Wolf Ehrhardt (46) aus Berlin Mitte ist seit 20 Jahren selbstständig. Der gelernte Koch und Schauspieler ist inzwischen Investmentfachmann für Innovationen und Prototypen. Als getrenntlebender Vollzeitvater der inzwischen 7- jährigen Elli ein rücksichtvoller, liebender, bissiger, einsichtiger, fordernder und ständig verhandelnder Organisierer.
Er erlebt und betitelt sich als „Vollzeitvater“. Als das, was nach der „Vollzeitschwangerschaft“ komme, sagt er amüsiert. Auch wenn Elli eine Woche bei ihm und eine Woche bei ihrer Mutter lebe, Vater sei er in jedem Moment und nicht nur in Teilzeit. Also auch in den Momenten, in denen Elli nicht in seiner unmittelbaren Nähe sei.
Im von ihm ge – und erlebten Alltag sieht das so aus: Alles ist gut organisiert, Elli hat klare Rahmenbedingungen. Die Wohnungen liegen gleichweit von der Schule entfernt. Die Tochter kann immer frei entscheiden, wann sie Vater oder Mutter sehen oder sprechen möchte. Sie tauschen sich regelmäßig aus und entscheiden wichtige Dinge das Kind betreffend immer gemeinsam. Jeder wird gehört, und ihre jeweiligen Bedürfnisse werden so weit wie möglich respektiert. Konflikte, Streits oder Missverständnisse zwischen den Eltern werden in der Regel abseits von Ellis Wahrnehmung geklärt, „…denn sie haben sehr oft nichts, aber auch gar nichts mit Elli zu tun und deshalb besteht auch keine Notwendigkeit, sie an schlechten Energien teilhaben zu lassen!“ sagt er.
Selbstverständlich ist das alles für ihn nicht. Wolf ist als Selbständiger angewiesen auf Flexibilität. Auch wenn er es selbst für unerlässlich hält, getroffene Absprachen einzuhalten, gelingt ihm das nicht immer. Da aber die Kommunikation zwischen den beiden Eltern so gut ist, können sie sich umgehend kontakten, sich das mitteilen und eine für alle Seiten gute Lösung organisieren. Sie vertrauen nicht darauf, dass es sich schon irgendwie ergibt. Ellis Mutter kennt den Alltag als Selbständige mit allen Höhen und Tiefen. Und Wolf ist froh, dass sie inzwischen durch eine Festanstellung das bieten kann, was die beiden „relativ verlässliche Arbeitszeiten“ nennen.
Wolf weiß eines sicher: Getrennt zu leben heißt nicht gleich „alleinerziehend“ zu sein. Er schätzt besonders Kita, Hort und Ganztagsschule. Auch andere Bezugspersonen gehören s.E. für Elli dazu. Ein enger und regelmäßiger Austausch zwischen allen – den beiden Elternteilen, Großeltern, mit befreundeten Eltern von Spielkameraden oder Lehrern und Erziehern und natürlich zwischen Eltern und Kind zu Bedürfnissen, Notwendigkeiten oder Unannehmlichkeiten – hält alles in Balance. Wolf E.: „Meine wichtigste Entscheidung war, mich selbst auch als Vater zu akzeptieren, unabhängig vom sozialen Status, Bildungsgrad oder beruflicher Position; mir der Verantwortung, aber auch der eigenen Begrenzungen bewusst zu werden. Elli braucht keinen Superman, der einfliegt, Geschenke bringt und dann wegschwebt. Elli braucht eine Person, zu der sie Urvertrauen hat. Einen Vater, zu dem sie immer kommen kann, ohne sich beweisen zu müssen, diesen Menschen, von dem sie weiß, dass der auch nicht immer alles weiß.“
Neugierig geworden auf mehr? Ulla Keienburg hat mit Wolf Ehrhardt ausführlich gesprochen: Interview
Ein sonniger Tag in der Stadt am Polarkreis. Ein unerwartet milder Wind gab Auftrieb für Paraglider, die Sonne wärmte die Gemüter nach kalten Tagen. Draußen sitzen und über den Fjord schauen – z.B. direkt auf die Eismeerkathedrale.
Es ist nicht ganz so einfach wieder daheim zu landen. Leichter gemacht haben es mir die Überraschungen, die ich überall fand.
Im Kühlschrank eine Kiste mit süßen, salzigen und minzigen Köstlichkeiten, auf der Ablage im Flur ein wohl sortierter Stapel Post, der Nachbar gab mit ein Päckchen. Eine Pensonärin aus meinem Fotokurs auf dem Fluss bedankte sich mit zwei Gläsern selbstgeimkertem Honig dafür, dass sie mit ihrem Handy wieder fotografieren konnte. Ich hatte nicht aufgegeben, den Fehler zu finden – und ihn zu guter Letzt auch noch behoben. Unbezahlbar, so ein Dank!
Vielen Dank an all die guten Geister in meinem Leben! 🙂
Bei traumhaftem Licht verliessen wir Spitzbergen. Nicht satt sehen konnte ich mich an den Spiegelungen, Bewegungen des Wassers durch Boote und Wind. Svalbard bei Sonne – damit hatte ich nicht gerechnet. Als wir vor zwei Jahren die Insel besuchten, präsentierte sie sich unter arg grauem Himmel.
Morgens im Camp Barentz traf ich wieder auf Husky Vodka :-). Es war schon ein komisches Gefuehl, sich darüber zu freuen, einen Hund wieder zu treffen. Diesmal habe ich mir gegönnt, die Waffeln mit Erdnussbutter und Himbeersauce in Ruhe zu verspeisen und einen guten Kaffee zu trinken, während wir dem Vortrag über Eisbären lauschten. Eine deutsche Biologin, die gerade ihren Master in Svalbard an der Uni gestemmt hatte, erzählte so lebendig von dem Leben der Ersten in der Nahrungskette, dass ich ihr noch stundenlang hätte zuhören können.
Wir waren auf sie angewiesen, da wir das Camp nicht unbewaffnet verlassen durften.
Es ist verboten, Eisbären zu töten. Doch kommt es vor, dass in Notwehr mal einer zur Strecke gebracht wird. Da diese Tiere voller Giftstoffe sind, die sie sich mit dem Verzehr kleinerer Tiere einhandeln, werden sie auch nicht gegessen. Inuits verspeisen sie wohl noch. Allerdings nicht ohne Folgen für die Menschen dort. Sollte also in Svalbard mal ein Eisbär dran glauben muessen, landet er schon mal auf der Speisekarte eines einheimischen Restaurants. Dort versichern sich Besitzer und Koch aber, indem sie die Hungrigen noch vor dem Mahl unterschreiben laesst, dass sie dieses auf eigene Verantwortung zu sich nehmen.
Schon die Einfahrt morgens um 4:00Uhr bei gefühlten Minusgraden war erschütternd grandios.
Immerhin gibt es etwas mehr als 2000 Einwohner, die heute den Nationalfeiertag begehen. Geschaefte sind geschlossen, Cafes offen. Als wir ankamen, schien die Sonne. Einer Sache kann man sich hier sicher sein: Das Wetter ist sehr flexibel. 🙂
Spaeter mehr. Gruesse von Eiderenten, Gryllteisten, aggressiven Kuestenseeschwalben, einer Robbe, Austernfischern, Papageientauchern, Kolkraben, Dreizehenmoewe , dem Wasser, den Wellen, den Wolken, der Pyramide und nicht identifizierbaren Mitgliedern der Familie der Limikolen. Off for Akuyeri
Wir waren auf die Schleuse zugefahren, langsam. Es war sehr laut. Das überschüssige Wasser der Donau, in den Fluss gelaufen vorwiegend aus den serbischen Seitenarmen, donnerte durch die geöffneten Tore. Gigantisch, gewaltig, sich aufbäumend, niederreißend, mit Hochdruck. Unter wechselnd wolkenreichem Himmel, mal mit Sonne mal ohne, suchte sich das Wasser Platz. Für ein Flussschiff gab es ungewohnt viel Wasserbewegung. Wie gebannt haben wir mit Gefühlen zwischen Faszination und Schrecken dem kraftvollen Spiel des Wassers zugeschaut. Niemand war da, der nicht mit Handy, Kamera oder Film das festzuhalten versucht hätte. Ich sage noch immer WOW – und auch klingt noch immer das herabstürzende Wasser in meinen Ohren.
Oltenita – ein Tor von der Donau aus nach Bukarest
Zu Bukarest gibt es eine Menge zu lesen. Erlebt habe ich die Stadt im letzten Jahr – und deshalb in diesem Jahr beschlossen, nicht nochmal dahin zu fahren. Es war spannend, den Palast zu betreten – mindestens so spannend wie beklemmend. Oltenita hingegen war mir einen langen Spaziergang wert. Von den erwähnten Schiffswerften sieht man nur Ruinen. Wo dort 25000 Menschen wohnen sollen, hat sich mir nicht erschlossen. Gefunden habe ich eine wunderbar restaurierte und gepflegte Holzkirche, eine kleine Apotheke und einen ca. 30 qm großen Supermarkt. Entlang der Straße vom Hafen Richtung Ort gab es Autowerkstätten, Kühe MIT Hörnern, denen man ins Ohr gelbe EU -Wimpeln getackert hatte, eine moderne Pizzeria, viel Müll, Radfahrer und schöne Blumen, eine Seemansschule (wenn ich das richtig interpretiert habe) und einen Polizisten, Grenzhütten und Jugendliche vertieft in ihre Smartphones.
