„Ich habe ja auch sonst nichts zu tun!!!“ Vielleicht hätte ich in meinem Leben mal aufzeichnen sollen, wie oft ich diesen Satz schon ausgerufen habe. Wie oft ich mich mit Beschäftigten des öffentlichen Dienstes streite, weil sie der Meinung sind, ich müsse auf ihre kurzfristig anberaumten Anliegen umgehend reagieren. Ansich könnte ich auch Blogbeiträge einfach „rebloggen“. Oder Freunde fragen, was ich so gesagt habe oder sage, wenn Post aus dem Ämterdschungel wegen meines Sohnes bei mir eintrudelt. Als Varianten käme heraus: „Braucht man wie ein Loch im Kopf!“ oder „Braucht kein Mensch!“. Gerne kommen ja Briefe von Anwalt, Gericht oder Behörden aller Art Freitags um die Mittagszeit. Und ich kann es nicht lassen: ich rufe sofort an! Um mir dann anzuhören: „Ne, die zuständige Sachbearbeiterin ist nicht mehr da.“ Freitags lassen Amtsschimmel und Amtsstute nämlich zwischen zwölf und vierzehn Uhr den Kugelschreiber fallen. Sagt man das heute noch? Oder besser: Sie fahren ihren Rechner runter. Kuli fallen lassen hört sich dramatischer an 🙂
Ämterblues. SO könnte man den Zustand nennen.
Schmerzlich langweilig, wenn es nicht so anstrengend wäre. Klar sitzt am anderen Ende der Leitung auch „nur“ Bodenpersonal, dass sich dem fügen muss, was die verfügt haben, die zu 99% NICHT wissen, was es bedeutet, die lächerlichen Summen abzurufen, die sie den behinderten Menschen in Deutschland zugestehen. Aber: ich sehe es als meine Pflicht an, für meinen Sohn das ihm Zustehende auch zu gewährleisten. Das ist meine Aufgabe als Betreuerin. Zu gerne wüsste ich mal, wie viele Menschen den Aufwand scheuen und einfach hinnehmen, was die zur Zahlung verpflichteten Instanzen ihnen zuordnen. So jetzt ist es raus. 🙂
Ach so, Ihr wollt wissen, um was es geht? Heute war es der medizinische Dienst zum Thema: Pflegeversicherung – die neue Variante. Die Einzelheiten erspare ich Euch. Machen nur sauer. 🙂
DAS genau gehört zu den Nachrichten, mit denen ich zwar rechne, die mich aber immer wieder gefühlt „unvorbereitet“ und nie im „richtigen Moment“ treffen. Trotz 33 Jahren Erfahrung. Darauf kann ich mich nicht wirklich vorbereiten. Glaube ich. Mitunter kreide ich mir das an. Doch: ich WILL berührbar bleiben, DAS ist nämlich mein Kapital.
Soll oder kann ich einen Menschen „ändern“? Ich glaube es nicht Wenn ich ihm helfen kann, sich selbst ein wenig deutlicher zu werden, ist es viel. Dass Verborgenes hervortritt oder Störendes zurücktritt, ist viel. Aber von der Änderung eines Menschen zu reden -; Welche Kühnheit! (Unbekannt)
„Er war der Chef vom Ganzen. „Ich bestimme. Ihr tanzt nach meiner Pfeife.“ Wenn der Fahrdienst wie immer pünktlich um 7.45 Uhr kam, dann kam Hans wie immer 7.47 Uhr. So viel Zeit musste sein. „Wer legt denn fest, dass der neue Tag um null Uhr eins beginnt?“ Artikel eins seines ganz persönlichen Grundgesetzes: „Das System lehne ich ab!“ – „Welches System?“ – „Jedes System!“….. UNBEDINGT 🙂 zu Ende lesen beim Tagesspiegel
Ja, ich reagiere, wenn über Menschen oder von Menschen mit Down Sndrom geschrieben wird. Ja, es rührt mich, wenn ich lese, dass es Ähnlichkeiten gibt zu Wesenszügen und Verhaltensweisen, die ich von meinem Sohn kenne. Ich liebe diese Eigenarten, ihre Beharrlichkeit, ihre Leidenschaft. So herausfordernd sie mitunter sein mögen.
