„Warum reisen wir? Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, dass sie uns kennen ein für allemal; damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei – Es ist ohnehin schon wenig genug.“ Max Frisch
In der vorletzten Woche habe ich mir eine Meldebescheinigung für meinen Sohn und mich holen müssen. Ich schreibe bewusst „müssen“ – weil sie mal wieder für irgendeinen Antrag notwendig ist. Ich war schon entsetzt, dass sie mir dafür zweimal Gebühren abverlangt haben. Locker mal eben zweimal zwölf Euro musste ich dafür auf den Tisch legen. Und das, weil ja mein Sohn schon volljährig sei. Deshalb könne man uns auch nicht auf einer Meldebescheinigung verewigen. Auf meine Frage, wieso das in früheren Jahren möglich gewesen sei? Keine Antwort. Der Computer könne das eben nicht. Unfassbare Nummer. Das alles habe ich schon fast vergessen.
Bis letzten Freitag eine neue KV Karte für meinen Sohn kam. Ach, heute heißt sowas ja eGK. Es hätten sich Daten auf seiner Karte verändert. Der Versuch, dem am letzten Freitag schon nachzugehen, schlug fehl. Pfingsten und so. Heute dann Anruf Nr.1 bei der KK. Das sei halt so. Irgendein Mitarbeiter habe das veranlasst, meinte der Mensch an der Hotline. Er wüsste das auch nicht besser. Gesetzlich müsste das so sein, dass die Karte auf den ersten Wohnsitz ausgestellt sei. Und warum das die letzten dreizehn Jahre anders gewesen sein, wollte ich noch wissen. „Das weiß ich doch nicht.“ Ich habe mich für sein aufschlussreiches Wissen und seine Hilfe bedankt (der zynische Unterton war sicher auch für ihn nicht zu überhören) und mich daran begeben, die Änderungen den entsprechenden Stellen bekannt zu geben. Danke der DSGVO schreibe ich ja wieder Briefe. 🙂 Während ich die Briefmarke auf den Umschlag klebte, ging erneut das Telefon: Der Sachbearbeiter der KV, der zuständige, meldete sich. Und klärte mich auf: Der Rentenversicherungsträger habe das der KK gemeldet. Aha, sagte ich und fragte, woher der RV denn davon „wissen“ könne? Zumal sich nichts geändert habe. Dann fragte er mich, ob ich beim Einwohnermeldeamt gewesen sei in der letzten Zeit. Und „zack“ schloss sich der Kreis. Die ganz plietschen Meldebehördlerinnen, die sich da für mich teuer an meiner Meldebescheinigung zu schaffen gemacht hatten, haben es offensichtlich für nötig befunden, unser Einzugsdatum vor dreizehn Jahren (!!!!!) als Umzug meines Sohnes an die RV zu melden. Oh Herr, lass Hirn vom Himmel regnen. Oder ist das mal wieder ein Kapitel aus aktualisierten Ausgabe #Big Brother?
Die Arbeit, den Aufwand und die Zeit, die ich jetzt damit habe, vergütet natürlich auch mal wieder niemand. Behörden und Organisationen und Institutionen: Könnt Ihr Euch mal Personal zulegen, das mitdenkt? Oder sind solch kluge Leute nicht mehr an Anstalten wie den Euren interessiert?
Ich danke Matthias Schweighöfer für dieses wunderbare Lied. Nicht neu, aber treffender hätte es gerade kein anderes beschreiben können.
Sicherlich könnte am Sprachgebrauch herummäkeln, könnte die Auswahl problematisch finden – ich aber mag diesen ehrlichen Versuch, eine Antwort auf die Frage zu finden. Danke an Michael.
„The thing women have yet to learn is: Nobody gives you power. You just take it.“ Eleanor Roosevelt
Ein Jahr später. 8.März 2015. Wieder zelebrieren seit Freitag Menschen den Frauentag in Moskau. Wieder bin ich hier. Blumengeschäfte haben wieder die ganze Nacht geöffnet. Wieder keine Frau auf der Straße, in der Metro, die nicht wenigstens eine Blume in der Hand hat. Die Malls sind übervölkert. Kein Mann oder Kind wird wagen, Mutter oder Ehefrau, Freundin oder weibliche Begleiterin, Kollegin NICHT zu bedenken. Gestern Abend trafen wir eine Freundin, die bereits seit morgens dem Alkohol zugesagt hatte. In vier verschiedenen Treffen mit Freundinnen diesen Anlass feierte. Wir waren das fünfte (Treffen). Ihrem Chef aus dem Ausland musste sie erst mal erklären, dass sie am Wochenende weder ihre Mitarbeiter noch sich aktivieren werde, um irgendetwas für die Firma zu tun. Nicht einmal ein Kontakt gelänge, erklärte sie ihm. Der kluge russische Mann stelle nämlich sein Handy bis einschließlich Montag Abend aus. Aber auch nur der Mann. Spätestens, nachdem er den Kolleginnen, Mitarbeiterinnen gratuliert hat. Sollte er am Freitag nicht in der Firma gewesen sein. Soll ja vorkommen. 🙂
Sitten sind das 🙂
Allen Frauen, die ich kenne, die mich lesen oder was auch immer……. wünsche ich einen wunderbaren Frauentag. Feiert ihn, diesen Tag . Aus welchem Grund auch immer. Anlässlich der hanebüchenen Emtscheidung zur Frauenquote in Deutschland habe ich noch mal ein bisschen das Internet durchforstet. Mir will nicht in den Kopf, dass in der Republik ein „Recht für ggf. 180 Frauen“ gesetzlich zementiert wird. Umsetzung noch nach dem Motto, wenn sich die 180 nicht finden sollten, dann eben nicht. Die Älteren unter uns werden es noch wissen. 🙂
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Woher kommt der Brauch, Frauen am 8. März anlässlich des Frauentags mit einer (roten) Rose zu beschenken?
