesday 1. Dez. um 20:15 Uhr.
Viele Erfahrungen gesammelt haben wir. Michael Alberg-Seberich und Felix Dresewski haben mit viel Leidenschaft das Format ausgerichtet, optimiert und variiert. Organisationen, Institutionen ausgesucht und Räume geschaffen, in denen diese auf eine Weise Gehör gefunden haben wie sonst nirgends. Viel Geld ist zusammengekommen und verteilt worden, so viele Geister mit dieser Idee infiziert und zur Eigeninitiative eingeladen. Das wirksamste und gleichzeitig geselligste Spendenformat, was mir bis dato untergekommen ist. Fühlt Euch eingeladen, an diesem #givingtuesday teilzuhaben, teilzunehmen. Nichts muss, alles kann. Einmal noch in 2020. 🙂
Es ist viel entstanden seit der ersten Wohnzimmerspende: Jetzt könnt Ihr sogar schon auswählen, in welchem Wohnzimmer Ihr gerne etwas fändet oder geben wollt.
See you!!
Am 1. Dezember 2020 – dem weltweiten Aktionstag für Spenden und Solidarität #GivingTuesday – finden mehrere Online-Spendenaktionen statt, die von der Wohnzimmerspende inspiriert wurden:
19:30 Uhr: Anmeldung zum Wohnzimmerkonzert mit Spenden von Coach, TD Plattform und In-Haus.
20:00 Uhr: Wohnzimmerspende der Bürgerstiftung Bonn.
20:15 Uhr: Wohnzimmerspende von Lilian & André Engelmann in Eberwalde.
20:15 Uhr: Wohnzimmerspende vom Rotaryclubs Bielefeld-Sparrenburg (Andrea Frank) in Bielefeld.
20:15 Uhr: Wohnzimmerspende von Sarah Winkler in Berlin.
20:15 Uhr: 8. Wohnzimmerspende von Michael Alberg-Seberich und Felix Dresewski.
20:15 Uhr: Anmeldung zur Wohnzimmerreise mit Spenden von Help – Hilfe zur Selbsthilfe.
20:15 Uhr: Anmeldung zum Online-Spendenabend von wellcome – das Sozialunternehmen für Familien.
20:15 Uhr: Anmeldung zum Online-Spendenabend des ASB Hessen.
21:30 Uhr (20:30 englischer Zeit): Virtuelles englischsprachiges Event „Living Room Giving: Support from your sofa. Do good together.“

Ich war sehr nachdenklich in den letzten Tagen. Na gut: Nicht nur in den letzten Tagen. Ich bin es eigentlich immer. Tauben sitzen oberhalb der Wolke in der Spitze der entblätterten Birke. Durch den Nebel ist schon blauer Himmel sichtbar. Und ein paar weiße kleine Wolken. Der Einladung zu einem Spaziergang bin ich gefolgt und erfrischt zurück an meinem Schreibtisch.
Die Arbeitswelt fühlt sich für mich gerade ein bisschen so an, als säße ich in der Economy-Class eines Billigfliegers, Mittelsitz einer Dreierreihe, der Gast vor mir hat die Lehne nach hinten gestellt und der hinter mir rammt mir seine Knie in den Rücken. Und ich bekomme nicht mal den kleinen Tisch ausgeklappt, um etwas darauf abzustellen. Ich hoffe, dass es kein „Langstreckenflug“ ist. 🙂
Ich lausche:

Heute habe ich mal auf den Link geklickt, der mir die Fragen versprach, die in einem Vorstellungsgespräch heutzutage gestellt werden. Und auf die ich im Falle eines Falles vorbereitet sein müsse. Das war fast so schön wie die Einladung :“Werde Transformationscoach und verdiene sechs – bis siebenstellig!“ Man werde mich sicher fragen: „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren.“ Ach echt? Na, die Antwort kenne ich: Wenn ich nicht gestorben bin…… hoffentlich IN RENTE!
Und dann die sinnigste aller Fragen, die ich bislang gehört habe – und das meine ich tatsächlich ernst, das mit der sinnigsten aller Vorstellunsggesprächfragen: „Was haben Sie zuletzt gelernt?“ Die Antwort wüsste ich jetzt noch nicht zu beantworten. Ich lerne ja schließlich jeden Tag dazu. Momentan sogar – behaupte ich – lerne ich noch mehr als sonst. Über Menschen. Über Politiker:innen. Über Haltungen. Über Freundschaften. Über Auftraggeber. Über Kooperationsbereitschaft. Über Werte – die meinen wie andere. Und überhaupt…
In solchen Momenten kommt mir dann Ina Müller zur Hilfe. Mit ihren Texten, ihren Harmonien, ihren Melodien. Danke dafür. Herzlichst.

Wieder und wieder verabschiede ich sie. Auch die, die schon lange diese Welt verlassen haben. Zumindest physisch. Und besonders die, die erst unlängst die Augen schlossen. Weil ihre Zeit um war hier auf Erden. Ihre Alters wegen, ersehnt, aus Verzweiflung oder wegen einer Krankheit, die sich ihrer bemächtigt hat. Allesamt Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind und waren, welcher Art unsere Verbindung auch immer war.
Möge es da, wo sie jetzt sind, friedlich sein. Friedfertiger als ich es aktuell hier empfinde. Normalerweise griffe ich wohl auf den Bachchoral „Wachet auf ruft uns die Stimme“ zurück – das aber ginge mir heute einfach doch zu nah.
Mögen Euch gute Gedanken an Eure verstorbenen Lieben für diesen Totensonntag begleiten.

Danke, liebe Ina Müller. Mal wieder singst Du mir aus tiefster Seele. Was für Bilder!!!!!!! Was für ein Hommage an die Liebe und ihre Wirkungen in Hamburg!!!!
Vielleicht treffen wir uns ja mal auf einem unserer Spaziergänge an der Elbe beim Möwen füttern mit Selbstmitleid. 🙂 DANKE!
„Du sagst, Du willst tun, was Dein Herz Dir sagt. Dann hör doch gefälligst auch zu!“ 🙂
Reaktanz – was für ein Begriff. Alltagstauglich erschien er mir nicht, als ich den Titel las. Doch weiß ich um das wundersame Formulieren der Carmen Thomas. Deshalb begann ich zu lesen. Um gleich in ihrem ersten Kapitel darüber aufgeklärt zu werden, dass sie Zweifel hegte wie ich. Auch sie fand den Begriff nicht gerade „sexy“. Und das Wort „Blindwiderstand“ als Erklärung auch nicht besser! Damit war meine Reaktanz schon mal gesenkt. Schmunzelnd folgte ich ihr durch ihre Erlebnisse in Konferenzen, Sendungen und Seminaren. Anhand derer erklärt sie die Wirkweisen der Blindwiderstände; dieser Blockierer und Verhinderer respektvoller Kommunikation. Vor allem, wenn sie uns nicht bewusst sind. Das bot mir Identifikationsgelegenheiten. Ihr Umgang mit dieser Art Widerständen ermutigt und ermächtigt. Sie findet neue Worte für alte Phänomene. Sie nutzt, was da ist. Reflektiert, was gescheitert scheint. Kopiert um zu kapieren. Empfiehlt die Freiheit der Fehlerfreundlichkeit. Plädiert umzunutzen statt runterzuputzen, macht aus allem das Beste.
Jedes Kapitel ist ein Erlebnis. Vieles zum Ausprobieren abseits der üblichen Interventionen. Humor, Aha Erlebnisse und Tiefgang inbegriffen.