Das Monster vom Kellersee

monster von Loch Keller

Der Russische Stör (Acipenser gueldenstaedtii), Ossietra-Stör oder Waxdick ist eine gefährdete Stör-Art. Er wurde nach dem deutsch-baltischen Naturforscher Johann Anton Güldenstädt benannt.

Der russische Stör wird bis zu 2,35 Meter lang und mehr als hundert Kilogramm schwer. Subfossile Überreste vom Schwarzen Meer hatten eine Länge von drei Metern.

mehr dazu bei wikipedia

Ob er irgendwann zwischen der oberen und der unteren Hälfte eines Brötchens seinen Platz findet….  wird sich zeigen. 🙂

Seehütte Malente – das Fischbrötchen Cafe – Kurzurlaub für die Seele

 

Berlin – nicht mehr und nicht weniger

berlin klein

Wenn links oder rechts nur Richtung ist…

rothko

…dann geh einfach geradeaus. Danke Wolfgang Müller

http://www.mueller-musik.de/

Gerne doch…

Zeit, die wir uns nehmen, ist die Zeit, die uns was gibt.

Ernst Ferstl

Zwischen den Dächern von Moskau

 

Es lohnt sich, den Blick auch zwischen den Dächern wandern zu lassen.

aterlier zwischen den dächern von moskau

„Die Natur macht Frauen verschieden –
die Mode macht sie gleich.“

Christine von Schweden (1626 – 1689), schwedische Königin

Ja, auch der Dienstag…. Die Statuten des Menschen

„Die Statuten des Menschen“ time is running

„Artikel 1

Es wird erlassen, daß jetzt die Wahrheit zählt,

daß jetzt das Leben zählt

und daß wir alle Hand in Hand

für das wahre Leben arbeiten.

Artikel 2

Es wird erlassen, daß jeder Wochentag,

auch der Dienstag, der aschfarbenste,

das Recht hat, sich in einen Sonntagmorgen zu verwandeln.““

….

Der Verlag „Peter Hammer“ hat freundlicherweise die Nutzung befristet erlaubt.

Nun müsst Ihr Euch das Buch kaufen – falls ihr es noch irgendwo finden könnt. 😦  Sorry!  Oder mir schreiben   🙂

© Thiago de Mello,  Gesang der bewaffneten Liebe

© Peter Hammer Verlag  Wuppertal, Deutschland 1976

© Übersetzung: Catharina Wendt, Berlín 1976

Erich Kästner resümmiert

„Man darf die Völker ins Verderben hetzen,
weil das den Regeln ihrer Welt entspricht.
Doch sich der Bosheit hilfreich widersetzen,
das darf man nicht!“

Erich Kästner

A kunst unterhalb der wasserlinie (11)

http://www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/erich_kaestner.php

Der dritte Weg

würdelos

Leider setzen sich Ängste, Zweifel oder Beschwerden viel eher fest im Geiste der Menschen als das, was als positiv zu verzeichnen wäre. Mit Flüchen und Pöbeleien, Besserwisserei und Abwertung erzielen, auch kleine, Menschen so viel mehr Aufmerksamkeit als mit gütigen Äußerungen, Beschreibungen oder Betrachtungen.

Respektvoller Umgang miteinander, das echte Gespräch, der Dialog und auch Demut erscheinen vergleichsweise anstrengend. Sie wirken jedoch – tief und lange.

Mir scheint, dass mehr denn je in Familie und Schule Machtverhältnisse bestimmt werden. Funktionieren ist wichtiger als glücklich sein, Gehorsam gewinnbringender als Eingenständigkeit. Kinder übernehmen aus Angst (vor was auch immer) die Meinungen ihrer Eltern oder Lehrer. Opportunismus wird gut geheißen. Kinder sind zu einem Produkt geworden.

Deshalb kann im Dickicht der gefühlten Anforderungen an Eltern und Kinder heute ganz schön viel schief gehen. Und es kann viel gelingen.

Ich wünschte, die Kids hätten (wieder oder endlich) die Chance, das eine oder andere Problem mal selbst zu lösen, Mütter könnten mal wieder gelassener werden. Und Väter….  ja, was wünsche ich denen eigentlich??  Mut?

Das wäre menschlich.

 

Family Business

family business klein „Menschen sind die einzigen Lebewesen, die es ihren Kindern erlauben, nach Hause zurückzukehren.“ Bill Cosby

Die Freiheiten der Frauen

freiheit So viel wird in den letzten Monaten über Freiheit gesprochen. Selten wird definiert, was Freiheit in einer Welt wie der unseren eigentlich bedeutet.

„Frauen schulden keiner einzigen Religion auch nur einen Impuls der Freiheit.“ resümmierte die Pionierin der US-amerikanischen Frauenrechtsbewegung, Susan Brownell Anthony, schon im 19. Jahrhundert:

Wikipedia weiß mehr über diese unnachgiebige und kampfesmutige Frau:

Susan Brownell Anthony (* 15. Februar 1820 in South Adams, Massachusetts; † 13. März 1906 in Rochester, New York) war eine Pionierin der US-amerikanischen Frauenrechtsbewegung. Sie wurde „Napoleon der Frauenbewegung“ genannt. Sie war die erste Frau, die bei einer Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten als Wählerin registriert wurde und ihre Stimme bei der Wahl von 1872 abgab. Sie wurde deswegen im Juni 1873 wegen unrechtmäßiger Wahlbeeinflussung in einem Aufsehen erregenden Prozess verurteilt.
Cleveland Anthony umbrella
von Bartholomew, Charles Lewis [Public domain], via Wikimedia Commons

Sie blieb dran – bis an ihr Lebensende – auch wenn sie die Einführung des Frauenwahlrechts nicht mehr erlebte. Ich hätte es ihr gegönnt.

Merkelmodus

MerkelModus

Mich wunderte nicht, wenn sich Frau Merkel (stellvertretend für die Führungsriege unserer Republik) diesen Text „auf die Fahne geschrieben“ hätte – und diese Wortkombination die einzige Antwort auf an sie gerichtete Fragen wäre. Vielleicht ist es ja auch die Marke ihrer Bekleidung, ihres Friseurs, ihrer Souffleuse, ihres Ansinnens.

An ihr scheint alles abzuperlen, was viele Bürger des Staates bewegt.

Was hat sie gesagt? Wir sollten froh sein, dass wir unsere Meinung sagen dürften?

Ihre Haltung, unser Problem!  Genau…

Mit Sicherheit !

floor

Da bin ich (mir) ganz sicher! 🙂

Nicht neu, aber immer wieder gut!

„Haltet die Bösen immer voneinander getrennt. Die Sicherheit der Welt hängt davon ab.“

Dieses Zitat wird Theodor Fontane zugeschrieben. Was könnte er damit gemeint haben?

🙂

Verdächtige Freiheiten oder frei verdächtigt…

FREIHEIT – welch ein Wort in den letzten Wochen, Monaten, Jahren.

Ich habe noch nie geglaubt, dass es eine Freiheit VON Einflüssen gibt. Doch habe ich mein Leben lang dafür gekämpft, frei FÜR etwas Neues oder Besonderes sein zu können.  Trotz oder wegen aller (un)bewussten Risiken, die ich dafür eingegangen bin, vermute ich, ist mir dabei mehr Gutes widerfahren, als ich je hätte wünschen können. Unvorstellbares ist mir zuteil geworden – in vielerlei Hinsicht.

Wenn ich mir allerdings die staatlich oder wirtschaftlich verordnete Neugier vor Augen führe, der ich mich ausliefere, wenn ich meine Bankgeschäfte, meine Einkäufe ( auch ohne Netz) und meine Korrespondenz, meine internationale Kommunikation erledige… ——-

Ich mag gerade das gerade gar nicht ausweiten. Ich könnte es eh nicht besser formulieren, als ich ich in den letzten Tagen besonders gut  und auf den Punkt gebracht von Ranga Yogheshwar gelesen und gehört habe. 

DUCK YOUMir stellt sich erneut die Frage, wer sich diese Art von Beobachtung der Nutzung von Menschen empfundener Freiräume ausgedacht hat. Wahrscheinlich waren es Männer, die mit  Fortschritt Macht erlangen wollten. So wie m.E. auch, diesem Motiv geschuldet, ein Großteil der Umweltzerstörung auf ihre Kappe geht. Heute jedoch beschränkte ich das nicht mehr auf Männer. Wenn ich unserer Kanzlerin lausche, mischte sie im Wettbewerb um die „Datensammlerei“ auch sehr gerne, am liebsten ganz vorn, mit. #märchenstunde #pressekonferenz

Kennt Ihr den Film „Kitchen Stories“(2003). Lange als Comedy geschätzt, kommen mir heute seltsame Assoziationen:

In diesem Werk werden klare Regeln für die „Beobachtung menschlichen Verhaltens zum Zwecke der Erhebung notwendiger Daten“ aufgeführt.

„The Scientific Rules of Survival          Wissenschaftliche Regeln des Überlebens
1. Build trust with your subject             1. Bau Vertrauen zu Deinem Protagonisten auf
2. Collect Data unobtrusively                 2. Sammle die Daten unauffällig
3. Observe without interference            3. Beobachte ohne zu stören
4. Never become friends                       4. Werdet nie Freunde

Der englischsprachige Trailer


Der etwas andere deutschsprachige:

Daran halten sich beauftragte Datensammler offensichtlich bis heute.

Das haste jetzt davon!

Vom Rechthaben, Missionieren und Besserwissen

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Danke an Kathrin Elfmann.

Eine wunderbare Parabel

Unter diesem Aspekt lässt sich vieles betrachten.
Mir macht sie Freude!

Was fällt Euch dazu ein???

(Ab) Hörbares Schweigen

Wenn ich was sage, dann meine ich es.

Ich meine es auch, wenn ich den Mund halte.

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Hören und lesen sie auch das Schweigen?

 

Kunst unter der Wasserlinie – Ein Besuch in Passau

Ganz unsicher war ich. Kann ich als Touristin die Stadt nach der Katastrophe überhaupt so erfassen, wie sie sich selbst gern gesehen fühlte? Knappe drei Wochen nach dem Höchststand des letzten Hochwassers wanderte ich also durch die Gassen der Altstadt – bei schönstem Wetter.

Empfangsszenario:

empfangsszenario Passa

aufräumen in passau

Bild

Noch ist das Wasser sichtbar: an den Wänden, in den Gassen – und wohl riechbar in den Räumen der vielen Galerien und Geschäfte der kleinen Altstadt Passaus. Überall ist oder wird auf Durchzug gestellt.

A kunst unterhalb der wasserlinie (4)

fenster auf

fenster auf wasser raus

fenster auf wasser raus 4

  Der Blick senkend war klar: Dem Kopfsteinpflaster und seinen Verzierungen konnte das Wasser nur bedingt etwas anhaben.

A kunst unterhalb der wasserlinie (12)

A kunst unterhalb der wasserlinie (13)

Spannend auch, was sich so oberhalb der moosbraunen Ränder zwischen

Straße und Mauern fand.

A kunst unterhalb der wasserlinie (9)

fenster auf wasser rauf 3    fenster vor wasser

Ich hoffe, dass die folgende, recht frisch wirkende, künstlerische Drohung das nächste Hochwasser beeindruckt. 🙂

A kunst unterhalb der wasserlinie (11)

Es gab aber noch eine Alternative:

A kunst unterhalb der wasserlinie (10)

Tja , bis dahin hat es wohl gestanden, das Wasser.

jahrtausendhochwasser

downwards
Blick Richtung Donau

Wären da nicht überall die Markierungen:

Unvorstellbar.

Tapfere Passauer Altstadt!

Fenster mit Aussicht – Durchgeschleust

schleuse
Eine Flussschiffreise mit der River Cloud II von Nürnberg nach Budapest bedeutet auch: Viele Höhenunterschiede, die zu bewältigen sind. Da helfen Schleusen.
Die Aussichten aus dem Kabinenfenster auf Wasserlinienhöhe können einen dann schon zur Geduld nötigen. 🙂

In der Nacht vom 29.6. – 30.6.2013 habe ich mal länger aus dem Fenster geschaut.

Musik: Joe Löhrmann   http://www.mytravelingpiano.com/
Bilder : Copyright Ulla Keienburg, Hamburg, 2013

Sparmaßnahmen bei der Lufthansa :-)

Gestern bei der Lufthansa

Das Essen wurde in einer durchsichtigen Plastikschale (15×15 cm) geliefert – aufgeteilt in zwei Fächer. Pustasalat in dem einen, und die durch Zellophan geschützte, klappbare Gabel + vier Minizwiebäcke in dem zweiten Fach. Das Ganze kalt und verschweißt, als käme es soeben aus dem Kühlregal eines Discounters. Ein „Nonstop You“ Aufkleber markierte das Produkt.  🙂

Ich konnte nicht widerstehen, die Kotztüte auf einen Herstellernachweis hin zu checken.

Alles aus einer Hand…
Catering Logistics.

Sicher haben sie es geschafft: Die Gästemahlzeit unter 1 €.

 

Eines jedoch: Wäre in allen Fliegern so viel Platz zum Sitzen wie in dem Flieger gestern, schmierte ich mir für die Reise glatt selbst zuhause ein paar Stullen.

Der Preis der Freiheit

Der Preis der Freiheit

Was der Mensch alles aushält!

claudius

„Cloud“ – Dunkle Wolken

…und wolkenlos – vor allem in Sachen Internet- ist wohl eine Illusion. Wirklich verwundern sollte  niemanden, dass im großen Stil gesucht, kontrolliert, gefahndet wird. Die Regierenden ( von was auch immer) fühlen sich angegriffen. Je unsicherer sie sich fühlen, um so stärker wollen ihre „Über“Macht konsolidieren. Je weniger sie der Menschen Denken und Handeln kontrollieren zu können meinen, um so rigider re(a)gieren sie. Das „Stilmittel der Übertreibung“ kommt mir in den Sinn.

rote karte

Alles schaukelt sich hoch.

Menschen „schaffen“ mitunter Indizien, anhand derer sie „auffliegen“. Damit sind sie manchmal AUCH aus einem anstrengenden (Lügen)-Konstrukt befreit. Oder sie „erlösen“ sich mit „Aus -Versehen“- Aktionen von belastenden Umständen. Die Leidensfähigkeit hat dann ein Ende. Der unbewusste Überlebenswille siegt. Whistleblower rufen so ambivalente Gefühle in Menschen hervor – Held oder Verräter? Snowden beschäftigt weltweit die Regenten. Mollath die Politiker im Lande. Jede(r) Angestellte ist an Betriebsgeheimnisse gebunden, egal ob ihm oder ihr die Sachen in den Kram passen, jede Familie hütet ihre Geheimnisse, die meisten Mitarbeiter eines Teams reden mehr übereinander als miteinander, Missbrauchskontexte wie Kirche und Schule reagieren mindestens so aggressiv wie verdrängend auf diese Art der „Veröffentlichungen“. Doch irgendwann hält es einer nicht mehr aus. Wunderte mich nicht, wenn selbst der letzte Papst deshalb das Handtuch geworfen hätte.

So viel Ohnmacht, so viel Kummer, so viele Machtgesten, so heftiges Machtgerangel. Alles sicherlich zu erklären, zu verstehen – aber nicht immer und wenn, dann schlecht auszuhalten.

Ich kann nur hoffen, dass so viele Menschen wie möglich gut für sich sorgen – und so präzise wie möglich Altruismus von Eigennutz unterscheiden können – bei anderen und bei sich selbst.

 

It`s not the End

end

Die Erkenntnis des Tages.

Machiavelli, Kästner und die „geheiligten“ Mittel

Mir fehlen mal wieder die „eigenen“ Worte. Vor allem zu der Politik, die gerade weltweit von Regierenden angeblich zu unserer aller Sicherheit betrieben wird. Gerne „rette“ ich mich dann mit der Lektüre Erich Kästners.

Das heutige Fundstück entstammt „Sekundärliteratur“: den Schriften von Christoph Gutknecht:

„Der Zweck  heiligt die Mittel:

Der Unsinn liegt bei diesem Grundsatz in seiner Formulierung. genauer im Verb. Denn wieso sollte den Zweck die Mittel heiligen? Zumal derjenige, auf den dieser Ausspruch zurückgeht, wirklich kein Heiliger war. Es war der florentinische Diplomat, Geschichtsschreiber Philosoph und Dichter Niccolò Machiavelli (1469 – 1527), der in seinem berühmt gewordenen Buch “ Il Principe“ (Der Fürst, 1513) mit genauer Kenntnis der zeitgenössischen Politik auf der Basis sorgfältiger Studien der Antike die Praktiken tyrannischer Machtstrukturen ungeschminkt dargestellt hat. Er empfahl für Italien auf dem Wege zu einer Republik die Etablierung der absoluten Macht eines Herrschers, der sich – ungeachtet aller moralischen und religiösen Bedenken – der Gewalt, des Betrugs, der List und des Eidbruchs bedienen könne: `Il fine giustifica i mezzi“ der Zweck rechtfertigt die Mittel.

Daß auch andere Autoren Machiavellis Maxime – wenn gleich in modifizierter Form – vertreten haben, erläutern im einzelnen Kurt Böttcher et.al. (1981:181), die  u.a. auf die Schriften der  Jesuitenpatres Hermann Busenbuam (1652) und Benedictinus Pereira (1576) sowie auf einen Brief Blaise Pascals (1656/57) und auf Thomas Hobbes` Werk „De cive“ verweisen.

Erich Kästner (1899 – 1974) hat das von Machiavelli geschilderte Prinzip der Staatsräson kompromißlos aufs Korn genommen – in einem Sechszeiler, dem er die scharfzüngige Überschrift verlieh:

erichkästner

Der Zweck : der heiligt die Mittel  oder
Religion als Politik und Politik als Religion
 
Der Zweck sagt ihr, heiligt die Mittel?
Das Dogma heiligt den Büttel?
Den Galgen?  Den Kerkerkittel?
Fest steht trotz Schrecken und Schreck:
Die Mittel entheiligen den Zweck!“

aus:  Christoph Gutknecht

Lauter blühender Unsinn: Erstaunliche Wortgeschichten von Aberwitz bis WischiWaschi

  • Taschenbuch: 226 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 3., Aufl. (29. August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406475574
  • ISBN-13: 978-3406475573

Careful

time is running – take care!

time is running

Zitat am Freitag : Popper über Rationalismus

Zitat am Freitag : Popper über Rationalismus.

Meine kleine Satzwerkstatt / Markus Weber (Text).

Meine kleine Satzwerkstatt / Markus Weber (Text)..

 

Was ist denn das?

heiliger geist

Träum weiter! – Frau Holle, Apple-Messias, Dorian Gray und die traumhaften Bedingungen für Alltag, Bildung und Arbeit

Was denken Sie, wenn Ihnen jemand den Satz sagt: „Träum weiter!“? Träumen wird mit unrealistischen Wünschen verwechselt – zu häufig flüchten sich Menschen in überhöhte Wunschträume anstatt in den (nächtlichen) Träumen ihren wahren Bedürfnissen und auch Gefühlen wieder auf die Schliche zu kommen. Wie nützlich das sein kann, beschreibt Stephan Grünewald in seinem neuesten Buch:

9783593398174„Die erschöpfte Gesellschaft“ 

Schon auf den ersten Seiten zückte ich einen Stift – um etwas anzustreichen. Ein wenig fürchtete ich, dass ich das alles schon mal gelesen haben könnte. Das haben Einleitungen wohl so an sich. Kaum  aber mit Kapitel 2 begonnen, schien mir plötzlich die Sprache wieder vertraut, diese morphologische, bildhafte, diese Ansammlung von…  ach, ist das nicht alles selbstverständlich?

Nein, das scheint es nicht zu sein. Mit jeder Seite, die ich las, häuften sich die unterstrichenen Passagen, die markierten Aussagen. Einerseits glich es einem „Wieder – Holen“ der bereits gelernten morphologischen Grundsätze, andererseits erfreute ich mich an den Kontexten, auf die Stephan Grünewald diese Sichtweisen anwandte.

„Die erschöpfte Gesellschaft“ , wie er sie beschreibt, bestätigt so viele der Gefühle, die in deutschen Gefilden entstehen: Das Bedürfnis nach Sicherheit, das Gefühl, einen aufgeräumten Schreibtisch haben zu müssen, für die Zukunft nur in Geldmengen zu denken, alle(s) gleich zu machen mit dem Ziele es besser messen zu können, Klons zu schaffen, etc.

Er rüttelt auf mit dem, was er schreibt. Während der Lektüre fühlte ich mich das eine oder andere Mal „erwischt“, trotzdem bin ich  dankbar für die Außensicht.  Es erlöst mich auf jeder dritten Seite davon, mich als Spinnerin zu fühlen und bestätigt spätestens auf den letzten Seiten, wieso es für mich persönlich so wahnsinnig schwer ist,  in der Automatisierung eines vorwiegend auf Performance ausgerichteten Arbeitsalltags zu funktionieren.  Spätestens seine Ausführungen zu Bildung und Arbeit sind komplett unterstrichen. Wenn  er die Rolle der Piraten mit der der Pechmarie deutet, das vielfach gewünschte Grundeinkommen mit der „bedingungslosen Mutterliebe“ vergleicht, den Kühlschrank zur Gefühlsapotheke erklärt, als Beispiel für die Gleichmacherei mit der Rhythmisierung der Woche aufwartet: dann kann die Unternehmung am Sonntagnachmittag schon mal einen Beigeschmack bekommen- aber nur, wenn Mensch humorlos ist. 🙂  Oder liegt es an meiner Selbstständigkeit, dass ich dem viel Heiteres entnehmen konnte?

Ich sage beschwingt: „TRÄUM WEITER!“

Unbedingt lesen!  Bitte! Virtuos geschrieben!  Für jeden etwas dabei!  Mich wunderte, wenn es nicht so wäre.

Nachdem ich etwa zwei Drittel des Buches gelesen hatte, drängte  sich mir das Bild auf: Ein Hamster, der von innen sein Laufrad aufbiegt….  #könnte ich doch nur zeichnen  🙂

Stephan Grünewald
Die erschöpfte Gesellschaft
Warum Deutschland neu träumen muss
2013, geb.   ca. 200 Seiten
 D 19,99 € / A 20,60 € / CH 28,90 Fr.*;
ISBN 978-3-593-39817-4
Auch als E-Book erhältlich.

Dehnungsfugen für die Realität –

da geht ein pferd vor der tür   Ich liebe diese Art von Irritationen. Ich laufe durch die Gegend, gefühlt gelenkt, erfahren, sicher. Im Schlaf ginge das wahrscheinlich auch, wenn ich die Strecke nur oft genug gegangen bin. Aus dieser Routine riss mich dann heut dieses Pferd.

Onkel, Pippi Langstrumpf, Annika….  und schon war der Gedankenfluß in eine andere Richtung unterwegs.  Mir hätte das ja schon gereicht.

Ich war mir sicher, die Reiterin lenkt es an der Mtetro Staion vorbei.

Aber NEIN:  da steht ein pferd vor der tuer

Danke für solche wunderbar anderen Momente.