Immerhin gibt es etwas mehr als 2000 Einwohner, die heute den Nationalfeiertag begehen. Geschaefte sind geschlossen, Cafes offen. Als wir ankamen, schien die Sonne. Einer Sache kann man sich hier sicher sein: Das Wetter ist sehr flexibel. 🙂
Spaeter mehr. Gruesse von Eiderenten, Gryllteisten, aggressiven Kuestenseeschwalben, einer Robbe, Austernfischern, Papageientauchern, Kolkraben, Dreizehenmoewe , dem Wasser, den Wellen, den Wolken, der Pyramide und nicht identifizierbaren Mitgliedern der Familie der Limikolen. Off for Akuyeri
Travelbuddy – FUTURE schleust -beliya
Wir waren auf die Schleuse zugefahren, langsam. Es war sehr laut. Das überschüssige Wasser der Donau, in den Fluss gelaufen vorwiegend aus den serbischen Seitenarmen, donnerte durch die geöffneten Tore. Gigantisch, gewaltig, sich aufbäumend, niederreißend, mit Hochdruck. Unter wechselnd wolkenreichem Himmel, mal mit Sonne mal ohne, suchte sich das Wasser Platz. Für ein Flussschiff gab es ungewohnt viel Wasserbewegung. Wie gebannt haben wir mit Gefühlen zwischen Faszination und Schrecken dem kraftvollen Spiel des Wassers zugeschaut. Niemand war da, der nicht mit Handy, Kamera oder Film das festzuhalten versucht hätte. Ich sage noch immer WOW – und auch klingt noch immer das herabstürzende Wasser in meinen Ohren.

„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft. Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern.“
―Jules Verne
In der Schleuse habe ich dann gemeinsam mit FUTURE ein wenig „abgehangen“. 🙂
Schleusen braucht ja seine Zeit.
Mal wieder ein Fest!
Das Lied vom Meer! Erinnerungen
Viel zu feiern gibt es an dem heutigen Tag. Mein Patenkind hat ihr Abitur, mein Bruder Geburtstag – und wordpress gratulierte mir zum 4. Geburtstag meines Blogs! Er „fliegt“, wie sie es nennen, vor allem, weil Ihr, liebe Follower, ihn lest und betrachtet, teilt, kommentiert, diskutiert, fragt, antwortet und den Like Button nutzt. Habt Dank für Eure Treue! Keep in touch! Ich werde weiter machen. Eure Ulla
Als ich dieses Lied heute morgen noch mal hörte, erinnerte ich mich:
Mitunter feiere ich den 5.Juni! Überlebte ich doch vor vielen Jahren nur knapp, dass meines Volvos (neuer) Reifen hinten rechts platzte. Zwischen Mundelsheim und Pleidelsheim. Auf der linken Spur. Mit 120 km/h. Einhellige Meinung von Polizisten und Krankenwagenpersonal: Wäre das kein Volvo gewesen,wäre sie tot.
Seither weiß ich, dass es auf der Autobahn Bordsteinkanten gibt. Seither bin ich täglich dankbar, dass ich lebe. Seither bin ich sicher: Ich war noch nicht fällig. 🙂
Seither fahre ich erst recht Volvo.
Ich glaube, dass mich meine Neugier und meine Zuversicht schon durch Vieles gerettet und vor Vielem bewahrt haben. Aber seit diesem Tag lasse ich keine Gelegenheit mehr aus, Neues zu lernen, zu sehen, zu erleben. Und wenn was gar nicht geht – dann lasse ich es. 🙂
Nichts ist selbstverständlich! NICHTS!
Musikvideo zu gleichnamigen Song von Oliver Steller (Text:…
Ursprünglichen Post anzeigen 26 weitere Wörter
Durchgeschleust oder eingenordet?
Zuhause! Überraschungen auf der ganzen Linie. Mein Auto war sicher geparkt, die Wohnung belebt, der Zug hat mich noch über Bremen gefahren, der Taxifahrer hatte wohl seit Längerem keine Tour gen Hoheluft gewagt und stand mindestens dreimal vor Absperrungen. Doch konnte ich mich relativ schnell mit den Nachwehen meiner Küchenrenovierungen befassen: Abstruse Rechnungsschreiben, nicht nachvollziebare Entscheidungen bei Erstattungen, moderates Schriftenaufkommen, Ruhe in der Straße ( wegen der Sperrungen). Einfach zuhause. Schön!
Nun kehrt hier wieder Alltag ein. Eine kurze Pause zwischen dem Unterwegssein. Auch eine Art Schleuse.
Sinnige Analogien habe ich von der Fahrt mitgebracht. Schleusen ist halt nicht einfach, erfordert Geschick, Orientierungssinn, Präzision und Kooperation. Auch einen Obulus muss der Durchreisende mitunter entrichten. (Manchmal reicht ein Flasche Wein). Es lässt sich doch viel lernen auf so einer Reise.:-)
Ich werde sehen, wie gut ich den neuen Wasserstand des Alltags nach dem Wochenende aushalten und nutzen kann, wie viel Treibgut sich findet, was nicht durch den Filter ging. 🙂
„Think of all the beauty still left around you and be happy.“ Anne Frank
Belgrad – Nach dem Regen ist vor dem Regen
So sah es noch aus zwischen Sonnenaufgang und Anlegen in Belgrad.
Es war ein langer Spaziergang. Erst durch die City. Von dem einen als Einkaufsmetropole bezeichnet, von mir eher als wiederbelebte Stadt empfunden. Sonnig war es und heiß.

Unterbrochen von einer Kaffeepause liefen wir der Nase nach. Mal rechts, mal links, mal geradeaus. Fuhren mit der Straßenbahn von dem Wunsch beseelt, die Bahn möge an unseren Schiff anhalten. Klarer Fall von verdacht. Sie hielt zwar an der Donau – aber laufen mussten wir noch. Ein ganz schön langes Stück, entlang des abgesoffenen Ufers. In der Haut der Gastronomen dort möchte ich nicht stecken!