Oltenita
Vielleicht fahre ich ja noch mal dorthin – dann werde ich es mal mit dem Fahrrad erkunden.
Himmelsbank, hat er sie genannt, der Holger. Das passt doch wunderbar, wenn ich bedenke. dass der „Heilige Geist“ just „entsendet“ wurde. Entsendung hat sich in den letzten Jahren bei mir eher im Sinne der Entsendung von Angestellten ins Ausland eingeprägt. Expatriats werden diese genannt. Ob in der biblischen Variante der Heilige Geist auch einen Job erledigen sollte? Zumindest ist wohl bei ihm die Rückkehr ausgeschlossen.
Was auch immer wir tun: wir sollten es von Herzen tun. So oft, wie wir weg gehen, können wir auch wieder kommen. Nur sollten wir akzeptieren, dass uns das Unterwegssein verändert. Manche mehr, manche weniger. Immer aber kehren wir anders zurück als wir gestartet sind. Gut so!
Im Radio läuft momentan andauernd der Song: Am I wrong?
Ich weiß gar nicht, wieso er mir gerad zu dem Thema einfällt. 🙂 *augengenhimmleldrehundpfeiff
Einladung: Wer auch seine oder ihre Bank hier sehen möchte… siehe Bank (32)- Imagine
Viel zu feiern gibt es an dem heutigen Tag. Mein Patenkind hat ihr Abitur, mein Bruder Geburtstag – und wordpress gratulierte mir zum 4. Geburtstag meines Blogs! Er „fliegt“, wie sie es nennen, vor allem, weil Ihr, liebe Follower, ihn lest und betrachtet, teilt, kommentiert, diskutiert, fragt, antwortet und den Like Button nutzt. Habt Dank für Eure Treue! Keep in touch! Ich werde weiter machen. Eure Ulla
Als ich dieses Lied heute morgen noch mal hörte, erinnerte ich mich:
Mitunter feiere ich den 5.Juni! Überlebte ich doch vor vielen Jahren nur knapp, dass meines Volvos (neuer) Reifen hinten rechts platzte. Zwischen Mundelsheim und Pleidelsheim. Auf der linken Spur. Mit 120 km/h. Einhellige Meinung von Polizisten und Krankenwagenpersonal: Wäre das kein Volvo gewesen,wäre sie tot.
Seither weiß ich, dass es auf der Autobahn Bordsteinkanten gibt. Seither bin ich täglich dankbar, dass ich lebe. Seither bin ich sicher: Ich war noch nicht fällig. 🙂
Seither fahre ich erst recht Volvo.
Ich glaube, dass mich meine Neugier und meine Zuversicht schon durch Vieles gerettet und vor Vielem bewahrt haben. Aber seit diesem Tag lasse ich keine Gelegenheit mehr aus, Neues zu lernen, zu sehen, zu erleben. Und wenn was gar nicht geht – dann lasse ich es. 🙂
Nichts ist selbstverständlich! NICHTS!
Musikvideo zu gleichnamigen Song von Oliver Steller (Text:…
Aus Russland kommt die nächste Bank. Gesandt von dem Wasservogel schlechthin. Danke an Reiherente Norbert!
Die deutsche Ente schickt eine Bank in Novgorod
Reiherente Norbert stammt aus Norddeutschland, rezitiert gerne Gedichte. Zu ihm kam mir der gute Theodor Storm in den Sinn.
An die Freunde
Wieder einmal ausgeflogen,
Wieder einmal heimgekehrt;
Fand ich doch die alten Freunde
Und die Herzen unversehrt.
Wird uns wieder wohl vereinen
Frischer Ost und frischer West?
Auch die losesten der Vögel
Tragen allgemach zu Nest.
Immer schwerer wird das Päckchen,
Kaum noch trägt es sich allein;
Und in immer engre Fesseln
Schlinget uns die Heimat eln.
Und an seines Hauses Schwelle
Wird ein jeder festgebannt;
Aber Liebesfäden spinnen
Heimlich sich von Land zu Land.
