„You have no responsibility to live up to what other people think you ought to accomplish. I have no responsibility to be like they expect me to be. It’s their mistake, not my failing.“ – Richard P. Feynman
„Das Buch der Natur ist das Buch des Schicksals. Sie wendet die riesigen Seiten, Blatt um Blatt, und kehrt zu keinem einzigen zurück.“ Ralph Waldo Emerson
Einunddreißig Tage auf der arosa silva. Achttausend Stromkilometer Donau. Dreimal Wien, dreimal Budapest, sechsmal Mohacs, zweimal Sulina, einmal Braila, einmal Bukarest, dreimal Belgrad, zweimal Tulcea, einmal Rousse, einmal Bratislava, viermal Katarakten, viermal Eisernes Tor, einmal Pecs, dreimal Thaimassage, drei Welcomes und drei Farewells, zweimal For Sale Gulaschsuppe, zweimal Lavendeleis, unzählige Regenbögen, Blitze und Donner, diverse Gigabite Datenvolumen voller Bilder von Wolken, Brücken, Spiegelungen, Licht, Sonne, Schleusen. Es gab viele reiche Begegnungen mit Menschen, viele neugierige Gäste, viel Humor, viele Geschichten, viele Kameras und Smartphones, deren Potenzial neu entdeckt uznd genutzt wurde.
Leider hat meine kleine Lumix sich das Genick gebrochen. Sie ist mir beim Besuch des Felsenklosters bei Rousse aus der Hand gerutscht, als ich ein wenig Geld für eine Kerze spenden wollte. War nichts mehr zu machen.
Eine Woche habe ich es ausgehalten. In Linz habe ich sie noch mal gefunden. Dieses kleine Wunderwerk gab es als Ausstellungsstück. Ich konnte nicht widerstehen. Den Vorgängerbody werde ich rahmen. So viele Geschichten hängen an dieser kleinen Kamera. Die neue ist schwarz. 🙂
Ich bin dankbar für die Chancen, Erlebnisse, Erfahrungen, die Zeit und die Räume, die Fürsorge, die Feedbacks, all die postiven Rückmeldungen, Begegnungen, die vielen An-, Ein-, Um-, und Aussichten, Gelegenheiten, Suppen ohne Beine, all die Freundlichkeit und den Humor. Und ich bin sogar „erleichtert“. Minus vier Kilo. Sagt die Waage. 🙂
Flusskreuzfahrten sind wirklich die Königsklasse der Erholung! Danke arosa für diese Aufträge.
Und ich danke Euch – fürs Mitlesen, Mitreisen, Mitfreuen, Mitsehen.
Bis demnächst – dann mal wieder auf hoher See.
Am Freitag bin ich morgens in Passau in meinen Diesel gestiegen ( ja, ich liebe ihn! :-)) und hab mich auf den Weg gemacht. Entlang der A3 – in Würzburg habe ich entschieden: Ich fahre dann mal durch bis zum Veluwemeer- nach Holland. Den Stau, der mich 208 Minuten Verzögerung gekostet hätte, habe ich umfahren können. Und bin so mit nur dreißig Minuten Verspätung in Hoophuizen gelandet. Unter blauem Himmel, bei moderaten Temperaturen. Intensivstation für die Seele. Wunderbar.
900 km nordwestlich von Passau – am nächsten Tag. Rücklings am Veluwemeer, NL – Freundinnenzeit 🙂
Die letzte Tour beginnt. Wasser sprudelt am Fenster entlang. Die frische Rose schaut heut aus dem Fenster. Draußen mutet es wie April an. Wetter kann gerade nur Übertreibungen. Bin gespannt. Freu mich, wenn Ihr auch für die letzten Eindrücke von der Donau noch mal vorbeischaut. Auf bunte Eindrücke.
Einer dieser Momente, in denen die Welt so heile scheint.
Ich weiß, ich habe viele Tage nicht geschrieben. Die Netzverhältnisse haben mich genervt. Grad mal für eine Whatsapp hat es gereicht.
Dieser Moment steht für die Abende, an denen die Sonne den Horizont hinter den Bäumen küsst, und damIt mein Herz. Viele befriedende Momente hat mir das beschert. Dankbar bin ich. SEHR.
Die letzten 24 Stunden waren ein Wechselbad. Im wahrsten Sinne des Wortes. LIeßen sich eben noch Wassertropfen an den Fenstern gen Boden rutschen, brüllte im nächsten Moment die Sonne, dann pfiff der Wind und blies, sogar mit Glockengeläut, dunkle Wolken und Touristen über den Stefansplatz. Komplett nass, wie warm geduscht :-), kam ich am Schiff an. Der erste Blick aus dem Fenster heut morgen verriet: wir müssen noch ein paar Wolken schieben, wenn wir Linz am Nachmittag unter blauem Himmel erleben möchten. Ich wünsche einen guten Start in die Woche.