So haben wir noch mal – unverhofft, Wirkungen der Katastrophe der letzten Wochen gesehen. 😦
Plötzlich zog sich der Himmel zu. „10 Minuten noch – und dann geht es los!“ dachten wir bei uns. Kaum hatten wir den Fuß auf das Schiff gesetzt, begann es zu hageln! Lucky us!

Ihr lieben Follower, Neugierige, treue Leser und Leserinnen. Habt einen schönen Abend. Gruß aus Belgrad
Malerische Grüße von der Donau
Heute begegnete uns das Schwesterschiff arosa mia – auf dem Weg in den Süden. Das war glatt eine Unterbrechung aller Aktionen wert.
Bevor ich das erste Mal ein Flussschiff betreten hatte, war ich noch der Meinung, auf einer Strecke wie dieser müsste sich mal eben ein Buch schreiben lassen. So viel Zeit, hatte ich geglaubt, habe man da.
Inzwischen weiß ich es besser: Ich komme zu nichts. Ständig gibt es was zu sehen. Vor allem während der Fahrt verändert sich stetig die Sicht. Die Pappelwälder, mal junge, mal ältere. Kühe, die scheinbar im Wasser stehen, gemeinsam mit Schweinen und Pferden die Ufer oder momentan auch die kleinen entstandenen Inseln bevölkern.
Die Häuser und Baracken in allen Fertigungs – oder Verfallszuständen. Kaum nachvollziebhar.
Störche feiern gerade in diesen Sümpfen Party, Pelikane verfolgen uns. Reiher aller Art sammeln sich an den Ufern. Mitunter wirkt es, als bewegten sie sich nicht. Schon um herauszufinden, ob sie lebendig sind oder als Atrappe in den Boden gesteckt waren, ruhte der Blick auf ihnen. Ab Sonnenaufgang bin ich wach – und klebe neugierig am Fenster und komme trotzdem immer erst als letzte zum Frühstück.
Was auch immer ich während der Fahrt auf Fotos versuche festzuhalten, entspricht selten der Weite , die ich empfinde, wenn ich die Ufer betrachte. Gut, dass Gehirn und Herz einfach größer sind als Linse und Sensor einer Kamera.
Und vor allem besser! 🙂
The missing picture – View from the Spa
Tulcea – die Zweite
Schäfchenwolken, Wetterwechsel, andere Beduerfnisse.
Mal in den Spiegel geschaut habe ich und spontan das Bedürfnis entwickelt, im Spa Bereich aus dem Fenster zu schauen.
Glück hatte ich! Noch war der Ausblick nicht durch rin paeckchenparkendes Schiff verstellt.
Schick gemacht fuer den Landgang ging es in die City of Tulcea. Restliche Lei verpulvern.
Es ist, was es ist……sagt die Vernunft.
Prost Eistee!
Der letzte Morgen der ersten Etappe – very well!
Der letzte Abend war höchst unterhaltsam. „Doch noch mal schnell miteinander sprechen!“ An Deck gestanden und gemeinsam gesungen, die untergehende Sonne genossen, die Wirkung der untergegangenen Gluehkugel beobachtet. Uns gegenseitig gezeigt, was fuer Zauberkuenste so ein Handy mit einem rot- goldenen Horizont zeigen kann. Gelacht, getrunken, Karten getauscht und um Mitternacht dann noch ein Wunschkonzert bekommen. Der Bayer hat geduldig dem Westfalen die Texte von Hubert von G., STS und Reinhard Fendrich übersetzt. (ich weiss nicht, wie man all die Namen der Österreicher schreibt – sorry) Den Tresen haben wir erst verlassen, nachdem wir andächtig „Der Mond ist aufgegangen“ mitgesummt hatten.
Der letzte Morgen der ersten Etappe – very well!
Der letzte Abend war höchst unterhaltsam. „Doch noch mal schnell miteinander sprechen!“ An Deck gestanden und gemeinsam gesungen, die untergehende Sonne genossen, die Wirkung der untergegangenen Gluehkugel beobachtet. Uns gegenseitig gezeigt, was fuer Zauberkuenste so ein Handy mit einem rot- goldenen Horizont zeigen kann. Gelacht, getrunken, Karten getauscht und um Mitternacht dann noch ein Wunschkonzert bekommen. Der Bayer hat geduldig dem Westfalen die Texte von Hubert von G., STS und Reinhard Fendrich übersetzt. (ich weiss nicht, wie man all die Namen der Österreicher schreibt – sorry) Den Tresen haben wir erst verlassen, nachdem wir andächtig „Der Mond ist aufgegangen“ mitgesummt hatten.
After the rain – Danube heading Braila
Die Natur hat uns gestern nichts erspart. Sonne, Strand, lauen Wind, heftigsten Regen zum Abschied, bei der Ausfahrt gen Norden zweimal Regenbogen und einen traumhaften Sonnenuntergang. Während sich die anderen dem Abendessen hingaben, lauschte ich dem Alarm der Wasservögel im Schilf. Da war vielleicht was los. Zeit des Brütens. Ab und zu eine Horde Pelikane, auf Strommasten nisten Störche, die anderen lassen sich selten sehen. Hie und da mal ein Fischreiher, mal ein Karl Heinz. Sorry, eine Stockente. 🙂
Schon befremdlich, wenn einem auf diesem Stueck ploetzlich ein Containerschiff entgegen kommt. Immerhin ist Sulina der beste Einfahrthafen vom Schwarzen Meer in die Donau.
Ovid hat hier wohl eine Weile gelebt. Piraten haben hier ihr Grab bekommen. Die unwahrscheinlich zuvorkommenden Menschen dort haben es mir angetan.
Sulina ist ueber das Straßennetz nicht erreichbar. Nur mit Schiffen oder Booten. So gelangen dann wohl auch die Autos dorthin.
Freue mich auf ein zweites Mal Sulina…. in ein paar Tagen.
Bank (33) – Romanian Impressions
Tulcea am Abend. Nach eindrucksvollem Deltatrip, nach vielen Regentagen, dem Hochwasser entkommen , uns in Sicherheir wiegend.