Theodor Storm (1817 – 1888), eigentlich Hans Theodor Woldsen, deutscher Jurist, Dichter und Novellist
Seit ich im letzten Jahr bei dem Arstidir Konzert in der Nähe von Bremen nicht nur Myrra Ros kennengelernt habe sondern auch deren Agentin. gibt es eine Verbindung für mich zwischen Deutschland, Moskau und Reykjavik. Meine Musikwelt ist auch einfach noch mal größer geworden. Vielen Dank an Maria Chelnokova für Frühstück in Moskau und die sichere Erkenntnis – das sich findet, was sich finden soll.
Erste Runde gesammelter Werke des Mildlifereisenden Holger!
Es ist schon wunderbar, wenn plötzlich jemand schreibt: „Bei jeder Bank muss ich an Dich denken!“ 🙂
Was anderes konnte mir einfallen als:
Und wenn ich an Holger denke, dann fällt mir „Optimismus“ ein – ganz im Bonhoefferschen Sinne:
„Optimismus ist in seinem Wesen keine Ansicht über die gegenwärtige Situation, sondern er ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignieren, eine Kraft, den Kopf hochzuhalten, wenn alles fehlzuschlagen scheint, eine Kraft, Rückschläge zu ertragen, eine Kraft, die die Zukunft niemals dem Gegner lässt, sondern sie für sich in Anspruch nimmt.“ D. Bonhoeffer
Einladung: Wer auch seine oder ihre Bank hier sehen möchte… siehe Bank (32)- Imagine
Wenn ich so lange unterwegs war und mich dann wieder mit den vorherrschenden Alltagsmeinungen zu den Themen „Inklusion., Integration etc.“ befasse…… richte ich mitunter den Blick zum Himmel und frage: LIeber Gott, willst Du mich prüfen?“ Aus aktuellem Anlass also noch mal….:
Gedanken von einer, die schon immer außen, drüber, drunter, neben oder hinter war.
Trotz deutscher Staatsangehörigkeit war ich für meine Landsleute besonders im eigenen Land schon viel ZU:
Die Wünsche der Chefs painted by UK
Zu lang, zu alleinerziehend, zu aufmüpfig, zu wenig angepasst, zu berufstätig, zu schnell, zu genial, zu bunt, zu unabhängig, zu ungehorsam, zu groß, zu früh, zu kritisch, zu allein, zu klug, zu frech, zu ehrlich, zu Frau, zu… was auch immer.
Als mein Sohn mit seiner Behinderung das Bild dann noch vervollständigte, erfand ich die Marke: Personifizierte Ansammlung von Randgruppen.
Lange kämpfe ich für „Integration“ – schon seit den Zeiten, in denen `man` darunter noch die „Gemeinsame Erziehung Behinderter und Nicht Behinderter“ verstand. Ein wenig sprachpingelig empfand ich den Begriff immer schwierig. Integrieren muss ich nur, was ich zuvor aussonderte. „Teil des Ganzen zu sein“ wäre meine Wahl gewesen. Oder „Inklusion“. Am Besten gar nicht…
Ich wage, auch die dreizehnte Bank anzuzeigen. Ich bin ja keine Fluggesellschaft, die diese Reihe weglassen muss, weil es zu viele abergläubische Kunden gibt. 🙂
Inzwischen haben mir so viele Menschen Bänke geschickt, dass ich ganz gerührt bin. Vielen Dank dafür!
Die Pause, die mir die schwachnetzige Donau bzgl. des „Bank (32)- Projektes“ beschert hat, ist nun vorbei.
Jetzt geht es weiter!
Die nächste Runde startet mit einer, die wohl in Griechenland steht.
Man möge mich korrigieren, wenn es nicht stimmt.
HuCh- dachte ich, als ich sie geschickt bekam. 🙂 Der Herr Brecht, der hat da doch mal was verfasst. Wovon er schrieb, das kennen die Sender – und viele Menschen mehr.
Morgens und abends zu lesen
Der, den ich liebe
Hat mir gesagt
Daß er mich braucht.
Darum
Gebe ich auf mich acht
Sehe auf meinen Weg und
Fürchte von jedem Regentropfen
Daß er mich erschlagen könnte.
To read in the morning and at night
My love
Has told me
That he needs me.
That’s why
I take good care of myself
Watch out where I’m going and
Fear that any drop of rain
Might kill me.
Bertold Brecht
Auch wissen sie, worüber Tina Dico singt.
Ein neues Lied, mit dem sie gerade ihr neues Album ankündigt!