Kein Hammer klingt an Stahl, Schiffstorsos ruhen in der Werft, ein paar Krähen äußern sich, die Flaggen flattern, eine Wante schlägt an den Mast, ganz fern tutet ein Horn. Der Himmel hängt woller Wolken, die Vögel fliegen tief. Das Schiff ist wie leergefegt. Ungewohnt. In so ganz stillen Momenten ergreift mich Heimweh.
Hier können die Menschen Boxen lernen. Das sollten sie in dieser Stadt können. 😉
Brennende Kerzen werden hier nur ausserhalb der Kirche in einem Metallschrank mit Schiebetüren platziert. Markierungen vorhanden: rechts für die Verstorbenen und links für die Lebenden, die ich besonders bedenken möchte.
Eine im wahrsten Sinne des Wortes heiß ersehnte Abkühlung wehte vom Meer. Dem schwarzen. Hochsaison für Badeurlaub. Wassertemperatur 22 Grad. Bei 32 Grad im (Wind)- Schatten glatt eine Erfrischung.
Am Tage zeigten sich Pelikane und Silberreiher. Fliegen ist einfach bequemer, wenn Wolken den Himmel zieren. Störche fütterten ihren Nachwuchs.
Die Donauspertung beschert mir das erste Mal einen Abend in Braila. Immer was Neues. 🙂
Gettoffen haben wir den Ibis, Pelikane, Moorenten, Rohrdommel und Eisvögel, Schwäne, Milane, Flussseeschwalben, Schwarzkopfmöwen, Lachmöwen, Stockenten, Kröten, Frösche, Barsche. Sehr vielen Tieren war es wohl zu heiß unter dem knallblauen Himmel. Sie wollten keine Energie verschwenden. Wie gut ich das verstehen kann.;-)
Mir ist gerade etwas mulmig. Eine NATOübung sorgt aktuell für Fahrplanänderungen. Die Donau sperren sie. Für vier Tage. Nicht, dass ich was dagegen hätte, eine Weile hier im Delta zu bleiben. Aber 5000 Soldaten auf einem Haufen? In Aktion? Und icb so nah dran? Not my cup of tea!
Nun schippern wir bereits wieder gen Sulina. Freue mich auf einen Tag am Strand.:-)
Inzwischen haben wir per Bus in strömender Hitze und glühenden Winden Pecs in Ungarn und Belgrad in Serbien erobert. Dank Bauarbeiten gab es mal eine andere Kirche zu sehen. 😉 Belgrad ist completely under construction. Da es mit der EU nicht klappt, finden sie gerade finanzstarke Investoren in der arabischen Welt und in China. Wo das wohl hinführt? Unsere Guides freuen sich über deutsche Touristen – und viele lernen inzwischen Chinesisch.
Nach einem vollen Tag verlassen wir gleich den Hafen Richtung Katarakten und Eisernes Tor. Wenig Wasser nötigt den Kapitän zur gemächlichen Reise.
Auch hier war es heiß heute. Habe mich treiben lassen – durch das Centrum – von Erfrischung zu Erfrischung. Zwischen Touristen hindurch geschlängelt landete ich in der Bar eines Hotels. Eher zufällig. Sie verkauften Eis an der Straße. Und boten ein schattiges, auch durch Wind gekühltes Plätzchen, um das milchfreie Eis zu genießen. Beruhigend daran – es gibt immer wieder was Neues zu entdecken. Warum ich gerade auf die Marionetten angesprungen bin? Ich weiß es nicht. Noch nicht! 🙂
Weil ich genau darauf gerade mal KEINE Lust gabe, flüchte ich auf die Insel und werde Wind schnuppern, Salz schmecken, Freunde treffen. Und den Sommerwahnsinn teilen. ;-). Auf dass Herz und Hirn frei werden, wenn ich Seele und Körper in Wasser und Sonne baden, Kopf und Füße für eine kurze Weile in den Sand stecken kann. Ich liebe den Norden!!!!!!
„Ich bin nicht nur überzeugt, dass das, was ich sage, falsch ist, sondern auch das, was man dagegen sagen wird. Trotzdem muss man anfangen, davon zu reden. Die Wahrheit liegt bei einem solchen Gegenstand nicht in der Mitte, sondern rundherum wie ein Sack, der mit jeder neuen Meinung, die man hineinstopft, seine Form ändert, aber immer fester wird!“ R. Musil