Während in der Heimat die Menschen vor dem Fernseher dem Duell der Fußballvereine folgen, mischen wir uns unter das Volk der Rumänen.
Milde Luft, günstiger Kaffee, freies Wlan…. 😉
Einen spannenden Abend wuensche ich.
Morgen geht weiter nach Sulina, zum 0 Punkt der Donau an der Grenze zum Schwarzen Meer.
Guten Tag aus Tulcea
Belgrad bei Nacht
Travelling from Vienna to Budapest
Greetings from Wurst-Town :-)
Bedenke: „Das Mutti“ ist nur EINE Rolle als Frau! #muttertag
8.20 Uhr. Muttertag. Diesmal auf einem Flussschiff während der Anfahrt auf Wien. Allein werde ich wach – schon lange auch ohne Kindergeschrei. Sogar ohne Wecker.
Mein erster Gedanke heute wieder: Eine Karikatur aus der Brigitte von 1988. Den dazugehörigen Artikel „Das Mutti“ hatte ich damals aus dem Heft gerissen – und er hat es bis heute in den (tatsächlich noch physisch im Büro vorhandenen) Ordner „AKTUELLES“ geschafft. Immer wieder ist er in diesen gewandert, weil er nie, wenn das auch erschreckend ist, veraltete. Bevor ich ihn aber abtippte, gönnte ich mir einen Blick ins Netz. Und siehe da: Nicht nur mir war er all die Jahre wichtig geblieben. BRIGITTE weiß, was Frauen wünschen. .-) Danke!
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“Das Mutti” von Fee Zschocke, erschienen 1988 in BRIGITTE:
Meine geheimnisvolle Verwandlung vollzog sich an einem ganz normalen Montag, nachmittags 17.45 Uhr MEZ, von einer Minute auf die andere. Aus der Spezies “Frau” (w., besondere Kennzeichen: leichtsinnig, fröhlich bis albern, sinnlich, kapriziös, attraktiv, witzig, mit einem Hang zum Luxus und zum schönen Phlegma) wurde die Gattung “das Mutti” (s., besondere Kennzeichen: bieder, belastbar, besorgt, ernsthaft, genügsam, nervös, 24 Stunden voll im Einsatz).
Das Mutti ist streng geschlechtsneutralund kommt überall auf der Welt vor; gehäuft auf Kinderspielplätzen. Zu erkennen ist das Mutti an seiner bellenden oder schrillen Tonlage: “Stefan! Sofort runter da, sonst setzt es was!!”, und an einem rastlosen Betätigungsdrang (bevorzugte Tätigkeiten: stricken, Rotz abwischen, backe-backe-Kuchen-machen, Mützen ab- und aufsetzen, Apfelsinen schälen, Fläschchen schütteln, Küsschen oder Knüffe verteilen). Sitzt das Mutti wider Erwarten mal ganz ruhig da, ist zumindest der Fuß in Bewegung: der schaukelt den Kinderwagen. Das Mutti tritt niemals allein auf, sondern ist stets rudelweise von seinen Jungen umgeben. Sind diese noch klein, trägt das Mutti sie in einer textilen Ausbuchtung vor Bauch und Rücken geschnallt (ähnlich dem australischen Känguruh, jedoch bewegt sich das Mutti nur selten hüpfend vorwärts). Wenn die Jungen größer sind und aufrecht gehen können, übt es geduldig die Tätigkeit des “Spazierenstehens” aus. Während das Mutti-Junge sich im Matsch suhlt, jedes Steinchen auf seine Verwendbarkeit untersucht, Grashalme frisst oder tiefsinnig sein Spiegelbild in Pfützen betrachtet, bleibt das Mutti einfach stehen. So verbringt es einen Großteil seiner Zeit, in Kälte und Nässe ausharrend, stumm, schicksalsergeben.
Mutti ist frau nicht von Geburt an, zum Mutti wird sie gemacht. Viele Frauen bezeichnen diesen Hergang als äußerst lustvoll; wahrscheinlich gibt es deshalb so viele Muttis in der Welt. Die wenigsten machen sich klar, was die Mutti-Metamorphose bedeutet. Auf jeden Fall ist es ein irreversibler Prozess: einmal Mutti – immer Mutti. Was sich auch darin ausdrückt, dass manche “Vatis” (m., besondere Kennzeichen: oft aushäusig, meist paschamäßig auf Draht und windelmäßig unerfahren, auch – oder gerade – nach der Geburt der Jungen unentwegt um die begehrenswertere Spezies “Frau” herumbalzend) es fortan neutral “Mutti” nennen. Für die Aufzucht (siehe auch “Sozialisation”) sind stets wir Muttis allein zuständig – eine Aufgabe, in der wir für den Rest unseres Lebens aufzugehen haben.
Durchdrungen von der existentiellen Wichtigkeit des Brutpflegetriebs, werden wir durch ständige Adrenalinausschüttung offensichtlich jahrelang zu Höchstleistungen angetrieben. Einem Mutti – und darin erweist sich die ausgesprochene Widerstandsfähigkeit dieser äußerlich schutzbedürftigen, innerlich aber erstaunlich zähen Gattung – macht es nichts aus, drei- bis viermal pro Nacht das warme Nest zu verlassen, um die brüllenden Jungen mit Nahrung zu versorgen. Ein Mutti ödet es nicht an, täglich den immergleichen Brei zu bereiten und den immergleichen Spielplatz mit den immergleichen Mit-Muttis aufzusuchen und dort die immergleichen Gespräche zu führen.
Wer sich als Artfremder mit uns Muttis unterhalten will, fühlt sich binnen kurzem außen vor.Haben wir Muttis doch eine Art Geheim-Code entwickelt, mit dem wir uns mühelos untereinander verständigen: Da wimmelt es plötzlich von Worten wie Strampelpeterfixies, Paidi, Peaudoux oder Osh-Kosh, es gibt Duplos, den Snuggli, den Schniedelwutz oder den Pipi-Mann, die Tut-tut-Bahn, das Tatü-Tata und das Hoppe-Hoppe; da schwirren so exotische Begriffe durch die Luft wie “Apgar-Test”, “Phimose”, “Ur-Vertrauen”, “rechtsdrehender Joghurt” oder “Drei-Monats-Koliken” … Kurz: Besonders Jung-Muttis, die sich in ihrem früheren Dasein als Frau profiliert haben, indem sie ihr Abi mit “Eins” und ihr Examen mit “cum laude” gemacht haben, machen in der Regel eine seltsame intellektuelle Regression durch. Wie alle Muttis dieser Welt verfallen sie in eine Art frühkindlicher Stammel-Sprache, deren Hauptbestandteil das Diminutiv ist (“Will Dodolein jetzt Heia-Heia machen? Aber erst kriegt Dodolein noch ein Küssilein . . .”).
Die Mutti-Metamorphose ist in allen Bereichen des täglichen Lebens spürbar. Statt “Die Liebe in den Zeiten der Cholera” liest das Mutti jetzt “Die Häschenschule”, statt raffiniertem “Kaninchen in Senf-Sauce” bereitet es gesunden, salzlosen Blumenkohl, statt zu “Cabaret” geht es ins Kindertheater zu “Peterchens Mondfahrt”. Und beim Shopping halten wir Muttis nicht etwa nach einem getupften Ballon-Rock für uns, sondern nach einer strapazierfähigen Latzhose für das Jüngste Ausschau, genügsam, wie wir nun mal sind.
Am verblüffendsten aber ist die optische Verwandlung der Muttis. Knallenge Calvin-Klein-Jeans, spitzenbesetzte BH’s unter schimmernden Seidenblusen, verführerische Stöckel oder ausgeflippte 50er-Jahre-Klamotten – alles passé. Das Mutti, ewig mit Brei bekleckert und ewig in Zeitnot, hat sein farbenfrohes Kleid abgelegt, mit dem es einst Vati zur Balz aufforderte. Bequeme Jeans, Turnschuhe, ein weites Sweatshirt – so etwa sieht der Einheits-Look des mitteleuropäischen Mutti-Tiers aus. Verhaltensforscher sprechen inzwischen schon von einem deutlich ausgeprägten “Mimikry-Effekt”: Je grauer und eintöniger der Alltag des Muttis zwischen Küche-Kacke-Kindergarten ist, desto grauer und einfallsloser kleidet es sich.
Und Vati?Vati, der all das gewollt und verursacht hat? Vati schmollt. Er fühlt sich, zumindest im ersten Jahr, um all das betrogen, was ihm bis dahin lieb und teuer war: seine ungestörte Nachtruhe. Sein geregeltes Sexualleben. Seine spontanen, ausgedehnten Kneipen-Touren. Seine saubere, untadelig aufgeräumte Wohnung. Seine stets perfekt angezogene Vorzeige-Frau. Seine Vorrangstellung im Herzen derselben. Statt dessen sitzt er da mit diesem völlig fremden Wesen, dem Mutti, und leidet unter dem sogenannten “Baby-Schock” – Symptom: nächtliche Schweißausbrüche bei der ersten lautstarken Unmutsäußerung des Babys, ein heftiges, langanhaltendes Gefühl der Unzulänglichkeit dem Mutti gegenüber (“Was, zum Teufel, ist ‘teiladaptierte Milch’ …?”) und des Ausgeliefertseins, das oft klaustrophobische Züge annimmt (“Hier komm’ ich nie mehr raus, das geht jetzt zwanzig Jahre lang so weiter …”), nie gekannte seelische Wechselbäder von unbändigem Stolz bis zur ohnmächtigen Wut.
Unter dieser Schockeinwirkung – also im Stadium der Unzurechnungsfähigkeit – erliegen manche Väter gern der nächstbesten Versuchung, deren Name “Weib” ist, und trennen sich vom Mutti. Doch es nützt alles nichts. An einem x-beliebigen Mittwoch, um 13.34 Uhr, ist es mal wieder soweit: ein zarter Schrei – und aus einer “Frau” wird ein “Mutti” . . .
Quelle: http://www.brigitte.de/liebe-sex/kinder-familie/das-mutti-568027/
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„Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen. Sie bekommen nichts.“ Simone de Beauvoir
Einen schönen zweiten Sonntag im Mai wünsche ich.
Der Herr Rilke und die Dinge
What is „Good Life“ ?
Heute mal wieder eine Weisheit: von Herrn Rogers! Nicht neu, aber immer noch wahr. 🙂 Ein schönes Wochenende!
TAKK from Árstíðir :-)

If somebody wants to know, what they sent this for .-) https://ullakeienburg.wordpress.com/2014/04/26/a-song-for-me/
Or get a TAKK yourself from them for becoming a backer 🙂 : Check this out: http://kck.st/1icK8o3
Beobachtete Bewegung – Bewegte Beobachtung – Grundsätzliche Überlegungen
28.4.2014
In den letzten Tagen habe ich mich häufiger zu Themen „Erziehung, Pädagogische Arbeit im Kontext Inklusion, etc.“ geäußert.
Aus diesem Anlass werde ich diesen Beitrag noch mal „nach vorn“ holen, um ihn „durch mich (hindurch)“ noch mal „nach außen“ zu bringen.
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7.3.2011
Die Diskussionen um Bildung bleiben bewegt. Kaum wieder am Schreibtisch, erinnere ich mich an einen Text, der nicht erst einmal publiziert wurde. Es scheint Erkenntnisse zu geben, die relativ unabhängig von der Zeit sind.
Beobachtete Bewegung – bewegte Beobachtung
Ulla Keienburg
Wenn Tränen tropfen, glauben wir, ein Mensch sei traurig. Das stimmt, statistisch gesehen, sicherlich auch. Doch haben wir diesen Menschen gefragt? Oder haben wir in unseren Biografien gelernt, etwas anzunehmen und auf der Basis dieser Annahmen zu (re-)agieren? „Ich habe gedacht, du hättest gedacht, ich hätte gedacht…Und deshalb habe ich….“ Wie oft verlieren wir uns in Erklärungen!
Wer hat heute den Mut, hinzuschauen? Was könnten wir alles entdecken, Großes, Kleines, Wichtiges, wenn wir uns die Zeit nähmen, hinzuschauen, hinzuhören, hinzufühlen, zu fragen?
Kinder haben uns gegenüber einen riesigen Vorteil. Sie lernen viel schneller, sie verarbeiten zügiger, sie sind aufmerksamer, mutiger, neugieriger – wenn wir Großen sie lassen. Die Natur hat sich schon etwas dabei gedacht, wenn sie den Kindern in den ersten vier Jahren abverlangt – und gleichzeitig die psychischen und hirnphysiologischen Voraussetzungen dafür geschaffen hat –, so schnell und so viel wie möglich zu lernen, unter welchen Bedingungen auch immer.
Die Hirnforschung verifizierte in den letzten Jahren mit viel Aufwand, was Freud und Kollegen längst als Grundlage ihrer Betrachtung des Menschen und des Umgangs mit ihm verstanden. Die ersten Jahre sind die entscheidenden. Nun bekommen Psychoanalyse und Entwicklungspsychologie endlich die Wertschätzung, die sie schon lange verdient haben. Vertreterinnen und Vertreter dieser Disziplinen hatten bereits gewagt, „mindestens eine halbe Stunde am Tag das Gegenteil von dem zu denken, als das, was in der Wissenschaft als gesichert gilt“, um Albert Einstein zu zitieren. Sie hatten gewagt, hinzuschauen, haben viele Menschen beobachtet, haben das ausführlich getan, haben sich davon bewegen lassen, haben erkannt und tun das heute ebenso.
Kinder lernen anders, schneller und mehr als wir Erwachsenen. Sie sind die Meister ihrer Lernprozesse, solange sie in Beziehung zu sich, zu den Menschen, zu den Dingen und zur Natur sind. Dann können sie nichts anderes als lernen. Nicht lernen geht nicht.
So haben Kinder seit Olims Zeiten gelernt, was sie sollen, nicht unbedingt was sie wollen und hätten lernen können. Normen entstanden. Keiner weiß so recht, wie. Naturverhältnisse, Kulturen, Traditionen, politische Verhältnisse und ihnen entsprechende Menschenbilder waren es, die diese Normen beeinflussten.
Im vorletzten Jahrhundert bereits hatten Fröbel und Pestalozzi dafür plädiert, Kinder als aktive Mitgestalter ihrer Lernprozesse zu sehen, hatten erkannt, dass Kinder alles, was man ihnen beibringt, nicht mehr selbst lernen können. Später wurden Inhalte, Bewegungsformen, Regeln, Zeiten und Ziele festgelegt, aus denen fast jeder herausfallen muss, weil kaum ein lebendiger Mensch hineinpasst.
Angst vor Eigenständigkeit und Überraschendem hat Menschen im Bereich der Bildung und Betreuung verführt, zu regulierenden Maßnahmen zu greifen, anstatt die Lernprozesse, die Kinder durchlaufen, zu achten und sie zu steuern, indem sie Umwelten der Kinder zu Lernumwelten werden lassen. Andererseits: Der Mensch ist in seinem Berufsalltag einem hohen Maß an Fremdbestimmung ausgeliefert. Wie soll er, eingedenk dessen, gegenüber emotionalen und unkonventionellen Lernprozessen von Kindern offen sein?
Grundannahmen über Kinder
Die Psychomotorik z.B. geht davon aus, dass jeder Mensch sich jede Erfahrung merkt, dass sich jede Erfahrung in den Bewegungen niederschlägt, dass man selbst in späten Jahren zum Beispiel noch den Schmerz fühlt, den ein aufgeschlagenes Knie verursachte, eine Ohrfeige oder ein verschlucktes Apfelstück. Aber auch ein Streicheln, einen Gute-Nacht-Kuss. Der Körper speichert jede Erfahrung psychischer und physischer Natur.
Die Bewegung ist das Erste und Wichtigste, das Kinder entwickeln. In ihren ersten Lebensjahren lernen sie, den Kopf zu heben, sich abzustützen und aufzusetzen, zu greifen, zu sitzen, zu krabbeln, zu laufen. Zu essen und zu trinken. Jeder Entwicklungsschritt geschieht, weil sie etwas erreichen wollen.
Häufig werden die Kleinen hingesetzt, bevor sie sich aufsetzen können. Sie werden aufrecht durch die Weltgeschichte getragen, bevor sie sich selbst aufrichten können. Sie werden aufgestellt, ohne dass sie eine Motivation oder gar die körperlichen Voraussetzungen haben, sich an etwas hochzuziehen, geschweige denn die psychische Stabilität, die Eindrücke zu verarbeiten, die sie nun empfangen.
Jede körperliche Entwicklungsphase ist gekoppelt an die psychische und intellektuelle Entwicklung. Kinder, die nicht die Chance hatten, sich ausgiebig zu bewegen, selbst zu entdecken, wie man sich hinsetzt, läuft, krabbelt, haben nachweislich später Schwierigkeiten mit der Sprach- und Zahlenwelt. Wem zuliebe also setzen wir die Kinder hin, beschleunigen via Krankengymnastik die Bewegungsentwicklung?
Kinder brauchen ihre Zeit. „Entwicklungsrückstände“, also eine defizitäre Betrachtung und Bewertung der kindlichen Entwicklung, sind Grund für die endlosen „Reparatur“-Maßnahmen, die es niemand anderem als den Erwachsenen ermöglichen sollen, die Eigenwilligkeit der Kinder leichter auszuhalten. Erst müssen die Kinder den Erwachsenen zuliebe stehen, bevor sie sich selbst hinstellen können, und dann müssen sie zur Therapie, weil ihnen Entwicklungsschritte wie Krabbeln oder Aufrichten fehlen, was sich womöglich auf die Sprachentwicklung oder die feinmotorischen Fähigkeiten auswirkt. Immer öfter müssen sie etwas tun, das ihrer natürlichen Entwicklung nicht entspricht. Eine gemeine Falle…
Grundlegende Kenntnisse über die körperliche und seelische Entwicklung der Kinder sollten verpflichtend sein für Menschen, die mit Kindern arbeiten.
Grundannahmen über Menschen, die mit Kindern arbeiten
Menschen, die mit Kindern arbeiten, müssen sich selbst begegnen, um zu einer befriedigenden Bewältigung ihres (Arbeits-)Alltags zu gelangen. Da sie dies aufgrund eines hohen Maßes an Fremdbestimmung nicht gewohnt sind und es, verschiedener Ängste wegen, nicht von sich aus tun, muss einer solchen Begegnung mit sich selbst ein hohes Maß an Versorgung vorausgehen.
Erzieherinnen und Erzieher, Pädagoginnen und Pädagogen haben ihren Beruf und den entsprechenden Arbeitsbereich aufgrund ihrer persönlichen Geschichte gewählt. Wenn auch zunächst vielleicht unbewusst, streben sie damit eine Begegnung mit ihrer eigenen Person an.
Über die grundlegenden emotionalen und fachlichen Fähigkeiten, um diese Begegnung zu vollziehen und sie für sich, im Team und für die Arbeit mit den Kindern und deren Eltern zu nutzen, verfügen sie. Deshalb verstehen wir eine Arbeitsweise wie zum Beispiel in diesem Workshop als „Verständigungsangebot an als zumindest potentiell kompetent und aktiv gedachte Persönlichkeiten“[1]. Daraus rekrutieren sich auch die Kompetenzen, die wir den Menschen, die in dem wichtigen Bereich der frühkindlichen Förderung tätig sind, zutrauen und abfordern. Sie kennen den Katalog der Kompetenzen aus den Zielen der frühkindlichen Förderung für Kinder:
- Wahrnehmungskompetenzen
- Bewegungskompetenzen
- emotionale Kompetenzen
- soziale Kompetenzen
Die genannten Kompetenzen beziehen sich jedoch nicht ausschließlich auf abprüfbare Fähigkeiten der Kinder. Jeder beobachtende Mensch, insbesondere in Lernkontexten, sollte sie auch bei sich selbst überprüfen, verifizieren und erweitern.
Dazu schlage ich folgende Fragen vor:
- Welche Grundhaltungen bewegen mich, treiben mich an?
- Kann ich die Unterschiedlichkeit der Menschen wirklich akzeptieren?
- Nach welchen Vorgaben wurde ich selbst erzogen?
- Was rührt der Blick, insbesondere der längere und zielgerichtete, auf das mir anvertraute Kind in mir selbst an?
- Definiere ich mich über die Erfolge, die ein Kind dank meiner „Förderarbeit“ erbringt?
- Wie nah bin ich damit dem Bild der Mutter, die das „gelungene“ Kind für ihre „Leistung“ und das „gestörte“ Kind für ihr „Versagen“ hält?
- Welchen Druck erzeugt es bei mir, Kinder fördern zu sollen?
- Wozu will ich Kinder „fördern“?
- Wonach halte ich Ausschau, wenn ich ein Kind beobachte?
- Welche Ressourcen entdecke ich, welche bleiben mir vielleicht verborgen?
- Was verstellt möglicherweise meinen Blick?
- Wie viel mehr achte ich auf Probleme als auf Lösungen?
- Wie bedeutet für mich Elternarbeit? Arbeit mit Eltern? Bearbeitung von Eltern? Gar eine Last, eine Störung, Kontrolle? Oder Hilfe, Partnerschaft?
- Wie weit ist der Beruf der Erzieherin für mich ein Kompromiss zwischen halbmännlichem Karrierewunsch und exklusiver Mutterschaft? Immerhin liegt das Erzieherinnendasein so dicht am „Mutterarbeitsbereich Liebe“, dass die Tätigkeit inklusive der relativ geringen Bezahlung am unteren Ende des pädagogisch-professionellen Bereichs rangiert.
- Gestehe ich mir Ängste, Inkompetenz, Unsicherheit zu und (wie) äußere ich diese?
- Die Bildungsvereinbarungen verpflichten mich plötzlich zur Beobachtung und Dokumentation von kindlichen Lernprozessen. Kann ich überhaupt beobachten, ohne selbst beteiligt zu sein?
Grundannahmen zur Beobachtung
„Dabei geht es zunächst darum, das, was uns bewegt, zuzulassen und bewusst zu beschreiben. Dadurch sind wir eng mit dem Geschehen verbunden; wir spüren, wenn uns das Verhalten eines Kindes berührt, eine ganz persönliche Nähe zu den Ereignissen. Wir werden an unsere Kindheit erinnert, Ereignisse, die wir schon vergessen haben, werden neu belebt, aber auch Lebensprobleme, die uns im Alltag bewegen, tauchen gleichsam in der Beobachtungssituation auf und beschäftigen (bewegen) uns: Wir nehmen Ähnlichkeiten zwischen unserer und der Situation des beobachteten Kindes wahr und merken, dass das Geschehen auch mit uns etwas zu tun hat. Dieser Blick kann uns den Blick auf die Struktur der Entwicklung des Kindes versperren. … Wir sind keine Apparate, die seelenlos, unbeteiligt, ,objektiv΄ registrieren, was ist. Wir sind immer beteiligt, das heißt, Teile des Prozesses.“[2]
Was bedeutet das für uns?
- Dass wir unser pädagogisches Verhalten und unsere Rolle regelmäßig überdenken.
- Dass wir den Mut haben sollten, die Ereignisse auch aus der Perspektive der Kinder, Eltern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu betrachten.
- Dass wir uns als Lernende verstehen.
- Dass wir uns als Begleiterinnen und Begleiter der Kinder verstehen.
- Dass wir uns die Frage stellen, was uns persönlich im schlimmsten und im besten Falle passiert, wenn wir unsere Haltung auf diese Weise verändern.
- Dass wir unser Handeln jederzeit auch in Frage stellen.
Mütter, Väter, Erzieherinnen, Erzieher und andere Erwachsene schaffen ein förderliches Umfeld für Kinder, wenn sie selbst in den Spiegel schauen, ihre eigenen Begrenzungen, Chancen und Fähigkeiten erkennen und zunehmend unabhängiger davon die Potenziale der Kinder wahrnehmen, ihnen also mehr Raum, Zeit und Gelegenheit für selbsttätige Erfahrungen schaffen und lassen.
Aufgabe der Erwachsenen ist es, gesellschaftliche Vereinbarungen zu kennen und sie verantwortlich als Ziel und Rahmen anzusehen. Wenn Erwachsene sich als Lernende verstehen und mit Kindern dem Bedürfnis nachgehen, sich zu entwickeln, steht Bildung tatsächlich nichts im Wege.
In dem rasanten Tempo, in dem Wissen veraltet, ist Bildung die wichtigste Grundlage, um Strategien zu entwickeln, mit denen der Mensch, ob klein oder groß, sich neues und notwendiges Wissen aneignen kann. Wir als Erwachsene haben die Aufgabe, uns selbstverständlich als Vorbild zu verhalten. Das sollte beinhalten, dass wir uns als Lernende zeigen, dass wir akzeptieren, dass nicht alles gelingt, dass wir warten, wenn es sich lohnt, dass wir uns ein Bewusstsein über unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten, Chancen, Wünsche und Begrenzungen verschaffen.
Grundannahmen zur Selbstbeobachtung
Wie habe ich mich selbst bei der Beobachtung erlebt?
- Was fühle ich?
- Was denke ich?
- Was halte ich für gefährlich? Ist es das wirklich? Woher weiß ich das?
- Um was geht es eigentlich?
Die Selbstbeobachtung ist die wichtigste Erfahrung und ein unverzichtbares Instrument in der Arbeit mit Kindern, insbesondere mit ganz kleinen Kindern.
Niemand hat diese Forderung in seiner Ausbildung zur Pädagogin, zum Pädagogen – welcher Kategorie auch immer – angetragen bekommen. Erst der therapeutische Bereich hat als notwendig erachtet, die eigene Biografie als Grundlage für die Struktur der eigenen Handlungs- und Denkweisen und die Berufswahl zu erachten und sie entsprechend zu reflektieren. Erst durch den Bereich der therapeutischen Arbeit sind das Bedürfnis und die Notwendigkeit, sich zu entwickeln, identifiziert worden. Die Tradition der Supervision hat sich daraus entwickelt. Leider wurde sie lange zum Zweck der Intervention genutzt und wird erst gewährt, wenn intern unlösbare Probleme in Einrichtungen und bei Trägern auftauchten.
Doch heute verfügen wenige einzelne Menschen in den Einrichtungen über entsprechende Ausbildungen und lassen ihre (Er-)Kenntnisse in ihre Arbeit einfließen. Mit ihrer Hilfe lassen sich Instrumente, die zunächst zur eher unbeteiligten Beobachtung von Kindern und deren Lernprozessen gedacht waren, auch als Selbstbeobachtungsinstrumente einsetzen. Bildungs- und Lerngeschichten zum Beispiel kann jedes Team, jede Erzieherin und jeder Erzieher für sich als Spiegel benutzen. Teamspiele wurden entwickelt, die zur Reflexion der Stimmung in den Teams dienen. Mitarbeiterbesprechungen werden genutzt, um einander zu spiegeln.
Eines ist sicher: Die Kinder sind mit ihrem sichtbaren Verhalten Spiegel der Stimmung und Haltung in den Einrichtungen, Spiegel der Beziehungen zwischen den Erzieherinnen und Eltern, und sie sind ein Spiegel der inneren Haltung ihnen gegenüber. Wenn wir das akzeptieren, bleibt uns nur, Antworten auf die immer wiederkehrenden Fragen zu finden:
- Warum sehe ich, was ich sehe, und wozu sehe ich es so, wie ich es sehe?
- Warum rege ich mich auf?
- Warum und wozu bewegt mich das Erkannte?
Wir werden schnell hinter alte Setzungen kommen, schnell auf die Werte, die uns, vielfach unbewusst, regieren. Umwege erhöhen die Ortskenntnis.
Die uns anvertrauten Kinder zeigen deutlich, welchen Interessen sie gerade nachgehen.
Unsere Aufgabe ist es, ihre Handlungslogik zu entschlüsseln. Nur dann können wir sie begleiten und Prozesse steuern mit dem Blick auf das Ziel. Wenn wir diese Aufforderung ernst nehmen, sollten sich bald unsere Angebote an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder und der jeweiligen Situation orientieren.
Literatur:
Dorothee Eichendorf und Ulla Keienburg „Beobachtete Bewegung – bewegte Beobachtung“ in: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) „Guck mal“, ©Verlag Bertelsmann Stiftung , Gütersloh 2005, S.124 – 136
Westphal, Erich: Bewegen als Lebensweise. Unveröffentlichtes MS Universität Oldenburg, 1989
Keienburg, Ulla: „Dass ich mich habe, darauf wäre ich nie gekommen“. Zeitschrift für Humanistische Psychologie, Heft 2/1998, 61 ff
A Song for me
They sing, they string, play piano, and pick guitars.
I first thought about a backing. No big deal. I did it. The reward would be T-Shirt, etc.
Last night I changed my mind – and my pledge.
Their „appreciation“ of my „backing“: „We´ll write and record a song for you on a subject of your choosing.“
It is so much more worth having „my“ song, customized – only for me.
For me: Better than any kind of „thing“ I could buy or wear or show or use.
That is so „Ulla“ – that I couldn`t resist. 🙂
Their third album is in the making and they need (y)our help to finish it!
