“Finden ist die Verbform von Glück, es ist das, was mir, einem Erfinder ohne Genie, den Alltag putzt. Egal, ob Pilze, Schlüssel oder die Frau fürs Leben – Finden ist das, worum es im Leben geht.
Für Einsteiger empfehle ich das gezielte Finden. EC-Karte, Ostereier, Feuilleton-Teil? Je geringer die Hoffnung, desto größer der Jubel; Qual ist Teil des Fiebers. Aber Finden ist auch eine Frage der Haltung. >Ich muss die Schlüssel suchen< oder >Ich will sie finden!<
Mein Schwiegervater etwa ist der Finde-Fachmann, nimmt Körbchen und Messer: >Ich gehe in die Pilze.> So jemand muss gar nicht erst suchen. Finden schenkt Kraft für zwischendurch: Der gewaschene Zwanziger in der hinteren Hosentasche, die Brille in der Duplokiste. Das unverhoffte Finden überrumpelt, rettet ganze Tage und ist leider viel zu selten. Ich habe für mich das Fremd-Finden entdeckt. In der Bahn bleibt ein Bibliotheksbuch liegen. Natürlich nehme ich es mit, recherchiere den Besitzer: >Hallo. Ich habe Ihr Buch /Portemonnaie/ Kaugummipapier gefunden.<
Finden ist ein Akt der Freiheit, Erfolgsdruck zerstört es!”
Der Eid des Sokrates (auch sokratischer Eid) ist ein Eid für Lehrer, den der Pädagoge Hartmut von Hentig als pädagogisches Pendant zum antiken Eid des Hippokrates, den Ärzte früher bei ihrer Approbation leisten mussten, entworfen hat.
Sein Text lautet:
„Als Lehrer/in und Erzieher/in verpflichte ich mich,
die Eigenheiten eines jeden Kindes zu achten und gegen jedermann zu verteidigen;
für seine körperliche und seelische Unversehrtheit einzustehen;
auf seine Regung zu achten, ihm zuzuhören, es ernst zu nehmen;
zu allem, was ich seiner Person antue, seine Zustimmung zu suchen, wie ich es bei einem Erwachsenen täte;
das Gesetz seiner Entwicklung, soweit es erkennbar ist, zum Guten auszulegen und dem Kind zu ermöglichen, dieses Gesetz anzunehmen;
seine Anlagen herauszufordern und zu fördern;
seine Schwächen zu schützen, ihm bei der Überwindung von Angst und Schuld, Bosheit und Lüge, Zweifel und Misstrauen, Wehleidigkeit und Selbstsucht beizustehen, wo es das braucht;
seinen Willen nicht zu brechen – auch nicht, wo er unsinnig erscheint; ihm vielmehr dabei zu helfen, seinen Willen in die Herrschaft seiner Vernunft zu nehmen;
es also den mündigen Verstandsgebrauch zu lehren und die Kunst der Verständigung und des Verstehens;
es bereit zu machen, Verantwortung in der Gemeinschaft zu übernehmen und für diese;
es auf die Welt einzulassen, wie sie ist, ohne es der Welt zu unterwerfen, wie sie ist;
es erfahren zu lassen, was und wie das gemeinte gute Leben ist;
ihm eine Vision von der besseren Welt zu geben und Zuversicht, dass sie erreichbar ist;
es Wahrhaftigkeit zu lehren, nicht die Wahrheit, denn „die ist bei Gott allein“.
Damit verpflichte ich mich,
so gut ich kann, selbst vorzuleben, wie man mit den Schwierigkeiten, den Anfechtungen und Chancen unserer Welt und mit den eigenen immer begrenzten Gaben, mit der eigenen immer gegebenen Schuld zurechtzukommen;
nach meinen Kräften dafür zu sorgen, dass die kommende Generation eine Welt vorfindet, in der es sich zu leben lohnt und in der die ererbten Lasten und Schwierigkeiten nicht deren Ideen, Hoffnungen und Kräfte erdrücken;
meine Überzeugungen und Taten öffentlich zu begründen, mich der Kritik – insbesondere der Betroffenen und Sachkundigen – auszusetzen, meine Urteile gewissenhaft zu prüfen;
mich dann jedoch allen Personen und Verhältnissen zu widersetzen – dem Druck der öffentlichen Meinung, dem Verbandsinteresse, dem Beamtenstatus, der Dienstvorschrift, wenn sie meine hier bekundeten Vorsätze behindern.“
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Klare Worte! Leider noch nicht selbstverständlich!
Den Lehrern einen solchen Eid wirklich abzunehmen, halte ich für eine sehr gute Idee!!
Ich reblogge das gerne. Meine Zähne sind mir wichtig. Ich behandle sie nach bestem Wissen und Gewissen. Zu etwas mehr Bewusstheit für die Inhaltsstoffe kann vielleicht dieser Artikel verhelfen. Die Infos stimmen mich (wenn auch weitgehend bekannt), so geballt, wie sie dargestellt sind, extrem nachdenklich. Obwohl ich inzwischen schon länger keine Zahnpasta mehr benutze und auf Mundspülungen auch schon seit geraumer Zeit verzichte.
Zahnärzte raten seit jeher, dass man sich mindestens zwei Mal am Tag die Zähne putzen soll.
Das muss einen nicht wundern, denn dazu empfohlen wird Zahnpasta. In fast allen Zahnpasten befindet sich nämlich Fluorid, welches die Zähne massiv angreift und den Zahnschmelz langsam aber sicher zerstört.
Das freut natürlich jeden Zahnarzt. Die bereichern sich schließlich an möglichst ruinierten Zähnen dumm und dämlich.
Wer sich das so gar nicht vorstellen kann, der stelle sich die Frage, warum Tiere eigentlich überaus selten unter Zahnproblemen leiden, obwohl sie sich nicht ein einziges Mal in ihrem Leben die Zähne putzen?!
Ausgerechnet der Mensch aber, der seine Zähne pflegt und fleißig putzt, hat die meisten Probleme mit zerstörten Zähnen.
Das ist kein Zufall, sondern logische Folge der vermeintlichen Pflege.
Fluor/Fluorid ist gut für die Zähne – eine der größten Gesundheitslügen
In den meisten Zahnpasten befindet sich Fluor/Fluoride. In den 80er Jahren war noch der Einfachheit…
If somebody needs an advice to get into a better mood…. 🙂
Listen to this: KLick your heels, shake back your clothes around and DANCE!
If an artist really wants to bring me to tears…. (s)he peforms this song!
Thanx to Colin Brown and Rebecca Carrington to bring that one back to me – again and again and again. 🙂
An jenem Tage,
der kein Tag mehr ist vielleicht wird er sagen:
Was tretet ihr an
mit euren Körbchen voller Verdienste,
die klein sind wie Haselnüsse und meistens hohl?
Was wollt ihr
mit euren Taschen voller Tugenden,
zu denen ihr gekommen seid aus Mangel an Mut,
weil euch Gelegenheit fehlte
oder durch fast perfekte Dressur?
Habt ihr euch davon nicht befreit?
Wissen will ich:
Habt ihr die andern angesteckt mit Leben?
Ein paar Tage später:
Zustand: Etwas weniger „UNKNOWING“ 🙂
Parallelwelten- was wissen sie voneinander?
Ich habe ein paar sehr klugen und liebenswerten Menschen gelauscht während sie sich (trotz der Fragen des Herrn Beckmann) sehr positiv zu dem Thema Inklusion unterhielten.
Mal ab davon, dass diese Diskussion nicht erst seit fünf Jahren geführt wird, wie Herr Beckmann behauptet, sondern seit fast fünf Jahrzehnten….. (aber damit schreibe ich ja nichts Neues, zumindest nicht für Leser und Leserinnen meines Blogs. :-)….. danke ich Herrn Hüppe für: „Wer Inklsuion will, der findet Wege. Wer Inklusion nicht will findet Gründe!“
Das Buch von Sandra Roth werde ich lesen – und dann erst schreiben. Sie hat mir oft aus der Seele gesprochen. Leslie Malton hat auf ihre Weise wunderbar Interesse an dem „Rett Symdrom“ geweckt und ….(es wird aber auch Zeit, dass darüber nicht nur in Hinterzimmern und Kliniken gesprochen wird.)
Ja: und dann war da noch Georg Fraberger (Psychologe). Er hat so humorvoll und respektvoll die defektsuchenden Fragen des Herrn Beckmann beantwortet, dass ich neugierig geworden bin.
Wer mehr über ihn wissen will, kann sich schlauer oder neugieriger machen (lassen)
entweder in der Sendung : http://tinyurl.com/pj2s67t
Es hat mal jemand zu mir gesagt: „Dass Dich das immer noch so anmacht. Langsam müsstest du dich doch daran gewöhnt haben.“ NEIN! Ich will mich nicht daran gewöhnen. Wenn ich ehrlich bin, werde ich bzgl. dieser offensichtlichen und der mitunter äußerst perfiden Art der Aus-, Ab- und Eingrenzung immer dünnhäutiger. So bleibe ich wach!
„Fragen sind immer der Mühe wert, Antworten nicht immer.“
Oscar Wilde
Erkenntnis: Fragen will gekonnt sein!
Als Kinder konnten wir das gut. Mit Eintritt in die Schule wird das heute systematisch verdrängt zugunsten der Antworten, die als messbare und testbare Inhalte für Bildung gehalten werden.
Seht zu, dass die Kinder das Fragen nicht verlernen! Bitte! Sonst haben wir irgendwann eine Horde von Menschen, die nur noch die Fragen kennen: „Was wollen Sie hören?“ oder „Was soll ich denn hier machen?“
ich freue mich über so manche „returns“….. 🙂
Ich freue mich an Pat Metheny – immer wieder, seit ich seine Musik kenne.
Ich freue mich an Wasservögeln, an Wasser, an Schiffen…..
ich freue mich auf meine Reisen – die geplanten und die überraschenden!
Und ich freue mich auf die Umwege.
Dank derer kehre ich meist beschenkt zurück. 🙂
Ich sage hiermit DANKE an eine reiches Jahr 2013 – an all die Menschen, mit denen ich näher zusammen gerückt bin, mit denen ich erleben, diskutieren, ihnen zuhören, Filme sehen, Alltag erleben, für die ich schreiben, entwickeln und beraten, mit denen ich streiten, lernen und wachsen konnte. Danke an die, mit denen ich in diesem Jahr zusammen gewohnt habe, mit denen ich (noch immer) Zeit, Spaß und tiefe Gespräche habe und unzählige Liter Tee verputzte. Danke an die, mit denen ich Wände gestrichen, die mir die Augen geöffnet, die mich versorgt haben. Danke für die Flügel, unter die ich jederzeit schlüpfen darf, an die, die immer einen Kaffee und oder ein Ohr für mich haben, Himbeeren mit Basilikum Drinks, für unzählige Bänke auf der ganzen Welt, auf denen ich ausruhen konnte, für Spaziergänge und Metrofahrten, für neue Musik(er), Einblicke in andere Kulturen, neue und bewährte Kunst auf Bühnen und an Wänden, für all die „Followers“ meines Blogs – einfach für all das NEUE neben dem, was sich eh schon an Guten und Gutem in meinem Leben tummelt.
Danke für Eure Liebe, Euren Rat, Eure Treue, Eure Neugier, Euren Respekt, Eure Freundschaft, Euer Ver- und Zutrauen.
Mit den Worten der überaus von mir geschätzten Mascha Kaléko wünsche ich Euch:
Möge 2014 so gelingen!
Sozusagen grundlos vergnügt
Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen Und dass es regnet, hagelt, friert und schneit. Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit, Wenn Heckenrosen und Holunder blühen. Dass Amseln flöten und dass Immen brummen. Dass rote Luftballons ins Blaue steigen. Dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen.
Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht Und dass die Sonne täglich neu aufgeht. Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter, Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter, Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn. Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn! Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn. Ich freue mich vor allem, dass ich bin.
In mir ist alles aufgeräumt und heiter; Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt. An solchen Tagen erklettert man die Leiter, Die von der Erde in den Himmel führt. Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben, – Weil er sich selber liebt – den Nächsten lieben. Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne Und an das Wunder nie gewöhne. Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu! Ich freu mich, dass ich … Dass ich mich freu.
Zu dem Stichwort „ZWISCHEN“ habe ich mal in meinem Archiv gewühlt.
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Familie hat nicht nur Zukunft. Familie hat vor allem Vergangenheit – mehrere Vergangenheiten gleich. Unweigerlich bekommen die Beteiligten das bei einer Neugründung zu spüren. Nicht nur, dass sie sich aus steuerlichen oder romantischen Gründen für das staatlich und subventionierte und damit kontrollierte Unterfangen entscheiden. Nein, in ihrer GEGENWART werden sie auch von den eigenen Biografien kontrolliert und gesteuert. Nicht wirklich haben sie „Vater und Mutter verlassen, um dem anderen anzuhangen.“ Gemäß dieser biblischen Denkweisen erklärte ich die meisten der Ehen, die ich kenne, für ungültig. 🙂
Aber genug der chistlichen Moral. Unsere eigene Biografie führt Regie für den Film unseres Lebens. Ich vermute: Je besser sie reflektiert ist, um so weniger Überraschendes bringt sie in den Beziehungsalltag für Paare und das Zusammenleben mit ihren Kindern.
Vor allem Politiker und Wirtschaftsmenschen beschwören die Familie. Sie wollen Konsumenten, Rentensicherer, vielleicht auch Arbeit für Niedriglohngruppen, Familienrechtler, Lehrer, Erziehungsexperten oder die Ratgeberbranche. Ich vermag das nicht mehr zu beurteilen, so sehrnervt mich das Thema inzwischen. oft, wie das Thema in den letzten Jahrzehnten wieder aufgelegt wurde wird.
Ich habe gar nichts gegen Gruppen von Menschen, die sich einander respektieren, sich zu tiefst schätzen, sich streiten und lieben, gemeinsam Kinder in die Welt setzen. UND sie als das schätzen und lieben, was sie eben sind. Kinder, Persönlichkeiten, eigen(sinnig)e Charaktere, für die niemand sich persönlich aufgeben muss, (vielleicht nur ein paar Hobbies), für die sie Verantwortung tragen, mit denen zusammen sie wachsen – nicht zusammenwachsen – und sie gedeihen lassen- wenn das auch manchmal schneller, langsamer oder vor allem anders geht, als Eltern sich das so für oder von ihrem Nachwuchs gedacht hatten.
Wenn ich allerdings sehe, wie viele Menschen ihren „Familienaufträgen“ aufsitzen, einander funktionalisieren, das Gegenüber – welchen Geschlechts auch immer- mit der Hauptrolle ihres ganz persönlichen Films betrauen, besetzen… Kinder NICHT ausgeschlossen… dann wird mir komisch.
Lasse ich meinen Verfolgungswahn sprechen, dann sagt der: Je mehr unglückliche Kinder, um so mehr wird konsumiert. Und je mehr Eltern dann noch unglücklich sind, dass ihre Kinder unglücklich sind, um so besser wird der Umsatz bei „Frust – und Entschuldigungskäufen“ angekurbelt, umso mehr Geld für Nachhilfe und Medikamente und Arztbesuche ausgegeben. Gruselige Vorstellung.
Kinder werden gelobt für aufgegessenes Essen, für den Haufen im Topf, für die trockene Windel, erst fürs Laufen und Worte sprechen, dann fürs Leiseein und Stillhalten.
Wenn ich mitunter Menschen gemeinsam mit (ihren) Kindern erlebe, dann frage ich mich :
Wer in diesem Konstrukt fühlt sich verantwortlich für was? Wer braucht wen für was? Wer tut eigentlich was von dem, was sie zeigen, gerne? Und was bedeutet ihnen das? Wen reitet eigentlich was, wenn sie sich so verhalten? Wer ist hier mit was glücklich?
Ich erinnere mich: Kinder sind der Spiegel des Innenlebens der Eltern und deren Beziehung zueinander. Der Kinder Verhalten ist sichtbare Wirkung des Aufeinandertreffens dieser elterlichern Biografien.
Und da diese „Symptome“ nicht immer gut auszuhalten sind, werden gerne mal Ärzte eingeschaltet. Sollten die Kinder dann schulpflichtig werden – und dann oben drauf noch die Wirkung der persönlichen Geschichte ihrer Lehrer in Kombi mit der Geschichte des Schulsystems ausbaden müssen, etc. kommen nicht selten noch Psychologischer Dienst und Therapeuten ins Spiel. Bei dieser Gemengelage verabreicht „man“ diesen Kindern auch „Ritalin“, stellt sie so ruhig, hebelt sie so aus, setzt sie so unter Druck, verdonnert sie so zum Funktionieren und zur Leistung. Zu dienen scheinen sie damit allem und allen – außer sich selbst – zumindest haben die Kinder dazu keine Zeit, keinen Raum, mitunter keinen Mut mehr.
Ich wünschte diesen Kindern, wie ihren Eltern mehr respektvolle Begegnung, echten Dialog (nicht als Dialog betitelte Monologe), gemeinsames Sich – schlau- machen, gemeinsames und ungehindertes Lernen. Ich wünsche den Kindern, dass sie gelernt haben, glücklich zu sein, wenn sie bei ihren Eltern ausziehen. Und den Eltern wünsche ich, dass sie ihnen vertrauen – und auch glücklich sind, dass die Kinder das gelernt haben.
Logan LaPlante hat dazu eine eigene Meinung – mir gefällt sie….
Und wenn es nicht ohne tradtionelle Schule geht: Deanna LeBlanc formuliert eindringlich, was sie MEHR von sich und dem Unterricht erwartet. Nicht umsonst wird sie Lehrerin des Jahres 2012 im Staate Nevada, US gewesen sein.
Was diese zwei erfahrenen Menschen zu sagen haben, rührt mich sehr. Vor allem: Sie sprechen über sich und das, was sie TUN. Sie kennen ihre Grenzen und suchen nach neuen Chancen. Der eine mit gefühlter Sicherheit in seiner Familie, die andere von außen für Kinder, die diese Sicherheit nicht kennen.
Zwischen den Jahren, heißt es, wenn wir über die Tage sprechen, die zwischen Weihnachten und dem Ende des Kalenderjahres liegen. Wir halten Rückschau und blicken gerne in die Zunkunft; will heißen, wünschen uns etwas für das vor uns liegende Jahr. Resümmieren, bilanzieren, ruhen aus, stärken uns im besten Falle – mit gutem Essen (gerne auch mal zu viel), gutem Wein, Spielen, mit Familie oder Freunden…
Auf jeden Fall scheinen sich viele in ihre Ursprungsfamilie zu „retten“, um an Bewährtem sich zu nähren.
Gesegnet… das kam mir als Wort in den Sinn. Und der liebevolle, klare und geschichtenreiche Priester Stephan Wahl inspirierte mich für diesen Beitrag. Danke dafür!
Ja, das Gefühl gibt mir Atem! Anderen auch? Hoffentlich!
Beim Spaziergang erzählte eine Freundin folgendes Ereignis (mit der Ansage: Ulla, das ist wieder ein Geschichte für Dich!)
Eine ihr bekannte Zweijährige sei – laut Mutter – im Kindergarten einem „Check“ unterzogen worden. Das Ergebnis wurde in folgende Worte gehüllt: „Das wird aber mal Probleme in der Schule geben. Sie kann sich ganz schlecht unter- oder einordnen!“ Die beunruhigte Mutter war entsetzt – zum einen darüber, dass Kinder schon so früh getestet werden – zum Zweiten über die „Prognosen“, die auf der Basis dieser „Ergebnisse“ abgesondert wurden. Und sie befürchtet, diesem System nicht mehr zu entkommen.
Da hat die Freundin recht: DAS ist eine Geschichte für mich. Zum Aufregen, Unverständnis äußern. Mir an den Kopf fassen.
Just gestern hatte ich die Geschichte von Max Frisch aus „Stiller“ wieder herausgesucht. Passt ja – denke ich und lächele.
Du sollst dir kein Bildnis machen
„Es ist bemerkenswert, dass wir gerade von dem Menschen, den wir lieben, am mindesten aussagen können, wie er sei. Wir lieben ihn einfach. Eben darin besteht ja die Liebe, das Wunderbare an der Liebe, dass sie uns in der Schwebe des Lebendigen hält, in der Bereitschaft, einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen Entfaltungen. Wir wissen, dass jeder Mensch, wenn man ihn liebt, sich wie verwandelt fühlt, wie entfaltet, und dass auch dem Liebenden sich alles entfaltet, das Nächste, das lange Bekannte. Vieles sieht er wie zum ersten Male. Die Liebe befreit es aus jeglichem Bildnis. Das ist das Erregende, das Abenteuerliche, das eigentlich Spannende, dass wir mit den Menschen, die wir lieben, nicht fertigwerden; weil wir sie lieben, solang wir sie lieben. Man höre bloß die Dichter, wenn sie lieben; sie tappen nach Vergleichen, als wären sie betrunken, sie greifen nach allen Dingen im All, nach Blumen und Tieren, nach Wolken, nach Sternen und Meeren. Warum? So wie das All, wie Gottes unerschöpfliche Geräumigkeit, schrankenlos, alles Möglichen voll, aller Geheimnisse voll, unfassbar ist der Mensch, den man liebt – Nur die Liebe erträgt ihn so. Warum reisen wir? Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, dass sie uns kennen ein für allemal, damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei – Es ist ohnehin schon wenig genug.
Unsere Meinung, dass wir das andere kennen, ist das Ende der Liebe, jedes mal. Aber Ursache und Wirkung liegen vielleicht anders, als wir anzunehmen versucht sind – nicht weil wir das andere kennen, geht unsere Liebe zu Ende, sondern umgekehrt: weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns. Er muss es sein. Wir können nicht mehr! Wir künden ihm die Bereitschaft, auf weitere Verwandlungen einzugehen. Wir verweigern ihm den Anspruch alles Lebendigen, das unfassbar bleibt, und zugleich sind wir verwundert und enttäuscht, dass unser Verhältnis nicht mehr lebendig sei.
„Du bist nicht“, sagt der Enttäuschte oder die Enttäuschte, „wofür ich Dich gehalten habe.“ Und wofür hat man sich denn gehalten?
Für ein Geheimnis, das der Mensch ja immerhin ist, ein erregendes Rätsel, das auszuhalten wir müde geworden sind. Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat. weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns. Er muss es sein. Wir können nicht mehr! Wir künden ihm die Bereitschaft, auf weitere Verwandlungen einzugehen. Wir verweigern ihm den Anspruch alles Lebendigen, das unfassbar bleibt, und zugleich sind wir verwundert und enttäuscht, dass unser Verhältnis nicht mehr lebendig sei.
Man hat darauf hingewiesen, das Wunder jeder Prophetie erkläre sich teilweise schon daraus, dass das Künftige, wie es in den Worten eines Propheten erahnt scheint und als Bildnis entworfen wird, am Ende durch eben dieses Bildnis verursacht, vorbereitet, ermöglicht oder mindestens befördert worden ist -Unfug der Kartenleserei.
Urteile über unsere Handschrift. Orakel bei den alten Griechen. Wenn wir es so sehen, entkleiden wir die Prophetie wirklich ihres Wunders? Es bleibt noch immer das Wunder des Wortes, das Geschichte macht: – „Im Anfang war das Wort.“
Kassandra, die Ahnungsvolle, die scheinbar Warnende und nutzlos Warnende, ist sie immer ganz unschuldig an dem Unheil, das sie vorausklagt? Dessen Bildnis sie entwirft. Irgendeine fixe Meinung unsrer Freunde, unsrer Eltern, unsrer Erzieher, auch sie lastet auf manchem wie ein altes Orakel. Ein halbes Leben steht unter der heimlichen Frage: Erfüllt es sich oder erfüllt es sich nicht. Mindestens die Frage ist uns auf die Stirne gebrannt, und man wird ein Orakel nicht los, bis man es zur Erfüllung bringt. Dabei muss es sich durchaus nicht im geraden Sinn erfüllen; auch im Widerspruch zeigt sich der Einfluss, darin, dass man so nicht sein will, wie der andere uns einschätzt. Man wird das Gegenteil, aber man wird es durch den andern.
Eine Lehrerin sagte einmal zu meiner Mutter, niemals in ihrem Leben werde sie stricken lernen. Meine Mutter erzählte uns Ausspruch sehr oft; sie hat ihn nie vergessen, nie verziehen; sie ist eine leidenschaftliche und ungewöhnliche Strickerin geworden, und alle die Strümpfe und Mützen, die Handschuhe, die Pullover, die ich jemals bekommen habe, am Ende verdanke ich sie allein jenem ärgerlichen Orakel! …
In gewissem Grad sind wir wirklich das Wesen, das die andern in uns hineinsehen, Freunde wie Feinde. Und umgekehrt! Auch wir sind die Verfasser der andern; wir sind auf eine heimliche und unentrinnbare Weise verantwortlich für das Gesicht, das sie uns zeigen, verantwortlich nicht für ihre Anlage, aber für die Ausschöpfung dieser Anlage. Wir sind es, die dem Freunde, dessen Erstarrtsein uns bemüht, im Wege stehen, und zwar dadurch, dass unsere Meinung, er sei erstarrt, ein weiteres Glied in jener Kette ist, die ihn fesselt und langsam erwürgt. Wir wünschen ihm, dass er sich wandle, o ja, wir wünschen es ganzen Völkern!
Aber darum sind wir noch lange nicht bereit, unsere Vorstellung von ihnen aufzugeben. Wir selber sind die letzten, die sie verwandeln. Wir halten uns für den Spiegel und ahnen nur selten, wie sehr der andere seinerseits eben der Spiegel unsres erstarrten Menschenbildes ist, unser Erzeugnis, unser Opfer –. (……) (……)
Du sollst dir kein Bildnis machen, heißt es, von Gott. Es dürfte auch in diesem Sinne gelten: Gott als das Lebendige in jedem Menschen, das, was nicht erfassbar ist. Es ist eine Versündigung, die wir, so wie sie an uns begangen wird, fast ohne Unterlass wieder begehen – Ausgenommen wenn wir lieben.“
Pink, pink, pink sind all IHRE Geschenke. Kleine Mädchen von heute ordern: Fahrrad, Puppenhaus und Klamotte in PINK. Ich dachte ernsthaft, ich sei zynisch, als ich fragte, ob es Lego inzwischen auch in Pink gäbe…… das Netz klärte mich auf…… #grausam #emazipatorischeralbtraum
Alles rennt, alle hastet – nur die Dunkelheit legt sich in aller Ruhe auf die Welt – und weilt. So lange, bis wir fertig sind. Die Menschen werden gütig… manche… Wir reichten unseren Parkscheibe weiter. Die Dame fühlte sich weihnachtsbeschenkt. Den Wind, den das Wetter spendiert, nutz(t)en am Strand von Pelzerhaken die verrückten Kiter, Möwen, Schwan, Enten, Säger, Reiherente, Blässhühner und Kormorane prügeln sich um Brot, das Menschen aus Plastiktüten fischten und ihnen kredenzten. Es tröpfelt. Der Himmel – grau – kann sich nicht so recht entscheiden, was er uns zum heiligen Abend servieren soll. Wir werden es erleben.
Es ist still – NOCH! 🙂 Der Kamin bullert leise vor sich hin.
Es ist warm.
„Die politischen Gefangenen in Uruguay durften ohne Erlaubnis nicht reden, auch nicht pfeifen, lächeln, singen, schnell gehen oder andere Gefangene Grüßen. Sie durften auch keine Bilder von schwangeren Frauen, Paaren, Schmetterlingen, Sternen oder Vögeln bekommen.
Verletzte Vorstellungen Montevideo 2011
Didako Perez war wegen „ideologischer“ Ideen eingesperrt. Eines Tages wollte seine fünf Jahre Jahre alte Tochter Milay ihn sonntags besuchen und brachte eine selbstgemalte Zeichnung von einem Vogel mit. Die Gefängniswärter zerstörten das Bild am Eingang zum Gefängnis.
Am folgenden Sonntag kam Milay mit einer Zeichnung mit Bäumen. Bäume sind nicht verboten, und das Bild kommt durch. Didako lobt die Zeichnung seiner Tochter und fragt dann, was die kleinen farbigen Punkte oben im Baum sind. „Sind das Orangen? Was für Früchte sind das?“ Das Mädchen hält seine Finger vor ihren Mund und sagt leise: „Psst!“ Dann flüstert sie in sein Ohr: „Bist Du albern? Siehst Du nicht, dass das Augen sind? Es sind die Augen der Vögel zwischen den Zweigen, die ich für Dich reingeschmuggelt habe!“
Erich Kästner beschreibt Zeitgenossen des Berlins 1929!
Kaum zu glauben!
bridge over troubled water
Warngedichte
Zeitgenossen haufenweise (1929)
Es ist nicht leicht, sie ohne Haß zu schildern,
und ganz unmöglich geht es ohne Hohn.
Sie haben Köpfe wie auf Abziehbildern
und, wo das Herz sein müßte, Telefon.
Sie wissen ganz genau, daß Kreise rund sind
und Invalidenbeine nur aus Holz.
Sie sprechen fließend, und aus diesem Grund sind
sie Tag und Nacht – auch sonntags – auf sich stolz.
In ihren Händen wird aus allem Ware.
In ihrer Seele brennt elektrisch Licht.
Sie messen auch das Unberechnenbare.
Was sich nicht zählen läßt, das gibt es nicht!
Sie haben am Gehirn enorme Schwielen,
fast als benutzten sie es als Gesäß.
Sie werden rot, wenn sie mit Kindern spielen,
die Liebe treiben sie programmgemäß.
Sie singen nie (nicht einmal im August)
ein hübsches Weihnachtslied auf offner Straße.
Sie sind nie froh und haben immer Lust.
Und denken, wenn sie denken, durch die Nase.
Sie loben unermüdlich unsre Zeit,
ganz als erhielten sie von ihr Tantiemen.
Ihr Intellekt liegt meistens doppelt breit.
Sie können sich nur noch zum Scheine schämen.
Sie haben Witz und können ihn nicht halten.
Sie wissen viel, was sie nicht verstehen.
Man muß sie sehen, wenn sie Haare spalten!
Es ist, um an den Wänden hochzugehn.
Man sollte kleine Löcher in sie schießen!
Ihr letzter Schrei wär noch ein dernier cri.
Jedoch, sie haben viel zuviel Komplicen,
als daß sie sich von uns erschießen ließen.
Man trifft sie nie.
Erich Kästner
Erich Kästner. Werke. 6 Bände: Band I: Zeitgenossen, haufenweise. Gedichte.
Gestern telefonierte ich mit einer Kollegin die gerade aus Südamerika zurückgekehrt war. Selbst ausgiebige Seekrankheit konnte ihre Begeisterung für die Pinguine nicht schmälern. 🙂
Da musste ich doch mal in meinem Archiv wühlen…..
Ganz leise bin ich noch mal stolz und dankbar für den Tag auf den Falklandinseln 2011. Das war nicht selbstverständlich.
Ich erinnere mich z.B. auch an Leann. Sie fuhr den Geländewagen, der acht Menschen zu den Pinguinen brachte. Da ich auf dem Beifahrersitz saß, nutze ich die Gunst der Stunde, sie ein wenig zu dem Leben auf den Falklands auszufragen. Sie selbst ist als Sozialarbeiterin – und im Nebenjob kutschiert sie Kreuzfahrtgäste zu den Pinguin -Kolonien. Mit wem sie denn so arbeite während ihrer „social work“, fragte ich sie. Mit einem Lachen sagte sie: „Family and Friends.“
Sie gab uns noch Tipps, wo wir die lokal hergestellten Souveniers herbekommen. Den Laden haben wir dann gestürmt 🙂 Die Marmelade, die ich von dort mitgebracht habe, steht noch unangerührt im Schrank. Ob die so lange hält wie meine Erinnerungen? 🙂
Für alle, die momentan den Jahresendblues oder den Jahresenddruck haben: So machen es die Pinguine! 🙂
Der Text hing auf einem weißen Blatt an der Wand, auf die ich immer dann schaute, wenn ich während meiner letzten Festanstellung am Schreibtisch in meinem Büro saß. Da hingen auch noch einige andere Sprüche. Wie dieser haben mir auch die Mut gemacht, mir geholfen durchzuhalten.
Schon erstaunlich mit welch kleinen „Erinnerern“ das Leben leichter wird. 🙂
Wenn es so lange am Tage dunkel ist, dann helfen Bilder mit Licht und erleuchtenden Gedanken , geduldiger zu sein, bis es wieder hell wird.
Einen schönen Tag, helle und warme Gedanken wünsche ich Euch!