Da habe ich doch tatsächlich gedacht, mir könne nun nichts mehr passieren, wenn es um Wassereinbrüche geht. Weit gefehlt. In der Wohnung sicher nicht. Doch habe ich ja auch noch ein Auto. Eher ein Altbau. Und dieses alternde Schwedenmobil hat tatsächlich den Starkregen zu Beginn des Monats März nicht schadlos überstanden. Der Fußraum der Beifahrerseite war vollgelaufen. Abflüsse waren von Blättern oder anderem natürlichem Abfallprodukt verstopft. Als ich bei der Versicherung fragte, ob sie sich dieses Missgeschicks annehmen könnten, bekam ich vom Sachbearbeiter eine Belehrung in Sachen Autopflege. Gut, dass er mir das sagt, dachte ich bei mir, DA wäre ich von allein gar nicht drauf gekommen. Frühjahrsputz war eben noch nicht angesagt, als ich das Land verließ. Wenn ich meinen Nachbarn nicht hätte, wäre das Auto bis zu meiner Rückkehr wohl innerlich vermodert. Er hat es direkt – Danke noch mal – bemerkt, als er es mal wieder umgeparken musste, hat alles rausgerissen fachmännisch ausgebaut* (Anm. des Car(e)takers :-)), getrockent, soweit das möglich war. Leider, leider, leider ist die Elektronik des Wagens dadurch komplett durcheinander geraten. Nein, nicht durch das Rausreißen, durch das Wasser. 🙂 Ich kann den Wagen fahren – aber so wesentliche Accessoires wie Amplifier, Schweibenwischermotor, Zentralverriegelung und Nebelschlussleuchten verweigern ihren Dienst. So musste ich heute dann doch den Volvo Händler in Anspruch nehmen – und das Auto neu programmieren lassen. Drückt mal die Daumen.
Ich gebe zu: Ich schippere lieber über Wasser, trinke es gern raumtemperiert oder koche Tee davon, nutze es zum Putzen, Wäsche waschen, duschen. Ich kann es auch als Regen ertragen – aber nur dann, wenn dieser nährt und nicht zerstört.
„Die Tragödie des modernen Menschen besteht nicht darin, dass er immer weniger über den Sinn seines Lebens weiß, sondern dass ihn das immer weniger stört.“ Vaclav Havel
Dieser Anblick! Ich musste weder einem der neuen Helden der Bildung lauschen, noch ein Buch kaufen oder Verehrungsrituale durchlaufen, noch bezahlen für ein Camp oder eine Tagung (neudeutsch auch Workshop), auf dem gerade über das „Schulwesen“ diskutiert wird.
Als Geschenk darf ich es wohl nehmen, in der Nachmittagssonne bei eisigem Wind unter stahlblauem Himmel an einem Schulgebäude vorbei zu spazieren, das von Lernenden aller Alter gestaltet ist. Kinder fahren davor Roller Rennen. Und mitten in NYC herrscht Ruhe.
Ganz einfach so, beim Gang durch die Straßen, ereilte mich das Gefühl, hier seien große Herzen am Werke und auch wohl große Köpfe: Sie malen ihre Schulwände an, äußern sich, träumen farbig und können in Worten, (sich) malen, bauen und austoben.
Und sie bezeichnen sich als geliebte Lesende, Schreibende und Kunstschaffende der PS 11.
„Um Vollkommenheit zu erreichen muss man erst vieles nicht begriffen haben! Begreifen wir zu schnell, so begreifen wir wahrscheinlich nicht gründlich.“ Fjodor Dostojewski
Zu schön, die Erinnerungen, die beim Betrachten des Mondes bei eisiger Kälte letzte Nacht aufkamen. Das Lied habe ich schon in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts geliebt. 🙂
Mitunter genieße ich, solche Sätze schreiben zu können. Mitunter langweilt mich, was heute als Innovation verkauft werden soll. Dreimal hatten wir das schon, denke ich dann. Egal, ob die Schlaghose, die Schulreform zugunsten schülerorientierten Unterrichtes, das Plädoyer für das Experiment, die Diskussionen um die Rechte der Frau… Nein! Stopp! Die Rechte müssen nicht mehr diskutiert werden, über die Umsetzung wird jetzt gesprochen, gestritten. Und es braucht offensichtlich eine gesetzliche Pflicht, das Recht der Frau durch – und dann umzusetzen. Eine echte Neuerung: Island verbrieft das Recht auf gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit jetzt! Chapeau!
Habt einen schönen Tag – und genießt den Mond, egal wie voll er ist. 🙂
Nach einem wunderbar sonnigen Tag in NYC, mit gutem Kaffee während der einen oder anderen Pause zwischen den Laufetappen bin ich wieder zurück in der Capitol Region.
Und auch ein junger Herr präsentierte auf der Rückenansicht seines Hoodies die passende Nachricht zu einer Einlassung des Anwalts des Vaters meines Kindes, die ich gestern vernehmen musste. „DON´T LET THE BASTARDS GET YOU DOWN“. Ich musste schon fast lachen, als ich das sah. Zumal ich an dem Tag auf lauter „Indizien“ für eine gestörte Kommunikation stieß. Humor? Nein, den nimmt mir auch dieser Vater nicht. 🙂
Wenn das Kapitel mal endlich zu Ende ist, werde ich darüber berichten. WENN! DANN! Vorher nicht. Drückt mir die Daumen. Bitte. Bis dahin: Have fun! Ich jedenfalls bin dankbar für alles Gute, was ich gerade erleben darf.
Guten Morgen aus Little Italy in New York. Nachdem ich gestern die Pizza meines Lebens gegessen (Champion Pizza) und die bislang beste Bar in NYC gefunden (Gatsby Bar) und an einem der m.E. besten Plätze in Manhattan übernachtet habe (Noble Den) – gab es gerade den besten Kaffee, den ich bislang in den Staaten getrunken habe.(Think Coffee) Superlative: die habe ich mir wohl verdient. 🙂