Check this out: http://kck.st/1icK8o3
„THINGS you own end up owning you!“ (Tylor Durden in Fight Club)
Im Dichtergarten
Im Dichtergarten sitzen
drei Männer schweigend und schauen
sich eine Blume an
mit gerunzelter Stirn
über den Brauen
fängt einer zu dichten an
Er schreibt über die klare Reinheit
und über den zarten Duft
des weißen Blütenkelchs
und über die laue Luft
Dem nächsten kommt sein Denken
einfach nicht in Gang
er kann sich schwerlich entscheiden
zu einem Strophenklang
und will er’s noch so gern
in schöne Worte kleiden
Der dritte aber schweigt nur
er dichtet niemals mehr
er hat sein Ziel verloren
sein Herz ist gedankenleer
(Benn Wederwill, 2007)
und passend dazu von https://ullakeienburg.wordpress.com/
Vermutung
Reine Klarheit war vielleicht sein Ziel,
und um diese zu ertragen
muss er mutig Leere wagen
Leere, die die meisten schreckt,
weil sie gar Gefühle weckt,
die Mensch nicht kann, nicht will, nicht soll
der Ängste davor übervoll
flüchtet er sich an bekannte Orte
in Worte.
(Ulla K.)
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(Bildquelle: https://fbexternal-a.akamaihd.net/safe_image.php?d=AQB-ysAddhyU_anv&w=608&h=400&url=http%3A%2F%2Fupload.wikimedia.org%2Fwikipedia%2Fen%2F5%2F58%2FDuchampBrothers.jpg)
Da fällt mir nichts mehr (zu) ein
Neues Feinsinniges ist vorübergehend nicht abrufbar!
Grund? :

;



WARTEN?
WARTE!
WART.
WAR!
WA?
W
….
Da fällt mir doch glatt meine „Renoviermusik“ aus früheren Zeiten an. Die lief, wenn es um die groben Arbeiten ging: Tapeten runterreißen, wegschmeißen, Wände einhauen, Fußböden rausrupfen.
Wünscht mir Nerven und Glück! Vielleicht könnt Ihr aus der Ferne ein wenig warme Luft schicken, damit es schneller trocknet. Danke!
Bank(32) (3) – Von Angesicht zu Angesicht

„Ich habe 2012 in einer ganz feinen Staudengärtnerei eine superschöne Bank gesehen.Das ist genau richtig zum Plaudern. Weil man sich sonst doch immer so verdreht beim Sprechen. Auf dieser Bank sitzt man ganz angenehm nebeneinander und kann sich sogar noch gegenseitig die Aussicht beschreiben. ;-)“ schrieb Monika mir.
Eine Aussicht auf ein Angesicht beschreibt Robert Schumann: fein, sinnlich und so herzlich. Konnte nicht widerstehen, das Lied dieser Bank zuzufühlen und zuzudenken.
Danke an Monika
Wer auch seine Bank hier sehen möchte… siehe Bank (32)- Imagine
Landei
Ostern 2014
Wer anderen eine Grube gräbt, legt sich selbst ein Ei. 🙂
Barbara Berckhan hat mir – vor sehr vielen Jahren – empfohlen, Sprichwörter zu kombinieren. So könne ich herausbekommen, ob mir mein Gegenüber überhaupt zuhöre, sich dessen bewusst ist, was ich sage, wenn wir miteinander sprechen. Reichlich geübt kann ich aus Erfahrung inzwischen sagen: Es nimmt die Schärfe aus vielen – vor allem – absurden Diskussionen, ist eine gute Antwort auf abstruse Anschuldigungen, und vieles mehr. Die schönste Erfahrung: Es tröstet. Auch. Mitunter.
Damit bin ich bei Ostern! Der Sonntag macht seinem Namen alle Ehre. Der Wind weht durch die frischen Bäume, das Grün der Blätter wirkt satt. Der Löwenzahn blüht, Narzissen tummeln sich auf Verkehrsinseln. Tulpen zieren Fensterbänke und Vorgärten.

Wer auch immer das feiert, was wem Ostern bedeutet, wer es in oder mit der Kirche oder ohne dieselbe an diesem Tage bedenkt: Ich wünsche Euch reichlich von dem, was ich Zuversicht nenne, Demut und Dankbarkeit. Ich wünsche Euch erlösende Gedanken und Menschen um Euch herum, die Euch das Gefühl geben, mit ihnen verbunden und deshalb frei zu sein für …… 🙂
Bank (32) – Imagine
Mit dieser Bank eröffne ich den Reigen der „Gastbänke“ oder „Geschenkbänke“ oder wie immer ich das mal nennen werde. Habt Ihr eine Idee?
With this bench I start a series of „guestbenches“ „present benches“ in my blog. Maybe I´ll find another name or it. Any idea?

Katrin versprach mir, dass, sollte ich sie das nächste Mal in Weimar besuchen, sie mich genau zu dieser Bank führen werde.
Katrin promised to bring me to this bench when I will be with her the next time in Weimar.
Wer gerne mit einer Bank Teil dieses Blogs werden mag oder möchte, sende mir einfach ein Bild von einer solchen. Vielleicht gibt es eine persönliche Geschichte dazu oder eine Assoziation – über die freue ich mich. Ob als Postkarte oder Post bei fb, ob per Mail oder Brief. 🙂 Ich kombiniere sie dann mit einem Text oder mit einer Musik.
Überrascht mich! Lasst Euch überraschen! Und Danke!
If you want to be part of the blog with a bench: Send me a picture via email, post on fb or snailmail, letter or postcard – maybe there is a personal story. After receiving I will combine it with text or music.
Suprise me! Let me surprise you! Thank you!
Himmel auf Erden
Lausche gerade der Matthäus Passion. Da erinnerte ich mich. Einen besinnlichen Karfreitag wünsche ich Euch.
Wir lagen vor Qaqortoq und warteten auf die Freigabe des Schiffes. Die Wolken dienten noch Blindfahrten der kleinen Boote, mit denen die Grönländer ihren Alltag stemmen. Sie lassen sich nicht abhalten 🙂
Ich weiß nicht, warum – aber mir fällt gerade das „Vater unser“ ein. Mein Vater hat mir mal erzählt, dass er die Formulierung: „Führe uns nicht in Versuchung“ für eine falsche Übersetzung hält. Vielmehr solle es heißen: „Führe uns durch die Versuchung!“ Klingt irgendwie logischer – oder?





