1986 stand der Internationale Frauentag unter dem Motto: Wir wollen Brot und Rosen!
Brot steht für:
Recht auf Arbeit
Gerechte Entlohnung
Gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen
Menschgerechte Arbeitsbedingungen
Berufliche Entfaltung und Fortentwicklung
Eigenständige soziale Sicherung für die Frau
Rosen steht für:
Die Möglichkeit mit Kindern zu leben und berufstätig zu sein
Familiengerechte Arbeitszeiten
Die Befriedigung kultureller Bedürfnisse
Eine menschenwürdige Wohn- und Lebensumwelt
Die gleichberechtigte Teilhabe von Männern an Hausarbeit und Kindererziehung
Humane Politikformen
Toleranz
Frieden
Diese Forderungen haben anscheinend bis zum heutigen Tage nicht an Aktualität verloren.
Sonntagsgedanken – oder doch Alltagsgedanken? Danke für diesen Beitrag! Mögen das doch bitte ganz viele Menschen hören! Niemand muss Schriftsteller werden, wenn er nicht mehr „zur Arbeit“ geht. Aber darüber nachzudenken, wie fremdbestimmt das eigene Leben ist, lohnt! Auch, wenn andere das mitunter nicht „kapieren“!
„Hier geht es nicht um „Teilhabe“…es geht nicht darum, dass Leute AUCH mitmachen dürfen, ihnen ein Platz zugewiesen wird, den sie auch nutzen dürfen. Es geht hier darum, wirklich aktiv miteinander zu komponieren.. und Kunst zu schaffen.“
Ich fände es ganz gut, wenn Arbeit da wäre. Noch besser fände ich, wenn die Jugendlichen Spaß daran hätten, welche zu finden. Und noch idealer wäre, sie fänden eine, die ihnen Spaß machte UND mit der sie ihren Lebensunterhalt sichern könnten. Illusorisch?
Über die Bank(en) mag ich gerade gar nicht nachdenken. Zur aktuellen Lage der Recherchen gegen die und in den Bankhäusern haben die Netzfrauen sich ausgiebig geäußert. Danke dafür!
„Die meisten Menschen würden es als Beleidigung empfinden, böte man ihnen eine Beschäftigung an, bei der sie Steine über eine Mauer und dann wieder zurück zu werfen hätten, nur um damit ihren Lohn zu verdienen. Doch viele werden heute unter Bedingungen beschäftigt, die um nichts würdiger sind.“
Henry David Thoreau
Quelle: Life without Principle (1863)
Die lange, staubige, hitzige Einfahrt nach Ho Chi Min City kostete den Busfahrer fast seinen Führerschein. Uns schmerzten der Schlaglöcher wegen abwechselnd Rücken und Kopf – die sanitären Anlagen waren so einladend, dass der Blasendruck lange aushaltbar erschien.
In der Innenstadt angekommen, erwies sich der Himmel neben historischem Postamt, Kathedrale und Regierungspalast als das für uns Europäer „sortierteste“ .-)
aufstrebendes Saigon 🙂
Genial íst die Ordnung der Mopedfahrer, die Organisation fahrender und fliegender Händler und Händlerinnen. All die verpackten Menschen schützen sich nicht vor der Sonne, um nicht zu verbrennen – nein – sie bevorzugen überhaupt die helle Haut. Beiersdorf macht hier riesige Umsätze mit Bleichcreme 🙂
Ein irres Volk, das auch gern die Überschüsse der in ihrem Land produzierten Markenklamotten unter die Touristen bringt.
Sie scheinen zufrieden mit ihrer Religionsvielfalt. Hier arbeiten alle, die Geld brauchen – und auch für Menschen aus der Familie mit, die gerade keine Anstellung finden. Ein beliebtes Business: Pausenplätze mit Hängematten .-)
Am 8. März wurden an jeder Ecke Blumen und andere Geschenke für Frauen angeboten.
Internationaler Frauen Tag in Vietnam
Ich sah hier am 8. März mehr Frauen arbeiten und mehr Männer (mit und ohne Schlips) Pause machen. Ob das nur an der Mittagszeit lag?
am 17.8.11 hatte das Statistische Bundesamt auch Zahlen im Angebot:
„Nur noch“ 1,34 statt 1,36 Kind(er) vor zehn Jahren in Deutschland. Ein Scherbenhaufen, auf den Familienpolitik jetzt blickt?“
Meine Reaktion auf diese(n) Artikel und die Aktionen:
if the truth is told the youth can grow
Das kommt dabei heraus, wenn die „Politik“ und der „Staat“ nur potenziell funktionierende und produktive Fachkräfte, Wähler, Renten- und Steuerzahler im Sinn haben, wenn sie „Nachwuchs“ „produzieren lassen“ wollen, damit ihre alte „Rechnung“ aufgeht. Mich wundert nicht, dass die “ Eltern“ fordern, dass der „Staat“ sich an „Aufzucht und Pflege“ des „Humankapitals“ bitte beteilige.
Mit Schutz, dem Recht auf frühkindliche Bildung, Arbeit, Fürsorge, Liebe, Leben, Abenteuer, Gesprächen, Verbundenheit, Lernen, gegenseitiger Verantwortung füreinander, miteinander Wachsen, Gemeinsamkeiten etc hat das doch nichts zu tun.
Am Umgang mit den „noch nicht und nicht mehr Produktiven“ möge man die „Politik“ oder „Gesellschaft“ erkennen.
Nun haben wir wieder was erkannt 🙂
Wieso kommt mir in dieser Diskussion nur der Gedanke an „Missbrauch“?