Reden und reden lassen: Wie ich stumme Protagonisten zum Sprechen bringe

Das Offlineleben und seine wundersamen Äußerungen 🙂

Kathrin Elfman

Rocks_klein

Manchmal schraube ich tagelang an ein paar Seiten rum und komme nicht voran. Nein, keine Schreibblockade. Aber die Figuren in meinen Geschichten geben sich gelegentlich kapriziös, haben Befindlichkeiten. Schütten sich mittags Tequila in den Hals, färben sich die Haare, wollen andere Namen, eine Allergie oder ein neues Auto und weigern sich, das zu sagen, was ich schreibe. Schmollen mich stumm an. Hmpf.

In diesen Fällen hilft nur: raus. Dorthin, wo echte Leute rumlaufen, echte Sachen sagen über echtes Leben. In diesem Fall gehe ich ans Rheinufer, parke mich und die sturen Figuren in der Sonne und, aaaaah, schon eilt das Leben liebevoll zur Hilfe, prallfüllsatt in seiner inspirierenden Geschwätzigkeit, die neue Dialogideen im Sekundentakt produziert:

»… Regen angesagt!«
»Habt ihr etwa immer noch die Ameisenstraße quer durchs Esszimmer?«
»Das Viertel Riesling für drei Euro. Man sitzt da auch schön.«
»… kamen wir auf diesem Zeltplatz an, alles knochentrocken! Die Heringe hätteste…

Ursprünglichen Post anzeigen 341 weitere Wörter

~ von Ulla Keienburg - 3. Juni 2013.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: