Inzwischen habe ich das Buch „Willkommen im Meer“ von Kai Eric Fitzner zu Ende gelesen. Die letzten Seiten habe ich mir Zeit gelassen, weil ich nicht wollte, dass es zu Ende geht. So oft haben mir die verschiedenen Figuren aus der Seele gedacht, gehandelt, gesprochen, geraucht, getrunken, gestritten,gewohnt, bewegt, gewirkt. Vor allem Menschen, die in Schule, Kita, Uni tätig sind sollten sich die Lektüre gönnen. Aber auch die, die Kinder und Jugendliche in die Obhut von Pädagogen geben (müssen). Und die, die der Familie des Autors noch immer helfen wollen. http://www.buchkolumne.de/willkommen-im-meer-einbuchfuerkai-interview-mit-johannes-korten/#comment-14821
Aktualisierung:
Habe gerade erfahren, dass #Peter Kruse tot ist. Auch auf sein Wirken trifft dieses Zitat zu. Ich habe viel von ihm gehört, ihm viel zugehört, vieles verstanden. Ich könnte ihn nicht wirklich zitieren. Aber ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich mich immer verstanden, „formuliert“ und ermutigt gefühlt habe. Danke an #Peter Kruse! Mögen sein kluges Herz, sein messerscharfer Verstand, seine sensiblen Analysen und seine gefühlt „nützlichen“ Folgerungen und Forderungen daraus an den entscheidenden Stellen weiter wirken!!! #nextpractise
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„Ich habe gelernt, dass Menschen vergessen, was du gesagt hast, dass Menschen vergessen, was du getan hast, aber dass Menschen niemals vergessen, was für Gefühle du in ihnen hervorgerufen hast.“ Maya Angelou
„I’ve learned that people will forget what you said, people will forget what you did, but people will never forget how you made them feel.“
„Diese doofen Srommasten wollen Sie doch dahinter nicht lassen, oder?“ sagt ein Mann zu mir, als er mich beim Fotografieren beobachtet. Ich schaue ihn nur etwas irrtiert an. Ich finde die nämlich gar nicht doof. 🙂 So habe ich nämlich mehr Geschichte im Bild und eher die implizite Aufforderung, zu fragen. Den „Stolperer“ vielleicht. Das ist natürlich nur meine Meinung. Es mag sein, dass der/die Techniker unter den Fotograf*innen das anders sehen. Mir erzählt es mehr – und ich habe kein Problem, mich an die Situation zu erinnern, wenn ich das Bild wieder ansehe.
Gestern fragte eine Kollegin im Netz, was uns das wichtigste „Kompositionsmittel“ sei, wenn wir eine Foto machen. Ganz ehrlich – wenn ich unterwegs bin, inspiriert mich die Situation. Ich achte genau darauf, was mir den Impuls verpasst, die Kamera zu zücken. Und es gibt Situationen, die lassen sich nicht abbilden. Weder ist der Bug eines Schiffes auf dem Bild so nah zu fühlen, wie ich es erlebt habe, und ein Foto während einer Vorbeireise kann selten die Weite und Tiefe einer Landschaft wiedergeben. Mitunter betrachte ich später Bilder und schaue, welche der „Kompositionsmittel“ – die ja auch nicht die Fotografie allein erfunden hat – ggf. dem BIld zu einem „Wow“ – Gefühl verhelfen. Dabei ist eines ganz sicher: Weniger ist mehr! Und da wir intuitiv auf Symmetrie oder Harmonie stehen, reagieren wir auch auf Linien im Bild, auf Hintergründe, Objekte, Subjekte, auf Beziehungen zwischen denselben- und auch auf das, was zuviel ist oder was fehlt, z.B. an den Bildrändern.
Ich wage zu behaupten: Wer je begonnen, bewusst statt nur auf die Bildmitte auch auf das Geschehen am Bildrand zu achten, dem passiert kaum noch, dass Menschen Füße oder Hände oder Arme aus Versehen „amputiert“ werden oder Linien durch Kopf und Kragen wie ein Halsabschneider oder Kopfschuß wirken. (Ja, das tut weh – beim Hingucken, egal aus welcher Richtung sie kommen.)
Vielleicht kommt der Mann ja mal zum Workshop. 🙂 Who knows 🙂
Heute steckte mir eine Schiffsgästin, ihres Zeichens schon 78 Jahre alt, folgende Geschichte zu, bevor sie das Schiff zwecks Heimreise verließ.
„Beim Vergleich mit gleichaltrigen Leuten kann einen schon mal der Gedanke beschleichen: Es kann doch nicht sein, dass ich auch so alt aussehe.
Zu dem Thema folgende Anekdote.
Sylvia saß im Wartezimmer vor dem ersten Termin mit dem neuen Zahnarzt. An der Wand hing sein Diplom, welches seinen vollen Namen trug.Plötzlich erinnerte sie sich an einen großen, gut aussehenden, dunkelhaarigen Jungen aus ihrer Oberstufenklasse von vor mehr als wer weiß wie viel Jahren. Könnte es sich um denselben Jungen handeln, den sie damals so scharf fand? Allerdings, als sie ihn sah, hatte sie diesen Gedanken sofort wieder begraben. stand ein alternder Mann, dessen Haare ausgingen mit tiefen Falten im Gesicht, der viel zu alt war, um ihr ehemaliger Klassenkamerad zu sein. Jedoch, nachdem er ihre Zähne durchgeschaut hatte, fragte sie ihn, ob er auf der Albert- Einstein- Schule gewesen sei. Völlig überrascht antwortete er: „Ja, das war ich!“. „Wann haben Sie Abi gemacht?“ fragte sie. „1975. Warum fragen sie?“ war seine Antwort. „Sie waren in meiner Klasse“, sagte sie. Er schaute sie etwas verwirrt an…..
….. und dann hat sie dieser alte, hässliche, fast glatzköpfige, grauhaarige, zerknitterte, fettleibige, alte Greis gefragt: „Und was haben Sie damals unterrichtet?“ “ Gianni Rodari
Danke an die gütige und kluge Dame für die ausgiebigen und tiefsinnigen Gespräche! 🙂 Eines der Geschenke, die das Reisen verteilt.
Es gibt durchaus Momente. …. morgens um Sechs zum Beispiel…..
Die Sonne hat es schon ueber den östlichen Horizont geschafft. Frachtschiffe gleiten mit zierlich wirkender Heckwelle gen Osten, die Vögel zwitschern ungarische Weisen, ein Grenzbeamte fegt die Treppe zur Zollstation, Wasser platscht gegen die Bordwand. Da ist es irgendwie egal, ob wir gerade an einem Ort halten, der eines der dunkelsten Kapitel Ungarns sein soll. Heute ist es hell, warm, freundlich…..
Berlin. Es rief eine mir voellig unbekannte Ecke der Stadt. Mit der Bahn hin, mit dem Bus weiter. 17 Stationen und drei Minuten fussläufig von der Bushaltestelle .
Immer den wunderbaren Vogelspraybildern gefolgt.
Ergebnis: „Sie sind die Erste, seit wir hier wohnen, die uns gefunden hat, ohne vorher noch mal verwirrt anzurufen.“
Vierzig (!!!) Jahre leben sie schon da.
Note to myself: Glückwunsch! Mal wieder einem Wasservogel gefolgt. Alles richtig gemacht. 😉
„Qualität ist der stärkste Feind jeder Art von Vermassung. (…) Gesellschaftlich bedeutet das den Verzicht auf die Jagd nach Positionen, den Bruch mit allem Starkult, den freien Blick nach oben und nach unten, (…). Kulturell bedeutet das Qualitätserlebnis die Rückkehr von der Hast zur Muße und Stille, von der Zerstreuung zur Sammlung, von der Sensation zur Besinnung, vom Virtuosenideal zur Kunst, vom Snobismus zur Bescheidenheit, von der Maßlosigkeit zum Maß. Quantitäten machen einander den Raum streitig, Qualitäten ergänzen einander.“ Dietrich Bonhoeffer aus: Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 31ff
Der zweite Kaffee dampft bereits neben mir auf dem Schreibtisch. Die Sonne (!!!) hatte mich früh geweckt. Erheiternder zumindest und motvierender als der Wecker, der mich dann letztlich aus den Federn holte. Ein leichter Wind weht durch die noch knospenlose Zweige. Verflogen sind Schwere und Reißen. Der Kopf ist frei für (Denk)-Arbeit. Wow. Und schon türmen sich die Themen: Geschäfte mit der Pflege, Inklusion, Teilhabe statt Kontrolle, Kommunikation, Vertrauen – lauter „Wenn Dann“s. Da kam mir der Ausspruch von Reisenberg doch gerade recht. Einen erhellenden Montag wünsche ich Euch. #kreis#umdrehungen#richtung#neu
„The thing women have yet to learn is: Nobody gives you power. You just take it.“ Eleanor Roosevelt
Ein Jahr später. 8.März 2015. Wieder zelebrieren seit Freitag Menschen den Frauentag in Moskau. Wieder bin ich hier. Blumengeschäfte haben wieder die ganze Nacht geöffnet. Wieder keine Frau auf der Straße, in der Metro, die nicht wenigstens eine Blume in der Hand hat. Die Malls sind übervölkert. Kein Mann oder Kind wird wagen, Mutter oder Ehefrau, Freundin oder weibliche Begleiterin, Kollegin NICHT zu bedenken. Gestern Abend trafen wir eine Freundin, die bereits seit morgens dem Alkohol zugesagt hatte. In vier verschiedenen Treffen mit Freundinnen diesen Anlass feierte. Wir waren das fünfte (Treffen). Ihrem Chef aus dem Ausland musste sie erst mal erklären, dass sie am Wochenende weder ihre Mitarbeiter noch sich aktivieren werde, um irgendetwas für die Firma zu tun. Nicht einmal ein Kontakt gelänge, erklärte sie ihm. Der kluge russische Mann stelle nämlich sein Handy bis einschließlich Montag Abend aus. Aber auch nur der Mann. Spätestens, nachdem er den Kolleginnen, Mitarbeiterinnen gratuliert hat. Sollte er am Freitag nicht in der Firma gewesen sein. Soll ja vorkommen. 🙂
Sitten sind das 🙂
Allen Frauen, die ich kenne, die mich lesen oder was auch immer……. wünsche ich einen wunderbaren Frauentag. Feiert ihn, diesen Tag . Aus welchem Grund auch immer. Anlässlich der hanebüchenen Emtscheidung zur Frauenquote in Deutschland habe ich noch mal ein bisschen das Internet durchforstet. Mir will nicht in den Kopf, dass in der Republik ein „Recht für ggf. 180 Frauen“ gesetzlich zementiert wird. Umsetzung noch nach dem Motto, wenn sich die 180 nicht finden sollten, dann eben nicht. Die Älteren unter uns werden es noch wissen. 🙂
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Woher kommt der Brauch, Frauen am 8. März anlässlich des Frauentags mit einer (roten) Rose zu beschenken?
1986 stand der Internationale Frauentag unter dem Motto: Wir wollen Brot und Rosen!
Brot steht für:
Recht auf Arbeit
Gerechte Entlohnung
Gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen
Menschgerechte Arbeitsbedingungen
Berufliche Entfaltung und Fortentwicklung
Eigenständige soziale Sicherung für die Frau
Rosen steht für:
Die Möglichkeit mit Kindern zu leben und berufstätig zu sein
Familiengerechte Arbeitszeiten
Die Befriedigung kultureller Bedürfnisse
Eine menschenwürdige Wohn- und Lebensumwelt
Die gleichberechtigte Teilhabe von Männern an Hausarbeit und Kindererziehung
Humane Politikformen
Toleranz
Frieden
Diese Forderungen haben anscheinend bis zum heutigen Tage nicht an Aktualität verloren.
If you want to listen to an „all inclusive“ woman….. DO it! Please listen to and watch the woman which „can can“.
Es sind bereits Untertitel in 39 Sprachen verfügbar! Und in JEDER scheint es sehr unterhaltsam zu sein. Ich kann es nur auf Englisch und Deutsch verstehen. 🙂 Das reicht mir 🙂 Viel Spaß!
„Heute ein behindertes Kind zur Ergo zuschicken, ist ja kein Stigma mehr. Heute müssen Kinder ja schon zur Therapie, wenn sie mit sieben Jahren noch keine chinesischen Schriftzeichen können. Irgendwas haben sie doch heute alle.“ Der Satz ist mir aus einem Gespräch gestern hängen geblieben. Erst habe ich gescherzt und geantwortet: “ Ach ich vergaß. Heute sind sie ja entweder hochbegabt, haben Asperger light oder ADHS!“ Mich hat das aber mehr beschäftigt, als ich dachte. Lauter kleine Einhörner. Mehrwert generieren. Auch `ne Art von Inklusion. 🙂
In regelmäßigen Abständen ereilt mich das Bedürfnis, mal wieder mit Menschen zu sprechen, die sich an der Basis der „Inklusion“ tummeln. Die eine sagt, sie müsse, der andere darf, der nächste kann das nicht, weitere kennen viele Gründe, warum das nicht klappen kann. Einige verkneifen sich inzwischen jede Äußerung dazu, weil sie fürchten, von der „Sonderkommission: Poltisch korrekter Sprachgebrauch“ kontrolliert und sanktioniert zu werden. Eltern reiben sich auf an den Schulen, weil sie die Inklusion erzwingen wollen, Kinder werden zum Spielball einer politischen Entscheidung, Geld wird gekürzt für Betreuung, behinderte Kinder werden als „Beisitzer“ betitelt und behandelt. Lehrer bilden sich ein, sie seien nicht genug ausgebildet. Andere behaupten, das sei zu teuer. Es sind so viele in Aufruhr.
Das Ohnmachtsgefühl wird größer. Die Suche nach „Schuldigen“ verstärkt sich. Eltern definieren sich über die Behinderung ihrer Kinder, werden zu Profis in Sachen Pflege, wissen mehr als Sachbearbeiter, schreiben Kassenschlager, werden gefürchtet oder gefeiert. Ich persönlich bereite mich seit Jahren auf die Verhandlungen mit den Mitarbeitern und Verantwortlichen in Schulen, Behörden, Organisationen nach den Maßgaben von Matthias Schranners „Verhandeln im Grenzbereich“ vor. Der hat immerhin erfolgreich mit Geiselnehmern verhandelt. 🙂
Heute Morgen rutschte mir die Formulierung raus: „Ich komme mir gemeinsam mit meinem Sohn manchmal wie eine Verbrechen an dem deutschen Sozialsystem vor!“ „Das wollte ich Dir immer schon mal sagen. Gut, dass Du von selbst drauf kommst!!!“ antwortet die Freundin. Und wir brechen beide in schallendes Gelächter aus.
Mitunter schwebt mir vor, ein Kabarettprogramm dazu zu schreiben. Ich liebe die Freiheit, die sich die Künstler nehmen. Noch sind sie mein „Alter Ego“. Aber wer weiß. Ich bin ja noch jung! 🙂
Vor drei Tagen habe ich den Film „Wild Tales – Jeder dreht mal durch“ gesehen!!!!!!! SEHR empfehlenswert, wenn sich mal wieder Ohnmacht breit macht und Rachephantasien gebraucht werden. Sch… was auf „political correctness“. Psychohygiene vom Feinsten.
Ich bedanke mich bei allen, mit denen ich ungestraft „off the record“ „frei Schnauze“ oder „Kladde“ reden kann und darf. Und mit denen ich lerne, mal RICHTIG sauer zu werden, anstatt mich zusammenzureißen.
Egal, wer sie benutzt, „Eine Kamera macht uns zum Touristen in der Lebenswelt anderer Menschen – und mitunter auch zu einem in der eigenen Welt.“ (frei nach Susan Sontag)
„The camera makes everyone a tourist in other people’s reality, and eventually in one’s own.“ Susan Sontag
„Letztlich dreht sich in der Fotografie alles darum, wer Du bist. Es ist die Suche nach Wahrheit im Verhältnis zu Dir selbst. Und die Wahrheitssuche wird zur Gewohnheit.“ Leonard Freed (1926-2006)
In unseren Landen macht sich eine Stimmung breit, eine Fehlervermeidungskultur, eine Angstkultur. Aus was für Gründen auch immer wird extrem reguliert, kontrolliert, damit die Kontrolleure sich und ihre Auftraggeber sichern können.
„Stille Unterordnung unter Willkür schwächt, stille Unterordnung unter Notwendigkeit stärkt.“ Jean Paul
Als ich am Montag meine Wahlunterlagen und auch die für meinen Sohn beim Amt abholen wollte, scherzte ich. Mal wieder.
„Muss ich nicht noch irgendwas unterschreiben, mit dem Sie sich selbst absichern?“ fragte ich, sicherlich etwas zynisch aber scherzhaft. Hatte ich doch in den letzten Wochen so oft Kontrollen über mich und meinen Sohn ergehen lassen müssen mit der Begründung: „Wir wollen doch nur prüfen, ob sie nicht ggf. zu den Missbrauchern von Sozialleistungen gehören!“
„Oh, wo Sie es gerade sagen!“ antwortet die wirklich nette Beamtin. „Ich komme in Teufels Küche, wenn Sie mir das nicht unterschreiben.“ und schiebt mir einen schwarzweißen Vordruck über den Tresen. „Wir wollen Wahlbetrug ausschließen. Und deshalb müssen Sie bestätigen, dass Sie für nicht mehr als fünf Menschen als Betreuerin die Wahlunterlagen verantworten.“ Wow, dachte ich nur.
Zehn Minuten später. Beim Antrag des Reisepasses habe ich dann meine Frage modifiziert: „Und? Haben Sie vielleicht auch noch ein Formular, dass ich Ihnen unterschreiben muss, damit Sie auch auf der sicheren Seite sind?“ „Ach ja!“ sagt sie. „Sie müssen mir bestätigen, dass Sie keine weitere Staatsangehörigkeit beantragt haben.“ Volltreffer. dachte ich nur.
Warum ich das erzähle?
Weil mir an diesem Gedenktag heute wieder klar wird, was eine Angstkultur bewirkt. Was Gefolgschaft und Verleugnung erzeugen, und welche Grausamkeiten gegen Menschen unternommen werden. Und dazu muss man offensichtlich nicht ausschließlich einer bestimmten Nationalität angehören. Es reicht, wenn ich Mensch bin – dem Angst und Bange wird, wenn der Konsum über die Humanität, wenn Gehorsam über Denken, wenn Sicherheit über Lebensqualität gestellt wird. Und – ich gebe zu – gerade an Tagen wie diesen bin ich froh, dass ich mit meinem Sohn in diesen Zeiten und in diesem Land hier lebe. Wie lange aber kann ich mir noch sicher sein, dass aus dem Verdacht des „Missbrauch der Zuwendungen wegen seiner Behinderung“ nicht irgendwann wieder die Konnotation „Ballastexistenz“ wird? Mir graut es vor diesen Gedanken.
Ich habe meine Fingerabdrücke hinterlassen – vom linken und vom rechten Zeigefinger. Für den neuen Pass. Ohne zu wissen, was sie je daraus schließen werden, außer dass ich ich bin.
Ich habe meine Kreuzchen für die Senatswahl gemacht. Ohne wirklich zu wissen, was deren eigentliche Agenda ist.
Herzlich willkommen in einer Republik, in einer Welt, deren Politiker mit ihrem Misstrauen Menschen zwingt, andere Menschen zu fürchten.
Um mein Gemüt zu beruhigen, mir mein Vertrauen in mich selbst und mein Umfeld zu erhalten, lausche ich mal Giora Feidman.